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Geld: Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

Okay, Geld und Food. Ich habe eine Weile nachgedacht, was ich zu dieser Themenkombination sagen kann, aber ich hatte sofort das Gefühl, da gibt es ganz viel zu sagen. Von billigen bis zu extrem teuren Lebensmitteln, über die Mem, dass der Mensch erst alles Leben auf der Erde vernichten wird, bis er merken wird, dass man Geld nicht essen kann, bis zu der Berliner Tafel, die statt Geld an Obdachlose zu geben, Essen bei Restaurants und Supermärkten  einsammelt, um es zu verteilen. Also private, gesellschaftliche, spirituelle Aspekte, die mich alle interessieren auch – das günstigste und das teuerste Rezept. Das wird hier also eine bunte Mischung werden. Und seltsamerweise ist mir immer wieder dieses Märchen – Tischlein, deck dich – der Brüder Grimm eingefallen und die seltsamen Verbindung von Geld und Essen, die dort gemacht wird.

Das billigste Gericht

Ich fange mal ganz unten an. Beim Überleben. Das meistgegessene Lebensmittel auf der Welt? Reis. Würde ich sagen. Und hier die kleine Anekdote, die zu dem ersten Rezept führen wird. Klein Katrin (ca. 10 Jahre) will mit ihren Brüdern etwas kochen. Die Eltern sind aus dem Haus, das ist also superaufregend. Da gibt es das Dr. Oetker-Kochbuch und wir suchen so lange, bis wir ein Rezept finden, für das wir alle Zutaten haben. Es ist: Apfelreis.

1 Liter Wasser//250 gr Milchreis//Zucker//500 gr Äpfel.

Wasser zum kochen bringen, Milchreise rein, Äpfel kleinmachen, dazupacken.

Dem erfahrenen Koch fällt natürlich auf, dass in Wasser gekochter Reis nicht besonders geschmackvoll ist. Eher fade. Und durch Zucker nur süß wird. Und ein gekochter Apfel nun auch nicht besser als ein roher ist. (Vitaminvernichtung). Als Kind war ich so naiv zu glauben, dass aus den Zutaten auf magische Weise etwas großartiges Neues entstehen muss. Nope. Aber vermutlich ist es tatsächlich eines der einfachsten und billigsten Rezepte.

Ist Essen besser als Geld?

Als Kind habe ich an vieles nicht geglaubt (nicht an den Weihnachtsmann und den Storch, nicht an den Osterhasen und die Zahnfee), aber ganz allgemein an Magie. Dass Dinge geschehen können, wenn man sie nur stark genug will, wünscht und dass das Märchen vom Tischlein, deck dich nur eine etwas erweiterte Fassung dieses Glaubens ist. Ich mag, dass in vielen Märchen die Magie nie in Frage gestellt wird. Tischlein, deck dich beginnt damit, dass ein Schneider drei Söhne hat, die jeder einzeln mit der Ziege losziehen, die dann immer behauptet, sie wäre gar nicht sattgeworden und hätte gar nichts gefressen.

Und – logisch,- die Ziege ist eine wichtige Milchquelle, Ernährung, Food! Und der Vater ziemlich sauer, als Schneider verdient er nicht genug, im Zweifelsfall also für die Ziege und so schickt er einen der Esser//Sohn nach dem anderen aus dem Haus. Der Erste geht zum Schreiner in die Lehre und bekommt am Ende als Lohn einen Tisch geschenkt. Einen Wundertisch, der sich auf das schlichtes Kommando Tischlein, deck dich! mit den leckersten Speisen füllt. Ätsch, Papa, ich habe jetzt meinen eigenen Tisch unter den ich die Füße stellen kann und die Ziege kann mich mal. Damit könnte die Geschichte schon wunderbar zuende sein, denn sie hat ein Happy End und eine Moral (Verlass ruhig dein Elternhaus, wenn sie dich dort nicht schätzen, du findest sicher noch was viel Besseres in der weiten Welt). Aber das Märchen ist noch nicht zuende …

… to be continued

Der gedeckte Tisch

Von der Hand in den Mund ist so ein Ausspruch, der einem sagt, dass da jemand gar nicht gut dran ist. Er verdient gerade genug – mit den Händen – um sich davon Essen zu kaufen und das ißt er und dann geht es von vorne los. Oder er verdient gar nicht mal Geld, sondern wird mit Naturalien bezahlt.Und interessanterweise ging es ja so los mit Essen und Geld. Also mit Primitivgeld oder Primärgeld.

Als Primitivgeld/Primäargeld werden Zahlungsmittel bezeichnet, die nicht als Münzen geformt werden und neben ihrem Tauschwert oft einen (symbolischen) Gebrauchswert haben, sich also wie andere Waren konsumieren lassen. Ein wesentliches Merkmal von traditionellen Zahlungsmitteln ist, dass sie grundsätzlich von jeder Person selber hergestellt und in Umlauf gebracht werden können, ohne eine zentrale Ausgabe- oder Kontrollstelle. (Wiki)

Primärgeld, das waren: Kakaobohnen, Salz, Erbsen, Muscheln, Tee. Die gab man dem Kunden statt der Ware und der hatte einen Ersatz, den er dann später eintauschen konnte oder bei einem anderem Händler. Salz, Kakaobohnen, Tee – da hatte man auf jeden Fall etwas, was man Essen konnte, wenn es ganz eng wurde. In den Anfängen der Geldwirtschaft war es offenbar noch ganz klar: Essen und Geld, dass ist doch praktisch das Gleiche.

Doch es gab auch Zähne, Haare und Stoff, der von schwangeren Frauen gewebt wurde (Kongo), als Zahlungsmittel. Gegenstände. Wie Tische und Esel oder einen Prügel? Genau.

Was die Indianer so nicht sagten
„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Irgendwie waren wir uns alle sicher, dass das Volk der Cree diesen Satz geprägt hat, aber dann ist jemand der Sache mal richtig nachgegangen und hat ein Interview mit der späteren kanadischen Dokumentarfilmerin Alanis Obomsawin, das 1972 in Kanada erschien, als älteste schriftliche Quelle gefunden. Obomsawin soll dem Volk der Abenaki angehört haben, womit der Satz zumindest indianischer Herkunft ist. Und wir vestehen ihn alle sofort. Das mit dem Geld ist ja gut uns schön, aber wir sollten nicht vergessen, dass Geld ohne Essen ziemlich sinnlos ist. Oder Geld, was sich nicht gegen LEBENS-mittel eintauschen lässt. Geld und Essen – die Beziehung ist ganz einfach. Essen kann ohne Geld, aber Geld ohne Essen – macht zumindest für Lebewesen wenig Sinn.

Der Goldesel

Als Erstgeborene war Tischlein, deck dich für mich auserzählt, als der älteste Sohn seine Genugtuung in Form des Wundertisches bekommen hatte. Aber in Märchen ist ja bekanntlich alles mal drei oder sieben, also ging es weiter. Auch der zweite Sohn macht die Erfahrung mit der verlogenen Ziege, wird herausgeworfen und geht zu einem Müller in die Lehre. Am Ende bekommt er den Goldesel (für den der Müller offenbar keine Verwendung hatte ??). Diese Wundergaben werden den Brüder allerdings von einem listigen Wirt gestohlen, der sie gegen normale Gegenstände eintauscht.

Und es ein Superflop, als die beiden ältesten Brüder ihre Wundergegenstände mit nach Hause bringen, um ihrem Vater vorzuführen, wie weit sie es gebracht haben. (Kommt bestimmt einigen von uns bekannt vor ;).

Der Wundertisch bleibt „so leer wie ein anderer Tisch, der die Sprache nicht versteht“ und Beim Esel „zeigte sich, daß das Thier nichts von der Kunst verstand, denn es bringts nicht jeder Esel so weit“. Ja, die Kunst … Erst der jüngste Bruder kann den Wirt – gewarnt von seinen Brüdern – überführen und die Zaubergegenstände zurückholen, in dem er ihn täuscht und dann verdrischt. „Der Wirt schreit und der Knüppel schlägt ihm den Takt dazu.“

Diese Kette: Essen, Geld, Prügel hat vermutlich in unserem Kulturkreis bei vielen von uns tiefe Spuren hinterlassen. Das erste – also essen wollen – ist okay, das zweite – so viel Geld wie man möchte – purer Luxus, und am Ende gibt es (einen) – Prügel? Aber damit werden alle Probleme gelöst. Nun, immerhin gibt es auch eine späte Wiedergutmachung, wobei ich nie verstanden habe, warum die Brüder wieder zu diesem Vater (und der Ziege) zurückgekert sind.

Es gibt auch eine marxisitische Deutung des Tischlein, deck dich, da sind die drei Gaben als Feudalismus, Kapitalismus und revolutionären Volkskrieg oder als technologischen, ökonomischen und politischen Aspekt der bürgerlichen Revolution zu verstehen. As you like it.

Das teuerste Gericht

Kommen wir zum Höhepunkt: Das teuerste Gericht. Klar, ich habe das Internet befragt und wurde fündig: Sushi del Oriente.

