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Rise & Shine: Interview mit Amber

Nun, was soll ich sagen, ich kenne Amber jetzt schon ziemlich lange. Seit ihrer Geburt um genau zu sein.
Schon immer war sie ausgesprochen fröhlich. Ein richtiges Sonnenkind. Aber auch diszipliniert und zielstrebig. Mit fünf Jahren hat sie zusammen mit Isa und mir angefangen zu schauspielern, hat einige absolut beeindruckende Performances hingelegt und ihren ganz eigenen Weg durch diese seltsame Karriere gefunden. Trotz vieler Kinorollen und einiger Aufmerksamkeit, ist sie immer auf dem Teppich geblieben. Wortwörtlich, denn vor einigen Jahren hat sie Yoga für sich entdeckt. Mit einer ähnlichen Disziplin und Freude an der Aufgabe, hat sie im vergangenen Jahr eine Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert und einen YouTube-Channel gestartet, auf dem sie andere Leute für den Sport und die Lebensweise von Yoga begeistert. Ganz entspannt, aber auch ein bisschen anders als normal, habe ich mich jetzt mit Amber unterhalten und ihr mal so, wie man das als Bruder normalerweise nicht tut, ein paar Fragen gestellt. Here we go!

Leonard: Ähnlich wie ich, bist du ja auch durch Isa ans Schauspielern gekommen. Was hat dich damals am Schauspielern so fasziniert, dass du weiter machen wolltest?

Amber: Als ich jünger war, ging es viel um das Drumherum. Man kannte ja sonst nur Familie, Schule, Freunde und dann auf einmal hatte man einen Einblick in die Arbeitswelt, in die Erwachsenenwelt.

Jetzt hast du ja letztes Jahr eine Ausbildung zur Yoga-Lehrering gemacht, unterrichtest mittlerweile auf YouTube. Wie hast du Yoga für dich entdeckt?

Vor ungefährt sieben Jahren habe ich mit Mama, als Mutter-Tochter-Aktion einen Yogakurs in Potsdam besucht. Aber erst als ich Yoga mit Adriene auf YouTube entdeckt habe, ist das Feuer entfacht. Das kam auch gerade in einer Phase, in der ich nicht besonders glücklich war, so dass Yoga etwas wurde, an dem ich mich festhalten konnte. Mittlerweile mache ich jeden Tag Yoga und es fühlt sich schon komisch an, wenn ich mal einen Tag auslasse.

Das hat ja sicherlich auch viel mit Disziplin zu tun. Spielt Routine für dich eine große Rolle?

Oh ja! Ich bin definitiv ein sehr routinierter Mensch. Das kann sehr angenehm sein, weil ich, sobald ich einen freien Tag habe, einfach wieder meine Routine habe und dann bin ich relaxed. Momentan versuche ich aber auch zu testen, was brauche ich wirklich und was ist einfach nur Routine. Ich möchte ein flexibler Mensch sein, der in jeder Lebenssituation sein Glück und seine innere Ruhe findet. 

Und wie bringst du das in Einklang mit Schauspielen was ja ein sehr unroutinierter Beruf ist?

Ich nehme zum Beispielen in jedes Hotelzimmer eine Lichterkette und ein Raumspray mit, das ich auch bei mir zu Hause benutze. Wenn ich weiß, ich brauch jeden Tag meinen Tee, frage ich mich, wie kann ich das mobil machen und dann nehme ich einfach einen kleinen Wasserkocher mit. Und das gute an Yoga ist ja, man kann es überall machen. Beim akuten Drehen, also am Set hat man ja eh viele Wartezeiten, man ist viel im Hotel. Da kann man überall seine Matte ausrollen oder auf dem Teppich ein bisschen Yoga machen. Beim Drehen trägt man ja jeden Tag fremde Klamotten, hat fremdes Make-Up und sagt fremde Sätze. Ich versuche mich da nicht jedes mal komplett zu verlieren. Da ist es gut, hin und wieder zu sich nach Hause, auch im Sinne von zurück in seinen eigenen Körper zu kommen. 

Und hilft dir da das Yoga?

Ja, ich denke schon. Man atmet anders, man steht anders in seinem Körper, man hat definitiv ein anderes Körpergefühl. Früher habe ich sehr intuitiv gespielt. Das hat den Vorteil, dass es dann sehr natürlich kommt. Wenn man es dann aber mal nicht spürt, oder die Intuition nicht da ist, kann man es nicht abrufen. Mittlerweile schaffe ich es da, mit Technik zu arbeiten. Neben dem körperlichen Yoga hilft mir aber auch das ganze Mindset, das ich in mein Leben integriert habe. Das Meditieren und alles was dazugehört.

Ja stimmt! Du hast ja letztes Jahr 365 Tage meditiert. Also ein ganzes Jahr lang jeden Tag. Wie war das so?

Na ja, ich habe die App Headspace gefunden und Papa ganz stolz davon berichtet. Und wie er so ist, hat er ganz schnell angefangen, die App super viel zu nutzen. Das hat mich motiviert. Außerdem hat die App so verschiedene Buttons, die man bekommt, wenn man drei Tage am Stück meditiert, dann zehn, dann fünfzig, na ja und irgendwann gibts den 365-Tage-Button. Ich erinnere mich noch, dass ich dachte, 365 Tage wäre schon ziemlich cool, aber das schaffe ich nie! Aber je mehr man drin ist und man dann schon den 180 Tage Button hat, desto mehr will man halt auch richtig durchziehen und hat so das Ziel voll vor Augen. 

Yoga hat ja auch viel mit Rise&Shine zu tun. Es gibt ja sogar den Sonnengruß. Inwiefern findest du diesen Aspekt im Yoga machen?

Also für mich verkörpert Yoga etwas, das eigentlich eher gar nichts mit Yoga zu tun hat. Es geht darum dieses innere Glück zu finden und jeden Tag zu schauen, wie geht es mir. Wenn man das mit Basketball hat oder mit Nähen, jeden Tag joggen geht oder beim Haarschneiden seinen Spark findet, dann ist das für mich im weitesten Sinne Yoga. Gleichzeitig hat Yoga natürlich unglaublich viele körperliche Vorteile. Die ganzen Twists, das Detoxen, das Durchatmen. Und dann würde ich sagen, einfach wirklich ruhig machen. Sich nicht überanstrengen, die Augen schließen und auch nicht zu sehr auf die Form achten. Wenn es sich gut anfühlt, dann ist es richtig. Das habe ich immer mehr herausgefunden. Nicht nach Außen zu schauen, sondern bei sich Innen zu gucken, wie es ist. 

Was bedeutet für dich Rise&Shine und hast du einen richtigen Rise&Shine Moment in deinem Leben?

Als Mama mir ihr neues Buch Premiere gewidmet hat, hat sie geschrieben: Rise and Shine Sunshine. Das hat mich sehr berührt und inzwischen ist Rise&Shine für mich eine Art Weckruf geworden. Es ist einfach die Erinnerung an mich selber, dass mein Leben klasse ist, und dass das auch mit einer Verantwortung kommt. Das sollte man ausleben! Oft finde ich mich in selbstzerstörerischen Gedanken wieder oder denke, das könnte alles viel besser sein. Aber dann guck ich mal wieder aus der Selbstzweifelwolke heraus und dort oben scheint die Sonne. Für mich ist der Begriff extrem wichtig geworden.  Ein Moment, in dem ich ausatme und mir sage, alles ist gut, das Leben ist klasse! Und diesen Moment versuche ich so täglich wie möglich zu haben. 

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Rise & Shine: Little Miss Sunshine

‘If there’s one thing in this world I hate, it’s losers. I despise them.’
Dieses Statement von Arnold Schwarzenegger in einer Rede vor Schülern, gab Michael Arndt zu denken. Und inspirierte ihn. In nur drei Tagen schrieb er die erste Version von Little Miss Sunshine.

Little Miss Sunshine und damit die Gewinnerin eines Beauty Pageants für Kinder zu werden, ist Olives größter Traum. Sie trainiert mit ihrem Opa an ihrer Tanzperformance, sieht sich Fernsehübertragungen von Schönheitscontests an. Ihre gesamte Aufmerksamkeit gilt ihrem Ziel.

 

Olive ist nicht wie andere Kinder. Oder zumindest fühlt sie sich nicht so. Sie ist ein bisschen quirky, mit einem kleinen Bäuchlein und einer großen Brille im sommersprossigen Gesicht.
Ihre Familie ist einig in ihrer Uneinigkeit.

Ihr Vater gibt sein bestes ein guter Geschäftsmann zu sein, er hält Vorträge über Erfolg und ein selbsterdachtes System, dass jedermann dorthin führen soll. Er schätzt Olives Ambitionen, auch wenn er nicht viel Aufmerksamkeit für etwas anderes als sein unablässiges Scheitern beim Vertrieb seiner Erfolgsmethode hat.

