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Freunde: Curry für alle

Ich liebe es für viele Menschen zu kochen. Überdimensionale Schüsseln und Pfannen, alle Herdplatten benutzen und am Ende um den Tisch sitzen und genießen.

Doch nicht jedes Gericht eignet sich für einen netten Abend mit Freunden. Schließlich muss man mehr im Kopf haben, als einfach nur ,viel‘ zu kochen. Mein Lieblingsrezept für einen netten Abend mit bis zu sieben Leuten ist Curry für alle. Denn hier werden nicht nur alle satt, sondern es können auch alle zusammen kochen. Und das geht so.

Als erstes ab in den Laden. Denn es gibt ein paar Zutaten die wir brauchen. Wenn ich einen richtig edlen Abend machen will, gehe ich hierfür meistens sogar in den Bioladen. Da ist das Gemüse einfach besser. Und wir brauchen Gemüse. Viel Gemüse.

  

Ich tue in mein Curry gerne:

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Süßkartoffeln
  • Kürbis
  • Aubergine
  • Zucchini
  • Lauch
  • Paprika
  • Kichererbsen aus der Dose
  • Kokosmilch aus der Dose

Aber ihr könnt natürlich alles einkaufen worauf ihr Bock habt. Möhren, Pilze, Kaiserschoten und anderes eignen sich auch. Also greift einfach wonach euch der Sinn steht. Die Regel: von allem zwei. Bis auf den Kürbis, da müsste je nach Größe ein halber reichen.

Jetzt geht es an die Gewürze. Für Erstlinge ist das erstmal eine Anschaffung. Aber es lohnt sich, denn man kann die Gewürze vielseitig einsetzen und sie halten auch eine ganze Weile.

Essenziell sind hier:

  • Curry (ist ja klar)
  • Curry-Paste
  • Curcuma/Kurkuma

Ich benutze aber auch gerne noch: Kreuzkümmel, Koriander, Cayenne Pfeffer und Paprika.

Nach und nach wird sich eure Sammlung bestimmt erweitern. Aber mit den oberen Drei seid ihr erstmal bestens versorgt.

Also, alles einstecken und ab nach Hause, denn jetzt wird geschnippelt. Jeder kriegt ein Brett und ein Messer. Das Gemüse wird in Würfel geschnitten, fangt am besten mit den harten Dingen an, die kommen nämlich als erstes in den Wok.

Einer bekommt die ehrenvolle Aufgabe Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer zu schneiden. Alles drei am besten in ganz kleine Würfel.

Während dessen könnt ihr euch schon an den Herd stellen. Schließlich seid ihr der Chef-Koch. Ersteinmal Öl in die Pfanne. Ich benutze am liebsten Kokosfett, davon gut zwei-drei Esslöffel. Im Wok sollte sich ein kleiner See bilden.

Hier schmeißen wir jetzt die Zwiebeln-Knoblauch-Ingewer Würfel rein. Schön scharf anbraten, aber nicht verbrennen lassen.

Sobald die Zwiebeln glasig-braun sind kommen die Gewürze dazu. Eine ordentliche Portion Curry, Curry-Paste und Kurkuma. Es sollte ein wenig in der Nase brennen, wenn ihr über dem Wok einatmet. Da wir sehr viel Gemüse haben, könnt ihr ruhig ausladend mit den Gewürzen umgehen.

  

Ein Blick auf die Schnippler. Der halbe Kürbis und die Süßkartoffeln können jetzt in den Wok. Ordentlich in den Gewürzen schwenken, bis sie komplett damit vermischt sind. Für eine weiter Weile scharf anbraten, dann das restliche Gemüse dazuschmeißen. Das ist dann der Moment in dem ihr denkt: ach du kacke, wir haben viel zu viel Gemüse. Aber keine sorge, zum einen kocht es noch ein, zum anderen kann man Curry ideal auch noch am nächsten Tag essen.

Das Gemüse vorsichtig Wenden, so dass es gleichmäßig angedünstet wird. Sobald das der Fall ist, die Kichererbsen und alles mit zwei Dosen Kokosmilch ablöschen. Und jetzt kommt der beste Teil: Deckel drauf, Chips aufmachen und entspannt ein Weinchen trinken. Wer will schon an einem Abend mit Freunden die ganze Zeit in der Küche stehen.

Und da immer mal der ein oder andere zu spät kommt, kann das Curry schön lange köcheln. In fact: Je länger desto besser.

  

Jetzt könnt ihr zusammen sitzen, auf die restlichen Gäste warten und gemütlich schwatzen. Ab und zu mal den Deckel anheben und vorsichtig umrühren, damit nichts anbrennt. In jedem Fall würde ich das Curry mindestens eine Stunde auf dem Herd lassen. Für den übergroßen Hunger gibt es ja Chips.

Manche essen ihr Curry gerne pur oder mit Brot. Ich bin aber ein absoluter Reis-Fan. Also mache ich meins mit Reis.

