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Isabel

Don't hurt yourself.
Roots

Don’t hurt yourself.

What have we done to our fair sister
oder:
Will this whole shithouse go down in flames

Unser neues Abendritual: Naturdokus. Es macht solchen Spaß,mit dem Schnuckerteller auf den Knien unter einem Haufen von Decken hervorzulugen und sich die Welt erklären zu lassen. Aktuell: Südseedokus. Faszinierend, wie ausgeklügelt das alles funktioniert! Alles reagiert, entwickelt sich mit und umeinander… 

Leider kommt eine Art meist mehr schlecht als recht dabei weg, und das sind wir. Die letzte Dokumentation hab ich die Hälfte der Zeit zwischen den Fingern hervor geblinzelt; es ging um die Bedrohung des Pazifiks… Schlagartig fühlte ich mich zurückgesetzt in meine Grundschulzeit, als ich zum ersten Mal einen Aufklärungsfilm über die Überfischung der Meere gesehen habe.

Wir haben damals oft Ausflüge in ein kleines Kino gemacht, das extra für uns Dokumentationsfilme vorführte. Diese Ausflüge und eine Kassette  mit Kinderliedern aus den 70ern, mit Hitsongs wie „Das Ozonloch gibt es doch“, stürzten mich in eine Phase tiefer Unsicherheit und dem quälenden Gefühl von Hilflosigkeit. Ich schwor mir, nie wieder Nagellack zu benutzen und auch keinen Fisch zu essen. Ob es die Tatsache war, dass ich das Ozonloch nirgends am Himmel erblicken konnte wenn ich besorgt hinauf spähte, oder meine persönliche Entwicklung mich vom Leid der Welt ablenkte, weiß ich nicht. Jedenfalls ließ meine Verzweiflung nach.

Bis zu der Dokumentation neulich! 99% des Haibestandes ist bereits ausgerottet? Was? Innerhalb von vier Jahren wird es keinen Thunfisch mehr geben? Was? Wenn weiterhin soviel Co2 vom Pazifik aufgenommen wird, übersäuert das Wasser und das erste Glied der Nahrungskette, Plankton kann nicht länger existieren? Was?!

Und wer ist schuld daran? Na toll.

Immer mehr Menschen leben vegan, sind sich sicher, dass nichts den Menschen berechtigt in die Natur einzugreifen, sie auszunutzen. Heute morgen beäugten wir unser Frühstück und fragten uns: welchen Platz nehmen wir in der Nahrungskette ein? Gibt es einen Platz für uns und haben wir ihn irgendwann verlassen? Wann soll das gewesen sein?

Wo zwischen dem täglichen Kampf ums überleben und dem täglichen Gang zum Supermarkt gehören wir hin?

Ich denke ein Sache, die die letzte Zeit mit sich gebracht hat, ist die schleichende Erkenntnis: wir sind nicht getrennt. Wir sind nicht getrennt von der Luft, die uns umgibt. Winzigkleine Atome. Auf der kleinsten Ebene sind wir einfach nur wabernde Wolken aus Zeug. Und alles kann in uns hinein und durch uns hindurch sausen. Wir sind nicht getrennt vom anderen. Lange bevor ich die Wärme deiner Haut spüre, kann ich dich schon auf dem Bildschirm sehen. Wir sind nicht getrennt von Mother Nature. Wie Beyoncé so schön sagt. When you hurt me, you hurt yourself.

Don’t hurt yourself.

Vielleicht lohnt es sich einen anderen Blickwinkel auf uns einzunehmen. Wir sind Ausschlachter und Egoisten. Wir sind Raubtiere, Missgönner und Wegnehmer. Wir sind arschkalte Soziopathen. Been there. Done that.

Aber sind wir auch Masochisten?

Irgendwo hab ich mal gehört, dass Raucher nicht rauchen, obwohl sie wissen, dass es gesundheitsschädlich ist, sonder weil sie wissen dass es gesundheitsschädlich ist. Als eine Form von Selbstbestrafung. Selbstbelohnung, Selbstbestrafung. Irgendwie aneinander gekoppelt in unserer modernen Welt.

(Ich saß neulich neben einer sehr netten Frau am Buffett und wurde Zeuge einer systematischen Selbstverunsicherung. „Oh, die Tiramisu ist ausgezeichnet. Ouu, ich sollte das nicht essen. Ahh, heute mach ich mal ne Ausnahme. Hhhhh, das wird sich alles rächen…“ Es war schmerzhaft anzusehen. In meinem Hirn trudelten Floskeln und Scherze, Ermutigungen und Verwerfungen hin und her, während mir langsam der Schweiß ausbrach. Das Ganze hatte alttestamentarische Ausmaße.)

Und so steht man am Strand, kickt blinzelnd eine alte Shampooflasche hin und her und fragt sich, wie die da hingekommen ist.

 Cut the crap

Gib es zu. Du hast Mist gebaut. Und jetzt schämst du dich in Mutters Schoß zurückzukehren. Und dir anzuhören, dass jeder Mal Fehler macht. Diese verdammte stoische Liebe, mit der uns der Planet bedenkt, ist aber auch schwer auszuhalten.

Was wäre, wenn der Weg zur Versöhnung nicht der Kreuzweg ist, den wir gerne daraus machen; Das stolze Haupt gebeugt, die Knie blutig aufgeschürft: „Ach, ach, ich hoffe alle Mikropartikel aus meinem Facial haben noch nicht das ganze Plankton gekillt.“

Was wäre wenn der Weg zur Versöhnung, der Weg zu sich selbst wäre.
Vielleicht, wenn wir aufhören würden uns zu schämen. Und anfangen würden uns zu lieben, huhuu könnte die ganze Sache einen guten Turn nehmen.

 .

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Die Königin der Dunkelheit
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Königin der Dunkelheit

Es gibt Tage, da schließt sich eine Tür. Tage, an denen dein Boot weit vom Ufer abgetrieben ist und eine rumpelnde Brise aufzieht. Tage an denen das Leben dir sagt: Lass die Hände los. Hör auf, dich festzuhalten.

Ich hatte immer ein besonderes Verhältnis zu Dingen. Zu meinen Dingen im Besonderen. Mein Gürtel, den ich mir mutig, mutig in einem Wild-West-Laden gekauft habe und noch heute mein absoluter Lieblingsgürtel ist. Oder meine türkisblauen Ohrringe, bei denen mir einer beim Schwimmen verloren gegangen ist. Die habe ich eine Weile lang selbst beim Schlafen nicht abgenommen.

Gegenstände sind Talismane, Glücksbringer, Lebensretter, Erinnerungen. Sie spiegeln die Welt wieder, wie sie sich von innen anfühlt. Die Art und Weise wie die türkisblauen Ohrringe im Licht geblitzt haben. Wie zwei winzig kleine Augen, die einem von den Ohrläppchen baumeln. Wenn ich sie anhatte, wusste ich: heute kann ich alles wertschätzen. Das war, was mir die Ohrringe versprochen haben. Kleine Erinnerungen an innere Dinge. An das was das Leben ausmacht.

Denn so sehr ich Gegenstände mag, viel wichtiger als sie selbst, ist die Bedeutung, die ich ihnen gebe. Meine Stiefel, in denen ich mich stark fühle. Mein die-Saloon-Tür-schwingt-auf-und-ich-bin-der-schwarze-Cowboy-Mantel. Meine gepunktete Hose, die ein Orange hat, das ich noch nie gesehen habe. Als würde man eine Koralle tragen. Fröhlich und lebhaft, wie ein Riff in dem bunte Fische schwimmen.

Es gibt Tage da schließt sich eine Tür.

So ein Tag war auch der Tag, an dem mein Freund meine orangene Korallenhose entfärbte.

Wäsche war schon immer ein Thema in unserem Haushalt. Im Allgemeinen – wer sie in die Waschmaschine tut und wer sie aufhängt – im Speziellen – wie man sie sortiert. Ich gehöre zu der Sorte Menschen, die daran glauben, dass es Sinn macht, schwarz mit schwarz und weiß mit weiß zu waschen. Mein Freund hat da eine andere Meinung. Oder wie er es nennt, eine andere Art zu sortieren. Nachdem wir uns nach einigem Hin und Her darauf geeinigt hatten, er hängt die Wäsche ab, denn er kann super falten (perfekte kleine Stoffquadrate, die sich stapeln lassen, ohne dass der Wäscheberg kippt), ich hänge sie auf, (nach Farben sortiert, einfach weil … es schön aussieht). Blieb nur noch die Frage, was macht man mit der Sortierung. 

Eine Zeit lang ging das alles mehr oder weniger gut, wir einigten uns darauf uneinig zu sein (ein Prinzip, das bereits ausgesprochen drohende Gewitterwolken über einem aufziehen lässt) und die Wäsche machte mit.

Bis neulich. Als ich aus dem bunten Wäschestapel ein ehemals weißes Kleid hervorzog. Ein grünlicher Schimmer zierte die sonst so reine Kragenpartie. Stirngerunzelt wedelte ich damit vor meinem Freud herum. Was soll denn dass hier sein?! Jetzt, dachte ich im Stillen, jetzt ist der Moment gekommen, an dem er lernen wird, was Wäsche sortieren heißt! Über mir strudelte ein dunkles Wolkenportal, und ich konnte förmlich spüren, wie ich mit meinem Zauberstab auf den Boden schlug. „Deswegen macht man da keine grünen Hosen mit rein!“

Ich fischte nach einem weiteren lädierten T-Shirt. „Was hast du dir dabei gedacht!“

„Wie kann ich das wieder gut machen?“ Am Saum des Berges, auf dem ich throne, steht mein Freund und blinzelt schuldig zu mir hoch. Ich pfeffere das Kleid zurück. „Kümmere dich darum, dass das wieder rausgeht! Und: Häng du die Wäsche auf!“

Und rausche aus dem Zimmer. Ja, rausche aus der Wohnung, rausche auf meinem Fahrrad (einem schwarzen Streitross) kieselspritzend durch den Park. Das wird ihm noch leidtun. Die scheißgrüne Hose da mit reinzuschmeißen!