Ich finde es sehr interessant, dass wieder Reis involviert ist. Die Sushi-Rollen sind mit Safran, Gänsestopfleber (ein No Go!) und Seegurke gefüllt. Auf den Rollen sitzen 12 Palawan-Perlen (Palawan Perlen kommen aus der Südsee, den Philippinen, sind golden und können einen Einzelwert von 1000 Euro haben). Und da irgendwo im Topping sind auch noch vier 0,2-Karat Diamanten. Was die mit den Zähnen machen, keine Ahnung, vermutlich sind sie zu klein, als dass man bemerkt. Die Sushirolls schließlich sind eingewickelt in Blattgold. Bestellt man das Gericht im Restaurant, dann darf man 23.500 Dollar bezahlen. (Ihr seid natürlich eingeladen). Wenn man es sich selbst zubereitet, dann wird es sicher etwas billiger. Sieht ja auch ganz einfach aus. Über den/die Geschmack(losikeit) dieses Gerichts kann kann man sicher streiten, aber dasrum ging es ja nicht.

Und wer sagt jetzt noch, dass man Geld/Gold nicht essen kann?!

P.S.: Weil bei den meinsten Festen oder Event sicher ein paar Sushi del Oriente Rolls übrig bleiben, macht es Sinn, sich auch als Privatperson an die Berliner Tafel zu wenden:

Wenn Sie ein größeres Fest geben und das Essen von einer Cateringfirma zubereitet wurde (privat zubereitete Speisen darf die Tafel wegen der Hygienebestimmungen nicht abholen – auch wenn Ihnen die Tafel sofort glaubt, dass Sie supertoll und sauber kochen), holt die Berliner Tafel gern die Reste ab. Wenn Sie sich zwei bis drei Tage vorher melden, werden die Details geklärt und Sie bekommen die Telefonnummer eines Ehrenamtlichen, den Sie eine halbe Stunde vor Abholung anrufen können – sofern etwas übrig geblieben ist.  (Website Berliner Tafel)

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Geld: Das Bug-System

Unsere Lösung zu dem sensiblen Thema Geld und Familie:

Geld & Kindheit

Ich bin für vieles bezüglich meiner Erziehung dankbar. Der Umgang mit Geld ist eins davon. Zum Beispiel habe ich, seitdem ich mich erinnern kann, Taschengeld bekommen. Taschengeld ist im Endeffekt nur eine Übung für das spätere Spiel. Hier haben wir wieder Freiheit und Verantwortung. Die Freiheit, sein Geld so auszugeben wie man möchte und dann die Verantwortung zu tragen, wenn alles schon in der Mitte des Monats weg ist.

Ich habe nie von Mama oder Papa gehört: Nein, das darfst du nicht haben, das ist zu teuer. Aber auf die Frage, ob ich dieses oder jenes haben kann, oft: Na, dann kauf es dir doch. Dann kommt man ins Überlegen … hm ist es mir das wirklich wert? Und diese Frage muss man sich als Erwachsener mit größeren Summen genauso stellen. Wenn man diese Entscheidungen als Kind nicht treffen kann, wie soll man es dann tun, wenn es wirklich drauf ankommt.

Überhaupt war Geld so gut wie nie ein Thema in unserer Familie. Ich hatte immer ein Gefühl von Reichtum. Große Obstteller, Spazieren im Park, Falafel essen nach dem Schwimmen. Das ist Luxus. Je älter ich werde, desto mehr realisiere ich, dass diese Dinge weniger mit Geld zu tun haben, sondern alle mir hauptsächlich ein Gefühl von Freiheit vermittelt haben. Und bis heute ist es das, was ich am Geld haben am meisten schätze, die Freiheit, die man sich damit erkaufen kann.

Ich erinnere mich noch sehr stark an das Gefühl, als Kind keine Ahnung zu haben, wie viel was wert ist.

3 Euro für ein Brötchen, ist das jetzt viel oder wenig? 1 Euro für einen Liter Benzin?

Geld & Gefühl

Inzwischen weiß ich, dass ich mich freuen kann, wenn ein Cappuccino 2.50 Euro kostet, und ich die Stirn runzle, wenn er 3.40 Euro kostet. Diese Mini-Feinheiten rauszufinden, dauert und braucht Übung.

Geld hat überhaupt sehr viel mit fühlen zu tun. Geld ist ja im Endeffekt wertlos und kann nur in Energie umgewandelt werden. Du bringst Energie auf und bekommst dafür Geld, oder du bezahlst jemanden für eine Dienstleistung (Energie) oder ein Produkt, das mit Energie hergestellt wird. Das Gute an Geld ist, dass es Energie sichtbar macht.

Das ist die erste Lektion, die ich gelernt habe. Sich viel mit Geld zu beschäftigen, hat nichts damit zu tun, ob man es hat oder nicht. Ich kenne sowohl Menschen mit viel Geld als auch mit wenig, die überhaupt nicht an das Thema denken. Die statt zu sagen: Das kann ich mir nicht leisten, sagen Das will ich mir nicht leisten. Denn im Endeffekt ist es ja eine Prioritätenverteilung. Gehst du ins Café oder kaufst du dir regelmäßig Tabak? Spendest du dein Geld oder gehst dafür öfter zu Konzerten? Dass man aufhört über Geld nachzudenken, sobald man es hat, ist falsch. Genauso ist es auch falsch, zu denken, dass Geld alles Schlechte in die Welt bringt und man ein Arschloch wird, sobald man es hat. Sich mit Geld zu beschäftigen, ist vielleicht einfach nur eine Einstellungssache.

Das Können mit dem Wollen ersetzen. Auf das Gefühl hören. Ein Gefühl entwickeln. Bauchgefühl.

Geld & Künstler

Geld verdienen als freiberuflicher Künstler bedarf viel Fingerspitzengefühl. Das auf-und-ab, das mal-mehr-mal-weniger und manchmal-gar-nichts. Das Durchhalten, das Vertrauen haben.

Zum Glück haben Schauspieler Agenten. Abgesehen davon, dass ich nicht wüsste, wie man verhandelt, ist es merkwürdig, seinen eigenen Wert verteidigen zu müssen. Thank you for the Agents! Aber auch da gibt es innerhalb des Business oft Diskussionen, ob man nicht offener über seine Gage reden sollte. Natürlich sollten wir den Abstand zwischen den Männer- und Frauengagen schließen. Und um rauszufinden, ob dieser überhaupt existiert, muss man reden. Aber das ist für einen anderen Blogbeitrag.

Kurz als Künstler Geld zu verdienen, ist weird. Wie viel ist Kunst überhaupt wert? Wie viel ist deine Kunst wert?

Nun ist es bei uns aber so, dass wir Red Bug Homies sowohl Künstler als auch eine Familie sind…

Geld & Familie

Es ist sehr leicht das Thema Geld in der Familie und unter Freunden awkward zu machen.

Wenn man gemeinsam reist oder einfach nur Kaffee trinken geht, teilt man das Geld für das Popcorn feinsäuberlich auf oder übernimmt mal der eine und dann der andere?

Wenn man eine Hundepension dafür bezahlen würde, den Hund zu betreuen, wieso dann nicht das Familienmitglied, das auf den Hund aufpasst? Wie viel würde man fürs Gardinen anbringen bezahlen? Oft wird das mit einem „Lad mich zum Kaffee/Essen ein“ geregelt.

Aber ab wann ist ein Gefallen ein Auftrag?

Auch in unserer Familie sind wir oft in diese Situation geraten. Grafikdesigner, Lektoren, Autoren, Fahrer, Techniker, Yoga Lehrer, Social- Media Manager, Editor, Kameramänner. Das sind alles handfeste Berufe. Je professioneller wir werden, desto schwieriger wird die Frage. Sich innerhalb einer Familie Gefallen zu tun, ist unsichtbar. Solange keiner mitschreibt, kann man auch schlecht aufrechnen, wer wem wie viele Gefallen getan hat.

Aber jedes mal mit Geld rumhantieren?

Das Bug-System

So haben wir in der Familie das Bug-System ins Leben gerufen haben. Bugs sind kleine rote Steinchen. Jeder von uns hat ein Startkapital von 30 Bugs bekommen. Gefallen oder kleinere Arbeitsaufträge werden mit Bugs bezahlt. Wie viele Bugs für was, musste sich erst einpegeln. Irgendwann hat man aber schnell raus, dass, wenn eine Website gestalten vier Bugs wert ist, zum Flughafen fahren einer und beim Renovieren helfen eventuell zwei. Aber auch da gibt es nur eine Regel: Solange es sich für beide Parteien gut anfühlt, ist es der richtige Betrag. Da kommt dann wieder das Gefühl ins Spiel.

Man sieht sehr schnell, wer mehr hilft und vielleicht lernen sollte, ab und zu selber um Hilfe zu bitten, und wer viel Hilfe in Anspruch nimmt.

Vielleicht sagen andere: Das ist doch selbstverständlich, dass man sich innerhalb der Familie Gefallen tut, und was soll das blöde Aufrechnen? Aber das ist es ja gerade, es macht die ganze Sache klarer und dafür wieder unwichtiger. Man sieht schwarz auf weiß, in dem Fall an den roten Steinchen in seinem Glas: Oh crazy, ich hab fast keine Steine mehr und demnach anscheinend viel eingefordert … hm vielleicht wird es Zeit, etwas mehr an die Familie zurückzugeben. (Story of my life)

Es geht darum, einem schlechten Gefühl vorzubeugen. Denn das kann Frustrationen erzeugen, und wenn diese wachsen, weiß man vielleicht irgendwann gar nicht mehr, dass es eigentlich nur darum ging, dass man einmal zu wenig zum Kaffee eingeladen wurde. Eine kleine liebevolle Geste, die untergegangen ist.

In diesem Sinne: Lukas du kriegst noch zwei Bugs von mir!