Für sieben Leute koche ich meist 500g Jasmin-Reis oder zwei Heisenberg-Tassen.

Den trockenen Reis in einen Topf geben und waschen. Das habe ich von einem Freund gelernt, der lange in Indonesien gelebt hat. Einfach Wasser dazugeben, leicht schwenken und das Wasser wieder abgießen. Das könnt ihr zwei-drei mal wiederholen. Dann die doppelte Menge Reis an Wasser hinzugeben. Also 1L oder vier Heisenberg-Tassen. Alles auf den Herd stellen, Deckel drauf und bei fast voller Flamme zum kochen bringen. Zwischendurch umrühren. Sobald das Wasser kocht, könnt ihr es etwas runter drehen. Hier kann es schnell passieren, das man den Reis vergisst, während man sich unterhält. Wenn der Reis langsam aus dem Wasser hervorkommt könnt ihr die Flamme noch etwas weiter herunter drehen. Dann nochmal umrühren und auf kleinste Flamme stellen. Ist der Reis fertig, einfach Flamme abdrehen und Deckel drauf lassen. Auch der Reis kann eine Weile so stehen bevor er serviert werden muss. Macht euch also um Timing keine Sorge.

Wenn dann alle eingetrudelt sind und Hunger haben, könnt ihr das Tischdecken in die Wege leiten. Dann zwei Untersetzter auf den Tisch und königlich das Curry hineintragen.

Und jetzt kommt der wichtigste Teil. Einen Menschen finden, der den Reis auftut und einen, der das Curry auftut. Nach der Zeit in der Küche könnt ihr euch einfach hinsetzten und bedienen lassen.

Ist ja schließlich Curry für alle.

  

Und wenn doch noch was übrig bleibt, habt ihr am Tag danach noch was für euch. (Schmeckt dann sogar noch besser!)

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Royal: Interview mit Katin

Hey Katrin! Du bist Malerin, Autorin, Agentin. Wann wurde dir klar, dass du Künstlerin bist?

Sehr früh. Obwohl ich mich nicht erinnere, habe ich mit meinen Eltern im ersten Lebensjahr in einer WG mit einer Künstlerin gwohnt. Der Geruch von Ölfarbe ist ein Trigger! So mit 8 oder 9 jahren war es mir aber ganz klar, ich will Malerin werden. Ich habe ständig gemalt, das war mein Ding.

Was bedeutet ein künstlerisches Leben für dich? 

Also einmal gibt es das Leben als Künstlerin. Das heißt, man macht Kunst, denkt über Kunst nach, redet über Kunst, geht in Ausstellungen. Eigentlich die ganze Zeit. Egal, ob man malt oder schreibt oder Musik macht, es erfüllt die ganze Existenz 24/7.

Und dann kann man auch sein Leben auf sehr kreativ-künstlerische Art gestalten und leben. Also freie Lebensmodele entwicklen, mit Kindern, ohne Kinder, auf einem Hausboot, in einem Baumhaus. Also die Lebensart zu einer eigenen Kunst erheben. Beides finde ich spannend.

Was hat Kunst mit Royal zu tun? 

Für mich ist Kunst die Krone der Schöpfung. Man hat Basisbedürfnisse: Essen, Wärme, Schutz, Freunde, Liebe und so weiter – und wenn das alles befriedigt ist, dann hat man Zeit und Kraft für Kunst. Das ist ein Luxus. Klar, Künstler hungern für ihre Kunst, das ist nicht sehr royal, aber sie wissen, dass wir Menschen Royalität brauchen, uns täglich daran aufrichten müssen, dass es etwas Höheres, Größeres, Schöneeres als den Alltag gibt. Wenn ich an die Menschen denke, die Zeit und Kraft für Kusnt haben, dann sind das Menschen, die sich selber eine kleine Krone aufsetzen können, weil sie aus dem niedrigen Trubel raus sind. Sie können sich KUNST leisten.

Als Autorin hast du deinen eigenen Verlag eröffnet, als Agentin eine Agentur. Bist du gerne ,in charge’?

Ja, ich bin gerne der Boss. Das war schon als Kind so. Erstgeborene, Bestimmerin, Nerverin, immer die Ideen, alle sollten machen, was ich wollte. Meine armen Brüder …

Und was sind Aufgaben die du lieber abgeben würdest? 

Ganz klar, die „niedrigen“ Aufgaben, die man ohne Nachdenken machen kann. Routinesachen. Aber – ich bin auch der Meinung, dass man etwas lernt, wenn man Dinge selbst macht und nicht immer abgibt. Ich habe also alles selbst gemacht und weiß jetzt, was ich von anderen erwarten und verlangen kann.  Ich hoffe, das macht einen besseren Boss aus mir.

Aufgewachsen bist du in Berlin. Was reizt dich an der Stadt? 

Na, die Stadt ist eine der besten, großartigsten, tollsten lebendigsten Städte der Welt. Punkt. Da lässt sich absolut nichts hinzufügen. The best!