Eine Stunde und einige wütende Runden und existenzielle Gedankengänge später, kehre ich zum Tatort zurück. Schweigend. Im Recht.Mein Freund sitzt auf der Couch, die Waschmaschine brummt. Ich ignoriere sie. Mein Freund ignoriert mich. Wir ignorieren uns eine Weile. Bis mein Bauch zu knurren anfängt. „Wie wollen wir das denn heute machen mit Abendessen?“, frage ich barsch.

Er sieht auf. „Ich dachte, wir gehen noch mal raus.“
„Wann haben wir das denn abgemacht?“ „Hab ich vorhin vorgeschlagen du hast bloß nichts dazu gesagt.“ (Vor dem grünen Wäscheberg, fällt es mir wieder ein.) Ich ändere die Richtung. „Willst du jetzt einfach hier sitzen und vor dich hinschweigen? Was soll das für ne Taktik sein?“ Er funkelt mich an. „Du hast gesagt, ich soll mich drum kümmern, dass das wieder rausgeht. Und das hab ich ja auch gemacht. „Er nickt in Richtung Waschmaschine.

So leicht nicht, mein Freund. So leicht nicht. 

„Und woher soll ich das wissen? Wenn du mir das nicht sagst?“ Er blickt zur offenen Packung Entfärbemittel die auf dem Counter liegt. (Ein ungutes Gefühl beschleicht mich, doch ich verdänge es und wende mich ihm wieder zu.) „Und du denkst, das reicht? Hier einfach irgendwelche Beweise zu verstreuen, die mir irgendetwas sagen sollen und dann schweigend auf dem Sofa zu sitzen? Willst du dich nicht entschuldigen?“ „Ich hab mich doch entschuldigt.“ „Wann soll das gewesen sein?“ „Gerade eben.“  „Vorhin? Das kann doch wohl noch alles gewesen sein! Denkst du, du entschuldigst dich hier einmal und steigst dann auf dein hohes Ross zurück? Du bist doch derjenige, der die deine grüne Hose in die Wäsche geschmissen hat!“ „Ja aber ich hab doch schon gesagt, dass mir das leid tut!“ „ES IST JA AUCH NICHT SO SCHLIMM, DASS DAS JETZT PASSIERT IST! Aber… ABER DARUM SORTIERT MAN DIE WÄSCHE NUNMAL!“

Dieser Moment hatte sich in meiner Vorstellung so viel besser angefühlt.

„Okay. Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass das jetzt so passiert ist.“

„Was heißt hier passiert, du hast es doch gemacht.“

Er knirscht mit den Zähnen. Ich balle die Fäuste. Die Waschmaschine hört zu waschen auf.

Mein Freund sieht hinüber. Steht vom Sofa auf. Langsam. Sagt mit tiefer Stimme. Na, dann können wir doch mal gucken, ob das jetzt geklappt hat. (Das ungute Gefühl ist wieder da, ein dumpfes Pochen irgendwo in meinem Bauch). Er klappt die Waschmaschine auf.

Japst. Ich schließe instinktiv die Augen. Springe auf. Laufe aufgeregt ans andere Ende der Küche. Ich wills gar nicht sehen … Ich wills gar nicht sehen … „Was ist das denn für ne Sch-„, keucht mein Freund. Und ich nehme die Hände von den Augen. In seinen matten Händen hängt … meine orangen Korallenhose. Nur das sie nicht mehr orange ist. Ein dumpfes Grau ist alles, was von der besonderen Farbe meiner Lieblingshose übrig geblieben ist.

Der Teufelsberg unter meinen Füßen bricht. Macht einfach einen Spalt auf, in dem glühende Lava brodelt. Und ich falle, falle, ohne anzuhalten, mitten in den tiefen Sumpf aus kochend heißer Wut und abgrundtiefer Verzweiflung.

Wer jetzt denkt: es ist doch nur eine Hose.

Der denke nochmal.

Denn das ist auch, was mein Freund wimmert, hilflos an die Badezimmertür pochend. Meine Welt ist dunkel. Und schwarz. Oder besser grau. Ein hilfloses Inferno dreht sich um meinen glühenden Kopf. Alle apokalyptischen Horrorszenarien werden abwechselnd durchgespielt. Wir müssen uns trennen. So geht das nicht weiter. Wie kann ich mit jemandem zusammensein, der meine Sachen nicht wertschätzt.

Denn, das ist es schließlich. Es geht nicht um die Hose, es geht nicht um die Farbe, es geht nicht um die Wäsche und es geht nicht um hohe Rösser. Es geht um Wertschätzung. Um Aufmerksamkeit. Darum, dass ich meine Hosen liebe und trage bis sie mir in Fetzen an den Schenkeln schlackern. Das war schon immer so. Und das wird, so sage ich mir, eingerollt in Rotz und Wasser auf dem Badezimmerboden liegend, auch immer, immer, immer so bleiben.

Nein, das ist kein Ende, das ist ein Anfang.

Der Anfang meines Lebens, in dem ich für mich verantwortlich bin. In dem ich keinem Macht über mein Herz oder meine Hosen gebe!

Jetzt beginnt der Part an dem ich aufsteige zur Königin der Dunkelheit, die in ihrem hohen Turm aus schwarzer Jade, über ihre Untertanen herrscht und nie ein Wort darüber verliert, wie viel ihr ihre Hosen bedeutet haben, damals, damals … als es noch Gefühle gab. In der eisigen Stille meines gebrochenen Herzens.

Ich wackele ein bisschen mit den Zehen. Denke darüber nach, dass das ein echter Tiefpunkt ist. Rutsche auf dem Duschvorleger ein bisschen hin und her.

Soll ich mich davon unterkriegen lassen? Von dieser Hosensache mein ganzes Leben versauen lassen? Mein Freund hat sich zurückgezogen (hat sein Zimmer gewählt, um auf dem Boden zu liegen). Ob er wohl weint? Das werde ich wohl nie erfahren, denke ich grimmig. Denn ich bin nicht die erste, die ihre Stellung verlässt. Meine Hose fällt mir wieder ein. Das leuchtende orange, die fröhlichen Punkte. Das Korallenriff …für immer verloren. Ich weine noch ein bisschen.

Eine Tür schließt sich

Dann stehe ich auf. Verlust ist Verlust. Das hier ist hart. Aber es ist ein Abschied und so muss ich ihn auch nehmen. Ich gehe aus dem Badezimmer und ins Zimmer meines Freundes. Er liegt auf dem Boden, ich kann sein Gesicht nicht sehen. Nehme vorsichtig die nasse Hose von der Leine. Sie liegt geschmeidig in der Hand. Ziehe mich in mein Zimmer zurück.

Ich liebe dich, gepunktete Hose. Ich habe dich immer geliebt. Danke für die schönen Stunden, die ich in deinem leuchtenden orange verbringen durfte. Danke für die mühelose Form, die du mit der Zeit gewonnen hast. Danke dafür, wie gut es sich anfühlt, wenn du mich umarmst. Danke, dass ich dich gefunden habe. Du bist immer noch schön. Selbst wenn du nicht mehr perfekt bist.

Ich höre meinen Freund aus dem Nebenzimmer schniefen. Und muss wieder Erwarten grinsen.

So sitze ich noch eine Weile da, umarme meine graue Hose und denke: Eines Tages wird das lustig sein.

Roots

Artefakte – Tag am Meer

Artefakte

Wenn ich an den Beginn von Kultur denke, denke ich an den Strand. Vielleicht, weil das Meer mir oft das Gefühl gibt, eine kleine flüchtige Erscheinung zu sein, der es freundlich und doch leicht herablassend die Knöchel umspült. Ich war schon lange vor dir da.

Doch auch wenn der Anblick des weiten Ozeans oder der zarten Linie des Horizonts in vielen von uns philosophische Gefühle weckt, erkenne ich die Art und Weise, in der wir versuchen, die Welt zu begreifen, am Strand.

Wir wenden uns ab von den Unweiten und Tiefen des Meeres und beginnen, an seinen Rändern auf und ab zu spazieren. Die nackten Füße im Sand, den Blick auf den Boden gerichtet, in einer abgespreizten Hand zwei Muscheln, ein Schneckenhaus und einen Stock.

Jedes Mal frage ich mich, welcher eigentümliche Reflex von mir Besitz ergreift, wenn ich, andächtig langsam, mal kniend, mal stehend, den Strand hinauf pilgere. Wie ein Gläubiger auf den Straßen von Assisi.

Beweise Sammeln

Jede Muschel, jeder Stein wird aufgehoben, in der Hand gewendet. Geprüft, bewundert und ins Licht gehalten. Alles erscheint bedeutungsvoll und bemerkenswert. Ein versteinerter Tintenfischtentakel, tausende von Jahren alt! Eine Muschelschale, in ihr habt mal ein Tier gelebt! Ein Stein, über Jahre hinweg fast rundgeschliffen! Ein verkrüppeltes Aststück, ganz weich von der Brandung!