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Neuanfang: Bandersnatch

Kurz vor Beginn des neuen Jahres, am 28. Dezember hat Netflix ihren ersten großen interaktiven Film veröffentlich. Und zwar als Teil der Serie Black Mirror, die sich in jeder Folge mit einer futuristischen Dystopie beschäftigt. Statt einer neuen Staffel, die aus 3-6 Spielfilmen besteht, hat sich die Serie nun an etwas neues gewagt.

Black Mirror: Bandersnatch handelt vom jungen Programmierer Stefan, der Mitte der 80er Jahre versucht ein Spiel zu entwickeln, in dem jede Entscheidung den Verlauf der Geschichte bestimmt. Ein Projekt, das in Zeiten von Pixel-Grafik und 8Kb RAM Speicher ein deutliches Wagnis ist. Computerspiele sind gerade erst in den Anfängen. Man schiebt eigentlich noch einen stockenden Ball zwischen zwei Feldern hin und her. Interaktives Storytelling gibt es da noch nicht. Doch einer muss ja den Anfang machen.

Wie so viele Geschichten, startet auch Bandersnatch beim allmorgendlichen Familienfrühstück. Doch schon muss der Zuschauer in diesem interaktiven Format seine erste Entscheidung treffen. Sugar Puffs oder Frosties…

Nur ein Test oder schon weltbewegend? Man geht mit seinem Instinkt. Als nächstes kann man sich entscheiden, welche Musik Stefan auf dem Weg zur Arbeit hören soll und bestimmt so mehr und mehr die eigene Filmerfahrung, den Soundtrack, die Handlung. Bis man wie 73% der Netflix Zuschauer die erste falsche Entscheidung trifft.

„Wrong choice!“, heißt es da nur und man findet sich erneut am Frühstückstisch wieder. Man bekommt eine zweite Chance, kann noch einmal von vorne anfangen. Doch jetzt wird es erst wirklich interessant. Denn während Super Mario unbedacht immer und immer wieder die selben Level abläuft, scheint es Stefan bewusst zu sein, dass er das alles schon einmal erlebt hat. So wird man nicht erneut an den Anfang gebracht, sondern in ein alternatives Szenario, in dem man das erlebte, nu ja, zum zweiten mal erlebt.

Von hier an entfaltet sich die wahre Genialität des Formates, den Black Mirror hat mit diesem ersten interaktiven Film so ziemlich alles abgedeckt. Von versteckten Anspielungen und Selbstreferenzen, bis zu Meta-Ebenen, die einen bis auf das Wohnzimmersofa betreffen, steckt Bandersnatch voller kluger Ideen. Und auch wenn es auf Dauer vielleicht ein bisschen zu viel ist, ist es dennoch der perfekte Neuanfang für dieses Format.

Denn tatsächlich scheint Bandersnatch ein Neuanfang zu sein, was digitale Unterhaltung betrifft. Freilich bilde ich mir nicht ein, dass interaktive Geschichten die klassische Erzählform überstürzen wird. Zumindest nicht in naher Zukunft. Dennoch ist es eine interessante Erweiterung zu den existierenden Formtaten. Nicht ganz Film, nicht ganz Spiel.

Wie so häufig, wenn man etwas neues wagt, war auch Netflix mit den üblichen Reaktionen konfrontiert. Von schlechten Kritiken bis hin zu Urheberrechtsklagen war so ziemlich alles dabei, was den Beginn einer neuen Ära ankündigt. Doch ähnlich wie Stefan, der das unterschwellige Gefühl hat schon einmal an diesem Frühstückstisch gesessen zu haben, ist es auch für Netflix nicht das erste mal, dass sie einen neuen Schritt wagen. Schließlich waren sie bestimmt mit ähnlichen Reaktionen konfrontiert als sie erstmals mit der Streamingplattform auf den Markt gekommen sind.

Wieder einmal gehen sie voraus. Und wer weiß, vielleicht heißt es schon bald „wrong choice!“. Vielleicht aber auch nicht. Ein Neuanfang it schließlich immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Und alles was Netflix jetzt tun kann, ist uns ihr Angebot zu machen. Die Tür aufzustoßen und uns hineinzubitten. Und alles was uns übrig bleibt ist:

Rituale
Radio, Rausch

Rituale: Good or Bad?

Letztens bin ich beim Googeln mal wieder abgerutscht. Ein kurzer Glitch. Runter vom Pfad des Wissens und der tiefen Erkenntnis auf eine Schwundstufe von Interesse, auch Gossip oder Voyeurismus genannt. Shame on me. Aber wer hätte bei dieser YouTube-Headline widerstehen können?

My Morning Routine with 10 Children (Part 1/3)

9,3 Millionen Aufrufe. Die Kinder sind zwischen 20 Jahre und 6 Monate alt. Die Namen der Kinder: Leonardo, Cleopatra, Jerusalem, D’Artangnan, Shakespeare, Romeo, Nefertiti, King James, Aphrodite, Omega. Okay, ihr versteht die Tragweite. Dies hier ist entweder kompletter Wahnsinn oder ein bestimmtes Prinzip. Oder beides.

Tatsächlich kann man in dem Video sehen, wie Mama Taina ihr Morgenritual durchführt. Aufstehen um 3 Uhr 30, Social Media (wer ist dann auf??), Joggen, kleines Make-up. Ganz klar das, was sich jeden Morgen abspielt. Ganz klar ein Ritual. Okay, aber der Zunami kommt ja erst, wenn die Kinder geweckt werden. Die vier kleinsten werden im Paket abgefertigt. Das Vierjährige trägt noch Windeln und trinkt aus der Flasche, die im Bett liegt. Praktisch? Wecken, Treppe runter, auf Decke nebeneinanderlegen, wickeln. Dann auf den Boden in Küche legen (wieder auf Decke), drei bekommen eine Flasche, das vierte die Brust. Das geht schnell und sieht praktisch aus. Wie am Fließband. Dann wird Frühstück gemacht. Obst auf x Teller verteilt, alle 10 Kinder erscheinen in weißen T-Shirts …

Wie die meisten Viewer bin ich fasziniert und abgestossen zugleich. (Die perfekt Mischung für ein YouTube-Video). Ich meine – ja, super, es funktioniert – aber warum denke ich ständig an Armee und Kirche und all die anderen Ort, an denen Rituale zum festen Bestandteil der Erziehung und des Gehorsams gehören? Warum kann ich mich nicht dafür begeistern, dass auch die Einrichtung im Haus entweder weiß oder leicht grau ist, etwas Holz – was braucht man mehr? Ein weißes Klavier, Kreativität spielt eine große Rolle. „Hast du deine Noten?“ Jetzt geht es ans Lernen. Homeschooling. Kelly Family? I’m confused.

Der YouTube-Kanal ist innerhalb kürzester Zeit explodiert, das wollen alle sehen. Wir (Normalmenschen) sind ja schon mit zwei Kindern überfordert. Wir haben natürlich auch kein Riesenhaus in Finnland und eine Technik, die keine Fragen offenlässt (offenbar viel Geld im Hintergrund), aber wir haben vor allem eines nicht: Die Disziplin!

Rituale

Ein Ritual (von lateinisch ritualis‚ den Ritus betreffend, rituell) ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt. Sie wird häufig von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten begleitet und kann religiöser oder weltlicher Art sein (z. B. Gottesdienst, Begrüßung, Hochzeit, Begräbnis, Aufnahmefeier usw.). (Wikipedia)

Wenn man wie wir als Künstler, Freiberufler lebt, dann fehlen bestimmte Rituale, wie das Morgens-zur-Arbeit-gehen, das im-Stau-stehen, das jeden Monat Gehalt-aufs-Konto bekommen. Wie man schnell erkennt, ist einiges ziemlich abgefahren und anderes – nun – unbequemer. Könnte man sich nur das Beste raussuchen, wäre es ideal. Was wir aber alle wissen: Rituale, immergleiche Abläufe, erleichtern Dinge. Am besten immer zur gleichen Zeit, so macht es der Körper, so macht es die Natur, die Sonne geht auch nicht unter, wenn sie Bock drauf hat.

Feste – Rituale

RitualeIch liebe – bestimmte – Rituale. Ich habe eine kleine Menge von Mini-Ritualen, die hautpsächlich meine Körperpflege betreffen, eine große Anzahl von Midi-Ritualen, die mein künstlerisches Leben betreffen und eine überschaubare Anzahl von Maxi-Ritualen, die jedes Jahr meine ganze Aufmerksamkeit brauchen.

Weihnachten, zum Beispiel, in ein paar Tagen ist es mal wieder so weit. Der alljährliche Adventskranz. Selbst gemacht, sogar das Grün wird von Hand gewickelt. Oder der Baum – oh, der Baum! Aufgestellt am 24. 12 und keinen Tag früher, abgebaut spätestens Mitte Januar, da ich dann Geburtstag habe und – sorry, ein Ritual sollte nicht in ein anderes hineinfaden. Rituale beruhigen, man kann auf sie hinleben, sie genießen, da sie selten große Überraschungen bereiten. Jedenfalls nicht, wenn man in seinem Kulturkreis bleibt.