Opa kokst heimlich auf dem Klo, Ihr Bruder hat ein Schweigegelübde abgelegt, das gelten soll, bis er sich seinen Traum erfüllt hat, ein Pilot zu werden. Ansonsten liest er Nietzsche, macht Klimmzüge im Türrahmen und kritzelt genervte Kommentare auf einen kleinen Block.

Nach seiner Entlassung aus einer psychiatrischen Anstalt, lebt nun auch Olives Onkel bei ihnen, ein leidenschaftlicher Proust Kenner, der versucht hat sich umzubringen, nachdem sein Lebenspartner ihn für einen anderen Proust Experten verlassen hat. Und dann ist da noch Olives Mutter, die versucht alles zusammenzuhalten.

Als ein Mädchen im Little Miss Sunshine Contest ausfällt, rückt Olive nach. Da ist ihre Chance, den Wettbewerb zu gewinnen. Aber dafür muss sie nach Kalifornien. Und mit ihr die Familie.

Departure

In der Astrologie symbolisiert die Sonne unser Ego, unsere Identität. All das worauf wir stolz sind, was wir nach außen tragen, bewusst sehen und erkennen können. Sonnenschein ist das Scheinwerferlicht im Kosmos, das Spotlight unserer Stärken und Ambitionen. Deshalb ist es umso passender, dass der Contest an dem Olive teilnehmen will, Little Miss Sunshine heißt. Eine Little Miss Sunshine, das ist ein sonniges kleines Mädchen auf das man stolz sein kann.

Obwohl Arndt ursprünglich geplant hatte, sein erstes Drehbuch selbst zu verfilmen, mit einem Camcorder wenn nötig, schickt er das Script an zwei Produzenten. Schließlich kauft ein Produzent das Drehbuch.

„I figured I’d probably write 50 scripts in my life. Out of those 50, I figured maybe five would be produced, and that maybe one or two would be successful. So I always kind of expected I’d write at least one successful film in my life.“ (Wikipedia)

Das dieser Erfolg bereits mit seinem ersten Drehbuch kommt, hätte Arndt nicht gedacht.
Er hat sein erstes Script verkauft und das Regieteam Valerie Faris und Jonathan Dayton sind begeistert. Focus Features nimmt Little Miss Sunshine unter ihre Fittiche.

Olive und ihre Familie sind On the Road, und, wie zu erwarten, kommt es zu Spannungen.

 

Und Michael Arndt wird gefeuert.

Initiation

Die Idee, Little Miss Sunhine um Richards Charakter kreisen zu lassen, bedeutet für ihn eine zu große Änderung der Originalidee. Und jetzt sieht er sich mit der Möglichkeit konfrontiert, das sein erstes Drehbuch, ohne sein Zutun, völlig verändert wird.

Ambitionen, Ziele, Verwirklichung sind ein natürlicher Ausdruck jeder Persönlichkeit. Aber die Sonne ist nicht der einzige Stern in unserem Universum. Noch nicht einmal in unserem Horoskop. Dort tummeln sich Planeten und Konstellationen, die alle ein Mitspracherecht an unserem Potential haben. Der reflektierende Mond, der unser Unterbewusstsein symbolisiert, das dumpfe dunkle Ziehen. Ebbe und Flut.

Nachdem die Familie diverse Herausforderungen mehr oder minder gemeistert hat, kommen sie entkräftet im Motel an, um dort die Nacht zu verbringen. Richard und Sheryl streiten.

Olive beichtet Opa;

„I don’t want to be a loser.“

In typischer Opa fashion baut er sie wieder auf und erklärt ihr:

GRANDPA
Whoa, whoa, back up a second. You can’t lose. You know why? Because a real loser isn’t someone who doesn’t win. A real loser is someone who’s so afraid of not winning they don’t even try. That’s not you! You’re in the contest! You’re gonna dance! So even if you win, or you don’t win, you’ve already won! See? You-see-you- see-you-see?
(Little Miss Sunshine)

Auch Michael Arndt bekommt eine zweite Chance, sein Drehbuch zu verwirklichen. Innerhalb von einem Monat wird er zurückgebeten und kann sich durchsetzen. Jetzt ist wieder alles möglich. Seit zwei Jahren läuft die Vorprodukten und endlich sieht es so aus, als könnte Little Miss Sunshine bald gedreht werden.

Die Sonne

In Liebesliedern wird die geliebte zur Sonne, um die sch alles dreht. Die helle Aufmerksamkeit des Liebenden zu wärmenden Strahlen. Die Sonne bringt Wärme, bring Fruchtbarkeit, sie bringt alles zum Leuchten. Wir spähen zur ihr hinauf, recken ihr unsere Finger entgegen und sehen wie die Strahlen helle Keile durch Hände treibt, wie das Fleisch rot zu leuchten beginnt. Wir fühlen ihre Wärme und blinzeln in ihr Licht. Wollen sein, wie sie. Hell, erhaben, lebensspendend.

Olives Familie befindet sich auf der Zielgeraden. Halbversöhnt wollen sie am nächsten Morgen aufbrechen, um die letzten Kilometer zum Little Miss Sunshine Contest zurückzulegen. Doch Opa wacht nicht auf.

Und Focus Features beschließt, Little Miss Sunshine fallen zu lassen.

 

Für Olives Familie beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Schnell wird klar; Opa hätte gewollt, dass Olive antritt. Also müssen sie kämpfen. In einem kaputten Bus und nach einigem Hin und Her mit Opas Leiche im Kofferraum über den Highway düsen um rechtzeitig zum zu Ziel kommen. Jetzt heißt es alles oder nichts.

Marc Turtletaub, der Produzent, der Little Miss Sunshine von Arndt kaufte, setzt sich für den Film ein und zahlt, nicht nur für die Rechte an Little Miss Sunshine, sondern auch für den Dreh. Es kann losgehen.


Rise and Shine

To Rise and Shine, das meint, seine individuellen Stärken zum Vorschein zu bringen, die Herausforderung annehmen, man selbst zu sein und seine persönliche Strahlkraft zum Leuchten zu bringen. Das das nicht immer eine einfache Aufgabe ist, erzählt Little Miss Sunshine. Was tun, wenn die Welt einem suggeriert, dass man keinen Platz im Sonnensystem hat? Wie leuchten, wenn einem die Lichter ausgehen?

Als Olives Bruder herausfindet, dass er eine Rot Grün Schwache hat und somit für die Pilotenausbildung ungeeignet ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Das war seine Chance, seine Idee um wortwörtlich aufzusteigen und zu leuchten. Fernab von der nörgelnden Familie, hoch oben in den Wolken zu segeln, nur die gleißende Sonne über sich. Und jetzt sitzt er immer noch hier unten in der sengenden Mittagshitze und hat seinen Traum verloren, sich loszusagen.

Return

Der Film ist gedreht, doch noch lange nicht fertig. Nur sechs Wochen vor der Premiere von Little Miss Sunshine ändert Arndt das Ende des Films und es wird nachgedreht. Vier Tage vor der Veröffentlichung sind die letzten Überarbeitungen abgeschlossen und der Film bereit für Sundance.

Die Sonne zu sein. Das ist eine große Verantwortung und, als Mensch eine ungeheure Bürde. Denn, ob wir es anerkennen oder nicht, wir sind gemacht um gemeinsam zu sein. Und die Sonne in ihrer einsamen Bahn, zieht ihre Kreise allein. Inmitten aller Planten ist sie doch die einzige Sonne in unserem System.

Individualität bedeutet eben auch; allein zu sein. Allein in seiner Einzigartigkeit. In seiner Einsamkeit gesehen und anerkannt zu werden, heißt nicht länger isoliert zu sein. Und Olive sieht ihren Bruder, umarmt ihn, während er im Sand sitzt. Wie so oft, sind es die dunkelsten Momente, in denen Menschen sich nah genug aneinander heranwagen um zu sagen, ich sehe dich. Du bist nicht allein.

Als Olive die Bühne betritt, geht es nicht länger darum sich zu beweisen, obwohl sie das tut. Es geht nicht länger darum, das Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein, obwohl sie das ist. Es geht darum zu kommunizieren. In ihrer kleine Ansprache widmet sie die Tanznummer Opa. Es geht darum dazu zugehören. Und in all dem Trubel eines Schönheitswettbewerbs wird Olive und ihrer Familie klar, was sie die ganze Zeit übersehen haben. Sie gehören zu jemandem. Sie gehören zu Olive. Und Olive gehört zu ihnen. Mit einem Mal platzt die Blase der Einsamkeit, die jeden einzelnen von ihnen umgeben hat. Und Olive zu unterstützen wird zu ihrer Einsicht, wir sind nicht allein. 

Little Miss Sunshine wird ein Publikumshit.

Michael Arndt schreibt die Drehbücher für Toy Story 3, The Hunger Games: Catching Fire und Star Wars: The Force Awakens. 