Jedem den ich passiere, sehe ich es an, die Faszination teil zu haben, an einem kleinen Stück Erdgeschichte. Fossilien erzählen von längst ausgestorbenen Tierarten, Kiesel von einstigen Gebirgen. Alles was wir über die Geschichte wissen, wissen wir weil wir ihre Überreste studieren. Seien es Texte, Bilder oder Muscheln und Scherben.

Das Wasser spült Beweise an den Strand, denen wir uns gewissenhaft annehmen. Sind sie doch die einzigen Anhaltspunkte aus der Vergangenheit, die sich in unserem Kopf aus Hypothesen und Erklärungsversuchen zusammensetzt.

Doch woher kommt diese manische Ahnung, das drängende Bedürfnis, sich vor Augen zu führen, was und vor allem wer vor uns kam? Vielleicht ist es dasselbe Gefühl, dass wir, egal wie wir zu ihnen stehen, ja sogar egal, ob wir sie kennen oder nicht, unseren Eltern gegenüber haben.

Ob durch Ablehnung oder Anerkennung, wir studieren sie aufmerksam, wohl wissend, dass in dem familiären Gesicht Informationen schlummern, implantiertes Wissen um unsere eigene Herkunft. Irgendwo steht genetisch geschrieben, woher wir unsere Augenfarbe, den Hang zur Ordnung oder lange Arme haben.

Zukunft und Vergangenheit

Manche Indianerstämme schreiten rückwärts gewandt in die Zukunft, den Blick stets auf die Ahnenreihe gerichtet, aus der jeder einzelne entsprungen ist. Alltäglich lässt sich diese unendlich lange Reihe aus den Augen verlieren. Schon unsere Urgroßeltern wandeln in nebulöser Ferne längst vergangener Zeiten. Das Signal flackert, die Informationen sind verzerrt oder unvollständig. Schwarz-weiß und vergilbt, die Ränder abgestoßen und eingerissen.

Wir wenden uns ab, fixieren eine gleißende Zukunft. Blinzeln mit zusammengekniffenen Augen in die nahe Ferne, mit tastendem beschwörendem Blick. So als könnte unter der Intensität unseres Augenlichts etwas aus dem schwarzen Schleier heraus gefräst werden, der vor uns liegt. Der Umriss einer Form, ein Loch, durch das man hindurch spähen kann. Hinter dem sich in zarten Pastelltönen Wahrheiten abzeichnen, die es noch wahr zumachen gilt. Sich verfestigende Vorstellungen, die einem langsam aber sicher zu Leibe rücken und uns zuflüstern, dass sie möglich sind, wenn wir nur die Hand ausstrecken und sie zu uns in die Gegenwart ziehen.

Blind in die Leere greifend prickelt uns doch immer der Blick der Urgroßeltern im Nacken. Und dieses Prickeln, dieses atemlose Versprechen ist es womöglich, das uns in die Knie gehen und ergeben im Sand graben lässt.

Die Muscheln, die ich in den Händen halte sind Erinnerungen. An meinen Urlaub, den Tag am Meer. Ich war da. Erinnerungen an längst vergangene Augenblicke und Menschen die sie erlebten. Sie waren da.
Wir graben im Sand, wühlen im Geröll, tauchen durchs Wasser. Immer auf der Suche nach Verbindungen. Leere Seiten im Tagebuch des Menschen, die gefüllt werden sollen.

Verbindungen

Stolz auf meine Funde spaziere ich am Meer entlang, komme an ein paar Hockenden vorbei, sie haben ähnliche Entdeckungen gemacht. Einige haben ihre Schätze vor sich ausgebreitet und angefangen, Steine, Muscheln und Treibholz zu Formen zu legen. Fast sieht es aus, als würden sie versuchen einen Code zu knacken. Dem Meer Fragen zu stellen. Ist es so gewesen? Ist das Metall oder ein Stein? Was bedeutet diese kleine Kuhle hier? War das mal ein Tier?

Ein paar von Ihnen stapeln Steine zu kleinen wackeligen Türmen auf. Wie wird das aussehen, wenn der Strand verlassen ist, die Sonne unter und wir nach Hause gegangen sind und im Mondlicht kleine Steintürme herumstehen? Und wenn zehntausend Jahre später die Sonne wieder aufgeht und eine Gruppe Zukunftsmenschen sich am Kopf kratzend davor steht und sich fragt, was das sollte.

Nach dem wenigen, was wir unseren entfernten Verwandten an Wissen zugestehen, ist es nicht umso überraschender, dass uns dieses magische Gefühl mit ihnen verbindet? Die vage Idee, dass dieser oder jener Gegenstand mir etwas erzählen kann, eine Antwort geben kann, wenn ich nur lerne sie zu lesen.

Ich klettere den schmalen Weg zur Steilküste hinauf und sehe noch einmal zurück. Kleine buntbeanorackte Punkte, die im Wind flatternd an der Küste entlang krabbeln. Schweigend, lauschend, suchend. Gestalten wandelnd oder in Grüppchen sitzend, spielen im Sand. Das Meer schmunzelt.

Rausch

ARE YOU GAGA? – Auf der Suche nach einer neuen Art zu tanzen

„Physical pleasure from physical activity is part of being alive“ Ohad Naharin

Immer mal wieder trifft man auf etwas, was sich anfühlt wie die Essenz einer Sache. Ich bin tanzend aufgewachsen. Klassisches Ballett und Jazz Dance, ein bisschen Step, ein bisschen Musical, hin und wieder ein Cancan. Zweimal die Woche für 13 Jahre. Als ich 17 war, habe ich mit dem regelmäßigen Tanzen aufgehört. War weiter in Bewegung. Aber nichts fühlt sich so an wie Tanzen. Also fing ich an meine Ballettstunden zu vermissen. Ich mochte das Training, die Aufmerksamkeit, die du in jede Bewegung legst, einfach um dich zu verbessern.

Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich um dich herum eine kleine Schweißpfütze bildet, die Muskeln warm und dehnbar, alles auf Abruf, geschmeidig und stark. Irgendwann in der Stunde kommt der Punkt, an dem du einfach in der Bewegung ruhst, irgendwie durch die Gegend gleitest, Geist und Körper in einer perfekten Einheit. Dann schleicht sich ein breites Grinsen aufs Gesicht und innen fängt irgendwas an zu klingeln. Und abends hängst du dann auf dem Sofa, zu hundertprozentig zufrieden und baumelst träge mit den heißgetanzten Beinen.

Also hab ich mich auf die Suche gemacht, es muss doch irgendetwas geben, was mir dieses Gefühl zurückbringt. Yeah, manchmal blitzt es in einer Aerobic Stunde auf, wenn die Füße kaum noch den Boden berühren. Aber ich will mehr.

ausdruck und pose

Ballett ist eine tolle Tanzart, es ist nicht nur eine Art, dich zu bewegen, auch der Geist formt sich mit den Anforderungen an den Körper. Alles ist ausgerichtet auf diese lange leichte Linie, auf schwerelose fließende Bewegungen, kraftvolle Sprünge und endlose Arme und Beine. Aber es ist eine Bewegungsart, die von außen nach innen wirkt. Alles dreht sich um die Form, den Kreideumriss, das Schattenbild, an das du deinen Körper heranführst, ein Dévelopé nach dem anderen. Es ist ein wundervolles Gefühl, all diese historischen Schritte zu einer Bewegung zusammenzuführen und den eigenen Ausdruck mit der Pose zu verschmelzen. Aber es geht um die Pose. Es geht um das Bild.

Immer mal wieder taucht auf meiner Suche nach meiner neuen Bewegung Gaga auf. Klingt komisch, denke ich, scrolle weiter. Ich suche nach etwas Inspirierendem, etwas, was die tiefen Töne abdeckt, den Rhythmus, das Animalische, alles das, was im Ballet nur selten vorkommt. Irgendwas zwischen Ryan Heffington und Haka. Schon wieder Gaga, na gut, dann guck ich mir das jetzt mal an. Ou….yeeah.

the groove is within you
„What is unique about gaga is the demand to listen to our body before we tell it what to do and the understanding that we must go beyond the familiar limits on a daily basis.“ Ohad Naharin

Eine Gaga Klasse ist in den meisten Fällen eine einstündige und ununterbrochene Improvisation. Wer jetzt denkt holy shiz, niemals, den kann ich beruhigen. Das einzig wichtige, sagt die Tänzerin am Anfang, ist, dass du nicht aufhörst. Du entscheidest selbst, wie viel Prozent deiner Energie du einsetzt. 20, 40, 100, 120, it’s up to you. Der Raum ist hell und warm von der Morgensonne. Spiegel gibt es keine. Listen to your own Groove. Wer den Gaga Kurs anleitet, gibt den Tänzerinnen und Tänzern Bilder, Assoziationen, Denkanregungen. Du bewegst dich in Wasser oder Honig, bist mal schwerelos im Ozean und dann eine Spaghetti im Kochtopf. Der Geist arbeitet für den Körper, der Körper fürs den Geist.

Und schon fängt man an, sich zu bewegen, ganz langsam, die Muskeln aufzuwecken, anzuwärmen, die Imagination in den Körper sinken zu lassen, bis jede Idee sich in Bewegung ausdrückt. Es ist genüsslich und anregend, aufregend, unheimlich, albern und charmant.

be silly

„Be silly!“, ruft sie, „guys! sillier!“ „Even more silly.“ Shake loose. Die Sonne wandert über den Parkettboden und bunte, schwitzende Gestalten fliegen durch die Gegend.