Du bist ja dann als Jugendliche in ein Besetztes Haus gezogen. Wie kam es dazu?

Ich wollte immer ein aufregendes Leben haben. Neue Strukturen, etwas erfinden, etwas herausfinden. Abenteuer. In den 80er Jahren war die Hausbesetzerszene genau das. Ein Aufbruch, ein Abenteuer.

Hatte das für dich etwas royales? 

Nope, das war ganz und gar nicht royal. Na ja, vielleicht ein wenig, weil ja auch ziemlich royale Häuser besetzt wurden. Also auch Villen in Zehlendorf mit Swimmingpool und Zimmerfluchten und Kronleuchtern. Aber die Bewegung selbst war mehr: das Proletariat im Kampf gegen die Bonzen=Hausbesitzer.

Und wieso bist du dann später nach Potsdam gezogen? 

Ach, schon als Kind – ich habe ja in Berlin-Zehlendorf gewohnt – habe ich über die Mauer gesehen und fand das da drüben spannend. So nah und doch so weit weg. Nach der Maueröffnung wollte ich da rüber. Ich wusste das irgendwie schon als Kind, die Mauer wird irgendwann fallen und dann geh ich da rüber.

Würdest du sagen, dass Potsdam royaler ist als Berlin?

Ja. Potsdam ist ja von Friedrich ganz bewusst royal aufgebaut worden. Alles dreht sich hier um diese royale Identität. Sie haben sogar das Schloss in Potsdam wieder hingebaut.

Spielt Ästhetik für dich eine große Rolle?

Ja, ja, ja.

In deinem neuen Buch geht es wieder um Jugendliche, warum schreibst du so gerne für und über dieses Alter? 

Einmal ist es Zufall, weil ich für einen Kinderfilmproduzenten gearbeitet habe, der ein Jugendformat (fürs TV) von mir wollte und dann bin ich da so reingerutscht.

Auf der anderern Seite ist das Alter einfach spannend. Da passiert so viel.

Und was sind Dinge die du von deinen Hauptcharakteren lernst? 

Toleranz. Sie sagen mir immer: Hey, schau mal, so geht es auch!

Könntest du dir vorstellen einmal einen historischen Roman zu schreiben? 

Ja.

Wären dort auch Jugendliche die Hauptpersonen?

Oh, interessanter Ansatz. Denn Jugend ist ja historisch gesehen ein junger Begriff. Früher gab es keine Jugend, da war man Kind und dann gleich erwachsen und wurde manchmal auch schon als Kind wie ein kleiner Erwachsener angezogen.

Was bedeutet Royal für dich?

Kopf hoch, Krone auf, Verantwortung übernehmen. (Siehe meinen Focus-Beitrag zu Royal;)

Royal: The Crown
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Royal: The Crown

Die Krone in Netflix’ „The Crown“ steht nicht nur für den prunkvollen Kopfschmuck, der Elisabeth, 25 Jahre alt, auf dem Kopf platziert wird. Sie steht für eine Institution. Und für die junge Königin für eine Lebenshaltung. Frisch gekrönt, repräsentiert sie, als Hauptdarstellerin der royalen Show, all das, was die Krone ausmacht. Für Elisabeth bedeutet das, dass sie sich an eine neues Leben gewöhnen muss. Ein Leben im Rampenlicht zwischen Entscheidungen und Zeremonien.

„The people look to the monarchy for something bigger than themselves.“

Was im grellen Scheinwerferlicht nicht ins Bild einer Monarchin passt, muss verborgen oder gänzlich aus aus ihrem Leben getilgt werden. Es beginnt ein Prozess des Reinemachens, in dem die ungezügelte Lebensart des Ehemanns, die ausufernden Trotztiraden der Schwester und diverse unzuverlässige Staatsmänner unter die Lupe genommen und korrigiert werden müssen.

Bei Tageslicht muss die königliche Familie den Erwartungen einer royalen Einrichtung entsprechen, bei Mondlicht wandern die Schatten durchs Haus. Hinter der Fassade brodelt es.

Um sie herum arrangieren sich ihre Mitmenschen mal mehr mal weniger glücklich mit den Erwartungen, die an sie gestellt werden. Schnell wird klar: Nicht jeder ist dafür gemacht, ein „royales“ Leben zu führen. Perlen und Juwelen, raschelnde Seide und kühler Marmor helfen nicht weiter, wenn zwischen den Prunk eine Person geklemmt ist, die sich nicht ausdrücken kann. Nicht authentisch lieben, leben und lernen kann. Wenn kein Raum für Fehler ist und keine Freiheit zum Experimentieren, welken neben Elisabeth selbst die glamourösesten Persönlichkeiten.

Sie hingegen versucht, herauszufinden, wo zwischen all den Regalien Platz für eine Privatperson ist.
Und  muss beginnen ein Bild zu formen, von der Königin, die sie sein will. Die Entschiedenheit und Hingabe mit der Elisabeth sich dieser Transformation widmet, ist bemerkenswert und wird zum Kernstück der Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Umwelt. Kann ein Mensch zu einem Symbol werden? Wie viel Persönlichkeit verträgt ein Idol?

