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Potsdam

Royal

Royal: Ein Leben Sans Souci

(französisch sans souci deutsch: ohne Sorge)

Ein Leben Sans Souci, das war ehrlich gesagt als kind meine Vorstellung von einem normalen Leben. Alles andere hat in meinem Kosmos keinen Sinn gemacht. Und dann wird man älter und die große Verwunderung: „Wieso sprüht man die Bäume und Häuser nicht einfach Gold an?“

Ich bin in Potsdam geboren und aufgewachsen. Und zu meiner eigenen Überraschung habe ich einen ganz schön ausgeprägten Heimat-Stolz. Ich liebe diese Stadt. Die Seen, die Parks, die vielen Cafés, die Menschen und last but definetly not least: die Schlösser. Was soll ich sagen … Preußen interessiert mich halt. Ich habe schon viele Stunden zwischen den Regalen der Abteilung Brandenburgica in der Stadtbibliothek verbracht und mich in Biografien der Königin Luise verloren.

Goldene Stadt

Friedrich II oder auch Friedrich der Große oder ‚Der alte Fritz‘ ließ Sanssouci von 1745- 1747 nach Entwürfen des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbauen. Es sollte sein Sommerschloss, sein Erholungsort im Stil des Rokoko werden. Und da das Leben in Preußen eben alles andere als Sans Souci war, war es vor allen Dingen eine Flucht vor den Kriegen und der Frau. Friedrich soll ein ziemlich sensibler Junge gewesen sein. Sich mehr für die Dichtkunst und das Flöte spielen, als für Krieg und die Unterweisungen seines Vaters interessiert haben, der ihn oftmals gewalttätig zurechtgewiesen hat. Er war ein kleiner Rebell und plante mit seinem damaligen besten Freund Hans Hermann von Katte die Flucht vor seinem gewalttätigem Vater nach Frankreich. Als das aufflog, ließ sein Vater Katte vor den Augen Friedrichs köpfen. Kein Wunder, dass man da von dem Leben ohne Sorge träumt.

Für Friedrich ging es als weder vor noch zurück. Wer weiß, vielleicht hat er nach Jahren irgendwann Gefallen an den Kriegen gefunden. Aber im Endeffekt hat er mit Sanssouci genau das versucht. Er hat sein Leben golden angesprüht und sich ein goldenes Schloss bauen lassen (Na ja Gelb, aber ihr wisst was ich meine).

Ich spaziere also durch Sanssouci und frage mich, ob ich das jetzt doof finden soll? Vor seinen Problemen fliehen? Sollte man nicht dem Ernst des Lebens ins Auge blicken? Zumindest eins habe ich in meinen jungen Jahren gelernt, man sollte die Sorgen in seinem Leben dankbar annehmen, denn wenn man sie ignoriert, werden sie nur größer und komplizierter und die Lektionen immer härter. Ich frage mich, ob Sanssouci Friedrich zu einem glücklicheren Menschen gemacht hat? Ich frage mich, wovor ich fliehe?

Wer ein kleines Leiden nicht ertragen kann, muß auf große gefaßt sein. – Jean-Jaques Rousseau

Eine Stadt ohne Sorgen

Lange sind die Diskussionen von dem Abriss der FH Potsdam an mir vorbeigezogen. Ich kannte mich zu wenig aus, um ernsthaft Stellung beziehen zu können. Oberflächlich gedacht: ‚Hm, nee, die FH ist nicht schön.‘ Aber irgendwie fühlt es sich falsch an, sie abzureißen. Das Viertel um die lange Brücke hat sich sehr stark verändert. Früher war das Filmmuseum das einzige Prunkvolle in der Gegend. Inzwischen sieht es aus, als ob jemand alles glatt geschmirgelt und dann mit dem neuen Dyson Staubsauger einmal drüber gefahren wäre. Leblos.

Und ich habe mich auch verändert. Ich kann nicht mehr von mir behaupten, dass ich kein Outdoor Typ bin. Zum Glück. Denn es gibt sehr viel Schönes, was vor der Tür auf einen wartet. Sehr viel kuddelmuddeliges. Und ich habe keinen Bock auf ein preußisches Potsdam. Denn wenn ich darüber nachdenke, liebe ich genau das an Potsdam. Die Mischung. Dass man vom Schloss Sanssouci zur Waschbar schlendern kann. Dass im Sommer die Leute nackt neben dem Marmorpalais liegen. Dass Freunde von mir beim Neuen Palais studieren und dann zum Volleyball spielen zur Datscha kommen. Mich fasziniert das dreckige, besprayte, neben dem barocken, goldenen. Das eine wäre ohne das andere langweilig.