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fabrik
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Potsdam #7 – Die Fabrik

Die Fabrik in Potsdam

Als geborene Berlinerin (die immer Berlinerin bleiben wird), aber seit zwanzig Jahren in Potsdam lebt, wächst mir die Stadt langsam ans Herz. Sie ist so kuschelig klein und trotzdem so sympathisch bemüht, eine Hauptstadt zu sein. Am besten lässt sich das an dem Umgang mit Kultur feststellen – Theater, Kunst, Musik. Nach der Wende waren viele Orte Neuland und in dieser Aufbruchsstimmng entstanden viele freie Kulturorte. So war das auch mit dem Waschhaus. Es begann 1992 mit der Besetzung der ehemaligen Garnisons-Waschanstalt und ersten Kunstaktionen. Über das Waschhaus muss ich demnächst noch mal bloggen, aber heute geht es um die fabrik, das internationale Zentrum für Tanz und Bewegungskunst. Heute ein Verein und auf dem Gelände der Schiffbauergasse (also dem Waschhausgelände) zuhause.

Tanzfabrik Berlin

In Berlin bin ich früher – vor der Wende – gerne in die Tanzfabrik gegangen, die man auch heute nicht mit der fabrik in Potsdam verwechseln sollte, obwohl beide Ähnliches machen. Als Zuschauerin bin ich gerne zu den grandiosen Tanzaufführungen der Berliner Tanzfabrik und als Hobby-Tänzerin zu den Kursen gegangen. Bilder - Tanzfabrik BerlinNope, ich war nicht gut, jedenfalls nicht im klassischen Sinn. Aber es gab Contact-Dance und Impro und lauter Tanzmöglichkeiten, für die man keine Ballettausbildung benötigte und bei denen es auch gar nicht darauf ankam, wie gut man Ballett konnte.

Genialerweise wohnte ich eine zeitlang sogar in der Fabriketage über der Tanzfabrik und musste nur noch eine Etage tiefer gehen, um die Tanzkurse zu besuchen. Sehr gut erinnere ich mich an den Licht-Stahlkranz im Tanzstudio. So einen wollte ich später auch in meiner Wohnung haben (und, ups, das ist noch nicht passiert!).

Tanztheater Bochum und Reinhild Hoffmann

Dido und Aeneas von Reinhild Hoffmann

Zu der Zeit wohnte Uwe in Bochum und ich bin oft zwischen Berlin und Potsdam hin- und hergependelt. Wir waren oft im Theater und oft im Tanztheater, denn Reinhild Hoffmann, die Pinoierin des Tanztheaters, hatte ein Engagement am Bochumer Schauspielhaus. Das war ungewöhnlich, die große Bühne für das kleine Tanztheater, doch Reinhild Hoffmann hat es einfach groß gemacht. Ich erinnere mich an die Stücke Fön und Machandl und an Hof – großartige Tanztheaterstücke mit Gruppen von Tänzern, Musik, Kostümen, Wechsel zwischen klassischem Tanz, Revue, Standardtanz und freiem Contemporary Dance. Was da auf der Bühne passierte, war wunderschön und gleichzeitig Anarchie der Form und Vorstellung. Sich wälzen neben herumtippeln, rollen und dann wieder Spitzentanz, zu zweit, zu dritt, in der Gruppe – allein. Genial.

Die Aufführungen haben mich so beeindruckt, dass ich später ganze Serien von Zeichnungen dazu gemalt habe. Einmal habe ich Reinhild Hoffmann zufällig getroffen und ihre gesagt, wie großartig ich ihr Tanztheater finde, was sie wohl – ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen – eher verstört hat. Sie ist ein herber und zurüchhaltender Charakter, etwas, was man ihren Stücken seltsamerweise überhaupt nicht anmerkt.

Tanzfabrik Potsdam
Foto: Stefan Gloede

fabrik Potsdam – Eingang: Nachtaufnahme vor Renovierung von Stefan Gloede

Als wir dann 1997 nach Potsdam kamen, war das Tanztheater schon da. Klein und unauffällig, aber rebellisch und gut. Ich erinnere mich an eine nur zu einem Drittel besetzte Aufführung. Isabel, die vielleicht 9 Jahre war, schlief schon halb auf meinem Schoss ein, da die Tanzstücke immer erst gegen  21 oder 22 Uhr begannen. Ein grandioses Stück und meine stille Frage: Wieso sind nicht mehr Leute da und sehen sich das an?

Jap, das blieb das Problem. Potsdam war gut in Boulevard und Klassischer Musik, aber der Rest – fand oft nicht wirklich die Wertschätzung.

Oxymoron

Es gibt noch mehr Tanz in Potsdam. Und zwar ganz nah, auch auf dem Waschhausgelände. Die Oxymoron Dance Company versteht sich

als als Kompetenzzentrum für Tanzkunst, dessen besonderes Merkmal die Entwicklung von Tanzarbeit und Tanzperformances aus soziokultureller Beschäftigung und der aktiven Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie jungen Künstlern ist. (Siehe Website)

What a sentence! Ich konnte die Oxymoron Company und die fabrik immer schlecht auseinanderhalten, denn irgendwann früher war alles mehr oder weniger eins gewesen. Tanz – im Waschhaus eben. Heute verstehen sie sich als unabhängige Organisationen, weshalb ich manchmal über das Gelände irre, um den richtigen Ansprechpartner für dieses oder jedes Tanzstück zu finden. Ganz vieles läuft auch in Cooperation, wie die Tanztage, die  jedes Jahr im Mai stattfinden oder Aufführungen und Workshops.

Die fabrik Potsdam

„Die fabrik Potsdam produziert das couragierteste Tanztheater der Republik.“ (DIE ZEIT, 28. Juli 2005)

Was 2005 gesagt wurde, trifft heute nicht mehr ganz so zu, finde ich, da sich vieles dann doch nach Berlin verlagert hat. Heute heißt Fabrik vor allem: Workshop, Tanzkurse, Tanztage, Konzerte und ein schönes Café, in der die jeweiligen Tanz-Artists in Residenz zu Mittag essen, wo man aber auch einen sehr guten Cappuccino bis nachmittags bekommt oder einen Wein vor und nach den Aufführungen. Ein schöner Ort. Und es gibt sie natürlich trotzdem noch, die oft sehr tollen Tanztheater-Aufführungen.

Für alle, die Tanztheater besser verstehen, wenn sie es sehen, habe ich eine kleine compilation auf You Tube herausgesucht. Etwas von Reinhild Hoffmann ist auch dabei:

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Searching for Anerkennung

Sugar Man

Anerkennung. Was auch immer das sein soll. Wo kommt sie her? Wieso brauchen wir sie? Brauchen wir sie überhaupt? Eine Gesellschaft, die durch Noten in der Schule und likes auf Instagram immer neue Wege versucht, Anerkennung von anderen Leuten zu bekommen. Wettbewerbe, Preise, sich messen. Alles schön und gut, aber was ist, wenn es niemanden interessiert? Wenn niemand zuschaut? Wenn niemand sieht, wie sehr du dir den A**** aufreißt. Was ist dann?

Ich habe vor kurzem die Doku „Searching for Sugar Man“ geschaut.

Also erstmal eine ganz ganz große Empfehlung, für alle, die sie noch nicht geguckt haben. Sie beleuchtet die Geschichte des Musikers Rodriquez, der in den 70er Jahren in Detroit Musik gemacht hat. Sehr gute Musik. Mit schönen Bob-Dylan-esquen Texten. Nun hatte aber Rodriquez im Vergleich zu Mr. Dylan absolut gar keinen Erfolg. Niemand kannte ihn, sein Album hat sich überhaupt nicht verkauft. Und wir dürfen nicht vergessen, das war in der Zeit vor Twitter, Spotify, Soundcloud, Instagram. Das war Plattenladen und Radio. Also hört Rodriquez auf, Musik zu machen. Aber was er nicht weiß, ist, dass eine amerikanische Studentin eine seiner Platten mit nach Südafrika nimmt, um sie ihren Freunden zu zeigen. Und sie lieben sie. Innerhalb von kurzer Zeit wird er ein Superstar in Südafrika. Jeder zehnte hat seine Platte. Die Menschen denken, er ist in Amerika auf einer Linie mit Elvis. Und Rodriquez hat keinen blassen Schimmer. Sein Plattenlabel erzählt ihm nichts von den irrsinnigen Verkäufen in Südafrika. Er sieht nie einen Cent.

Ich beende hier mal die Zusammenfassung für alle, die den Film noch gucken wollen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Searching for Anerkennung

Nach der Doku habe ich mich auf die Reise der Anerkennung begeben. Ein Thema, das immer mal wieder in meinem Kosmos auftaucht, aber nie auf einer intelektuellen, nüchtern gedachten Ebene. Oft tritt das Thema wegen der Abwesenheit von Anerkennung in mein Leben. So wie man nur wirklich dankbar ist gesund zu sein, wenn man Schnupfen hat.

Also was ist Anerkennung? 