Mit stoischer Robustheit unterzieht sie sich den Feuerproben einer frischgekrönten Herrscherin. Jede Herausforderung macht sie stärker. Resoluter.

„Yes I am Queen. Bit I am also a woman. And a wife.“

Natürlich ist Elisabeth’ Position ebenso eigenartig wie einzigartig. Dennoch erkennt man in ihren majestätischen Bemühungen, den Eindruck von Effizienz und Transzendenz aufrecht zu erhalten, auch unsere eigene Art in die Welt  hinauszutreten. Auf Biegen und Brechen zu versuchen, elegant und professionell zu wirken, während sich hinter den panischen Augen das Chaos weitet. Als gäbe es eine Sphäre, in der die Absurditäten und Ungereimtheiten unserer Erfahrung keinen Platz finden. Das öffentliche Leben.

Kaum überschreiten wir die Schwelle unserer heimlichen Existenz, geben wir uns Mühe, das Bild zu erfüllen, dass man von uns zeichnet. Schattenhüpfen und Pantomime bis hinter die nächste Litfasssäule, dann weiter bis zum Backstand und nach anständigem Geplauder hinter den sicheren Schreibtisch. Dort kann man das Leben ordnen. Flitschgummies hierhin, Büroklammern dorthin. Nur das Prickeln im Nacken erinnert uns daran, beobachtet zu werden.

„Who we are is not what we wear or what glitters. It’s the spirit that defines us.“

Das Leben seit Elisabeth Thronbesteigung ist freier geworden. Wir dürfen wählen, was wir sein wollen, wer wir sein wollen, wie wir sein wollen.

Doch wie viel von den unsichtbaren Anforderungen an einen anständigen Menschen haben wir hinter uns gelassen? Was trauen wir uns nicht zu zeigen? Von was sind wir überzeugt, könnte sich unser Ruf nicht erholen? Was repräsentieren wir, wenn wir das Haus verlassen?

Elisabeth’ Ringen um Fassung und Vermögen erinnert uns daran, ab und an den Mantel abzuschmeißen und barfuss durch das Gras zu walzen. Bis zum Hals in Ungereimtheiten zu baden, Löcher in die Luft zu starren, nicht der zu sein, für den man uns hält. Das Floß vom Ufer abzustoßen und eine Weile lang zu treiben. Zu hinterfragen, wo wir uns klein machen, verstecken und verbiegen und mit Respekt und Hingabe dem Leben Stück für Stück seinen goldenen Glanz wiederzugeben. Komplett mit Schatten. 

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Royal: Royal Evening

Die Idee des Royal Evening

Manchmal flashen mich Kunstwerke//Bücher//Filme so sehr, dass ich eine spontane Eingebung bekomme. Der goldene Strahl aus dem Himmel, direkt in meinen Kopf. So war das mit dem Royal Evening. Eine Idee, die mir kam, als ich eine Serie auf Netflix sah. Als Netflix-Fan bin ich besonders fasziniert von den Eigenproduktionen des Senders und ganz besonders von den neuen Dokumentationen. So stylish! Intelligent! Geschmackvoll! Persönlich UND informativ. Bei Chef’s Table kam alles zusammen.

Eine Serie über die besten KöchInnen der Welt. Ich fühlte mich den Chefs sofort verbunden: Perfektionisten, Workaholics, Künstler. Detailversessen, neugierig, künstlerisch-kreativ, ungeduldig, cholerisch, ambitioniert, ehrgeizig. Besonders spannend fand ich die Kombination von Künstler-In und Geschäftsmann/frau. Denn wer sein eigenes Haute-Cuisine-Restaurant eröffnet, muss beides schaffen: Genial kreativ-künstlerische Gerichte erfinden und genug Kunden anziehen. Ich wusste auf einmal, hier steckt sehr viel Information, die ich für meine eigene Situation nutzen kann. Hier finde ich eine Tonne von Antworten auf Fragen zu meinem eigenen Leben.

Royaler Leben

Ich denke, ich kann mit jeder Situation mit jedem Problem, mit jeder Arbeit klarkommen und umgehen, wenn sie mir auf eine geschmackvolle Art und Weise präsentiert wird: Von Geburt bis Tod und alles dazwischen. Ich mag, dass wir Menschen Formen für bestimmte Ereignisse gefunden haben. Geburt ist ein Festtag: Weiß, hell, sonnig, Blumen, Karten, Fotos, Freude. Und wenn etwas tragisch, traurig oder sogar schrecklich ist, dann haben wir eben eine andere Form: Schwarz, Tränen, Blumen, Karten, Regen. Blumen und Karten scheinen immer dazuzugehören, heute ist es vielleicht eher eine Mail, aber egal: Es gibt eine Form, es gibt ein Protokoll. Das nenne ich royal.