Zwang und Rituale

Rituale sind ein Phänomen der Interaktion mit der Umwelt und lassen sich als geregelte Kommunikationsabläufe beschreiben. (…). Sie finden überwiegend im Bereich des menschlichen Miteinanders statt, wo rituelle Handlungsweisen durch gesellschaftliche Gepflogenheiten, Konventionen und Regeln bestimmt und in den unterschiedlichsten sozialen Kontexten praktiziert werden können (Begegnungen, Familienleben, Herrschaftsvollzüge, Veranstaltungen, Feste und Feiern, religiöse Kulte und Zeremonien usw.). Zugleich sind Rituale oder ritualisierte Handlungsweisen aber auch auf der Ebene des individuellen Verhaltens anzutreffen (persönliche Rituale, autistische Rituale, Zwangshandlungen). (Wikipedia)

Zwangshandlungen – hört sich schon weniger schön an. Und  – ja – das kenne ich auch. Ganz schnell wird aus dem entspannten Ritual, ein zwanghaftes MUSS. Dann muss um 19 Uhr gegessen werden, und man muss vor acht schlafen oder sich ununterbrochen die Hände waschen.

Der Übergang von einer gesunden Routine zu einer zwanghaften Handlung – eine minimale Verschiebung, viel weniger als ein Katzensprung. Sowohl persönlich als auch familiär, gesellschaftlich. Gerade hat man sich noch daran festgehalten, dass es bei Mama und Papa am Sonntag immer Kuchen gibt, da geht es einem schon auf die Nerven und engt einen ein. Jedesmal zu Weihnachten Socken zu schenken/bekommen, kann eine liebenswerte Geste und Wiederholung sein, ein ganz persönlicher Code oder eine unüberlegte Routine, die dann auch so ankommt: Lieblos. Von Ritual zu Routine – auch nur ein kleiner Schritt.

Good or Bad or – What?

Wie das so ist mit den Dingen im Internet – sie sind nicht immer alle wahr. Oder so schön Weiß wie sie aussehen. Daher soll man nicht allem glauben, was man sieht und sich nicht so schnell aus der Routine/Ruhe/rationalen Haltung bringen lassen.

Ganz ohne Wertung (und Garantie auf Richtigkeit) hier nun also das, was die ich über die Familie mit ihren 10 Kindern im Internet herausgefunden habe.

  • Vater Paul offenbar ein streng religiöser Anhänger von verschiedener Kulte. Hat einen Prediger-Channel und treibt sich in einschlägigen Foren herum.
  • Vater ein Doomsday-cultist. Dachte, die Welt geht 2013 unter. Beginnt jeden Facebook-Post mit: The end is near.
  • Vater hat auch Podcast. Username: elohimisjesus
  • Mutter des Vater ist eine Predigerin und Doomsday-Anhängerin.
  • Haus der Großfamilie ist schon seit einem Jahr zum Verkauf angeboten (daher so wenig Möbel?)
  • Channel offenbar ein Mittel, schnell an Geld zu kommen.
  • Userzahlen steigen unwahrscheinlich schnell an, daher wird Kauf von Klicks vermutet.
  • Familie lebt offenbar von staatlichen Zuwendungen, was in Finnland mit 10 Kindern gut möglich ist.
  • Das Haus gehört ihnen nicht, der Eigentümer verkauft das Haus.
  • Kinder auf Decke zu legen, ist nicht nur irgendein Ritual, sondern … lying down has been linked to ‚blanket training‘, a method used by some Christian fundamentalists to instill obedience in their children.

Moment mal … Deckentraining? Im Forum finde ich: „It’s from Michael Pearl’s „To train a Child‘ where he claims that a child’s spirit needs to be broken in order to be obedient in early life. He suggests tapping a baby firmly on bare legs with a hazel ’switch‘ when the baby moves of the blanket. This means that the mum can do her household chores knowing that the baby will just sit there for up to 30 minutes.“

Und — ich bin raus.

Der Übergang von Ritual zu Routine zu Zwangshandlung findet meist unmerklich statt. Doch manchmal muss man mit Ritualen brutal brechen – auch wenn es um das Ansehen von YouTube-Videos geht.

Euch ganz wunderbare Weihnachten – mit und ohne Rituale.

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Haut: Under The Skin

Ich habe es vielleicht an der einen oder anderen Stelle bereits erwähnt, aber Jonathan Glazers ,Under The Skin‘ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Und da lasse ich mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen darüber zu schreiben. Vor allem nicht, wenn das Thema diesen Monat Haut ist. Denn auch wenn einem ,Under The Skin‘ manchmal wirklich unter die Haut geht, verbirgt sich dahinter noch sehr viel mehr.


Der Film beruht auf einem Roman von Michael Faber. Doch Jonathan Glazer beschreibt die Verbindung zum Buch als eine spirituelle. Denn das Buch ist eine Erzählung und auf den ersten Blick ist davon nicht viel im Film zu sehen.

Nun ja, zumindest nicht in dem fertigen Film. Denn anfänglich hatten die Autoren Glazer und Walter Campbell tatsächlich eine Version, die ziemlich nahe an der originalen Geschichte lag. Und sie war gut. Aber dennoch, mit diesem Drehbuch in der Hand wurde Jonathan klar, dass er etwas anderes schaffen wollte. In gewisser Hinsicht wurde eine direkte Buchverfilmung dem Buch selbst nicht gerecht. Also arbeiteten die beiden weiter. Drangen tiefer in die Materie ein, legten eine Schicht nach der anderen frei, um schließlich beim Kern der Geschichte anzukommen. Denn wenn man alles ablegt, ist es eine Geschichte über ein Alien, das auf die Erde kommt, erzählt aus der Perspektive des Aliens.

So beginnt der Film mit visuell anspruchsvollen Bildern. Unnatürlich und abnormal und nicht wirklich greifbar. Gepaart wird das mit rauen, puristischen Aufnahmen aus einem kleinen schottischen Vorort. Die inszenierte Pracht weicht dem kargen Alltag. Scarlett Johansson, die das Alien verkörpert, wirkt wirklich etwas fehl am Platz. Und der kräftige schottische Akzent macht es einem schwer, den Dialogen zu folgen. Fast als wäre man selber auf einem fremden Planeten gelandet.

Immer wieder zeigt uns Glazer Momente, die er Set-Pieces nennt. Situation, die eine emotionale Reaktion in uns hervorrufen. Die unter die Haut gehen. Momente, die so karg und einfach gefilmt sind, dass sie nahezu real wirken und teilweise auch sind. Ein Baby wird alleine am Strand zurückgelassen, Hooligans beschädigen ein Auto und Menschen gehen ihren ganz natürlich Geschäften nach. Dagegen schneidet Glazer die starre Miene des Aliens. Wir können nicht durch ihre Fassade blicken. Wir erkennen nicht, was sie fühlt, ob sie fühlt. Und durch ihren Blick scheint alles fremdartig, seltsam, verschoben. So schlüpfen wir in die Haut eines Aliens, das in die Haut eines Menschen geschlüpft ist.

Die Mission des Aliens wird nie gänzlich erklärt. Aber immer wieder zieht es Männer in ihren Bann und bringt sie in ein verlassenes Haus. Erregt legen die Männer ihre Klamotten ab. Machen sich nackt, machen sich frei. Nur um in einem schwarzen Loch zu versinken. Hilflos, ratlos, gefangen – hängen sie in der Luft, bis sie ausgesaugt werden und nur noch ihre leere Hülle übrig bleibt. Vom Alien keine Reaktion.

Doch ist da nicht mehr unter der glatten Fassade? Nicht ganz unüberlegt hat Glazer Scarlett Johansson für die Rolle besetzt. Eine Schauspielerin, die von der Masse hauptsächlich für ihren Sex-Appeal gefeiert wird. Denn nur wenige schauen genauer hin, um dahinter einen intelligenten, kreativen Menschen zu entdecken.

Und so ist es jenes Opfer, das nicht auf ihre Schönheit achtet, sondern viel mehr von ihrer Höflichkeit überrascht ist, das etwas in dem Alien auslöst. Erst ist es nur ein Gedanke. Doch nach und nach entwickelt sich etwas in der starren Kreatur. Die Opfer lassen sie nicht länger unberührt. Sie hat sich offen gemacht, lässt die Emotionen an sich heran.

Und sie muss feststellen: Unter der Haut der Menschen verbirgt sich mehr als nur Fleisch. Dort gibt es auch Liebe, Empathie und Hilfsbereitschaft. Sie läuft davon und vernachlässigt ihre Mission. Sie ist nicht mehr länger verschlossen. Und auch wir erkennen langsam die Schönheit der Realität. Wo man zuerst in den ästhetischen Bildern geschwelgt hat, reizen einen nun die unspektakulären Aufnahmen. Genau wie das Alien sympathisieren wir mehr und mehr mit den Menschen um sie herum. Sehen die selbstverständliche Freundlichkeit, die einem hier geboten wird. Als sie dann verloren von einem Mann aufgenommen wird, hat sie zum ersten mal die Ruhe, sich zu betrachtet. Sie betrachtet ihren Körper. Und sieht zum ersten Mal mehr als nur eine Hülle. Da liegt Schönheit in der Haut. Da verbirgt sich Schönheit unter der Haut.

Wenn man bedenkt, dass dies das erste Mal ist, dass Scarlet Johansson nackt vor der Kamera steht, wird einem deutlich, wie menschlich die Szene doch ist. Denn es geht nicht um Sex-Appeal und Erregung. Viel mehr geht es um Akzeptanz. Um wertloses Interesse. Und es benötigt den Blick eines Aliens, den Blick von außen, damit auch wir das erkennen.