Es gibt die warme Bärenumarmung deines Vaters, der sagt, dass er stolz auf dich ist, es gibt das Zwinkern deines Mitspielers nach einer Szene, die gemeinsam gerockt wurde, es gibt das Filmbusiness, das mit Preisen um sich schmeißt. Das ist alles Anerkennung. Das ist alles: Wir sehen dich!

Und im Endeffekt ist gesehen zu werden ja das, worum es uns geht. Das wohlige Gefühl dazuzugehören. Seinen Part zu etwas beizutragen. Auf dem richtigen Weg zu sein (Anerkennung) oder etwas gut gemacht zu haben (Lob).

Wie oft saß Rodriquez da und hat an sich als Person gezweifelt, weil niemand seine Musik gehört hat?

Talent und Anerkennung:

Es ist hart und vielleicht auch unfair, aber Anerkennung und Talent sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Aber wenn die heilige Trinität zusammen kommt, wenn ein talentierter, sympathischer Mensch Anerkennung bekommt, dann öffnet sich das Tor zum Himmel und wir hören die Engel singen. So fühlt es sich zumindest an.

Das Filmbusiness kann mir keinen Preis dafür geben, dass ich die Schule abgebrochen habe, dass das extrem hart war und mir es eine Zeit lang wahnsinnig schlecht ging. Ich mich von Grund auf wieder zusammengeflickt habe und ich mehrmals von Freunden komplett alleingelassen wurde und erst Stück für Stück wieder das Vertrauen in Menschen aufgebaut habe. Aber eventuell spüren das die Menschen. Du bist ein Gesamtkonzept und das lässt dich auch nicht los, sobald du einen Song machst oder eine Rolle spielst. Ganz im Gegenteil. Das funktioniert natürlich auch im Negativem … siehe Kevin Spacey.

Sich nicht wertgeschätzt zu fühlen, kann einen Menschen kaputt machen. Und viele Beziehungen, egal ob Familie, Freundschaft oder Partnerschaften, zerbrechen daran. Man gewöhnt sich an das Gefühl und hört mitunter gar nicht mehr, wenn mal ein Lob oder Anerkennung kommt. Alles wird gefiltert.

Take it and don’t look back

Mir wurde klar, dass ich sehr oft Lob und Anerkennung bekomme. Aber mir wurde auch bewusst, dass sie häufig einfach an mir abperlen. Ich gar nicht richtig zuhöre oder es überhaupt nicht annehmen kann, wenn mir jemand sagt, was er an mir mag. Es ist schwer in diesen Momenten Danke zu sagen, und viel einfacher selbstmitleidend durch die Gegend zu laufen und imaginären Preisen hinterherzuschmachten.

Ich sehe viele Kollegen, aber auch Freunde, die sehr gut darin sind, Anerkennung anzunehmen.

Und ich dachte eigentlich, dass ich auch dazu gehöre …

Die Erkenntnis

Ich habe neulich meine allererste öffentliche Yogastunde gegeben.

Und es war klar, das hier ist ein big deal. Lukas wusste Bescheid und meine Eltern und ich war sehr sehr aufgeregt und es war definitiv außerhalb meiner Komfortzone. ‚Kann ich nicht nochmal zum Casting gehen oder vor dreißig Leuten eine Geburt spielen? Das hab ich schonmal gemacht.‘ Und das Universum sagt: ‚Nope, da geht’s lang.‘ Also ab in das Studio, ab vor die Schüler, die alle älter waren als ich und mich alle als komplett vollwertige Lehrerin gesehen haben. Mit Fragen und Wehwehchen und allem was dazu gehört. Wahnsinn. Und es war klar, danach muss ich mich belohnen. Mit Pommes oder Sushi oder am besten beidem. Das muss gefeiert werden.

Ich habe also unterrichtet, ich bin aus meiner Komfortzone mit einem Hechtsprung gesprungen und als ich hinterher aus dem Studio rauslief, war ich natürlich nicht 100% zufrieden. Ich sage natürlich, weil jeder, der Kunst macht oder performt, und ich denke mal auch jeder, der im Gericht Leute verteidigt oder Menschen im OP aufschneidet, niemals 100% zufrieden ist. Wieso auch? Dann kann man ja nicht mehr weiter an sich rumtüfteln und verbessern und schrauben und lackieren. 100% ist langweilig.

Also laufe ich da alleine im Dunkeln vom Studio nach Hause und fange doch tatsächlich an, mir selbst mein Sushi wegzunehmen. ‚Nein Amber, das hast du nicht verdient. Das bekommst du, wenn du mal so richtig gut warst. Heute noch nicht. Das nächste Mal.‘

Das Nächste, was passiert ist, dass ich eine unergründliche Wut und Enttäuschung fühle.  Und zwar gegen Lukas und meine Eltern. Wie kann es sein, dass ich nicht 10000 Herzlichen Glückwunsch Nachrichten auf meinem Handy habe? Wieso ist er nicht hier und stößt mit mir an?

Ich stapfe also traurig, alleine, enttäuscht, wütend durch Prenzlauer Berg. Und dann knallt mir das Universum die Antwort vor den Latz.

„DU musst dir die Anerkennung geben. Niemand sonst ist dafür verantwortlich, dir auf die Schulter zu klopfen. Werd erwachsen. Kauf dir deine Pommes und umarme dich und sag, dass du stolz auf dich bist.“

Schluck.

Ich selber schaffe es auch nicht, jeden kleinen Schritt der anderen zu sehen und zu wertschätzen. Für manche ist es, endlich wieder Joggen oder alleine ins Kino zu gehen. Für andere, einen Song oder selber einen Arzttermin gemacht zu haben.

Aber dann gib du dir halt die Anerkennung die du verdienst. Und es ist schwerer als es aussieht.

Ich saß also da auf meinem Bett, mit Shrek 2 und einem Tablett mit meinem Lieblingsessen. Es war ungewohnt und ok. Und ich war fast schüchtern mit mir. Und ich bin sehr dankbar, dass ich nach meiner ersten Yogaunterrichtssession alleine war und mir erlaubt habe, diese Erkenntnis zu haben.

Wir haben dann natürlich trotzdem nochmal darauf angestoßen.

:)

Hier ein paar Videos von Menschen, die Anerkennung bekommen aka das Gefühl von geschmolzener Butter auf dem Toast:

Graham Norton bei den National Television Awards:

Maggie Rogers und Pharrell Williams:

Hier ein guter Ted-Talk zu dem Thema:

 

Radio

Los Angeles

Coming in from Berlin, from over the pole

Welch ein Kontrast, wenn man über Oslo nach Los Angeles fliegt. Der Flughafen in Oslo ist nicht umsonst als einer der schönsten Flughäfen der Welt ausgezeichnet. Hell, geschwungen wie die Wege in einem englischen Garten. Freundliche Menschen. Viele ausgeklügelte architektonische Details … uuuund beste Hefeschnecken in vielen Varianten. Norwegen erscheint als ein erhebendes Land voller Möglichkeiten.

Oslo los Angeles   

Unerwartet dann eine Stunde vor dem Boarding in die Maschine nach L.A. noch einmal ein Random Security Check im geclearten Wartebereichs. Den Norwegern ist das offensichtlich unangenehm. Angeblich haben sie Listen von der U.S. Bordercontrol mit zufällig ausgesuchten Passagieren, die und deren Gepäck sie ausführlich checken sollen. Okay.

Angenehmer Flug in der Dunkelheit über Island, Grönland, Kanada. Stundenlang mit einem leuchtend roten Streifen am Horizont. Und dann taucht immer wieder die Sonne selbst als strahlendes rotes Licht auf, um Minuten später wieder abzutauchen. Oval wie ein exterrestrisches Raumschiff. Oder ein fremder Stern über einem fremden Planeten in einem SciFi Movie.

Irgendwann bliebt die Sonne dann oben, steigt höher, wird gelb, dann weiß, es ist wieder, immer noch der gleiche Tag. Unten die Rocky Mountains, schneebedeckt. Dann die Wüste, sepia, grau, staubigbraun.

Comin’ into Los Angeles

What is this. We exit the Norwegian Aircraft and step into pure ugliness. Ist das der Keller eines verrottenden Parkhauses? Wir ziehen unsere Rollkoffer über verschlissene unfarbig braune Auslegeware und klapprige Rolltreppen. Irgendwo dann Toiletten. Wo bin ich hier? Wieder Rolltreppen und dann eine Halle, überfüllt mit Menschen in sich umeinander windenden Schlangen. Custom Border Protection. Über eine Stunde.

Lenny und Benji warten am Ausgang. Sehr schön. Und dann –surprise– statt strahlender Sonne ist es schon wieder dunkel. Ja, auch in Los Angeles ist Winterzeit und um kurz vor 17:00 knallt die Sonne ins Meer. Eine Stunde Fahrt durch die häßlichste Stadt, die ich je gesehen habe. Oder bin ich nur müde?