Seeigel a la Haute Cuisine

Natürlich weiß ich, dass das Protokoll eine sehr formalisierte Handlung ist und dahinter eine Menge Messiness lauert. – Amber hat es ja in der letzten Woche sehr gut geschildert. Dass Geburten mit sehr viel Flüssigkeit und Blut und Einblicken auf intime Körperteile und Momente verbunden sind. Und reden wir erst gar nicht vom Tod …

Doch wenn man der Sache eine royale Form gibt, dann schützt man sich, indem man sagt: „Hey, egal, wie müllig und verdreht es gerade in mir aussieht, ich halte den Kopf oben.“ Ich mag das. Ich mag, wenn Königin Elisabeth von England – egal was für verrückte Dinge gerade im Könighaus passieren – sich ihre klatschbunt-hässlichen Kostüme anzieht, einen dummen Hut aufsetzt und den Kopf oben hält. Ich mag das!

Abgründe

Aber natürlich kann man die Sache auch andersherum betrachten und so ging es mir zwischen 2015 und 2016. 2015 hatte ich ein Literaturstipendium auf einen Schloss bekommen. Mein Leben wurde mit Gold übergossen, dachte ich, doch als ich dann tatsächlich auf dem Schloss ankam und die anderen Stipendiaten traf, da sah alles ganz anders aus. Missgunst, Aggression, Ausgrenzung, Neid, extremer Ehrgeiz.
Auf einem Gruppenfoto wurde sich in die erste Reihe gedrängelt, statt zu arbeiten wurden neue Stipendien gesucht, weil das offenbar der Sinn eines Stipendiums ist – das nächste zu bekommen. Und ich spare mal die zahllosen Affären, denen sogar verheiratete KünstlerInnen offenbar nicht aus dem Weg wollten – aus. Das Gleiche spielte sich zur gleichen Zeit in dem Verlag ab, der die Rechte von vielen meiner Bücher erworben hatte und mir immer wie ein goldener Stern am Himmel der Verlagswelt erschienen war: Hinter den Kulissen sah es – extrem messy aus.

*(Fastforward 2018: Das Stipendium auf dem Schloss gibt es nicht mehr, tatsächlich erlebte ich einen Niedergang. Was den Verlag angeht – ich bin froh, dass ich meine Rechte zurückbekomme.)

Chef’s Table

2015 war die Netflix-Serie wie eine Offenbarung für mich. Sie zeigte mir nicht nur das schön gestaltete Essen der Haute Cuisine, sondern auch die Messiness, die sich hinter den Kulissen oft abspielt. Das ist vor allem der Großzügigkeit der ChekfköchInnen zu verdanken, die sich für diese Dokumentation extrem öffnen, von ihrem Leben erzählen, ihrem Scheitern. Aber eben auch von ihren Kampf um Schönheit und Royalität. Es ging um Essen – aber auch um so viel mehr. Jedes Mal, wenn ein neuer Koch in der mitterlweile 4 Staffeln langen Serie vorgestellt wurde, war ich in einer neuen Welt, doch immer war es der gleiche Kampf, die gleiche Challenge: Wie bringe ich Wunder an Schönheit, Eleganz, Nachhaltigkeit, Größe, Gesundheit in die Welt und bleibe ein einigermaßen anständiger Mensch// GeschäftsFrau/mann//Ehemann/frau. Denn der Zweck heiligt in dieser Serie und überhaupt nicht die Mittel. Für den Kuchen von Marie Antoinette wurden die Bauern ausgebeutet, aber heute wollen wir mehr: Wir wollen Werke von großartiger Schönheit hervorbringen UND gute Menschen sein.

Oder das ist nur mein Wunsch? Das musste ich herausfinden.

Royal Evening #1

Meinen ersten Royal Evening veranstaltet ich im Juni 2016. Ein Experiment, zu dem ich die engsten Red Bug Homies einlud. Wir empfehlen uns oft Filme// Theaterstücke//Bücher untereinander, aber ich wollte nicht nur sagen: Seht euch unbedingt diese Dokumentation über Chefköche an, ich wollte ein ganzes Event um diese Aussage erschaffen. Eine bestimmte Kleiderordnung, ein Aperitif, ein 3 Gänge-Menü mit neuer Sitzordnung – und dann gemeinsam beim Dessert die erste Folge der ersten Staffel ansehen und darüber sprechen. Sehen, ob die anderen genauso fasziniert sind wie ich. Ob sie das Gleiche empfinden. Als Künstler, als sensible Menschen, als Leute, die auch irgendwie ihr Geld verdienen müssen, aber auf keinen Fall in einem Büro oder Amt oder noch nicht mal einem halbwegs normalen Job landen können, weil es diese Sehnsucht nach Schönheit und Wahrheit gibt. Etwas, das wir Menschen nur erschaffen können, wenn wir entweder Könige machen lassen, oder uns selbst zur Royalität erheben.