Eine Gaga Stunde soll wie ein Sicherheitsnetz sein, ein Rahmen, in dem du furchtlos und neugierig immer neue Sachen ausprobieren und entdecken kannst. Go beyond the familiar limits on a daily basis, sagt Ohad Naharin, Gründer der Bewegungsprache Gaga. Denn es ist mehr wie eine Sprache, und weniger wie eine Technik. Was geübt wird, ist zuzuhören, auf den eigenen Rhythmus, sich einzulassen, auf die Bewegungen, die bereits in dir schlummern.

Und was jetzt irgendwie esoterisch klingt, macht absolut Spaß. Knack die Schale, verwisch die Grenzen und was dabei herauskommt, ist eine Geschichte, die nur du erzählen kannst. Sind Bewegungen, die aus dir heraus entstanden sind. Mithilfe der Bilder, der Formen, der Ideen, die in den Raum geworfen werden. Du musst wach sein, alles wahrnehmen können. Den Boden unter deinen Füßen, die Schwerkraft, die Anderen im Raum, die Spannung zwischen fremden Körpern, der Schweiß, der dir den Rücken runterrollt. Es ist, als wären all deine Sinne geschärft, bereit, dich mit neuen Eindrücke zu beliefern und dein Bewusstsein auszudehnen. Endlich. Da ist das Gefühl wieder.

its a piece of cake
„We learn to love our sweat, we discover our passion to move and connect it to effort, we discover both the animal in us and the power of our imagination“ Ohad Naharin

Ich bin high, schwitze, keuche, strample und federe durch die Gegend, wie ein blinkender Flummiball. Groovy. Woosh, einer zieht an dir vorbei, der Boden zittert , ein schwitziger Lufthauch. Die Muskeln brennen. „It’s a piece of cake!“ ruft sie „Enjoy the pain!“ Und das tue ich. Nachher bin ich durchgeschwitzt, rotgeglüht, angefixt und glücklich.

Die Oberschenkel zittern auf dem Nachhauseweg und meine Mundwinkel kleben an den Ohrläppchen. Das war genau das, was ich gemeint habe. Und abends auf dem Sofa, höre ich immer noch den Rhythmus, der durch meinen Körper pulst.

more about gaga

https://www.youtube.com/watch?v=OGPG1QL1vJc
https://www.youtube.com/watch?v=gRky99sO-og

Radio

Nachmittag im Tate Britain

Im Museum

Draußen nieselte Frühlingsregen auf die Themse, drinnen herrschte sakrale Leise, nur unterbrochen von ehrfürchtigem Gewisper und bedächtigen Schritten die auf dem Steinfußboden knirschten. Hier und da ein Husten oder ein unterdrücktes Kichern, das Geraschel von Prospekten, die langsam durch die Luft gewedelt werden. Genau hier, wo das Licht sich in der Spiegelung bricht…da lenkt er wohl den Blick des Betrachters direkt nach innen…man schleicht aneinander vorbei, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, wie Minister bei einem Staatsbesuch.

Es riecht ganz leicht nach Ölfarbe, im Hintergrund surrt der Sensor der die Raumtemperatur misst. Es hat etwas beruhigendes so durch ein Museum zu streifen. Die platschenden Schritte, regennassen Hosensäume und gekeuchten Flüche der bewegten Straße hinter sich zu lassen, und in ein Zeit Vakuum zu tauchen, in dem alles relativ ist. Zeit, Schönheit, Leiden, Pinselführung. Sich vorlehnen und die strähnigen Furchen zu betrachten, die vor hundert Jahren ein Pinsel durch die Farbe gezogen hat, Blicke zu erwidern, die wenn man genau hinsieht nur ein paar schwarze, weiße, bunte Tupfer auf einer groben Leinwand sind.

Im Tate Britain sind die Räume nach Zeiten sortiert in denen die ausgestellten Stücke entstanden sind, ein Umstand der mich sofort zufrieden macht. Und bedeutet das er gleich weiter schlendern konnte, zu abstrakten Skulpturen und braunen Bildern und ich zufrieden schnurrend im neunzehnten Jahrhundert versank. Ein Raum interessierte mich besonders, und mit seligem Grinsen schlich ich über die Schwelle in die in goldenen Lettern 1840 eingraviert war.

1840

Die Bilder sind über die Wände verteilt, neben und übereinander stapelt sich das dunkle grün des 19. Jahrhunderts. Mein Blick fällt auf eine Serie von Bildern, die zusammenzugehören scheinen. Es war ein Zyklus von Bildern, drei Tafeln, wie ein Altarbild gesellschaftlicher Glaubenssätze. Die Frau niedergeschmissen, er im Lehnstuhl, Stirn gefurcht, die Kinder verängstigt. Dann: Die Kinder, allein, starren auf den Mond, die runde Scheibe, die hinter den milchigen Scheiben scheint. Das dritte wieder Sie, zusammengekauert mit dem Jüngsten unter einer Brücke, der selbe Mond hängt vorwurfsvoll am dunstigen Himmel. Und die Moral von der Geschicht, betrüge deinen Mann bloß nicht.

Past_and_Present_Number_One Past_and_Present_Number_Two Past_and_Present_Number_Three

Etwas weiter hinter, an der Wand die dem Eingang gegenüberliegt, ein hohe schmales Tableau, was einen König zeigt. In schwarzer Rüstung, auf den unteren Bildrand hockend, den dunklen Blick zu einem Mädchen erhoben, dessen verschattete Augen aus dem Bild starren, halb hilflos, halb selbstbewusst, die Finger n den Feinen Stoff verwzirbelt, auf dem sie sitzen darf. King Cophetua and the Beggar Maid. Der König jungenhaft verzaubert von einer bettelarmen Schönheit in durchsichtigem Gewand.

Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, während ich den Blick über die warmglühenden Gemälde wandern lasse. Ein Pochen, dessen Rhythmus fast jedes Motiv zu durchwummern scheint.

The woman’s power

Ich stehe lange vor einer Skulptur im Raum, betrachte seine Miene, lasse den Blick über die eng um seinen Körper gewundene Schlange gleiten. Und dann fühle ich es. Unter den angespannten Muskeln, hinter den meisterhaft en Pinselstrichen, irgendwo unter dünnen Schichten heller und dunkler Farbe, eine glühende heiße Angst. Vor den Frauen. Diesen eingeschnürten, rotwangigen, hinterhältigen, wollüstigen Frauen. Den mit ihnen kommt Sex. Mit ihnen kommt Intrige und Bann. Mit ihnen kommt Lust und Wahnsinn und Wahlrecht und Ungewissheit. Hinter jedem dieser uneinsehbaren Augenpaare schlummert das weibliche Geheimnis. Eine unerschöpfliche Quelle männlichen Kopfzerbrechens.

Egal wie klassisch die Motive sind und wie sorgfältig die Farbwahl. Wie zwanghaft liebevoll Hicks, die Frau im Haus, neben ihren trauernden Ehegatten positioniert. Schief zu ihm hinauf spähend, die Dunkelheit auf ihrem Rücken lastend. Wie sorgfältig Frederic Leighton die leidenschaftlich sture Miene seines Athleten geformt hat, der Schlange ins Maul spähend. Jede Geste scheint von dem mystischen Ringen der Geschlechter durchdrungen zu sein.

Das vorletzte Schachmatt

Die geschmeidige Kraft mit der sich die Schlange um den Leib des Adonis wickelt. Wie sie mit zwingender Kraft seine Schenkel drückt, sich unter seine Achsel schmiegt. Ihr Maul aufgerissen, in genussvollem, atemlosen Angriff.

Die Hand die die Sehne spannt zittert, aber hier wird der Bogen noch einmal ganz zurückgezogen, ein intellektueller Kraftaufwand. Das vorletzte Schachmatt.

Tate zitiert Ruskin : The woman’s power is for rule not battle – and her intellect is not for invention or creation, but for sweet ordering, arrangement and decision. Her function is praise. By her office and place she is protected from all danger and temptation. This is the true nature of home – it is the place of Peace, the shelter, not only from all injury, but from all terror, doubt and division. And whenever a true wife comes, the home is always round her. (Quoted in Lambourne, p.377.)

Vor dem Museum recke ich das Gesicht in den weißverhangenen Himmel. Dann grinse ich zu ihm hoch. „Komm, wir spazieren durch den Regen zurück.“

Radio

Marken mit Persönlichkeit – Die 12 Archetypen

Wie kommt es, dass wir zu bestimmten Marken ein unverkennbares Gefühl haben? Eine Assoziation, die einfach nicht wegzudenken ist und die wir mit unseren Mitmenschen teilen.

Ich sage Apple, du sagst weiß.            

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Interessanterweise wird weiß auch begleitet von clean, Ruhe, Konzentration, Eleganz, Effektivität. Und all diese Assoziationen sind verbunden mit einem ganz bestimmten Gefühl, einfach so einem Vibe, den Apple, in dir hervorruft. Deine Assoziationen mögen andere sein, aber Tatsache ist, dass du etwas fühlst, wenn du an Apple denkst. Als hätte Apple…eine Persönlichkeit. Und genau auf dieser Idee beruht dieses System. Okay, genug mit den Kursiven. Let’s get going..

Nehmen wir an, du denkst darüber nach, eine Marke aufzubauen, die eine ähnlich starke Persönlichkeit wie Apple hat. Worauf kommt es an?

Wie funktionieren Assoziationen?

Apple ist nur eins von vielen Beispielen für Marken, die sich Assoziationen zu nutze machen, um in ihrem (potentiellen) Kunden ein Gefühl auszulösen. Einen unverwechselbaren Abdruck zu hinterlassen.