Next morning. Oh, wir wohnen in einer coolen Gegend. Rechts oben prangt das Hollywood Sign, zwei, drei Straßen weiter links liegen die Sterne unspektakulär im Hollywood Blvd.

    

Aber am besten: nur ein Block weiter ist das Franklin Village mit Supermarkt, Plattenladen und … Coffeeshop! Gerettet.

    

Griffin Observatory

Völlig unerwartet dann aus dem Traffic der Stadt – ein Walk zum Griffin Observatory. Lenny kennt sich schon aus, schlägt es vor. Zehn Minuten entlang der Straße und dann Aufstieg. Zunächst durch eine Art verlassenen unwirklichen botanischen Garten, einem brackigen künstlichen Wasserlauf folgend.

   

Und dann windet sich ein knirschender gelber Sandweg den Berg hinauf. Oben leuchtet weiß die Kuppel des Observatoriums. Nicht wie ein technisches Bauwerk. Aus der Ferne eher wie ein maurischer Tempel.

  

What happened? Es ist für mich, als wäre ich in einer anderen Zeit. Einem anderen Raum-Zeit-Kontinuum. In einer anderen Realistätsebene. In einer Graphic Novel? Oder in einem uralten Schöpfungsmythos? Alles fühlt sich leicht an, durchlässig. Unkörperlich. Was ist das für eine Energie an diesem Ort?

Ist das der Sand? Oder die Wärme? Der Geschmack der Luft?

Oben angekommen scheint die Luft, die Atmosphäre wirklich reiner. Ein Blick über die Dunstglocke zeigt, dass das mit Sicherheit auch wirklich so ist.

   

Hier oben steht die berühmte Aussichtsbank, von der aus man ganz Los Angeles überblicken kann. Und die Stadt füllt mit ihren niedrigen Häusern und den beiden kleinen Hochhauszentren wirklich den gesamten Horizont bis zum Pazifik aus.

City of Movies

Und hier oben wurden unzählige Filmsequenzen gedreht. Unter anderem für Transformers, Yes Man, Star Trek, kürzlich für Lalaland, aber auch für Rebel Without a Cause. Und James Deans Büste steht wirklich auf dem Plateau des Planetariums mit dem Hollywood Sign im Hintergrund.

   

Aber das ist alles nicht das, was mich so fasziniert. Was uns allen auffällt. Es ist trotz der zahlreichen Besucher ein reiner Ort. Die Luft schmeckt wie sehr klares weiches Wasser. Oder bilde ich mir das nur ein.

Innen dann ein Foucaultsches Pendel. Und Kabinette mit anschaulichen Displays zu verschiedenen kosmischen Phänomenen. Sonnen- und Mondfinsternissen, Galaxien, intergalaktischem Staub, Roten Riesen, weißen Zwergen, Supernovä, den Elementen – , die sich im Laufe der Zeit in den Sternen aus Wasserstoff und Helium bilden und freigesetzt werden. Von uns schön gegliedert und aufgereiht im Periodensystem.

Aber was ist mit dem Bewusstsein? Woher kommt das? Eine Frage, die im Observatory nicht gestellt wird und dort ja auch nicht gestellt werden muss. Dort wird erklärt, was wir alle seit den Siebzigern, seit Crosby, Stills, Nash and Young und ihrem wunderbaren Joni Mitchell Song »Woodstock« wissen: We are stardust, we are golden. We are billion year old carbon …

Aber sind wir nicht vielleicht auch minddust?

City of Angels

Es war wieder dunkel geworden. Hier im Süden geht das wirklich schnell. Die Sonne fliegt fast senkrecht in den Horizont, schleicht sich nicht stundenlang an, wie bei uns hier in den nördlicheren Breiten. Der Blick über die Lichter der Stadt. Die Vorstellung, dass dort jetzt überall, hier und dann da, und dann da und da eine Seele aufsteigt, und da wieder. Und da kommt eine herab. Wie viele Menschen sterben stündlich in einer so riesigen ausgedehnten Stadt? Wie viele werden geboren? Ein ständiger Austausch. Ein Austausch von Bewusstsein. Eine Entwicklung von Erfahrung, von Wissen, von Verständnis – vielleicht von Erleuchtung?

  

Erst nachts wieder in unserer coolen airbnb-Unterkunft ist mir aufgefallen, dass dieser Sandweg der Weg ist, den ich immer mit Teer male. Der Weg, den meine Mönche hinabsteigen mit ihren Kugeln. Auf und ab. Was tragen die? Und was bringen die? Was halten die so preciously in ihren Armen?

Ich weiß es so wenig, wie die Betrachter der Mönche. Ich freue mich immer über die Gedanken, Überlegungen und Vorschläge, die sich die Menschen vor den Skulpturen machen, wie neulich bei unserer ersten Backstage#1 Ausstellung. Was denkst du, was könnte es sein, das uns diese Mönche bringen?

   

Manchmal merke ich, dass ich still einen Song vor mich hin summe. Gestern war es: He’s got the whole world in his hands …

Wir sind dann in den nächsten Tagen noch zweimal hinaufgestiegen. Und wieder die klare, reine Energie dort oben.

Gruselhof
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Potsdam #6 Der Gruselhof

Halloween & Gruselhof

Ich kenne Ulrike und Matthew Sweetwood jetzt zwanzig Jahre. Wow. Genauso lange wohnen wir in Potsdam und offenslichtlich sind unsere Leben auf magische Weise miteinander verbunden. Matthew ist Amerikaner und durch ihn habe ich zum ersten Mal Halloween kennengelernt. Halloween, eine Sache, die ich nur aus amerikanischen Serien kannte. Ein Joke. Nichts, was man feiern sollte. Schon gar nicht am Reformationstag. Aber – ihr wisst es alle – Halloween ist schon lange zu einem weiteren Stand im Supermarkt geworden, an dem man orangefarbene Werbeartikel und Kürbisse kaufen kann. Was am Anfang ganz schön nervig war und nur nach einer neuen Methode aussah, uns noch mehr Kram zu verkaufen, aber sich langsam in unsere Herzen geschlichen hat.

The Spirit of Halloween

Denn, hey, eigentlich kann man das Leben ja gar nicht genug feiern. Oder den Tod … Und die Kinder finden es auch klasse, dass man an Halloween verkleidet durch die Nachbarschaft ziehen und um Süßigkeiten bitten kann. Äh, stimmt, die werden eher eingefordert: Süßes, sonst gibt’s Saures. Wer an diesem Tag einen unangemeldeten Besuch bei Freunden macht, wird sich vielleicht wundern, dass Licht in der Wohnung ist, aber niemand aufmacht. Verdammt wir haben wieder vergessen, was Süßes zu kaufen. Die Süßigkeiten sind, alle, lass sie nicht rein. Ich weiß nicht, was Saueres bedeutet? Es gibt an diesem Tag viele Gründe, die Tür nicht zu öffnen.

Der Gruselkeller

Nun ist Matthew nicht nur Amerikaner, sondern auch Filmemacher und Künstler und Halloween für ihn eben nicht nur das Fest, an dem man Kürbisse aufschlitzt und den Nachbarn Süßigkeiten abpresst. Nein, er hat seine ganz eigene Vorstellung von Halloween. Grusel, Horror, Erschrecken. Morbides, Dunkles, Blutiges …

Sweetwoods und wir wohnten damals noch im selben Haus und in den 90ern war dieses Haus in großen Teilen unrenoviert. Besonders der Keller. Der war riesig, hatte mehrere ungenutzte Kellerverschläge und sehr viele Möglichkeiten, unschuldige Menschen – ganz ohne irgendwelche zusätzlichen Geräusche, Horrorgestalten oder von der Decke hängenenden Spinnweben – zu erschrecken. Für einen Halloween-Performance-Artist wie Matt war das natürlich eine exellente Bühne und Halloween der Tag der Aufführung. Amber war damals etwa drei und der Keller an Halloween – Nope! Ich sage nur: Komplette Finsternis, verhangende Decke, Sarg, lebende Tote, blutig Äxte, echte Mäuse, verstörender Sound und viele Akteure, die aus diversen Ecken gesprungen sind. ICH hatte Angst.

Der Gruselhof

Familie Sweetwood ging einige Jahre in die USA und mit ihnen verschwand der Gruselkeller. Manche erzählten Geschichten … aber das schien laaaaange her zu sein. Doch dann kehrten sie zurück, zogen in eines der schönen Häuser im Holländer Viertel in Potsdam und – bespielen seitdem den Innenhof an Halloween. Von der ersten groben Idee einer Gruselbahn/Geisterbahn, hat sich die Sache nun schon seit Jahren zu einer Story entwickelt, die jedes Jahr neu  inszeniert wird.
Immer geht es um diese seltsame Familie, deren Oberhaupt mit schwarzem Zylinder, einem alten Frack, langen strähnigen Haaren und einem großen Stock von Matt gespielt wird, der uns seine Geschichte erzählt.