Der erste Chef, den ich vorstellte, heißt Massimo Bottura, er lebt in Italien. Meine Kleiderordnung hieß: Grün oder Rot (ich kam in Weiß). Das Essen war schlicht und frisch und grün/rot/weiß. Am Abend sahen wir die erste Folge und diskutierten. Es war ein wunderschöner Abend. Der Royal Evening war geboren.

Royale Erkenntnis

Ich habe nicht nur diesen, sondern noch weitere Royal Evenings veranstaltet. Der Ablauf war immer gleich: Sorgfältig zubereitetes Essen, das einen Bezug zum jeweiligen Chef hat, dann gemeinsames Ansehen der entsprechnenden Chef’s -Table-Folge beim Dessert. Ich habe mit großer Freude gekocht, dekoriert und serviert. Ich hoffe, alle haben das Essen, die Filme und die Diskussionen genossen. Doch vor allem habe ich mir selbst mit diesen Royal Evenings etwas zurückgegeben: Den Glauben an die Royalität meines Lebens. Und die Erkenntnis, dass ich – und nur ich – dafür verantwortlich bin, mein Leben golden anzumalen.

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Royal: Ein Leben Sans Souci

(französisch sans souci deutsch: ohne Sorge)

Ein Leben Sans Souci, das war ehrlich gesagt als kind meine Vorstellung von einem normalen Leben. Alles andere hat in meinem Kosmos keinen Sinn gemacht. Und dann wird man älter und die große Verwunderung: „Wieso sprüht man die Bäume und Häuser nicht einfach Gold an?“

Ich bin in Potsdam geboren und aufgewachsen. Und zu meiner eigenen Überraschung habe ich einen ganz schön ausgeprägten Heimat-Stolz. Ich liebe diese Stadt. Die Seen, die Parks, die vielen Cafés, die Menschen und last but definetly not least: die Schlösser. Was soll ich sagen … Preußen interessiert mich halt. Ich habe schon viele Stunden zwischen den Regalen der Abteilung Brandenburgica in der Stadtbibliothek verbracht und mich in Biografien der Königin Luise verloren.

Goldene Stadt

Friedrich II oder auch Friedrich der Große oder ‚Der alte Fritz‘ ließ Sanssouci von 1745- 1747 nach Entwürfen des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbauen. Es sollte sein Sommerschloss, sein Erholungsort im Stil des Rokoko werden. Und da das Leben in Preußen eben alles andere als Sans Souci war, war es vor allen Dingen eine Flucht vor den Kriegen und der Frau. Friedrich soll ein ziemlich sensibler Junge gewesen sein. Sich mehr für die Dichtkunst und das Flöte spielen, als für Krieg und die Unterweisungen seines Vaters interessiert haben, der ihn oftmals gewalttätig zurechtgewiesen hat. Er war ein kleiner Rebell und plante mit seinem damaligen besten Freund Hans Hermann von Katte die Flucht vor seinem gewalttätigem Vater nach Frankreich. Als das aufflog, ließ sein Vater Katte vor den Augen Friedrichs köpfen. Kein Wunder, dass man da von dem Leben ohne Sorge träumt.

Für Friedrich ging es als weder vor noch zurück. Wer weiß, vielleicht hat er nach Jahren irgendwann Gefallen an den Kriegen gefunden. Aber im Endeffekt hat er mit Sanssouci genau das versucht. Er hat sein Leben golden angesprüht und sich ein goldenes Schloss bauen lassen (Na ja Gelb, aber ihr wisst was ich meine).

Ich spaziere also durch Sanssouci und frage mich, ob ich das jetzt doof finden soll? Vor seinen Problemen fliehen? Sollte man nicht dem Ernst des Lebens ins Auge blicken? Zumindest eins habe ich in meinen jungen Jahren gelernt, man sollte die Sorgen in seinem Leben dankbar annehmen, denn wenn man sie ignoriert, werden sie nur größer und komplizierter und die Lektionen immer härter. Ich frage mich, ob Sanssouci Friedrich zu einem glücklicheren Menschen gemacht hat? Ich frage mich, wovor ich fliehe?

Wer ein kleines Leiden nicht ertragen kann, muß auf große gefaßt sein. – Jean-Jaques Rousseau

Eine Stadt ohne Sorgen

Lange sind die Diskussionen von dem Abriss der FH Potsdam an mir vorbeigezogen. Ich kannte mich zu wenig aus, um ernsthaft Stellung beziehen zu können. Oberflächlich gedacht: ‚Hm, nee, die FH ist nicht schön.‘ Aber irgendwie fühlt es sich falsch an, sie abzureißen. Das Viertel um die lange Brücke hat sich sehr stark verändert. Früher war das Filmmuseum das einzige Prunkvolle in der Gegend. Inzwischen sieht es aus, als ob jemand alles glatt geschmirgelt und dann mit dem neuen Dyson Staubsauger einmal drüber gefahren wäre. Leblos.