Umso schmerzhafter ist es zu sehen, wie sie beim ersten Versuch Geschlechtsverkehr zu haben, feststellen muss, dass sie eben doch nur eine Hülle trägt. Dass unter der Haut nur ein harter, unnatürlicher Kern ist.

So wirkt ,Under The Skin‘ von außen wie ein normaler Film. Denn schließlich ist er genau das. Ein Film. Doch schaut man hinter die Fassade, erkennt man einen Film, der genau wie sein Hauptcharakter die Konventionen bricht. Nicht nur in der Erzählweise oder in der filmischen Herangehensweise, aber durch sie hindurch. Die langen Einstellungen, die versteckte Kamera, die realen Personen führen uns ganz langsam an etwas heran, das wir immer wieder vergessen: Was gerne hinter einer dicken Schicht Make-up und Special Effects versteckt wird. Das in den meisten Filmen gesucht, aber selten gefunden wird.

Die Schönheit der Natürlichkeit.

Die schmutzigste Aufnahme aus Schottland kann daher mit den stilisierten Animationen mithalten. Passanten auf der Straße können einer Hollywood-Schauspielerin das Wasser reichen. Und schräge Musik ist im richtigen Kontext eben nicht mehr schräg.

Alles was zählt ist Emotion. Je natürlicher desto schöner.

freunde: interview mit lenny
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Freunde: Interview mit Lenny

Filmfreundschaften, Seinfeld und eine unerwartete Jake-Gyllenhaal-Appreciation-Party. Ich habe mich mit Lenny über Freunde unterhalten.

Isabel: Was ist deine Lieblingsart, neue Freunde kennenzulernen?

Lenny: Ich mag’s eigentlich, am Set Leute kennenzulernen. Das kann aber relativ schnell auch nur beruflich bleiben. Viele von meinen Freunden hab ich übers Eck kennengelernt. Wir machen oft Filmprojekte zusammen, aber es ist nie durch einen Dreh ins echte Leben gekommen, sondern immer eher andersherum passiert. Das finde ich immer nett, wenn man Leute kennenlernt, weil einer jemanden mitbringt. Und dann merkt man ja auch immer relativ schnell, ob man gut zusammen klar kommt oder nicht.

Was würdest du sagen, ist für dich das Anzeichen, dass Potential für eine gute Freundschaft da ist?

In Gesprächen, wenn man merkt, man unterhält sich, ohne immer wieder neu ansetzen zu müssen oder immer wieder die Fäden zu verlieren. Wenn es einfach relativ automatisch von einem Gespräch ins nächste geht. Und man sich so immer weiter entwickelt. Das, finde ich, ist immer ein gutes Anzeichen.

Gibt es noch andere Sachen, die dir in einer Freundschaft wichtig sind?

Ich würde sagen, es ist auf jeden Fall wichtig, dass man Spaß hat. Das Humor dabei ist.
Man kann sich total intellektuell über Dinge auseinandersetzen, aber das bleibt teilweise auch sehr distanziert. Wenn man was hat, worüber man lachen kann, ist es sofort persönlicher.

Ich hab immer das Gefühl, wenn es zwei Situationen gibt, die unabhängig voneinander sind, in denen man sich kennenlernt, dann ist das gut. Das spricht wahrscheinlich auch erstmal gegen die „Filmfreundschaften“. Weil das ja, mehr oder weniger, eine einzige Situation ist, in der man sich kennenlernt. Das ist dann ein Kosmos, in dem man sich total gut versteht, aber man ist ja nie ausgebrochen. Denn je öfter man in verschiedenen Situationen mit Menschen zusammen ist, desto besser oder fester kann eine Freundschaft werden.

Stimmt, vor allem ist es ja am Set oft so, dass man total viele Situationen miteinander hat, aber eigentlich alle von derselben Art. Und dann ist es komisch, dass man sich sehr gut kennt, aber eben nur unter einem bestimmten Blickpunkt. Wenn man dagegen sehr schnell viele unterschiedliche Situationen miteinander erlebt, lernt man sich dadurch ganz anders kennen.

Ja, wenn man sagt, man trifft sich mal abends auf ner Party, man geht mal frühstücken, man geht mal ins Kino, man macht so verschiedene Sachen, dann glaube ich, kommt man schneller an den Punkt, wo man sich wirklich gut versteht und auch merkt, dass die Beziehung, die man hat, unabhängig ist von dem, was man zusammen tut.

Gibt es trotzdem etwas, dass du besonders gern mit Freunden machst?

Ich rede gern mit Leuten. Das macht mir eigentlich am meisten Spaß. Und ich gucke sehr gerne Filme. Das heißt, ich gehe mit Freunden immer sehr gerne ins Kino, wenn das damit verbunden ist, dass man sich davor oder danach, im besten Fall beides, lange unterhält.

Das ist bei einem Film ganz cool: man hat schonmal einen Start. Man kann anfangen, sich über den Film zu unterhalten und wenn’s gut läuft, unterhält man sich vielleicht gar nicht über den Film, weil man einfach nur die Thematiken aufgreift und über die diskutiert, anstatt jetzt penibel irgendwelche Szenen zu analysieren. Das mache ich am liebsten. Egal in welcher Konstellation, zusammenzusitzen, und sich zu unterhalten.

Ist ja auch ein cooler Mix, weil man hat ein Erlebnis zusammen, ein Film ist ja im Grunde ein Erlebnis, und dann hat man nochmal die Möglichkeit, darüber zu reflektieren.

Ich glaube, es ist schon irgendwann wichtig, dass man Dinge zusammen tut. Irgendetwas gemeinsam unternimmt. Und das hat in unseren Fall, in meinem Fall, eigentlich immer irgendwas mit Film zu tun.

Aber man muss sich schon was ausdenken.  Früher als Kind hat man einfach egal was zusammen gemacht. Das fällt immer auf, wenn man sich Spielplätze anguckt, wo nichts ist und die Kinder finden trotzdem irgendwas, das sie spielen können.

Da ist man heute irgendwie ein bisschen eingeschränkter. Wobei, in unserem Fall eben das Filmemachen spielen ist. Da fängt man dann auch an, Dinge zu basteln und sich zu verkleiden und sonst was. Bloß dass das dann am Ende noch gefilmt wird, was eigentlich umso lustiger ist.

Stimmt, eigentlich sind da alle guten Spielaktivitäten verbunden. Und man kann von einer zu anderen nahtlos übergehen. So wie es ja bei Kindern auch ist, man hat ja meistens irgendein Spiel, das man spielt, so wie Mutter-Vater-Kind, und dafür sind dann ganz viele kleine Sachen wichtig, die man erstmal kreieren muss.

Absolut. Und als Kind spielt man halt Post oder sowas und man möchte eigentlich so richtig tief eintauchen, aber es gibt gar nicht so viel, was man noch machen kann, außer Stempel auf nen Papier drücken. Und da geht es  natürlich beim Filmemachen schon darum,  die Welt richtig aufgeladen und lebendig  zu machen.

Welche Eigenschaften interessieren dich besonders an Menschen?

Ich finde cool, wenn Leute einfach offen sind. Das ist für mich eigentlich die beste Eigenschaft. Es gibt natürlich viele Gründe für Verschlossenheit, wenn Leute zum Beispiel schüchtern sind. Oder arrogant. Aber wenn man so eine gute Prise von Naivität hat, bei der man sagt, „Erstmal gucken, wie es so ist“ und nicht schon voreingenommen ist, finde ich das angenehm.

Und wenn jemand bereit ist, die nächsten Schritte zu gehen. Wenn man sagt, man schreibt demjenigen jetzt einfach oder man fragt, „Hey wollen wir was zusammen machen“, anstatt das nicht zu machen, weil man lieber in seiner Komfortzone bleiben möchte.

Klar ein bisschen Mut ist ja schon dabei, erstmal offen zu sein für neue Erfahrungen, aber man muss eben auch mutig genug sein, den nächsten Schritt zu gehen und das Risiko einzugehen, dass es vielleicht nichts wird, obwohl man dachte, man könnte sich nicht nur oberflächlich gut verstehen.

Absolut.

Ich finde eine große Stärke von dir ist wirklich, dass du dir total gute Gemeinschaftsaktionen ausdenken kannst, so wie in Italien, als du die Idee mit Zombiecide hattest. Was würdest du außerdem sagen, sind deine größten Stärken als guter Freund?

Ich hab immer so das Gefühl, das Wichtigste ist für mich, das es eine Gruppendynamik gibt.
Dass der Grund, warum man zusammen ist, in jeder Konstellation, am meisten unterstützt wird.

Und dann versuche ich eigentlich immer, also auch unbewusst, die Position einzunehmen, die dem am besten hilft. Das ist dann manchmal eine Position, die so wirkt, als wäre man voll der Egozentriker, weil man so wirkt wie der Leader, aber das gibt dann der Gruppe die beste Dynamik. Und in anderen Fällen, hält man sich einfach zurück und guckt, dass im Hintergrund alles gut läuft und dass, wenn es jemandem mal nicht so gut geht, derjenige wieder integriert wird. So, dass am ehesten erstmal das Gruppenwohl im Vordergrund steht.

Gibt es jemanden, mit dem du gerne befreundet wärst?

Oh gute Frage. Also ich bin echt happy mit meinen Freunden. Eben auch weil ich verschiedene Freunde habe, die aber auch alle offen sind, und die man miteinander verweben kann. Und die gleichzeitig alle verschiedene Qualitäten haben.