Assoziationen sind eine schwierige Sache. Jeder von uns lebt in einem anderen assoziativen Netz. Je nach Kultur, persönlichem Umfeld und Erfahrungen geben wir Dingen eine andere Bedeutung. Deshalb lohnt es sich, für die Persönlichkeit einer Marke in Archetypen zu denken. Also in Kategorien, die es leichter machen, Assoziationen zu bündeln. Ein Archetyp ist quasi das Aushängeschild für eine ganze Reihe von Eindrücken, Informationen und Gefühlen, die lose miteinander verknüpft sind.

Ähnlich wie bei einem Stereotyp, geht es dabei meistens darum, schnelle Schlüsse über eine bestimmte Person zu machen, über die man wenig Informationen hat. Wer sich jemals in eine Schublade gesteckt oder über einen Kamm geschert gefühlt hat, weiß wie unangenehm sich das anfühlen kann. Das System dahinter funktioniert allerdings faszinierend effizient. Ich sage Minirock du sagst freizügig. Ich sage Brille du sagst klug. Ich sage Gameboy du sagst Nerd.

4Wir machen uns Assoziationen zu nutze, greifen auf einen Pool von Informationen zu, die mehr oder weniger lose miteinander verknüpft sind. Alle Eindrücke denen wir uns aussetzten, werden in diesen Pool geworfen, in das Netz unserer assoziativen Welt eingesponnen.

Meine Tante Marta trägt Miniröcke und sie ist eine Nonne, wird überstimmt von anderen Nonnen, Tanten und Miniröcken. Die meisten Nonnen tragen Kutten, das habe ich auch so gelesen, und im Film taucht auch nie eine Nonne auf, die Miniröcke trägt. Wenn ich so drüber nachdenke, kenne ich nur eine Nonne auf der Welt, die jemals Miniröcke trägt. Sorry Tante Marta.

Wie kann man dieses System nutzen um einer Marke eine Persönlichkeit zu geben, die vielleicht weniger schillernd, aber bestimmt genauso unverwechselbar wie Tante Marta ist?

Der assoziative Spielautomat

Alles was du über Marta weißt, ist dass sie eine Tante ist, die eine Nonne ist die Miniröcke trägt. Aber mit aller Wahrscheinlichkeit hast du bereits ein Gefühl zu ihr. Wenn du an Marta denkst, taucht vor deinem Inneren Auge ein Bild auf. Vielleicht kannst du sogar ihr Gesicht erkennen, weißt wie sie lacht, wie sie geht, wie sie spricht und was ihr Lieblingsessen ist. Irgendwie hat Tante Marta eine Persönlichkeit, die gerade in dir entstanden ist. Aus den einfachen vier Fakten, Tante, Marta, Nonne, Minirock.

Du hast in Sekundenschnelle und wahrscheinlich ohne es zu merken, auf eine riesige Datenbank von Eindrücken zugegriffen. Der Spielautomat landet auf Tante, Marta, Nonne, Minirock und dein Gehirn macht sich an die Arbeit. Und liefert dir – eine Story. Hier Boss, Marta, Tante, 34 Jahre alt, rote Locken, breites Lächeln, fährt einen verbeulten Kleinwagen mit diesen seltsamen Bezügen aus Holzkugeln, die beim Fahren den Rücken massieren. Hat in der 7. Klasse mit Timmie Strohbein im Busch gesessen und geraucht. Als er sie Küssen wollte ist sie zurückgewichen. Konnte den besten Purzelbaum im ganzen Sportverein. Spricht ausgezeichnet spanisch und französisch. Und so weiter und so fort. Und wenn bereits der Duft von Tante Martas Parfum in deiner Nase kitzelt, dann hat die Assoziation gewirkt.

Also geht es um mehr als einen Vibe. Es geht um eine Story.

Und das ist, was eine Persönlichkeit bedeutet. Ein Versprechen, eine Geschichte. Erinnerungen, die du noch gar nicht hast. Klingt kompliziert? Ist es nicht.

Hier sind die zwölf Archetypen.
INNOCENT
safety

Marken mit Persönlichkeit - INNOCENTDas oberste Ziel für diese Persönlichkeit ist es, glücklich zu sein. Whoa – gilt das nicht für alle Persönlichkeiten? Nicht auf die Art und Weise, die es für eine/n INNOCENT bedeutet. Dieser Typ strebt nach Ausgeglichenheit und Ruhe. Nach Vollkommenheit. Marken mit diesem Ziel ermöglichen dir, dein eigenes Paradies zu finden.

Beispiel: HEADSPACE

SAGE
understanding

Marken mit Persönlichkeit - SAGEÜbersetzt bedeutet sage weise, a sage ist ein Weiser. Das sagt viel über die Motivation dieses Persönlichkeitstyps aus. Dieser Archetyp ist fasziniert davon, Dingen auf den Grund zu gehen. Wissen und Wahrheit spielen eine große Rolle für diesen Archetyp. SAGE Marken stellen Informationen bereit, die es dem Nutzer erlauben seinen Horizont zu erweitern und über seine Umwelt zu reflektieren.

Beispiel:  GOOGLE

EXPLORER
freedom

Marken mit Persönlichkeit - EXPLORERDie Kapuze bis zum Anschlag im stürmischen Schneeregen auf dem Weg zum Himalaya oder im Unterhemd auf der Vespa in Italien, der EXPLORER Typ erlebt die Welt, in dem er sie entdeckt. Erlebnisse und Erfahrungen sind die wichtigste Quelle der Inspiration für diese Archetyp. Jede Marke die dem EXPLORER ermöglicht, auf Entdeckungsreise zu gehen, gehört zu dieser Kategorie.

Beispiel: JACK WOLFSKIN

OUTLAW
liberation

Marken mit Persönlichkeit - OUTLAWHigh noon, lässig am Zigarillo kauend, denkt der OUTLAW darüber nach, ob es nicht mal wieder Zeit für einen Aufstand wäre. Dieser Archetyp macht sich nicht viel aus Regeln. Sein Ziel ist es, von Zeit zu Zeit am System zu rütteln, damit die Sache wieder ordentlich in Schwung kommt. Und wen er/sie auch den Ruf eines Einzelgängers hat, so ist das doch etwas, was den OUTLAW zu einem wichtigen Teil der Gesellschaft macht. Und das wissen auch Marken, die sich mit diesem Archetyp identifizieren.

Beispiel: HARLEY DAVIDSON

MAGICIAN
power

Marken mit Persönlichkeit - MAGICIANEs gibt Sachen, die gibts gar nicht. Ob weiße Kaninchen aus Hüten schlüpfen, oder du unterwegs deine Mails checken kannst, der MAGICIAN macht Dinge wirklich, die du vorher nicht für möglich gehalten hättest. Dafür ist es für diesen Typ besonders wichtig, das Schalten und Walten unseres magischen Universums zu untersuchen und  die Vorstellung von dem, was wahr und machbar ist, bis ins Unendliche zu dehnen. Viele Technikmarken haben diesen Archetyp, aber auch in anderen Bereichen des Lebens finden sich MAGICIANS.

Beispiel: APPLE

HERO
mastery

Marken mit Persönlichkeit - HEROJust do it. Marken wie Nike sprechen den HERO in dir an, der weiß, du hast das Zeug dazu ein Held zu sein. Und es gibt nur einen Superman. Deswegen haben Persönlichkeiten dieses Typs einen gesund Sinn für Konkurrenz und Kampfgeist. Das macht diesen Archetyp besonders geeignet für Sportmarken oder jede andere Marke, die in dir ein Motiviationsfeuerwerk zündet und dir dabei hilft, hochgesteckt Ziele zu erreichen.

Beispiel: NIKE

LOVER
intimacy

Marken mit Persönlichkeit - LOVERJa, der Name ist Programm. Für den LOVER dreht sich alles um die Liebe. Und zwar jede Form von Liebe. Nichts lässt das Herz eines LOVERS höher schlagen, als die Aussicht auf eine prickelnde Berührung oder eine liebevolle Umarmung. Dieser Typ genießt das Leben mit allen Sinnen und nutzt jede Gelegenheit um deine Wangen zum Glühen zu bringen. Sei es durch Verführung oder eine aufrichtige Geste der Zuneigung. Marken dieses Typs  erinnern dich daran: All you need is love.

Beispiel: GODIVA CHOCOLATE

JESTER
enjoyment

Marken mit Persönlichkeit - JESTEROkay, okay, wait a minute. wir haben eine wichtige Sache vergessen. Bei all den hochtrabenden Zielen der anderen Typen, was ist mit Lachen? Wo bleibt der Spaß? JESTER sind Stimmungskanonen. Denn wenn man keine Freude am Leben hat, wozu ist es dann gut? Der JESTER nimmt sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe an und Marken dieses Typs knuffen dich augenzwinkernd in die Seite, wenn alles ein bisschen zu  ernst wird.

Beispiel: OLD SPICE

EVERYMAN
belonging

Marken mit Persönlichkeit - EVERYMANWenn man eins und eins zusammenzählt wird einem schnell klar, wir sind alle gleich. Bei all den aufregenden, interessanten, extravaganten und charmanten Unterschieden die wir vorzuweisen haben, haben wir doch im Grunde alle das selbe Ziel. Dazuzugehören. Familie, Freunde und Gemeinschaft sind für den EVERYMAN und auch EVERYWOMAN wichtig. Denn das, was uns gleich macht, verbindet uns auf wunderschöne Weise. EVERYMAN Marken wissen das und helfen uns dabei, die Gemeinsamkeiten zu erleben, die eine große Gemeinschaft ausmacht.