Und ich habe mich auch verändert. Ich kann nicht mehr von mir behaupten, dass ich kein Outdoor Typ bin. Zum Glück. Denn es gibt sehr viel Schönes, was vor der Tür auf einen wartet. Sehr viel kuddelmuddeliges. Und ich habe keinen Bock auf ein preußisches Potsdam. Denn wenn ich darüber nachdenke, liebe ich genau das an Potsdam. Die Mischung. Dass man vom Schloss Sanssouci zur Waschbar schlendern kann. Dass im Sommer die Leute nackt neben dem Marmorpalais liegen. Dass Freunde von mir beim Neuen Palais studieren und dann zum Volleyball spielen zur Datscha kommen. Mich fasziniert das dreckige, besprayte, neben dem barocken, goldenen. Das eine wäre ohne das andere langweilig.

 Ich weiß, daß ich ein Mensch, das heißt: daß ich dem Leiden geweiht bin. Gegen Schicksalstücke hilft mir nur eins: Standhaftigkeit. – Friedrich der Große

Es ist so leicht wegzuschauen und nichts zu sagen. Sich nicht zu informieren. Vom Leben Sans Souci zu Träumen und alles geschehen zu lassen. Und am Ende sitzt man in der 4 Quadratmeter großen Buga und wundert sich wo das Freiheitsgefühl hin ist.

Ich will Sorgen haben. An meinen Fehlern wachsen, Entschuldigung sagen müssen. Und ich will nicht mehr, dass alles Gold angemalt wird. Und ich glaube ehrlich gesagt, das Friedrich das auch nicht wollte. Immerhin war er mal ein Freak.

Das ist Stadtmitte für Alle:

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Potsdam #4 Schloss Babelsberg

Achtung, diese Beitrag kann Nebenwirklungen haben. Zum Beispiel Neid und Eifersucht auslösen. Schloss Babelsberg – royaler Prunk, Präsentation eines königlichen Lifstyles, Festessen an langen Tafeln, der Blick aus riesigen Panoramafenstern in eine sorgsam gepflegte Gartenanlage. Luxus, Langeweile und anschließendes Lustwandeln im englischen Garten. Irgendwie dekadent. Aber – nun kommt die frohe Botschaft: Dieser Ort und dieses Leben ist nicht mehr so exklusiv wie vor 175 Jahren, sondern – offen für alle!

Schloss Babelsberg

Schloss BabelsbergAls wir 1997 nach Potsdam zogen, waren die meisten Orte, Gebäude und Straßen fast zehn Jahre nach Wiedervereinigung und Wende immer noch in einem stark zerfallenen Zustand. Ganz besonders die Schlösser, die teuer zu erhalten sind und nicht gerade in eine sozialistische Republik gepasst haben. Aber während Gebäude zerfallen, wuchern Gärten und so war der Park Babelsberg eigentlich nur noch großartiger geworden.

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Skeptischer Blick vm Babelsberg auf Potsdam.

Ich erinnere mich an ein Familienpicknick so um 2005 oben auf dem Babelsberg vor dem Schloss mit Blick zurück nach Potsdam über das Wasser. Wie man sehen kann, war das Schloss nicht gerade ein Schmuckstück, die Aussicht aber trotzdem grandios. Trotz der skeptischen Blicke, und leider erinnert sich niemand mehr, was da gerade beobachtet wurde.
Schloss BabelsbergDie Fotos habe
ich – ganz offensichtlich – auch nicht gemacht, um das Schloss zu portraitieren und wenn ihr mich in den Fotos vermisst – ich stand hinter der Kamera. Was man gut sieht: Das Schloss war ziemlich heruntergekommen und die Wiese davor – eben eine Wiese. Grandios zum picknicken. Granidos zum rumspielen.

Throwback 1833

Wie alles begann. Die adelige Augusta trifft auf den preußischen Prinzen Wilhem, heiratet ihn, und folgt ihm an den preußischen Hof. 1833 erhält das Paar den Babelsberg als Geschenk und einen Neubau genehmigt. Ein Berg – geschenkt. So war das damals. Und klar sind royale Geschenke groß und man kann meist nur etwas damit anfangen, wenn man viel Geld hat. Also wird ein Schloss auf dem Berg nach Plänen von Schinkel gebaut und Lenné macht den Park.

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Babelsberger Schloss um 1900

Als Wilhelms großer Bruder 1840 König wird, muss das Schlösschen gleich mal erweitert werden und Fürst Pückler (ja, der mit dem Eis), der sich über die Jahre an das Prinzenpaar Augusta und Wilhelm herangepirscht hat, darf endlich die  Gartenplanung übernehmen. Schinkel stirbt, sein Schüler Persius macht weiter, was vermutlich nicht so einfach war, da Augusta ständig Änderungswünsche hatte. Auch Persius stirbt noch vor Vollendung des Baus und Strack übernimmt. Das nur, um zu erklären, wieso das Schoss so seltsam zusammengestückelt wirkt. Da die Nachfolger von Wilhem I. an diesem Schloss aber kein größeres Interesse hatten, wurde nicht weiter um- und ausgebaut, es blieb so und – zerfiel.