Ansonsten denke ich, grundsätzlich, ist wahrscheinlich der beste Mensch, der auf diesem Planeten existiert, Jake Gyllenhaal. Mit dem wäre ich schon gerne befreundet. (Lacht.)

Warum?

Ich finde, er ist unglaublich offen und offenherzig.
Nahezu naiv, wenn man ihn in Situationen sieht, wo er sich beömmelt, wie ein Kind.
Und gleichzeitig hab ich das Gefühl, dass man sich mit ihm auch unglaublich gut einfach zu zweit hinsetzen und anständige Gespräche führen kann. Weil er davor keine Angst hat.

Ich hab das Gefühl, da spielt vielleicht Selbstbewusstsein auch eine große Rolle. Weil man das Gefühl hat, er kann den anderen total gut wahrnehmen und Kontakt zum anderen aufbauen. Und sich gut öffnen. Oft ist es ja so, dass keine richtige Verbindung zum andern entsteht, wenn man selber so in seinem eigenen Space ist und denkt, „Hnn das ist jetzt so und das kommt jetzt so.“

Ich glaub, er kann auch was. Und das ist lustig, weil man eigentlich natürlich denken müsste, das könnte jeder Schauspieler oder sollte jedenfalls jeder Schauspieler können. Das sehe ich bei ihm ganz besonders.

Dass er sich immer dem Purpose der Sache anpassen kann. Das heißt dann eben, wenn er in einem ernsthaften David Fincher Film mitspielt, dann schafft er es, dem gerecht zu werden. Und wenn er in einer Talkshow ist, mit Jimmy Fallon oder sonst wem, dann schafft er es, sich auf diese Situation einzulassen. Er ordnet sich, im guten Sinne, immer der Gesamtsituation unter. Und bereichert sie damit total. Das finde ich immer sehr cool.

Gibt es einen fiktionalen Freund, bei dem du sagst, das ist ein richtig guter Freund?

Ich finde es interessant, wenn Freundschaften selbstverständlich sind. Gut, das ist jetzt ein gefährliches Beispiel, aber ich finde, jemand wie Kramer ist ein angenehmer Freund. Natürlich ist es total dreist, wenn er einfach so in die Tür reinkommt, obwohl er gar nicht eingeladen ist. Aber was man halt nicht missverstehen darf, ist, dass das ein Commitment von seiner Seite aus ist, sich zu öffnen. Und das finde ich irgendwie angenehm; wenn es eigentlich außerhalb der Diskussion steht, ob man füreinander da ist.
Und dass man gerne was zusammen macht.

Wie gehst du damit um, wenn in einer Freundschaft Konflikte auftreten?

Ich finde wichtig, ehrlich drüber zu reden. Vor allem, weil ein Konflikt sich im Kopf immer krass aufbauscht, wenn man die Sache nicht anspricht. Das kann ja auch sein, das man es scherzhaft erwähnt und dann steht es erstmal im Raum. Das ist vielleicht nicht die geschickteste Variante, aber immerhin. Oder dass man es offiziell anspricht.

Hauptsache, man sagt etwas. Sonst trägt man es ewig mit sich rum und es wird immer größer im Kopf. Und auf einmal ist jede Kleinigkeit, die der andere macht, nervig oder ein „Riesenfehler“. Wobei der ja auch nur sein Ding macht. Ehrlich drüber reden. Klar, das Schlimmste, was passieren kann, ist natürlich, dass die Freundschaft auseinander bricht. Aber gleichzeitig, wenn das Problem größer ist, als die Freundschaft, dann sollte man sich vielleicht eher dem Problem widmen, als der Freundschaft.

Ich glaub man muss sich irgendwie offen machen. Dann kann man natürlich verletzt werden. Und wenn der Vibe nicht stimmt, kann einen das ganz schön runterziehen. Aber der Reward, den man kriegt,  wenn es gut läuft, ist einfach auf jeden Fall lohnenswert.

Danke Lenny!

Radio

Freunde: Harry und Sally

Friendship is a deep relationship where you share your most intimate thoughts and feelings.-Rob Reiner

Wenn ich an Filme über Freundschaften denke, denke ich als aller erstes an Harry und Sally. Wir haben hier natürlich die große Frage: Können Männer und Frauen Freunde sein? Und weil wir im Jahre 2018 leben: Kann Freundschaft zwischen zwei Menschen mit der gleichen Sexualität und dem jeweils anziehendem Geschlecht funktionieren? Oder auch ruiniert Sex eine Freundschaft?

How it began:

Harry und Sally fahren nach dem College von Boston nach New York. Harry erklärt Sally das Freundschaft zwischen Männern und Frauen nicht möglich ist, weil der Sex immer dazwischen kommt. Deswegen verabschieden sie sich nach der Ankunft in New York für immer.

Rob Reiner und Nora Ephron treffen sich ca. 1984/85 zum ersten mal, und Rob pitcht Nora eine Idee für einen Film, die sie gar nicht mochte.

                         

Nach fünf Jahren treffen sich Harry und Sally zufällig am Flughafen, Sally datet einen enfernten Bekannten von Harry, sie sitzen im Flieger neben einander und Harry erzählt das er verlobt ist.  

Rob und Nora treffen sich nochmal und er pitched ihr diesmal die Idee, die den Grundstein für Harry und Sally werden sollte: ‚Zwei Leute treffen sich am Ende ihrer jeweils ersten großen Beziehung und entscheiden sich dafür niemals miteinander zu schlafen, weil es die Freundschaft ruinieren würde und dann schlafen sie miteinander und es ruiniert die Freundschaft.‘ Nach diesem Meeting steigt Nora Ephron ins Taxi und hat die komplette Struktur des Films im Kopf.

Nach weiteren fünf Jahren treffen sich Harry und Sally zufällig in einer Buchhandlung in New York. Beide frisch getrennt. Sie beide sind nicht auf der Suche nach einer Beziehung. Sie werden Freunde. 

                      

Becoming Friends:

Ephron und Reiner interviewten sich gegenseitig, um mehr über das Denken des jeweils anderen Geschlechts herauszufinden.

Harry und Sally helfen sich wieder in die Dating Welt einzusteigen und versuchen sogar sich gegenseitig mit ihren jeweiligen Besten Freunden zu verkuppeln. Jesse und Marie realisieren aber ziemlich schnell das sie füreinander bestimmt sind und werden ein Paar. Eines Abends ruft Sally aufgelöst Harry an, weil ihr Ex-Freund heiraten wird. Er kommt vorbei um sie zu trösten und sie schlafen miteinander. 

Meg Ryan, deren erste große Rolle es war und das erste mal das sie nicht nur das „Girl“ spielt wie sie selber sagt, und Billy Crystal werden als Harry und Sally besetzt und bringen tolle Ideen zu dem Drehbuch dazu. Billy Crystal hatte den Einfall für den berühmten Satz: ‚I’ll have what she is having‘.

Machen wir an dieser Stelle mal einen kurzen Break. Was sehen wir? Wir haben einen Mann und eine Frau, offensichtlich befreundet. Wenn man sich Interviews mit Rob Reiner anschaut wird schnell klar wie sehr er Ephron geschätzt hat. Von Ephron gibt es weniger Interviews aber ich denke das die Freundschaft auf gegenseitiger Wertschätzung beruhte. Wir haben hier als ganz klar einen Fall von einer Freundschaft zwischen einem Mann und einer Frau. Ganz Platonisch.

 If two people meet each other and they don’t do it, its because something is missing and it’s hard to make up for that. – Nora Ephron

Harry und Sally wissen nicht wie sie mit der Situation umgehen sollen und leben sich auseinander. Sie haben einen Streit bei Maries und Jesses Hochzeit und ihre Freundschaft scheint beendet.

                    

When Friendship becomes love:

Rob Reiner lernt während der Dreharbeiten seine zukünftige Frau Michele Singer kennen. Daraufhin ändert er das ursprüngliche Ende des Films bei dem Harry und Sally nicht zusammen kommen sollen.

An Silvester realisiert Harry das er Sally liebt: ‚I came here tonight because when you realize you want to spend the rest of your life with somebody, you want the rest of your life to start as soon as possible.‘ ‚You see? That is just like you, Harry. You say things like that, and you make it impossible for me to hate you.‘

Am Ende hat Harry doch irgendwie Recht, Sex ruiniert eine Freundschaft. Aber nur aus dem Grund, weil ab dem Zeitpunkt sehr wahrscheinlich aus Freundschaft Liebe wird. Das Männer und Frauen aber befreundet sein können, ohne das jemals der Sex dazwischen kommt beweisen uns Nora und Rob selbst.

                     

 

Mein absoluter Lieblingssatz aus dem Film ist übrigens:

‚Someone is staring at you in personal growth.‘ – Marie (Carrie Fisher)

Shoutout an alle großartigen Leute in meinem Leben die genau das machen.

Radio

Freiheit: Interview mit Uwe

In diesem Monat beschäftigen wir uns mit Freiheit. Und wenn ich an Freiheit denke, denke ich schnell an die Bornstedter Felder. Man fährt ca. 10 Minuten mit dem Fahrrad und ist in einer anderen Welt. Als ich noch zu Hause gewohnt habe und noch nicht den Mut hatte, die Schule abzubrechen, waren diese Chappi Runden mit Papa in den Feldern das ultimative Freiheitsgefühl. Weg vom Trubel, zwischen den Feldern, ein Schotterweg unter den Rädern, ein weiter Blick und an besonders guten Tagen: Kaffee und Kuchen im Obstgarten. Deswegen war es dann doch sehr passend, dass Papa und ich dieses Interview bei einer Fahrradtor durch die Felder (wegen der Hitze ohne Chappi) geführt haben. Uwe Carow ein Denker und Könner. Und vor allen Dingen einer, der in der Freiheit zuhause ist.