Beispiele: IKEA

CAREGIVER
service

Marken mit Persönlichkeit - CAREGIVERManche Menschen blühen auf, wenn sie jemand anderen helfen können. Das ist ganz einfach ihre Natur. Jenseits davon Martyrer zu sein, haben sie doch einen besonderen heilenden Touch. In ihrer Nähe und mit ihrer Hilfe fühlt man sich bestärkt, umsorgt und behütet. Das ist das Geschenk des CAREGIVERS und die besondere Stärke von Marken dieses Archetyps.

Beispiele: UNICEF

RULER
control

Marken mit Persönlichkeit - RULERSmall talk beiseite und Karten auf den Tisch; es kann nur einen König geben. Und ja, wenn ein RULER das sagt, dann blitzt ein Goldzahn in der Dunkelheit. Man würde RULERN gerne ihrer Autorität entziehen, wenn sie nicht so verdammt gut darin wären. Einfluss, Status und Macht machen diesen Typ unwiderstehlich. Das wissen RULER Marken und krönen dich zum Herrscher über dein eigenes Leben.

Beispiele: ROLEX

CREATOR
innovation

Marken mit Persönlichkeit - CREATORWas passiert, wenn ich anstatt so zu machen, mal hier so und dann versuche das mal andersherum, und dann dies hierhin und das dorthin…boom, das Rad wird neu erfunden. Experimentierfreude und Kreativität sind die Markenzeichen dieses Archetyps. CREATOR sind Erfinder, Bauer und Künstler. Sie basteln Innovationen aus Dingen, die andere nur mit einem Schulterzucken quittieren würden. CREATOR Marken ermöglichen ihren Kunden, ihre einzigartige Perspektive auszuleben und Dinge zu erschaffen, die es vorher nicht gab.

Beispiele: LEGO

Wer will was?

Die zwölf Typen können grob in vier verschiedne Kategorien eingeteilt werden. Das Auswahlkriterium ist hierbei das Kernbedürfnis, dass jedem Typ zu Grunde liegt.

STABILITY & CONTROL

12    10  11

BELONGING & ENJOYMENT

 

7    8   9

RISK & MASTERY

6    4    5

INDEPENDENCE & FULFILLMENT

132

 

 

 

Marken sind Persönlichkeiten

Jeder Archetyp kommt mit seinem eigenen Set von Wünschen und Bedürfnissen. Mit Stärken und Schwächen. Manche Marken verkörpern einen Typ allein, die allermeisten sind ein Mix aus zwei oder mehr Typen. Du wirst sehen, dass sich manche sinnvoll kombinieren lassen um eine starke Persönlichkeit zu bilden.

Auf eine Art und Weise ist es, als würde man einen Charakter für ein Buch oder einen Film entwickeln. Wer erzählt die Geschichte am besten? Wer eignet sich am besten als Held für diese Story. Mit wem fühlt mein Publikum, mit wem kann es sich identifizieren? Von wem kann es sich inspirieren lassen?

Was mir daran gefällt ist, dass der Fokus auf der Geschichte liegt, die du erzählen willst. Auf dem Abenteuer auf das eine Marke den Kunden mitnimmt. Klingt kitschig? ist es auch. Aber wie wäre die Welt, wenn es das iphone nicht gäbe?

Welche Marke, die du kennst hat für dich die stärkste Persönlichkeit? Kannst du einen oder mehrere Archetypen darin erkennen?

Radio

Das perfekte Team – Welche Teampersönlichkeit bist du?

Das perfekte Team - Arbeiten in der Gruppe Gibt es ein perfektes Team?

Was ist das Geheimnis einer guten Gruppe? Wieso können manche Menschen super miteinander arbeiten, während sich andere ständig in den Haaren liegen? Und warum ist es häufig so, dass Zwei die sich streiten, oft durch einen Dritten ausgeglichen werden können?

Wahrscheinlich kann man viele verschiedene Antworten auf diese Fragen finden, ich hab eine gefunden, bei der man Farbkreise machen kann. Und mir deshalb sofort gefallen hat. Denn wenn die Moral der Gruppe am Boden ist, was hilft sofort und macht außerdem Spaß?

Richtig. Ein farbenfrohes Diagramm. Und: Die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Persönlichkeit.

Bam.

Wenn wir uns zu RedBugHome-Besprechungen treffen, fällt einem sofort auf, dass jeder eine ganz eigene Art hat mit Dingen umzugehen. Bei der Planung von Projekten zum Beispiel.

„Au ja planen!“

„Okay Notebooks raus!“

„Ich zeichne mal schnell ’ne Tabelle!“

„Wieso Tabelle, macht es nicht mehr Sinn, so eine Art Mindmap zu gestalten?“

„Warte mal, ich weiß was Besseres!“

„Kann ich den Stift?“

„Hast du keinen eigenen mitgebracht?“

„Wusste ich doch nicht, dass wir Tabellen malen!“

„Wieso Tabellen, ich dachte wir machen ein Mindmap..?“

Anyway.

Kurz gesagt, wer in einer Gruppe arbeitet, steht schnell vor der perplexen Erkenntnis, dass andere Menschen eine komplett andere Strategie haben, ans Leben ranzugehen.

Und das ist genial!

Wenn man weiß, wie man damit umgehen kann. Der erste Schritt dafür ist, herauszufinden, wie man selbst an Dinge herangeht. Dann macht es Spaß, sich darüber auszutauschen, wie jeder Einzelne sich unterscheidet und am Ende, wohoo, kann man das Puzzle zusammensetzen und sehen; wo ergänzen wir uns perfekt oder auch; wo fehlt noch was?

Das Schema, das ich hier vorstelle, ist super simpel und mit Sicherheit ein guter Start, um herauszufinden, wie man das Persönlichkeitenknäuel entwirren kann, das ein Projekt im Team bedeutet.

Wo bist du auf dem Farbrad?

Okay, her mit den Farben!

Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? DIRECTOR

 

Director

· result focus

· decisive

· assertive

Dieser Typ ist leicht zu erkennen. Durchsetzungsfähig, selbstbewusst und bestimmt. Pragmatisch und praktisch. Jemand der weiß, was er will und wie er es erreichen kann.

 

Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? MOTIVATOR

 

Motivator

· drive

· enthusiasm

· positive Thinking

Motivatoren sind Energiepakete. Und in ihrer Gegenwart kommt einem die Idee, die man gerade auf eine Serviette gekritzelt hat, plötzlich absolut genial vor.

 

Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? INSPIRER

 

Inspirer

· persuasive

· creative

· people skills

Bringen Leben in die Party. Menschen, die sich gerne austauschen und immer neue Wege finden, dass zu tun. Perfekt, wenn es darum geht, Ideen zu präsentieren, oder einen Konzept Leben einzuhauchen.

 

Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? HELPER

 

Helper

· helps others

· flexible

· shares ideas

Es tut gut, jemanden im Team zu haben, der die Ruhe und das Selbstbewusstsein hat, sich in verschiedne Ansätze und Menschen hineinzudenken und ehrliches und durchdachtes Feedback zu geben.

 

Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? SUPPORTER

 

Supporter

· listens

· loyal

· team approach

Die Qualitäten dieser Persönlichkeiten dürfen absolut nicht unterschätzt werden. Oft sind Supporter für das Wohlbefinden der ganzen Gruppe zuständig, ohne das jemand es merkt.

 

Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? COORDINATOR

 

Coordinator

· planning

· organisation

· time Managment

Okay, ich hol jetzt den Planer raus. (Und alle atmen erleichtert auf). Wenn alles drunter und drüber läuft, behält ein Koordinator den Überblick und weiß, wann es an der Zeit ist, britzelnder Inspiration eine Struktur anzubieten.

 

Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? OBSERVER  
Observer

· sets standards

· product knowledge

· analysis

Realistische Idealisten. Sie achten intuitiv darauf, das Große ganze nicht aus den Augen zu verlieren und sind talentierte Beobachter, die Ergebnisse und Erfolge auswerten können.

 

 Das perfekte Team - Welche Teampersönlichkeit bist du? REFORMER
Reformer

· determination

· monitoring performance

· discipline

Wenn man schwächelt, muss man nur in die Augen des Reformers blicken und fühlt sich sofort daran erinnert, warum zum Teufel man sich überhaupt auf dieses Projekt eingelassen hat.

 


Everyone’s a genius.

Das interessante an dieser Art von Einteilung, finde ich, ist, dass es nicht nur darum geht, wie man ist, sondern vor allem, was man tut. Intuitiv. Wie man mit Herausforderungen, Ideen und Menschen umgeht.

Natürlich hat jeder von uns alle Aspekte in sich. Und ist vor allem eine einzigartige und vielschichtiges Persönlichkeit, die in allen Farben des Regenbogens schimmert. Trotzdem hat es sich als sehr hilfreich bewiesen, im Eifer des Gefechts innezuhalten und sich zu fragen; versuche ich gerade, mit einem Fuß am Fensterbrett festgeklemmt, mich so weit aus meiner Komfortzone heraus zu lehnen, dass ich meine eigenen Hände nicht mehr spüren kann? (Oder etwas, in diesem Sinne.)

Dann könnte es eine gute Sache sein, in sich zu gehen und herauszufinden, was würde ich am allerliebsten machen? Worin bin ich natürlicherweise gut? Was sind meine absoluten Stärken?