Mal sind alle Familienmitglieder Ärzte und zersägen ihre Opfer, oder verrückt geworden und fallen Menschen an. Eine Kettensäge ist immer mit dabei und auch kleine enge Hofräume, die man besser nicht betritt, da jemand/etwas/ einen dort anfallen könnte. Ja, es wird immer besser und verrückter und Amber ist auch nicht mehr klein und lässt sich erschrecken, sondern war dieses Mal  selber Teil der crazy family.

Hereinspaziert

Schon letztes Jahr musste man anstehen, dieses Jahr war es dann überfüllt vor dem Eingang zum Gruselhof, den immer nur 6-7 Personen auf einmal erleben dürfen. Ab jetzt behaupte ich, ist es eine offizielle Attraktion von Potsdam. Kommt herbei! Bitte, lasst eure Kinder zu Hause, wenn sie unter sechs sind oder schon im Vorraum zu weinen anfangen, sobald das gebeugte Oberhaupt der Familie im, nur von flackernden Lichtern hinter Totenköpfen beleuchteten, Vorraum herumhumpelt und alle in sein schräges Heim einlädt.

Wie ist es denn so im Gruselhof? Äh, ich hatte sehr oft die Augen zu. Und habe nur den wummernden, knarzenden, kreischende Sound mitgekommen. Manchmal geblinzelt und den Rauch, das Geflacker der Lichter und die herumspringenden Gestalten gesehen. Und mich einmal (denn einmal passiert es immer) zu Tode erschrocken, als das Baby im Kinderbettchen auf einmal lebendig wurde. Und beim Wegstolpern bin ich dann gleich einem aufrechten Toten in die Arme gelaufen. Ja, das waren für mich die Highlights dieses Jahres: Die kreischende Mutter mit ihrem halbtoten Kind im Gitterbettchen und der Tote hinter der Wand. Hm, ich sollte vielleicht noch die kriechenden Gestalten (Wölfe?) am Ausgang im Nebel erwähnen. Albträume garantiert …

Wer vorbeikommt, sollte Süßes dabei haben und vielleicht in den nächsten Jahren mit einem Eintritt rechnen, denn diese Show ist – ja genau: Eine großartige Show.

Ich freu mich schon auf’s nächste Jahr.

Ach, ja, für alle, die sich fragen: Wieso überhaupt Halloween???

Halloween – Wo kommt das her?

Der Brauch, Kürbisse zum Halloweenfest aufzustellen, stammt aus Irland. Dort lebte einer Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Dieser fing durch eine List den Teufel ein und wollte ihn nur freilassen, wenn er Jack O fortan nicht mehr in die Quere kommen würde. Nach Jacks Tod kam er aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, aber auch in die Hölle durfte Jack natürlich nicht, da er den Teufel betrogen hatte. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack durch das Dunkel wandern könne. Der Ursprung des beleuchteten Kürbisses war demnach eine beleuchtete Rübe, doch da in den USA Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung standen, höhlte man stattdessen einen Kürbis aus. Dieser Kürbis war seither als Jack O’Lantern bekannt. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in Kürbisse, die vor dem Haus den Hof beleuchteten. (Wikipedia)

 

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Grey’s Anatomy oder: Getting over your Genius.

Grey’s Anatomy

Es wird viel gesagt, über die Qualität von „Day TV“. Von Serien, die, wie Grey’s Anatomy, seit unzähligen Staffeln, eine kleine Gruppe von Charakteren begleiten, dabei wie sie sich verlieben, verkrachen, verheiraten und…verscheiden. Was am häufigsten gesagt wird, ist wahrscheinlich „leichte Unterhaltung“. Etwas, das nicht nur Shonda Rhimes nerven sollte.

Wir sind spät zur Party gestoßen. Und mit spät meine ich, jetzt.
In der Schulzeit waberten Begriffe wie McDreamy, Meredtih, Seattle Grace auf dem Schulhof herum, meine Freundinnen kicherten und tratschten über die letzte Folge, ohne das ich davon mitgerissen wurde. Irgendwie habe ich es geschafft, eine Jugend ohne Grey’s Anatomy zu leben. Aber bevor ihr zu viel Mitleid mit mir habt, ich bin ja nachgekommen. Und muss sagen, dass ich fast glaube, es wird genüsslicher, je älter man wird, je mehr man versteht.

Easy reading is damn hard writing.

Und easy watching ist im Fall von Grey’s Anatomy und Shonda Rhimes, damn good writing. Nicht nur die Tatsache, dass Grey’s Anatomy bereits über 13 Staffeln läuft, wiederholt Rekorde und Herzen gebrochen hat und immer noch, über zehn Jahre nach der Ausstrahlung der ersten Folge, funktioniert. Grey’s Anatomy is a genius piece of writing. There. I said it.

Get over it.

Mein Freund hat es gut ausgedrückt neulich, als wir über die letzte Folge Greys Anatomy diskutierten. „Klar, es ist leicht, als Genie, einen ultrakomplexen Vortrag zu halten, den nur du verstehen kannst. Aber irgendeiner im Publikum sagt vielleicht, da war ein Wort dabei, das mir was gesagt hat. Und das nehme ich jetzt, und mache was daraus.“ Diese Leute schaffen dann etwas, was echtem Genie entspringt und gleichzeitig eine Klarheit besitzt, die die Ideen zugänglich macht.

Und das ist es doch, was Künstler wollen, egal was sie machen? Das Menschen ihre Ideen, sehen, erfühlen, begreifen und bewundern können. Erlebbar machen, was man ausdrücken will.

Wir stapfen durch das Laub. „Gestern hatte ich wieder so einen Moment, in dem ich fast in die Selbstbepuderung abgedriftet wäre“ sagt mein Freund und grinst. „Gestern war einfach so gut, ich hab super gearbeitet, war zufrieden mit mir. Ich weiß nicht ob dir das auch so geht-„ „Klar, geht mir das so. Ich schreibe was, das mir gefällt und das lese ich es noch dreimal, beglückwünsche mich, so lange, bis es mir selbst auf die Nerven geht.“ Er nickt. Mein Freund ist streng mit sich was „Selbstbepuderung“ angeht, ich finde eine gute Prise FLAWLESS hat jeder verdient. Sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Dieses rauschende, heiße, genugtuende Gefühl zu genießen, dass einem durch die Adern pumpt. Ich bin ein Genie.

Aber irgendwann muss man sich fragen, was man damit machen will.

Pop music with a twist.

In ihrer Dokumentation Five Foot Two sagt Lady Gaga mehrmals, dass ihre Devise immer war, alles zu tun was das System, de Popmaschine von ihr verlangt, aber aber auf ihre Art und Weise. Und Jahre später, ähnlich wie bei Shonda Rhimes, scheint das für sie immer noch zu funktionieren.

Ich für meinen Teil habe großen Respekt für gutgemachte Systeme. Und kriege gleichzeitig Ausschlag, wenn ich in ihnen funktionieren muss. Oh ja, studieren, was für eine faszinierende Institution, was für ein erprobtes System! Alle Stifte feinsäuberlich vor sich aufgereiht,

Und nach den ersten Vorlesung, alle Ringblöcke verbrennen will. Irgendwas juckt mich immer, ein Rappeln und Zappeln. Zu lange nach vorne geguckt, jemandem dabei zugehört, bewiesene Fakten neu zu beweisen und schon kommt es. Das unbändige Verlangen den Finger in die Luft zu stechen. Was freches zu sagen. Alles in Frage zu stellen. Nur die falschen Stellen anzumarkern.

Das nervt. Aber es entspringt dem echten Wunsch etwas Neues herauszufinden. Mit anderen zusammen Dinge zu entdecken, die noch niemand entdeckt hat. Etwas auszuprobieren. Blöd ist nur, wenn man der einzige ist, der sich am Ende nicht einbringen konnte. Der nicht geschafft hat, sich auszutauschen. Get over yourself.

Irgendwo zwischen Anerkennung für gutgemachte Strategien und dem Rappeln und Zappeln könnte Arbeit liegen, die sinnvoll ist. Spaß macht. Weiterbildet. Bewegt.

Fade out

Ich bewundere Menschen, Künstler, wie Lady Gaga, wie Shonda Rhimes, die es schaffen, ihr Talent so zu bündeln, dass sie das beste aus beiden Welten haben können. Eine gut gemachte Rennstrecke und ein selbstgeschweißtes Race Car. Die benutzen, was ihnen zur Verfügung gestellt wird, und so möglich machen, dass sie mehr Leute erreichen, dass sie eine Platform haben, auf der sie verändern können. Und ja, das geht nur, wenn man bereit ist, sich die Hände schmutzig zu machen. Sich ständig zu hinterfragen. Geht das? Ist das noch ok?