 Ich weiß, daß ich ein Mensch, das heißt: daß ich dem Leiden geweiht bin. Gegen Schicksalstücke hilft mir nur eins: Standhaftigkeit. – Friedrich der Große

Es ist so leicht wegzuschauen und nichts zu sagen. Sich nicht zu informieren. Vom Leben Sans Souci zu Träumen und alles geschehen zu lassen. Und am Ende sitzt man in der 4 Quadratmeter großen Buga und wundert sich wo das Freiheitsgefühl hin ist.

Ich will Sorgen haben. An meinen Fehlern wachsen, Entschuldigung sagen müssen. Und ich will nicht mehr, dass alles Gold angemalt wird. Und ich glaube ehrlich gesagt, das Friedrich das auch nicht wollte. Immerhin war er mal ein Freak.

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fabrik
Radio

Potsdam #7 – Die Fabrik

Die Fabrik in Potsdam

Als geborene Berlinerin (die immer Berlinerin bleiben wird), aber seit zwanzig Jahren in Potsdam lebt, wächst mir die Stadt langsam ans Herz. Sie ist so kuschelig klein und trotzdem so sympathisch bemüht, eine Hauptstadt zu sein. Am besten lässt sich das an dem Umgang mit Kultur feststellen – Theater, Kunst, Musik. Nach der Wende waren viele Orte Neuland und in dieser Aufbruchsstimmng entstanden viele freie Kulturorte. So war das auch mit dem Waschhaus. Es begann 1992 mit der Besetzung der ehemaligen Garnisons-Waschanstalt und ersten Kunstaktionen. Über das Waschhaus muss ich demnächst noch mal bloggen, aber heute geht es um die fabrik, das internationale Zentrum für Tanz und Bewegungskunst. Heute ein Verein und auf dem Gelände der Schiffbauergasse (also dem Waschhausgelände) zuhause.

Tanzfabrik Berlin

In Berlin bin ich früher – vor der Wende – gerne in die Tanzfabrik gegangen, die man auch heute nicht mit der fabrik in Potsdam verwechseln sollte, obwohl beide Ähnliches machen. Als Zuschauerin bin ich gerne zu den grandiosen Tanzaufführungen der Berliner Tanzfabrik und als Hobby-Tänzerin zu den Kursen gegangen. Bilder - Tanzfabrik BerlinNope, ich war nicht gut, jedenfalls nicht im klassischen Sinn. Aber es gab Contact-Dance und Impro und lauter Tanzmöglichkeiten, für die man keine Ballettausbildung benötigte und bei denen es auch gar nicht darauf ankam, wie gut man Ballett konnte.

Genialerweise wohnte ich eine zeitlang sogar in der Fabriketage über der Tanzfabrik und musste nur noch eine Etage tiefer gehen, um die Tanzkurse zu besuchen. Sehr gut erinnere ich mich an den Licht-Stahlkranz im Tanzstudio. So einen wollte ich später auch in meiner Wohnung haben (und, ups, das ist noch nicht passiert!).

Tanztheater Bochum und Reinhild Hoffmann

Dido und Aeneas von Reinhild Hoffmann

Zu der Zeit wohnte Uwe in Bochum und ich bin oft zwischen Berlin und Potsdam hin- und hergependelt. Wir waren oft im Theater und oft im Tanztheater, denn Reinhild Hoffmann, die Pinoierin des Tanztheaters, hatte ein Engagement am Bochumer Schauspielhaus. Das war ungewöhnlich, die große Bühne für das kleine Tanztheater, doch Reinhild Hoffmann hat es einfach groß gemacht. Ich erinnere mich an die Stücke Fön und Machandl und an Hof – großartige Tanztheaterstücke mit Gruppen von Tänzern, Musik, Kostümen, Wechsel zwischen klassischem Tanz, Revue, Standardtanz und freiem Contemporary Dance. Was da auf der Bühne passierte, war wunderschön und gleichzeitig Anarchie der Form und Vorstellung. Sich wälzen neben herumtippeln, rollen und dann wieder Spitzentanz, zu zweit, zu dritt, in der Gruppe – allein. Genial.

Die Aufführungen haben mich so beeindruckt, dass ich später ganze Serien von Zeichnungen dazu gemalt habe. Einmal habe ich Reinhild Hoffmann zufällig getroffen und ihre gesagt, wie großartig ich ihr Tanztheater finde, was sie wohl – ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen – eher verstört hat. Sie ist ein herber und zurüchhaltender Charakter, etwas, was man ihren Stücken seltsamerweise überhaupt nicht anmerkt.