Amber: Ich dachte wir fangen mal ganz vorne an, was hat Freiheit für dich als Kind bedeutet? Wie hat es sich ausgedrückt?

Uwe: Ich weiß noch, wenn ich zum Beispiel bei meiner Oma und Opa war, bei denen im großen Garten, dass man sich da frei bewegen konnte. Ja, das war schon ein freies Gefühl, obwohl ich das damals nicht als so ein Freiheitsgefühl empfunden hab. Später gab es zwar natürlich Einschränkungen durch Schule und solche Dinge, aber ansonsten waren wir viel draußen und konnten eigentlich machen, was wir wollten in den Feldern, radfahren und dann natürlich immer Fußballplatz. Da war dann das Ende der Freiheit, wenn die Sonne unterging, dann musste man nach Hause. Wenn man draußen war, war man nicht unter Aufsicht, das hat sich frei angefühlt. Es war eben ein sehr ländliches Aufwachsen mitten im Ruhrgebiet.

Hat es sich über die Zeit verändert, was Freiheit für dich bedeutet?

Ja, also für mich war Schule eine ziemliche Einschränkung. Ich weiß noch, dass ich, als ich endlich das Abitur hatte, auf meinem Bett lag und »I’m free«  von The Who aus der Tommy Oper gehört habe over and over again und ein unglaubliches Freiheitsgefühl hatte. Nie mehr Schule. Und dazu muss man sagen, dass es vielleicht sogar, wenn man es mit heute vergleicht, lockerer war. Zwar hatten wir auch samstags Schule, aber nie länger als bis kurz nach eins. Und ehrlich gesagt, bin ich im letzten Schuljahr nicht mehr oft zur Schule gegangen und hab viele Tage was anderes gemacht. Aber trotzdem war das eine unheimliche Einschränkung. Und die zweite Einschränkung, die es dann gab – das war schon während ich den Song gehört hab klar – dass die Bundeswehr auf mich wartet. Also das nächste Ding. Dabei hatte ich kein Problem damit, Deutschland zu verteidigen, auch kein Problem mit dem »Dienst an der Waffe«.

Ich war zunächst als sogenannter Kriegsdienstverweigerer anerkannt. (Damals musste man sich noch einer Gewissensprüfung unterziehen) Das wurde widerrufen und ich bin bei der nächst höheren Instanz durchgefallen. Und ich wusste: sie haben mich durchschaut, es geht nicht darum, dass mein Gewissen mir verbietet zu verteidigen, zu kämpfen, zu töten, sondern nur um meine persönliche Freiheit. Nach dreizehn Jahren Schule nicht tun und lassen zu können, was ich will, Befehlen zu gehorchen, die Einschränkung der Freiheit, das war das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte und deswegen wollte ich da nicht hin. Da hab ich mit 18 gewusst: Das kann ich nicht aushalten. Da geh ich nicht hin. Weder aus ideologischen noch aus sonst welchen Gründen, aber aus dem Grund der Freiheitseinschränkung.

Und wie bist du das umgangen?

Ich habe dann angefangen an der Kunstakademie zu studieren. Und hab‘ die Kriegsverweigerungsprozesse solange rausgezögert, bis ich im dritten Semester war. Denn dann konnte man erst sein Studium abschließen, bevor man eingezogen wurde. Also hatte ich erst mal Zeit gewonnen und hatte natürlich auch so ziemlich das freieste Studium, das man sich vorstellen kann, ohne Stundenplan. Das war für mich auch so eine super wichtige Sache. Und da hab ich dann das erste Mal verstanden, dass – ich war da ja erst neunzehn, also noch sehr jung – mit Freiheit auch eine gewisse Verantwortung kommt.

Also wenn du niemanden hast, der dir sagt, um 10 Uhr ist das-und-das und du musst dann-und-dann deinen Schein machen oder eine Klausur zu dem-und-dem Thema schreiben, sondern du kannst eben ins Atelier gehen oder nicht, dann spürst du plötzlich eben auch eine Verantwortung für dich selbst.  Ja, das hab ich da zum ersten Mal gelernt und auch gelernt, dass es sozusagen die Kehrseite der Freiheitsmedaille ist, dass man selber Verantwortung übernehmen muss.

Du hast dir ein Leben kreiert, das in gesellschaftlichem Sinn sehr viel Freiheit hat, mit selbstgesetzten Arbeitszeiten und, und, und. War das zufällig oder ging es gar nicht anders?

Das ist wahrscheinlich nicht zufällig, aber erst jetzt im Rückblick wird deutlich, dass das ein wichtiges Thema für mich ist. Wenn man in dem Prozess drin ist … zum Beispiel mit der Bundeswehr, ist es erst mal so ein inneres Gefühl und keine theoretische Überlegung: »Oh das gibt mir mehr Freiheit.« Dann ging ich in eine eingemauerte Stadt nach West Berlin, aber hatte trotzdem ein Gefühl von Freiheit.

Und dann ging ich in ein besetztes Haus, und da konnte man komplett eigene Regeln aufstellen und ausprobieren, also auch Freiheit, natürlich auch wieder mit Verantwortung und mit Risiken. Bestimmte Sachen hatte man eben nicht. Im Rückblick habe ich mich im Zweifelsfall immer für den freieren Weg entschieden, ob das immer gut war (Schulterzucken) … aber ich hab das so gemacht.

Und wann fühlst du dich in deinem Alltag am freiesten?

Also ich glaube, es ist eher umgekehrt, ich spüre es eher, wenn die Freiheit eingeschränkt wird. Also zum Beispiel hab ich ein Problem damit, wenn mir jemand sagt, wann ich wo sein soll. Also nicht wenn ich mich mit jemanden verabrede, aber zum Beispiel bei Filmproduktionen war das so. Eine zeitlang war ich ja oft am Set und dem Drehplan und den Dispos unterworfen. Mir von jemanden sagen zu lassen, dass ich irgendwo körperlich anwesend sein muss, das ist schon schwierig.

Aber wird das nicht, wenn man Kinder hat immer mehr, mit Elternabenden und so?

Das ist wieder was anderes, ich habe komplett frei entschieden, dass ich Kinder haben wollte und da hab ich mich nie unfrei gefühlt. Katrin und ich mussten uns natürlich eine zeitlang, als ihr klein wart, immer absprechen, wer wann wo ist, weil immer einer da sein musste. Könnte man sagen, das ist die totale Unfreiheit. Aber das hab ich nicht so empfunden. Das war eine freie Entscheidung für eine Verantwortung, die wir gemeinsam getroffen haben. Freiheit hat sowieso sehr viel mit subjektivem Empfinden zu tun.

Was meinst du hält einen davon ab, frei zu leben?

Man ist natürlich nicht nur in seinem Körper geboren, sondern hat dann auch über die Jahre so ein psychisches Konzept oder Korsett oder psychische Verfassung ausgebildet. Und die ist dann teilweise auch durch Erziehung, durch die Erziehung zuhause, aber auch durch die gesellschaftliche Erziehung geprägt. Da entwickeln sich hartnäckige Glaubenssätze. »Wer A sagt muss auch B sagen.« »Was sollen die Nachbarn denken.«

Glaubenssätze, die man selber für sich hinterfragen muss, und vielleicht auch gucken, ob die überhaupt gut für einen sind. Das ist auch ein Akt der Befreiung. Glaubenssätze zu erkennen. Und dann zu gucken, sind die für mich sinnvoll. Und die Anstrengung auf sich zu nehmen, die zu ändern. Das ist nicht einfach, erfordert Kraft und auch einen gewissen Mut. Freiheit ist zunächst mal die Freiheit von Angst. Weil es da natürlich noch die volle Wucht der spießigen Gesellschaft gibt, gegen die man sich behaupten muss.

Was meinst du damit?

Spießer sind für mich Leute, die anderen Leuten die Freiheit wegnehmen wollen. Nicht zu verwechseln mit Menschen, die jeden Tag vollkommen regelmäßig ihr Ding machen, einer Arbeit nachgehen, whatever. Die machen einfach ihr Ding, lassen andere in Ruhe. Spießer dagegen sind für mich Leute, die an die Decke klopfen, und da muss man gegen halten. Ängstliche Menschen, »Besorgte Bürger«.

Würdest du sagen, dass für dich grundsätzlich das Motto gilt, je mehr Freiheit desto besser? 

Also ich glaube, vielleicht ist das sogar eine historische Entwicklungsstufe, die Stufe der individuellen Freiheit. Ich glaube nicht, dass individuelle Freiheit der Gipfel der Evolution ist, aber im Moment sind wir, glaube ich, in einer Phase, in der individuelle Freiheit eine wichtige Sache ist. Gesellschaftlich. In der Menschheitsbewusstseinsevolution ist individuelle Freiheit ein großes Thema und es ist wichtig, dass man das weiter vorantreibt. Du musst das dann halt irgendwie auch durchsetzten gegen die gesellschaftliche Gegenströmung, und die spürt man oft schon sehr stark. Diese ganzen Sprüche von das Leben ist kein Ponyhof, das ist schon so ein sehr ängstlicher Spruch. Der einen unfrei macht. Ich mein das Leben ist auch kein Hamsterrad.