Und das macht Grey’s Anatomy großartig. Nimm das Klischee und melke es. Dazu ist es da. Klischees sind Klischees, weil sie ihre Wurzeln tief in der menschlichen Erfahrung vergraben haben. Es pulsiert immer noch Leben durch diese Wurzeln. Die Arbeit, die Wahrheit im Klischee zu finden, das ehrliche Herz, und das dann zu benutzen, ist eine noble Sache. Und keine leichte Unterhaltung.

Warum enden wir nicht mit der einzigen Sache aus Grey’s Anatomy, bei der ich immer den Faden verliere: Dem End Voice Over:

Genius comes in many forms.

Sometimes it’s subtle, sometimes obvious.
Everyone has it and yet, not everyone can see.
What true potential lies within in every human being.

You can be afraid of it, or you can show it off.
You can choose to ignore whatever it is that you have to say, be or do.
But ask yourself. Is that really why you came here?

Yes. You’re a genius. Just make sure it doesn’t get unnoticed.

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Harry Potter and the Secret of Sequels

SEQUELS


Despite the bad rap they always get, I’m actually a fan of sequels. They have the unique opportunity to bring us back to a place that we already know even though it doesn’t exist. When done right, they  further develop an emotional journey that we witnessed and exceed our  greatest expectations that came with the first installment.

But after getting out of yet another miserable sequel of a once awesome movie, I’m faced with the same old question.

Why do they suddenly forget how to write a fucking screenplay?

I mean they did it right the first time. The motives and character developments were solid, the plot had a decent pace and the emotions seemed to be oh so crystal clear. Everything work out. That’s the reason why they were able to do a sequel in the first place. Because they made a good movie. And then suddenly, as the second installment comes around everything is all over the place. The story is almost non-existent. Characters get introduced without any reason at all…and are killed off minutes later. The motivations of the main protagonist are a mess. Like an actual mess that no one seems to be able to unravel.

And no line of witty dialogue or a well rehearsed action scene is capable of covering that up.

THE SECRET OF THE SEQUEL

But the most frustrating part about it..it’s not that hard to write a good sequel. Honestly. The secret is actually surprisingly simple. And I will prove it to you using one of the best sequel in movie history:
The Harry Potter saga. Especially it’s first three installments: Philosopher Stone, Chamber of Secrets and Prisoner of Azkaban. With a very simple trick J.K. Rowling managed to capture an audience for years on end and create one of the most immersive fantasy-worlds in modern writing.

So if your are a movie buff that is sick and tired of awful sequels or you are a producer, screenwriter, filmmaker and eager to continue your story, listen up. Because here is the secret to Harry Potters immense success…

It’s all the same story.

KNOW YOUR GENRE

Now despite IMDb or common believe the Harry Potter movies aren’t actual fantasy stories. Sure they have magic and dragons and stuff, but in their core the movies (and books) are mystery stories. Three young students on their way to discover a mystery that needs to be solved. Gregory Austin McConnell actually described that pretty well in his essay on ,The cursed child’ and why it didn’t seem like a normal ,Harry-Potter-Story’.

So each year again and again Harry, Ron and Hermione come across a mission that they need to solve. They gather clues and informations and go on to overpower the bad guy with wit, skill and bravery. And although that doesn’t seem like much, most sequels forget what genre the original movie was even in. Because genre is not defined by the costumes, special effects or set pieces of the movie. It’s defined by its writing.

Side note: One solid way testing of whether a story is a mystery or an action adventure is by looking at it’s climax. An action adventure usually ends with an epic battle of good versus evil. Whereas in the Harry Potter stories…they are just talking. And I don’t say thats bad. I like the talking. But there is a lot of it!

The fact, that Harry Potter stories are mysteries becomes also fairly obvious when you watch (or read) Chamber of Secrets, where one of the characters is actually called Tom Riddle. The clue is in the name. And this leads me to the next similarity between all three of the movies.

MYSTERIOUS BAD GUY

 The antagonist. When Harry first discovers Toms Diary he takes him as a fine young man. He believes his stories and follows his advice. It’s only later on that he discovers that said young man is actually Lord Voldemort. Now this twist in character is seen almost throughout the entire Harry Potter franchise.

Lets take a look at year one: There we have Professor Quirrell who is portrait as a shy, stuttering mite only to find out the he was scheming to steel the philosopher stone all along. Even more important is the surprising turn of Professor Snape. Harry, Ron and Hermione strongly believe that he is eager to steal the stone himself, when in reality he tried to protect it.

In the second book (and film) this shift is seen in Professor Lockhart who is introduced as a stunning wizard. But when his moment comes he reveals himself to be a cocky liar who doesn’t know anything about anything. Tom Riddle on the other hand, who seemed so innocent, is revealed to be the true antagonist. Even the usual suspect Draco Malfoy is declared innocent when we find out, that it was the little Ginny who set the Basilisk free.

Not to bore you, but to complete the example, we go on to the third installment. There we have Sirius Black, in my opinion the greatest written character in human history, who is introduced as the most dangerous criminal the wizzarding- (and muggle-) world has ever seen. After Lord Voldemort that is. Only to discover later in the story that he was the good guy all along and that it was Ron’s Rat Scabbers aka Peter Pettigrew who committed all these crimes.

So every time we have a surprising change in character. It’s a motive that keeps recurring so I’m pretty sure you can find the character twist in the fourth book on your own.

,But this is merely a similarity in theme not in structure‘, you might say. And sure, although all these characters identities are revealed at roughly the same time in the story, I might let you have the argument. So lets dig deeper.

SAME PROCEDURE AS LAST YEAR

Each year starts with Harry being at the Dursleys.

Having the same starting point, just like in a sitcom really helps to capture the audience expectation of the previous movie.

But the Dursleys are boring. We want something magical to happen. So sure enough, in his first year, Harry frees a snake at the zoo. On accident of corse. Next year Dobby destroys the desert. Something that Harry didn’t plan on either. And in the third movie Harry blows up his aunt. This happens at almost the exact time in each book and get’s Harry in some trouble. Luckily there is someone or something to help him out of it. In book one Hagrid comes along and declares that Harry is indeed a wizzard. Second year it’s the Weasley Brothers who do the saving. And lastly we have the Knight Bus arriving to save the day.

It’s the exact same procedure each year again. Harry is at the Dursleys. He does something magical, gets into trouble and is saved by an ally. Same for all three stories? Then lets move on.

SAME PROCEDURE AS EVERY YEAR

One of the more ingenious ideas of J.K. Rowling is aligning the plot points of the story arc with the holidays of the year. So when Halloween comes around you can be sure something will happen. It’s a troll in the dungeons! Oh, there is a bloody message on the wall. Sirius attacked the fat lady. It’s the time of ghosts and horror. So let the bad guy close in. They might as well close the school over Halloween, because it’s getting way to dangerous.

Luckily Christmas isn’t far away. And it’s the Holiday of joy and love. And present!

So let’s give Harry something to help him defeat the bad guy. Like a cloak that makes him invisible. Or a potion that turns him into someone else. Or a map that let’s him get around unseen. It is Christmas after all…

And there are more patterns like this. Quidditch is there to hurt Harry. Whether it’s his broomstick that is out of control, or the Bludgers or the Dementors.

The forbidden forrest adds tension. And in order to get to the bad guy, Harry has to go down – like actually underground.

CHARACTERS


But not just the events in Hogwarts are boiled down to their singular meaning. Every character in the Harry Potter story has one purpose and one purpose only. They act on the framework of their personality and help or hinder Harry in his mission to save the wizzarding world.

Lets take Hagrid for example. He sure likes his creatures. That is his mayor character property. And every year he gets himself and one of his creatures into trouble. In the first year Harry, Ron and Hermione need to help him get rid of his Baby Dragon Norbert. Next they visit his pet Spider Aragog to prove his innocence. In the Prisoner of Azkaban they free Hagrid’s Hippogriff Buckbeak that is sentenced to death.

It’s a repeating pattern, that always stays the same. In each of the three stories Hagrid has some trouble with one of his creatures and needs help from our protagonists. And it’s not just Hagrid who keeps on playing the same song over and over again. But I’m sure you figured that out by now.

THE FINAL

So now that Hagrid is saved from his troubles lets focus on the bad guy, alright? We are almost at the end of the year. Harry, Ron and Hermione have gathered enough intel to take on the bad guy. But since Harry is our Hero he has to face him on his own. So let’s have Ron fall from a horse and Hermione not drink the potion. They’ve done their part. Harry can go on on his own now. Well next year is no different apart from the fact, that Hermione got knocked out pretty early on, leaving Ron and Harry to go down the Chamber of Secret. And if you think this is unfair and that Hermione should get her screen time as well, just take a look at Prisoner Of Azkaban, where it’s Ron who stays in the Hospital bed so that Harry and Hermione can pair up to save the world.

IN CONCLUSION

So these are just a few similarities between the three first books of the Harry Potter franchise. It’s actually quite the fun exercise to find the similarities between the stories. I have only pointed out the major plot points, but when you dig deeper, you will find different character flaws, situations or even sentences that are repeated throughout the series. I’m sure you will be able to find some more parallels on your own. And I’m also sure, that you might be able to figure out why the Order Of The Phoenix didn’t seem to work that well. But before you start screaming, heres a little disclaimer.