Tanzfabrik Potsdam
Foto: Stefan Gloede

fabrik Potsdam – Eingang: Nachtaufnahme vor Renovierung von Stefan Gloede

Als wir dann 1997 nach Potsdam kamen, war das Tanztheater schon da. Klein und unauffällig, aber rebellisch und gut. Ich erinnere mich an eine nur zu einem Drittel besetzte Aufführung. Isabel, die vielleicht 9 Jahre war, schlief schon halb auf meinem Schoss ein, da die Tanzstücke immer erst gegen  21 oder 22 Uhr begannen. Ein grandioses Stück und meine stille Frage: Wieso sind nicht mehr Leute da und sehen sich das an?

Jap, das blieb das Problem. Potsdam war gut in Boulevard und Klassischer Musik, aber der Rest – fand oft nicht wirklich die Wertschätzung.

Oxymoron

Es gibt noch mehr Tanz in Potsdam. Und zwar ganz nah, auch auf dem Waschhausgelände. Die Oxymoron Dance Company versteht sich

als als Kompetenzzentrum für Tanzkunst, dessen besonderes Merkmal die Entwicklung von Tanzarbeit und Tanzperformances aus soziokultureller Beschäftigung und der aktiven Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie jungen Künstlern ist. (Siehe Website)

What a sentence! Ich konnte die Oxymoron Company und die fabrik immer schlecht auseinanderhalten, denn irgendwann früher war alles mehr oder weniger eins gewesen. Tanz – im Waschhaus eben. Heute verstehen sie sich als unabhängige Organisationen, weshalb ich manchmal über das Gelände irre, um den richtigen Ansprechpartner für dieses oder jedes Tanzstück zu finden. Ganz vieles läuft auch in Cooperation, wie die Tanztage, die  jedes Jahr im Mai stattfinden oder Aufführungen und Workshops.

Die fabrik Potsdam

„Die fabrik Potsdam produziert das couragierteste Tanztheater der Republik.“ (DIE ZEIT, 28. Juli 2005)

Was 2005 gesagt wurde, trifft heute nicht mehr ganz so zu, finde ich, da sich vieles dann doch nach Berlin verlagert hat. Heute heißt Fabrik vor allem: Workshop, Tanzkurse, Tanztage, Konzerte und ein schönes Café, in der die jeweiligen Tanz-Artists in Residenz zu Mittag essen, wo man aber auch einen sehr guten Cappuccino bis nachmittags bekommt oder einen Wein vor und nach den Aufführungen. Ein schöner Ort. Und es gibt sie natürlich trotzdem noch, die oft sehr tollen Tanztheater-Aufführungen.

Für alle, die Tanztheater besser verstehen, wenn sie es sehen, habe ich eine kleine compilation auf You Tube herausgesucht. Etwas von Reinhild Hoffmann ist auch dabei:

Nomadenland
Roots

Potsdam #5 Nomadenland

Nomadenland

Das mag ich an Potsam einfach. Diese Mischung aus Hippie-Alternativ-Kultur und royalem Auftritt. Die Spannbreite, obwohl sie auf den ersten Blick überhaupt nicht auffällt. Da fahren wir letztens mit dem Hund in die Felder und auf dem Rückweg durch den Volkspark Potsdam (ehemals BUGA) und dann stehen da drei Jurten in der letzten Abendsonne. Wir haben es entdeckt: das Nomadenland.

Zwei Schilder. Auf dem ersten werden Veranstaltungen angekündigt (Märchenstunde, Theater, Lesung) auf dem zweiten gibt es Getränke. Der Kombination von Capuccino und Kultur konnten wir noch nie widerstehen, also absteigen, mal sehen, was das hier ist.

Kultur to go

Auch so eine Sache, die ich an Potsdam mag. Die Bandbreite der alternativen Kulturorte und Veranstaltungen. In einer der drei Jurten wird geprobt, morgen ist Vorstellung. Also mal reingehen, sehen, was da passiert.

Drinnen treffe ich eine Bekannte. Noriko Seki, eine Choreografin und Tänzerin, unsere Töchter waren in der gleichen Klasse, so ist das hier in Potsdam. Sie hat am nächsten Tag Aufführung, davor im T-Werk in Potsdam und jetzt muss ein Soundcheck gemacht werden. Zwei Stühle, ein Hocker, das ist die Bühne. Den meisten Platz braucht der Musiker, sagt sie.

Wir fragen uns nach unseren Töchtern aus, life is good.

Ich staune, wie groß die Jurte im Innern ist. Und wie schön. Gemütlich.