Radio

Freiheit: Easy Rider

Es gibt unzählige Filme, die auf irgendeine Weise das Thema Freiheit behandeln. Die beiden, die mir als erstes einfallen, haben viele Gemeinsamkeiten. Beide sind im Jahr 1969 erschienen, als der Krieg in Vietnam genauso eskalierte wie der Widerstand dagegen und die ersten Menschen auf dem Mond landeten. Beide sind Buddy Movies, beide Road Movies, mehr oder weniger. In beiden Filmen sind die Hauptprotagonisten kleine Kriminelle, im einen Fall hauptberuflich, im anderen eher amateurhaft. In beiden Filmen werden die Helden (bei Filmen aus dem Jahr 1969 ist die Spoilerverjährungsfrist abgelaufen) am Ende abgeschossen. Und genau wie Martin Luther King und Robert Kennedy, die im Produktionsjahr der Filme erschossen wurden, stehen Butch Cassidy und The Sundance Kid und Wyatt und Billy für Freiheit. Für Freiheit, die Angst macht. Es gibt vermutlich keine Filmszene, die das besser thematisiert als die berühmte Lagerfeuerszene in Easy Rider.

Morganza

  

Wyatt, Billy und George hatten ihre Motorräder vor einem Diner im Süden geparkt. Werden aber in der feindseligen Stimmung, die ihnen entgegenschlägt, nicht bedient und verschwinden wieder.

Für diese Szene hatte Dennis Hopper ein Cafe in Morganza, Louisiana, ausfindig gemacht und wie so oft während der Dreharbeiten, vermischten sich Spiel und Realität auf erschreckende Weise. Hopper wollte auf keinen Fall Komparsen von ansässigen Laientheatergruppen anheuern, sondern genau die Locals, die wirklich in dem Cafe saßen, als er es zum erstenmal betrat und wusste, dass er den richtigen Ort für diese Szene gefunden hatte. Paul Lewis, der production manager war entsetzt: We’re gonna get in so much trouble. We’re never gonna leave this town. They’re gonna kill us.

Und DOP László Kovács erinnert sich: When I saw the faces, they loved to hate, and it was kind of scary. The only thing that toned down the real hatred was: We are in a movie.

De facto war Louisiana zu der Zeit immer noch ein Staat mit Rassentrennung. Es gab im Cafe eine white section und eine non white section. Und offensichtlich war die non white section die coolere. Bessere Musik, klasse Jukebox, lockere Atmosphäre. Also amüsierten sich einige Crew-Mitglieder dort, tanzten mit den Leuten.

Das schürte – zum Nutzen der anschließenden Szene – die feindselige Stimmung noch mehr. Paul Lewis erinnert sich, dass der Sheriff, der nachher wirklich (as deputy) im Film zu sehen ist, droht, die Crew ins Jail zu werfen, wenn sie sich nicht von der non white section fernhält.

Dennis Hopper hält seine Local-Laienschauspieler an, wirklich alles rauszuhauen, was sie von Hippies wie ihnen halten, und es entsteht eine der – wie ich finde – bedrückendsten Szenen des Films.

»What the hell is this? Troublemakers?«

»You name it, I’ll throw rocks at them, sheriff.«

Campfire

                                               

Mir ist nicht wirklich klar, auf welche Zeit sich George (Jack Nicholson) bezieht, wenn er den Dialog beginnt mit: »You know this used to be a hell of o good country.« Wilder Westen? Bürgerkrieg? Kampf gegen die deutschen Nazis? Es heißt vermutlich nur, es gibt viel, worauf Amerika stolz sein kann.

Aber die Analyse ist umso deutlicher: Menschen haben Angst vor Freiheit. Und Angst macht gefährlich. George wird die Nacht nicht überleben.

Der Film hat überlebt. Für unter 400K Dollar produziert, hatte Easy Rider einen überwältigenden kommerziellen Erfolg und begründete in den USA eine neue Art, Filme zu machen. Vor 1969 gab es dort kaum unabhängige Filmemacher. Easy Rider, ein Film über die Freiheit, hat dem Filmemachen eine neue Freiheit gegeben.

Alle Abbildungen sind aus dem Making of Born to Be Wild by Nicholas F. Jones, 1995.

 

Freiheit Pizza
Radio

Freiheit: Pizza

Meine Lieblingsart zu Kochen ist…gar nicht zu kochen. Sondern zu backen. Irgendwas an der Idee, etwas in den Ofen zu schieben und während man „kocht“, Zeit für etwas anderes zu haben, begeistert mich. Und der Klassiker unter leckeren und einfachen Dingen, die man in den Backofen schieben kann ist..natürlich. Pizza.

Ich liebe Pizza. Und am meisten liebe ich selbstgemachte Pizza. Weil jeder seine eigene Art hat, sie zu machen. Manche mögen den Teig weich und fluffig, andere knusprig, die eine mag ihre Pizza am liebsten einfach, die andere belegt sie mit allem, was ihr in die Finger kommt. Eigentlich ist eine Pizza wie ein leere Leinwand, die jeden zu einem anderen essbaren Kunstwerk inspiriert.

Außerdem ist sie einfach zuzubereiten, dass heißt man kann nebenbei Musik hören, ein Glas Wein trinken, tanzen und sich unterhalten. Und sobald sie bäckt, hat man diese Special Zeit, eine halbe Stunde mit der man anfangen kann, was man will. Und aus irgendeinem Grund, fühlt sich diese halbe Stunde für mich wie absolute Freiheit an. Eine Nicht-Zeit, ein geheimer Moment, eine Zeitentdeckung. Ein Zwischenmoment. 

freiheit pizza

Gerade wenn man sich abends zum Kochen trifft, finde ich es schön, wenn es viel Raum zum Zusammensitzen und sich Austauschen gibt. 

Mein superschneller Pizzateig geht so:

250 g Mehl (ich nehme meisten Dinkelvollkorn, was super funktioniert)
1 halben Würfel Frischhefe
137 ml lauwarmes Wasser (ich weiß seltsame Zahl, dabei kann man sich auch gut auf sein Gefühl verlassen, ist der Teig zu feucht, noch etwas Mehl, ist er zu trocken, einen Schluck Wasser)
1 Prise Salz
2 Esslöffel Olivenöl (oder ein großzügiger Schluck, wenn kein Löffel zur Hand ist, die Finger klebrig sind oder du deiner Intuition vertraust)

Das Mehl in eine große Schüssel häufen und in der Mitte eine kleine Kuhle machen. Die Hefe hinein bröseln. Die Prise Salz hinzugeben und dann langsam ein bisschen Wasser auf die Hefe gießen und sie mit einer Gabel verrühren, bis eine schaumige Paste entsteht. Dann vom Rand der Kuhle ein bisschen mehr Mehl einrühren und so nach und nach einen klebrigen Teig machen. Jetzt gebe ich meist das Olivenöl dazu. Wenn du den Eindruck hast, dass der Teig zu feucht zum Kneten ist, gib einfach noch ein bisschen Mehl dazu. Solange, bis du mit den Händen eine weiche Kugel formen kannst. Die knetest du jetzt ungefähr acht Minuten, während du, je nach Bedarf, ein bisschen Mehl oder Wasser hinzugeben kannst. Der Teig wird luftig, elastisch. Wenn du rund 8 Minuten leidenschaftlich geknetet hast, kannst du den Teig ausrollen.

freiheit pizza

Aus der oben genannten Menge kannst du ein Blech Pizza machen, oder auch zwei superknusprige runde Pizzen, oder natürlich ganz viele kleine. Whatever you like. Wir machen meist zwei annähernd runde (insgeheim damit jeder seine eigene Pizza hat).

Lukas macht die Tomatensoße. Sein Rezept geht so:

250 ml passierte Tomaten
2 Zehen Knoblauch
Olivenöl
Wein oder Balsamico-Essig
Kräuter

Knoblauch schälen und schneiden. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und den Knoblauch anbraten. Tomaten dazu. Mit Salz würzen und mit einem Schuss Wein oder Balsamico-Essig abschmecken. Wer mag kann natürlich auch noch Kräuter hinzufügen. Die Soße auf den ausgerollten Teig gießen und gut verteilen. Lukas mag keinen trockenen Rand, deswegen zieht bei uns die Soße dicht ans Ufer. Weil wir so gut wie immer vegan essen, kommt auf unsere Pizza meist kein Käse. Ich liebe Paprika Pizza, weil sie lecker süß und frisch ist. Dazu belege ich die Pizza dicht mit mitteldünn geschnittenen Paprikastreifen.

freiheit pizza

Lukas steht auf Gemüsepizza, dazu bereitet er Gemüse seiner Wahl, zum Beispiel Aubergine, Brokkoli und Pilze vor und belegt seine Pizza damit. Auch wenn es sich im ersten Moment seltsam anhört; Brokkoli auf Pizza schmeckt fantastisch! Gerade wenn man ihn roh drauf legt, behält er beim Backen seinen Biss und wird trotzdem gar.

Dann kommt das Ganze in den Ofen (bei 220 bis 250 Grad) und man hat Zeit, eine Filmauswahl zu treffen, sich zu unterhalten und/oder eine Runde Rainbow-Shithead zu spielen. Bei uns bleibt die Pizza solange im Ofen, bis der Teig knusprig und das Gemüse gar ist. Ungefähr eine halbe Stunde oder…acht Runden Shithead. Und dann…wird gegessen! 

freiheit pizza

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