Denn jeder hat sie. Wie schon Einstein sagte, „Everyone is a genius (but if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life thinking that its stupid.“)

Das Team der Zukunft

Meiner Meinung nach, ist das ein Bereich, in dem sich Unternehmen (und alle möglichen anderen Formen von Gruppenarbeit) grundlegend verändern werden. Anstatt darauf zu setzten, dass wir alle irgendwie alles machen können, schätze ich, dass es zukünftig viel mehr darum gehen wird zu sehen, wo wir uns unterschieden, und diese Unterschiede so interessant und kreativ wie möglich auszunutzen.

Je länger man darüber nachdenkt, desto absurder kommt es einem vor, dass man Kindern, die am liebsten rennen, beibringt zu sitzen und Kindern die am liebsten reden, zu schweigen.

Denn, wenn man gemeinsam an einem Projekt arbeitet und jeder sich auf seine Art und Weise einbringt, lernt man automatisch von den anderen. Dann ist man ganz natürlich neugierig darauf herauszufinden, wie der andere tickt und zu sehen, wie man sich gegenseitig ergänzen kann.

Von daher sehe ich dieses Schema (und auch jedes andere) als eine Möglichkeit, sich selbst zu verstehen und so den anderen besser zu verstehen. Und vor allem als Werkzeug, mit menschen gemeinsam zu kreieren, die komplett anders sind. Um zusammen etwas zu gestalten, muss man nicht gleich sein.

Und wenn man das aus dem Weg hat kann man sich auf das konzentrieren, was man erschaffen will.

Das perfekte Team - Farbrad

Aufgaben im Team verteilen

Natürlich kann man nicht nur Persönlichkeiten nach ihrem Typ entdecken, sondern auch Aufgaben.

Welche Aufgaben passen am besten zu jemandem, der gerne mit Menschen zusammen ist und einen Sinn für Humor besitzt? Oder welche Aufgabe könnte am Besten von jemandem übernommen werden, der gerne selbst entscheidet, wie er seine oder ihre Zeit einteilt?

Gerade bei kreativen Projekten, wo es ja darum geht, dass jeder sich auf individuelle Art und Weise einbringen kann, kann das sehr hilfreich sein.

 Wie mit allem anderen auch, kann man hier Spaß haben und kreativ werden.

Das perfekte Team - Teamwork

Findest du dich in einer der Kategorien wieder? Konnte dir diese Übersicht helfen, mehr Einblick in deine eigene Persönlichkeit und die deiner Mitmenschen zu bekommen?

Quellen: http://www.cavendishmd.co.uk

Radio

So richtig

Wenn es etwas gibt, was ich wirklich hasse, dachte sie und schmetterte den Kühlschranks so heftig zu, dass die vielen angebrochenen Soßenflaschen im Türfach klirrten, dann ist es Frischhaltefolie, die nicht richtig klebt. Etwas, was „selbstklebend“ auf der Verpackung zu stehen hat, sollte sich gefälligst auch so verhalten. Sie nahm eine Nektarine aus der Obstschale auf dem Tisch und stapfte aus der Gemeinschaftsküche. Die Flure waren leer. Das lag daran, dass gutes Wetter war. Auch so eine Sache, die sie hasste. Die Art und Weise wie alle rausrannten, um wie Anhänger einer Sonnensekte auf den Rasenflächen herumzuhocken oder die Füße ins Wasser zu halten, als wäre auf einmal alles schön und gut.

Sie biss in die Nektarine und süßer, klebriger Saft rann ihr das Kinn herunter. Eine Frucht vollgepumpt mit südländischer Sonne, gepflückt unter einem strahlendblauem Himmel vor Panoramaausblick. So stellte sie sich das jedenfalls vor.

Das Linoleum unter ihren Füßen quietschte und sie lief einige Meter, auf denen sie versuchte, die Füße so wenig wie möglich zu heben, in der Hoffnung, es würde vielleicht einer aus seinem Zimmer kommen, um sich zu beschweren. Aber nein, sie waren ja alle draußen und beteten die Sonne an. Sie erreichte ihr Zimmer und stieß die angelehnte Tür mit einem sachten Fußtritt auf. Sie hatte sich angewöhnt ein dickes Buch in die Tür zu legen, so dass die nie ganz zufiel. Sie grinste bei dem Gedanken, was Linda, die Bibliothekarin, darüber denken würde.

Sie zog das Buch heraus und ließ die Tür zuknallen. Wog den Band in der Hand. Harry Potter 5. Er war leichter als er aussah. So dick wie er war mussten einige überflüssige Dinge drin stehen. Sie konnte es nicht wissen, weil sie nach dem zweiten Band aufgehört hatte zu lesen. Sie erinnerte sich noch gut daran, wie sie zuhause vor dem Kamin gehockt und darauf gewartet hatte, dass ein Brief für sie kam. Aus Hogwarts. So ein Schwachsinn. Sie wurde zwölf und dann wurde sie dreizehn. Und dann hatte sie aufgehört zu lesen.

Sie ließ das Buch auf den Schreibtisch fallen, wo es mit einem dumpfen Klatschen aufschlug. Spähte auf den Buchdeckel, um den Klappentext zu lesen, aber ein großer Bibliothekssticker war genau da hingeklebt, wo eine Zusammenfassung des Inhalts zu lesen sein sollte. Also das hasste sie so richtig. Sie gab dem Buch einen kleinen Schubs, so dass es vom Tisch rutschte und aufgeschlagen auf dem Boden liegenblieb.

Aus dem Garten konnte sie Gelächter hören. Sie setzte sich auf den Stuhl vor dem Fenster und sah hinaus. Ein paar andere spielten Volleyball im Sandkasten. So ein bescheuertes Spiel. Im Sportunterricht hatte sie immer diese dumme Position spielen müssen, bei der man mit dem Rücken (!) zum Netz steht und sich vorkommt wie ein absoluter Trottel, während man den anderen dabei zusieht, wie sie aufgescheucht herumhüpfend versuchen, den Ball wie eine heiße Pflaume nicht auf den Boden aufklatschen zu lassen. Und nachher hatte man rote Striemen an den Armen.

Sportunterricht. Sowieso so eine Sache, die man getrost hassen konnte. Kichernde Mädchen in pinken Jogginghosen, die aussahen als könnte man damit gut staubwischen, die sich auf den abgewetzten Bänken zusammenrotteten wie legebereite Hühner auf der Stange. Und immer hatte man das Gefühl, sie lachten einen aus. Hass.

Doch es gab auch Sachen, die sie wirklich mochte. Insgeheim. Der Geruch von frischen Heftpflastern, oder die zarten blauen Adern, die auf ihren Handrücken puckerten. Oder ein Stück Schokolade aus der Silberfolie zu wickeln und es so lange anzustarren, bis einem das Herz wild klopfte und das Wasser im Mund zusammenlief. Und es dann in den Mund stecken und ganz langsam auf der Zunge schmelzen lassen. Oder wenn man Durst hat und neben sich greift und da eine Wasserflasche steht. Sie mochte es bei Regen rauszugehen oder nachts wach zu sein, obwohl man schlafen sollte. Oder ihre Fingerknöchel knacken zu lassen, vor allem wenn sie jemand damit in Besorgnis versetzen konnte.

Sie sah auf ihre Hände herunter, die auf ihren Oberschenkeln ruhten. Sie hob die Linke und ließ die Knöchel knacken. Ein leises Lächeln huschte über ihr Gesicht und verblasste wieder. Eigentlich tat es ihr leid. Das Mädchen hatte so überrascht ausgesehen. Wie sie da auf dem Boden gelegen hatte und sich eine Hand auf die blutende Nase drückte. Das war bevor das Mädchen angefangen hatte, zu heulen und auf sie zu zeigen. Erst da hatte sich die rote Wand vor ihren Augen zurückgeschoben und sie hatte den Schmerz in der Hand gefühlt. Und wie alle sie anstarrten. Und ihre Wangen waren heiß geworden und sie wusste, dass sie rot wurde. Und vor lauter Frust waren ihr die Tränen in die Augen gestiegen. Und das hasste sie nunmal so richtig.

Oscar // Praise
Radio

Oscars // Praise

Heute ist es wieder soweit! Bauschende Röcke schieben sich zwischen neben Lackschuhen über den roten Teppich, auf dem blitzenden Weg zum Dolby Theatre! Und wir wuseln aufgeregt mit Snacks und Tee hin und her, rücken die Sofas, soll ich gleich meine Bettdecke mitnehmen? Denn das wird eine lange Nacht.

Mit Lob ist das ja so eine Sache. Es ist wunderschön, wenn jemand anderem gefällt, was du gemacht hast. Es ist definitiv toll, gewertschätzt zu werden, in dem man bezahlt wird. Und Preise zu bekommen, setzt dem ganzen dann noch eine Krone auf.

Trotzdem fragt man sich, ist das nicht total Mainstream? Irgendwie konservativ und systemkonform? Sich diesem ganzen Spektakel hinzugeben? Arbeit die von Herzen kommt, mit so einer albernen Statue zu belohnen, als würde das irgendeinen Unterschied machen?

Macht es einen Unterschied?

Ich glaube, es ist ein aufrichtiges Bedürfnis jemandem seine Wertschätzung zu vermitteln, wenn einem die Arbeit des anderen etwas bedeutet.
Deshalb macht es Spaß zu sehen, wie der Filmemacher einen Preis erhält, für den Film, der sich an den Kinositz gefesselt hat. Deswegen macht es Spaß, sich die kleinen Twists uns Turns anzuhören, die in einer guten Dankesrede stecken können. Und die, selbst in so einem hyperglamourösen Kontext, die Filmindustrie beeinflussen und verbessern können. Deswegen macht es Spaß, darüber zu diskutieren, wieso weshalb und warum man findet das ein Film einen Oscar verdient hat oder nicht.