Fast möchte man einziehen. Zumindest für eine Nacht und – das geht. Die Jurten werden vermietet, in der Nachbarjurte übernachtete eine Truppe Kinder, es wird Kindergeburtstag gefeiert. Man muss aber kein Kind sein, um hier zu übernachten. Nur mal so.

Leben in der Jurte

Ich zelte nicht gerne, früher hätte ich „hassen“ gesagt, aber die Jurte …  Da wird man an eine Vor-zeit erinnert, so haben wir Menschen mal angefangen, oder uns zumindest durchgeschlagen, und irgendwo auf der Erde wohnen Menschen immer noch so. Finde ich gut. Da mir ein Medium gesagt hat, dass ich in meinem früheren Leben eine Indianer-Schamanin war, nehme ich das mal als vertraut hin. Kann auch am Bier liegen und der Sonne, aber gerade ist das Leben – perfekt.

Less is more

Potsdam hat ein Talent im Improvisieren, der Tisch ist ein überdimensionales Brett und irgendwie sind alle Sitzgelegenheiten – etwas anders. Das macht den Charme aus und eigentlich kenne ich das eher aus Berlin. Potsdam wird also cool.

Da steht ein Grill, daher entscheiden wir uns für Bier, natürlich alles Bio, wir nehmen Potsdamer Stange und der Tag neigt sich golden seinem Ende zu. Ja, ich wollte noch arbeiten, aber carpe diem ist gerade mein Leitspruch geworden, also – relax. Und wiedermal einen guten Ort entdeckt.

 

Hafthorn
Roots

Potsdam #3 Hafthorn

Gute Kneipen

… sind comforting and inspiring. Ich rede nicht vom Alkohol, sondern von der Atmosphäre. Neben dem vielen Weltkulturerbe, das Potsdam zu bieten hat, gibt es eine für mich ganz besondere Location in dieser Stadt. Das Hafthorn. Das Hafthorn ist eine echte Kneipe. Sie tragen ihren Slogan zu recht auf dem T-Shirt: Wir sind Kneipe. Und — es ist einer der favorite places to go für die Red Bug Homies.

Der Ratinger Hof

In den späten Siebzigern, war es für mich der Ratinger Hof in Düsseldorf. Nur drei Minuten von der Kunstakademie entfernt, ging man nach dem Mensaessen auf ein Alt oder zwei … rüber. Der Punk probte im Keller. Wir flipperten unsere Fünfmarkstücke weg und zeichneten wie die Wilden. Andauernd Konzerte und was man sich hier gar nicht vorstellen kann — um ein Uhr morgens wurde dicht gemacht: Polizeistunde. Vor dem Hof wirklich oft eine echte Polizeistunde, weil die Party draußen weiterging. Des öfteren auch mit Handgemenge. Der Hof war das zu Hause, umgeben vom Klunker der Königsallee.

Das Megot

Dann Winter in den frühen Achtzigern. Wir waren aus den besetzten Häusern geräumt, bewohnten mit vierzig Leuten eine offene Fabriketage in der Pfuelstrasse 5. Über tausend qm, aber keine Heizung. Ich hab noch in einem Charlottenburger Kinderladen gearbeitet. Bin dann nachmittags mit der XT zurück die Skalitzer runter und, bevor ich in die Etage fuhr, in der Wrangelstrasse abgebogen: ab ins Megot. Riesenapfelkuchen mit Schlagsahne, (wie es ihn später nur noch bei Werner Heuser im Bikercafe an der Glienicker Brücke gab), und einen Milchkaffee. Das war Komfortdoppelplusmega bevor es ab in die gefrorene Etage ging. Malen. Mit heißem Teer.

Abends oft wieder ins Megot, jetzt Dortmunder Actien Bier und Salzstangen. Jetzt fällt mir sogar ein, dass ich damals dort ausgestellt habe im Megot. Zu Henry Miller. Weil mir sein Zitat über ätzende Kapitalisten: „Die kosmokokkischen Scheißer von Amerika“, aus Wendekreis des Steinbocks, so gut auf der Zunge gelegen hat. Und ich habe sogar vier Bilder verkauft — an den Kneipenbesitzer.