DISCLAIMER

I’m not writing all this to denigrate J.K. Rowling. I’m not saying: Oh she’s so lazy. She just wrote the same story over and over again and made millions of dollars off of i’.
Quite the opposite actually. I want more writers to be brave enough to stick to their story. Because in the end, it’s all one song anyways.
I think that J.K. Rowling’s imagination really proves her skill in writing. You can tell the old story over and over again. But making up flying cars, little boys trapped in diaries, a tree that tries to kill you, Dementors (frankly the best creature ever created in human history (if you want to call them ,created‘ that is)) or even the Knight Bus. These are all highly original ideas. Especially when you think about how smoothly they are woven into the story structure of these mystery books.

ADDING CHARACTERS

Now there is one last thing I want to talk about before I leave you to it. And that is scale. Most of the franchise seem to be build around one statement and one statement only: The more the merrier. Just take a look at the casting list of Pirates of The Caribbean 2 vs. it’s predecessor. It almost doubled. Every time Hollywood gets it’s hands on a franchise they suddenly start to bring up side-characters, side-quests, side-stories. Without any need for them at all. Because all that does is to distract us from the main character.

Compare that to Harry Potter and the Chamber of Secrets where J.K. Rowling introduces just two new major characters. Gilderoy Lokchart and Tom Riddle. And one of them is a replacement for poor Professor Quirrell. That means, that most of the plot is wrapped around our three main protagonists Harry, Ron and Hermione (aka the ones that actually matter). And it works. Because the characters are strong and complex enough to stand on their own. You could tell a story of the three friends walking around in the forest and it would still be interesting…oh wait scratch that. But you get the point. Additional characters don’t further your plot, they don’t enhance the intensity of the story. They are cunning devise to try to avoid to deal with the main protagonist.

So if you are writing a sequel try the following. You are only allowed to replace the characters that died or disappeared in the original story and add one additional character. Like in Chamber of Secrets or in Prisoner Of Azkaban where you have Lockhart who is replaced by Lupin, Tom Riddle who is replaced by Wormtail and the one we want to add is Serius Black. No that is strong writing. To be able to trust your characters beyond explosion and action scenes and to be able to explore them even in the silent moments, where there is no distraction.

WHAT WE’VE LEARNED

There are two reasons why people come back to see more. The story and the characters. You can make up the most hideous things (like a time-traveling necklace), as long as you stay true to the story and the character you created in the first place. People want to see something new, sure. But when they let their imagination flow, they don’t come up with new interesting side character. They make up stories of who is going to pair up with whom. They stay within the boundaries of the world you created. And so should you!

Because as I said. Sequels are awesome. If they are done right!

Love actually, 2003
Radio

Love is all around

»Whenever I get gloomy with the state of the world, I think about the arrivals gate at Heathrow Airport.

General opinion’s starting to make out that we live in a world of hatred and greed, but I don’t see that.

Love actually, 2003Love actually, 2003

It seems to me that love is everywhere.

Often, it’s not particularly dignified or newsworthy, but it’s always there – fathers and sons,

Love actually, 2003Love actually, 2003

mothers and daughters,

Love actually, 2003Love actually, 2003

husbands and wives,

Love actually, 2003Love actually, 2003

boyfriends, girlfriends,

Love actually, 2003Love actually, 2003

old friends.

Love actually, 2003Love actually, 2003

When the planes hit the Twin Towers, as far as I know, none of the phone calls from the people on board were messages of hate or revenge – they were all messages of love.
If you look for it, I’ve got a sneaking suspicion… love actually is all around …«

(Intro: Love actually, 2003. Writer/Director: Richard Curtis)

Thx for the reminder Richard Curtis.

Radio

Herbstgedanken

„Ich gehe aus der Haustür und ziehe mein Winteroutfit an. Es ist immerhin Herbst. Blätter liegen auf dem Boden, zu dieser Jahreszeit lernt es sich gut. Ich hole die Post aus dem Briefkasten und lege sie auf den einzig freien Tisch im zweiten Stock. Eigentlich dumm, denn jetzt muss ich den ganzen Weg zum Briefkasten zurücklaufen, um die Rechnung zu bezahlen. Ich denke, die Fahrgemeinschaft zur Arbeit kommt so in einer Stunde. Also pflege ich noch schnell meine Tomatenpflanzen im Gewächshaus. Prächtig geht es denen. Viel besser als meinen Obstbäumen im Garten, die ständig von weißen Pollen befallen sind. Die Arbeit ist nichtssagend wie immer. Nicht mal eine Beförderung ist drin. Mir fehlt wahrscheinlich einfach die nötige Mechanik. Später mach ich mir leckere Nudeln mit Käsesoße, immerhin hab ich ganz schön Anga Anga. Und nachts lieg ich wie immer im Bett und frag mich, wie ein Sim bei diesem grünen Licht schlafen soll.“

Ich habe vor kurzem die perfekte Sims Familie erstellt.

Einen Masterplan. Nach 10 Jahren Sims-Spiel-Erfahrung, habe ich das Geheimnis gelüftet. Wie es funktioniert. Ich nenne es „Die Reihenfolge!“.

Und die geht folgerndermaßen:

Ich habe zwei Sims erstellt eine Frau und einen Mann. Ihre An- und Abturner sind aufeinander abgestimmt. Ich lasse sie in ein kleines Haus ziehen, aber mit getrennten Schlafzimmern. Ich erstelle ihnen ein Gewächshaus und lasse sie Tomaten pflanzen.

Die Nachbarn kommen vorbei, ich lade sie ein. Die ersten Freundschaften werden geknüpft. Die nächsten Wochen gibt es nur Gärtnern, Fähigkeitspunkte sammeln und jeden Tag mindestens 6 Freunde einladen. Ziemlich schnell haben sie also 8 beste Freunde, eine gute Fähigkeitspunkte- Grundlage und den silbernen Gärtnerorden.

Jetzt suchen sie sich Jobs.

Dadurch, dass sie alle Voraussetzungen erfüllen, werden sie beide sehr schnell befördert. Es wird weitergepflanzt, bis sie den goldenen Gärtnerorden haben und endlich Auberginen pflanzen können. Das ist wichtig, den Auberginen Saft stillt nicht nur den Hunger, sondern bringt einem auch einen random Fähigkeitspunkt. Die Beförderungen gehen immer weiter. Inzwischen haben sich meine Sims auch ineinander verliebt. Aber Job geht gerade vor. Bis … ja beide haben die Spitze ihrer Karriere erreicht. Ab jetzt sind die Freunde ehrlich gesagt egal. Wir brauchten sie nur als Kontakte, um befördert zu werden.

Ich lasse sie ihr erstes Kind machen. Sie ist schwanger. Sie heiraten. Sie ziehen in ein größeres Haus. Das können sie sich leisten als Starkoch und Bürgermeisterin. Inzwischen fehlen ihnen nur noch ein ganz paar Fähigkeitspunkte, bis sie alle haben. Der Auberginensaft hilft dabei. Sie bekommen drei Kinder. Der Direktor wird eingeladen. Alle gehen sie auf Privatschulen. Sie haben alle Fähigkeitspunkte, den goldenen Angelorden, Gärtnerorden, Blumenorden, Spielzeugwarenorden. Fast alle Urlaubsbelohnungen. Das Haus ist sauber. Es geht ihnen gut.

Aber jetzt … ist es langweilig.

Was gibt es schon zu tun, wenn man nichts mehr anstreben kann? Die Kinder sind auf dem College, sie leben in einem riesigen Haus. Die Freunde sind alle weg, mühsam müssen sie zum Plaudern angerufen werden.

Und hier kommt der Zeitpunkt, seinen Computer auszuschalten und in das Chaos zu treten, was sich inzwischen in seinem eigenen Leben angebahnt hat. Es gibt kein aging-off. Jeden Tag wird man älter und das bekommt man auch nicht zurück. Es gibt keine begrenzte Anzahl an Fähigkeitspunkten. Es wird gelernt, gelernt, gelernt. Es gibt kein Ende. Es gibt beschissen Phasen, Selbstzweifel, man braucht Kontakte und dann verliebt man sich auch noch total unpassend. Alles läuft gleichzeitig. Ich mag es aber, Dinge zu Ende zu putzen. Ich möchte irgendwann volles Potenzial in irgendwas erreicht haben. Nicht, weil ich dann die Beste darin bin, sondern damit ich etwas zu Ende gebracht habe. Ich möchte mit meinen sauberen Füßen, in meiner frischen Bettwäsche liegen und ein neues Buch anfangen. Aber dann vermisse ich Lukas, dann muss ich pinkeln und dann kotzt Tapsi direkt auf den Teppich. Und ich stehe auf und freue mich, dass ich immer weiter lernen darf.