Und wenn man all sein Herzblut, all seine Kraft und Energie in eine schöne Arbeit gesteckt hat, dann darf man sich feiern lassen. Und mitfeiern!

Auf die diesjährigen Dankesreden bin ich besonders gespannt. Wer nutzt die zwei Minuten im Spotlight wofür? Für mich ist das immer ein besonderer Moment, der wenn er richtig genutzt wird eine unglaubliche Power entwickeln kann.

Dann macht es einen Unterschied. Und da lohnt es sich dabei zu sein.

 

Welchem Film würdest du dieses Jahr einen Oscar verleihen und wofür?

Rausch

Gipfelstürme

Als ich siebzehn war, habe ich Abenteuer Geschichten geliebt. Nicht die Art Indiana Jones, sondern die Art Mount Everest.

Ich habe alles verschlungen, was ich an Expeditionsberichten in der Bibliothek finden konnte, allen voran die Bücher von John Krakauer. Seine Berichte sind meistens spannende und nicht selten tragische Erzählungen von seinen Begegnungen mit der Wildnis.

In eisigen Höhen

Krakauer begann sich schon früh fürs Bergsteigen zu interessieren und war selbst Teil der Expedition von 1996 bei der 12 Menschen am Berg ums Leben kamen. (Sein Buch darüber heißt, In eisige Höhen). In den 90er Jahren boomte der Bergtourismus am Mt. Everest bereits und etliche Risikofreudige, Höhensüchtige, Hobbybergsteiger und Profisportler drängten sich im vollbesetzten Basecamp Zelt an Zelt. Alle mit einem Ziel; dem Gipfel des höchsten Bergs der Welt.

Bergsteigerisch ist der Mount Everest nicht besonders anspruchsvoll, in der Theorie kann man ihn ganz gelassen hinaufspazieren und sein Fähnchen im Gipfelschnee platzieren. Wäre da nicht das, was den größten Teil der Faszination um diesen berühmten Gipfel ausmacht: Seine Höhe. 8848 Meter ragt die schöne Spitze in die Atmosphäre hinein und die, ob man’s glaubt oder nicht, ist da oben schon recht dünn.

Die Herausforderung bei der Besteigung des Mount Everest besteht also zu einem großen Teil aus einem: Sauerstoff. Bereits auf soundsoviel Meter Höhe steht dem Gipfelspaziergänger nur noch soundsoviel Prozent Sauerstoff zur Verfügung. Wenig. Wenig genug um einen aus der Puste kommen zu lassen. Mal abgesehen davon, ist der Berg ein Berg. Und das heißt, er kümmert sich wenig um ameisengroße Punkte aus dicken bunten Schneeanzügen die munter an ihm herauf und herunter krabbeln.

Nur an etwa 10 Tagen im Jahr (vielleicht hab ich mir das auch ausgedacht- es sind jedenfalls sehr wenig) öffnet sich ein Wetterfenster auf dem es überhaupt möglich ist, unversehrt die Gipfelstürme, Schnee und Eis und Höhe auf sich zu nehmen.

Jon Krakauers Erlebnisbericht

1996 also, saß Krakauer mit seiner Expeditionsgruppe unten im Basecamp und blinzelte zum wolkenverhangenen Himmel hinauf, in dem irgendwo da oben die internationalen Fähnchen der ihm vorangegangen Bergsteiger flatterten.

Krakauers Geschichten von den Ereignisse um diese Expedition sind irgendwie schaurig, so schaurig wie unversehrte Schneeanzug-Leichen, die einem auf dem Weg nach oben am Wegesrand entgegenblicken. Ewige Körper konserviert von Schnee und Kälte. Irgendwie schaurig, wie die Vorstellung in tiefster Nacht aufzustehen, sich aus seinem Schlafsack zu pellen und in die Expeditionskluft zu steigen, seine Kopflampe anzuschalten, auszurichten und dann froh und munter in die Stockfinsternis der himalayanischen Nacht hinaus zu stapfen, um nach 10 Stunden ununterbrochener Wanderschaft oben auf dem Gipfel zu sitzen. Für 5 Minuten. Denn dann sollte man sich beeilen, möglichst schnell wieder abzusteigen.

Beim Lesen der Gefahren, denen Körper und Geist auf 8000 Meter Höhe ausgesetzt ist, wird einem abwechselnd heiß und kalt. Wenn man das Buch aus den klammen Fingern legt, weiß man eigentlich gar nicht mehr, was man gerade wollte und wieso man sich so etwas antun sollte.
Von Leuten zu lesen, die dem Tod heiter ins Gesicht spucken und amüsiert zusehen wie der Spuckestrahl auf halbem Weg in der Luft gefriert. Die unverblümt einer Höhe entgegen stapfen, in der die Luft knapp ist, ungnädige Winde wehen und das Gehirn einem unablässig entgegen schreit, „Dreh um! Du hast hier nichts zu suchen!“ Bis es genervt die Arme in die Luft wirft und es sich irgendwo in der letzten Ecke deines Schädels hinhockt und schmollt.

Von da an muss man sich anstrengen, sich in Erinnerung zu rufen, warum man noch mal einen Fuß vor den anderen setzten, das Atemgerät schön auf dem Mund und die Jacke schön anbehalten sollte.
Erst wenn’s richtig brenzlig wird schaltet sich das Hirn dann wieder ein und schleudert dir backpfeifend irgendwelche zusammenhangslosen Informationen entgegen, die man grob in der Kategorie Überlebenswille zusammenfassen kann.

Soll es also recht behalten? Das Hirn? „Du hast hier nichts zu suchen!“ Nichts? Nada? Nicht die kleinste spirituelle Erleuchtung oder tiefere Einsicht in das komplexe Schalten und Walten des Universums oder zumindest seiner eigenen Psyche?

Warum gibt es Menschen, die ein so großes Risiko auf sich nehmen, um rechts nach China und links nach Tibet runter gucken zu können? Ich glaube, diese Frage können am aller ehesten diese Menschen selbst beantworten und es gibt eine tolle Doku, die Storm over Everest heißt und einem ein gutes Gefühl dafür vermittelt, welche Motivationen diese außergewöhnlich ambitionierten Persönlichkeiten mit sich bringen.

Warum lese ich das so gern?

Für mich war jedoch die Antwort auf eine andere Frage interessant, nämlich: Warum lese ich das so gern?

Warum fasziniert es mich so, Leuten dabei zu zusehen, wie sie sich an die äußersten Grenzen ihrer Existenz treiben, um einem wahnsinnigen Wähnen, einer großen, heißen drängenden Versprechung entgegenzugehen, den Kopf demütig und stur gesenkt, den Rücken gegen den Sturm gedrückt?

Na ja. Auf der einen Seite bin ich wirklich vollkommen inspiriert davon, Menschen in ihrem Element zu beobachten. Und so absurd es klingt, es scheint tatsächlich Menschen zu geben, die genau da, in Eis und Schnee und Lebensgefahr absolut in ihrem Element sind. Und es begeistert mich, davon erzählt zu bekommen, wie jemand für sich wahr macht, was er für wahrhaben will.

Wenn alle tot sind, woher kommen dann die Geschichten?

Und gleichzeitig kam mir neulich ein anderer Gedanke. Was an Jon Krakauer und seinen Berichten fasziniert mich besonders?
Dass es sie gibt. Dass es ihn nämlich noch gibt. Also hier. Lebend. Und dass er diese Bücher schrieben kann.
Und dann dachte ich, Mann, das ist ja wie bei der Black Pearl: Wenn alle tot sind, woher kommen dann die Geschichten? Von denen die zurückgekommen sind. Die da oben waren und zurückgekommen sind.
Und dachte dachte ich, wow, das ist doch mal ein interessanter Gedanke.

Denn, und das wird einem beim Lesen von egal welchem Buch über Besteigungen des Mount Everest schnell klar: Da oben wird alles ganz schnell relativ. Warum wieder aufstehen, wenn man sich gerade so schön in den Schnee gesetzt hat? Warum weitergehen, wenn man genau so gut stehen bleiben kann? Warum überleben, wenn es so verlockend wäre zu sterben? Denn das ist das Interessante an denen, die oben bleiben; sie haben es sich verdient. Es ist ok auszusteigen, wenn deine Handschuhe weggeflattert, die Finger abgefroren, der Sauerstoff alle und der Lebensmut erloschen ist.
Es ist schon ein starkes Stück, überhaupt so weit zu kommen.

Zurückkommen

Trotzdem, und da bin ich auf etwas gestoßen, was sich für mich irgendwie undeutlich universell anfühlt. Wir sind doch hier, um Erfahrungen zu machen. Und, ohne jetzt die ganze große Diskussion über dass Spannungsfeld Leben nach dem Tod aufzumachen, gehen wir mal davon aus, dass es wichtig ist am Leben zu sein, um Erfahrungen zu machen. Sie zu verarbeiten. In Büchern, oder Musik, oder Bildern oder einfach so in einem selbst. Etwas aus dem zu ziehen, was man erlebt hat und womöglich anderen davon zu erzählen, so dass auch sie Teil haben können, an dem Wissen was du für dich und die Menschheit gesammelt hast. Und dann dachte ich, mann. Zurückkommen. Das ist die Kunst. Oben zu sein, oder unten, wenn wir schon dabei sind, und zurückzukommen. Um davon zu erzählen. Na, wenn das mal nicht spannend ist.

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Was denkst du? Liest du genau so gerne von halberfrorenen Helden inmitten einer Schneewehe? Welches Buch ist dein Go-to Abenteuer Leseerlebnis?