Das Hafthorn

Warum gehen wir da so gerne hin? Es ist immer voll. Im Sommer im Biergarten. Drinnen laufen Konzertvideos auf einem Screen über der Tür und zwar laut und deutlich. Led Zeppelin, Queen, Beatsticks, Peter Fox …

Wir essen da einfach nur und trinken das zweite Bier — manchmal. Wir feiern da, wenn es was zu feiern gibt — oft. Und wir brainstormen da, wenn es was auszudenken gibt — immer.  Es gibt Burger, Fritten, Salat oder sowas ähnliches. Ganz gutes Bier. Und Rosè für Katrin. Die Bedienung ist Top — ich meine Top. Total on point. Superschnell, supernett, superkonzentriert. Sie geben die Atmosphäre vor. Und die ist so inspiring, dass ich für die gesamte Tavernen Szene in unserer Graphic Novel Shadow das Hafthorn und die Leute dort als Quelle nutzen konnte. Zuerst in Teer gezeichnet, (dabei bin ich geblieben, s.o.) und dann gephotoshopt. Hier ein paar Beispiele:

Blog_Hafthorn_Teer_1   instagram_tavern_1

Blog_Hafthorn_Teer_2   instagram_tavern_2

instagram_tavern_4   instagram_tavern_3

Wer mehr Shadow lesen und schauen möchte. Gibt’s als E-Book bei Amazon und I-Tunes.

Wer sich gern mal das Hafthorn von innen ansehen möchte: Hier ist es.

 

 

 

 

 

 

 

Ruhe

Potsdam #2 Bornimer Feldflur

Der weite Himmel

Fünf Minuten mit dem Rad Richtung Norden und ich bin in einer anderen Welt. Auf dem Land. Plötzlich Big Sky, die Augen haben Weitsicht. Ruhe pur. Aber wir wären nicht in Potsdam, wenn das nicht trotzdem auch irgendwie royal wäre. (und ich meine jetzt mal nicht den Hund). Denn es handelt sich hier nicht einfach um eine einfache Ackerlandschaft, sondern um die Bornimer Feldflur. Und die ist im Zuge der Landesverschönerungsmaßnahmen Friedrich Wilhelm IV entstanden.

Sky  Blog_sky

Alleen so weit das Auge reicht

Ab 1844 gliedert Hermann Sello die Ackerflächen mit Hecken und Alleen. Eichen-, Linden-, Obst- und Maulbeeralleen durchziehen die Äcker. Sie schützen vor Winderosion und den typischen brandenburger Sandstürmen. Maulbeerplantagen sind zur Zeit der Friedrich Wilhelms sehr angesagt. Sie werden zur Seidenraupenzucht angelegt. In Bornim standen seinerzeit angeblich 60 000 Bäume.

Bornimer Feldflur Allee  Blog_allee_raps

Erfrischungen

Sollte man Durst bekommen, kann man sich im Tyroler Graben erfrischen, sobald man die Frösche verscheucht hat. Schafft Chappi leicht. Der Graben fließt in den Sacrow-Paretzer-Kanal. Schönes Plätzchen für ein Picknick und ein kühles Bad.

Blog_graben   Blog_IMG_5387_kanal

Unglückliche Steine

Der Graben ist natürlich auch nicht einfach irgendein Entwässerungskanal. Nein, als der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm sich in Bornim in den 1670er Jahren ein kleines Lustschlösschen bauen will, heben angeworbene Tiroler Bauarbeiter den Graben aus. Sie sollen ihn als Transportweg für Baumaterialien genutzt haben. Das Schlösschen wird kaum hundert Jahre später, wohl wegen Baufälligkeit, schon wieder abgetragen. Spricht das gegen die Tiroler? Die Steine werden  dann beim Bau des Gutshofes Bornim wiederverwendet. Von dem Bau, den Ludwig Persius im italienischen Stil gebaut hat, ist leider auch nur noch der Turm erhalten. Der Rest ist nach 1945 während der Nutzung durch die sowjetische Armee abgebrannt. Den von Sello hier Mitte des 19.Jhd angelegten italienischen Obst- und Gemüsegarten, kann man in seinen Grundrissen jetzt noch durchwandern.

Blog_IMG_5384_Turm   Blog_garten

 Kühe und Kraut

Je nach Bodengüte wechselt die Bewirtschaftung in der Feldflur von Ackerflächen über Weideland und Obstplantagen. Manchmal findet man auch ganz seltsame Plantagen, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat. Das Institut für Agrartechnik forscht hier an nachhaltiger Landwirtschaft und Agrartechnik. Chappi scheint’s zu genießen. Trotzdem werde ich den Beitrag hier nicht in unsere Kategorie Rausch einordnen.

Blog_kuh   Blog_hanf

Happy dog, lucky man

Ein Glück, wenn man einen Hund hat, der einen immer wieder daran erinnert, in die Felder zu gehen, denn here is where the people from the city can relate to the slower things that the country brings.

Blog_dogs   Blog_dogs_2