Schlosslose Zeiten

1945 ging das Mobiliar nach Plünderungen verloren, in DDR-Zeiten wurde das Schloss ganz profan als Akademie, Filmhochschule und schließlich als Museum genutzt.

Ich bin nicht unbedingt ein Fan davon, alte Schlösser wieder aufzubauen, weder das Stadtschloss in Berlin, noch das Potsdamer Schloss, aber dieses Schloss war nicht gänzlich weg, sondern eigentlich noch da und ziemlich intakt. Da konnte man noch was machen. Das fand dann wohl auch der Bund, sowie die Länder Berlin und Brandenburg, die zwischen 2008-17 ein Sonderinvestitionsprogramm zur Rettung bedeutender Denkmäler in Berlin und Brandenburg auflegten, mit dem auch das Schloss Babelsberg – vorerst außen – renoviert wurde.

Fürst Pückler

Schloss babelsbergDer Abschluss der Außenrestaurationsarbeiten, die auch den Park betreffen, wird nun – im noch nicht renovierten Innenbereich – mit einer Ausstellung zu Fürst Pückler gefeiert, der mich irgendwie an den deutschen Schauspieler Tom Schilling erinnert. Also wenn mal jemand eine Verfilmung dieser ganzen Schlossära ins Auge fasst …

Ich habe die Ausstellung mit Steffi besucht, die einen Presseausweis hatte, ansonsten muss man 10 Euro Eintritt zahlen, die sich lohnen, da es eine gut gemachte, schöne und mulitmediale Ausstellung und besonders der Blick aus dem Schloss in den Park besser als Kino ist.
Den Blick auf das Schloss von der Wiese aus von 2005 habe ich versuchsweise mal nachgestellt. Denn, ja, so sieht das heute aus.Schloss Babelsberg

Aber selbst wer nicht die Ausstellung im Schloss besuchen kann, die nur noch bis Oktober geht, auch die Außenanlagen sind ziemlich beeindruckend.

Schloss Babelsberg

Hier nach links und ihr kommt zum Café Babel.

Weshalb ich aber empfehle, unbedingt noch bis Oktober das Schoss Babelsberg zu besuchen, ist das temporäre Café Babel gleich neben dem Schloss. Eigentlich nur zwei Reihen mit Bierbänken und schönen Schirmen, aber es gibt einen exellenten Kaffee und Kuchen und einen großartigen Service. Dazu Fürst Pücklereis und wenn man mehr Hunger hat eine Biobratwurst oder einen Garnelenspieß vom Grill und dazu frischen Weißwein. Alles komplett erschwinglich. Wir sind jedenfalls schon voll verliebt in diesen Sommerspot.
Und um euch noch ein wenig mehr anzufixen – ein kleines Video-Snippet oder auch eine Einladung nach Potsdam auf den Babelsberg -Prost!

Ach ja, und vielleicht sollte ich doch noch die Aussicht nachtragen, die wir schon damals von der Wiese vor dem Schloss Babelsberg aus hatten …
Aussicht2Und jetzt muss ich doch ganz ernsthaft mal nachforschen, was es damals so kritisch zu beobachten gab, denn auch ohne Schloss und Café ist diese Aussicht – damals wie heute – einfach großartig.

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Berlin #1 Die Pfaueninsel

Ausflug auf die Pfaueninsel

Wo geht man hin, wenn man als Familie einen Ausflug unternehmen will? Am Vatertag, um den Vater zu feiern, weil der  – glücklicherweise – kein Bedürfnis hat, sich mit Freunden zu betrinken oder grölend auf einem Fahrrad mit Flieder am Lenker durch die Gegend zu schaukeln. Amber schlägt die Pfaueninsel vor. Pfaueninsel
Eigentlich schon Berlin (22 km vom Stadtkern), aber gefühlt genauso gut Potsdam (5 km vom Stadtkern), locker mit dem Rad zu erreichen, und dazu noch genau die Natur, die wir als Städter vertragen: gepflegte, sortierte, geschönte, erhobene – kurz royale Natur.

Born in Berlin

Ich bin Berlinerin. In Berlin-Charlottenburg geboren, in Zehlendorf zur Schule gegangen, hier hatte ich meine Ateliers, habe an der FU studiert, meine ersten beiden Kinder geboren. Also wirklich Berlinerin. Dazu noch geborene Westberlinerin, was vermutlich nur der verstehen kann, der das auch erlebt hat: Eine Stadt ohne Umland. Ohne wirkliche Landschaft oder Land, auf das man fahren könnte.

über Trip Advisor

Raum im Schloss auf der Pfaueninsel

Wenn ich mich als Kind an Ausflüge mit der Familie erinnere, dann waren das meist Radtouren. Da wir im Außenbezirk der Stadt wohnten, endeten die dann sehr schnell an der Mauer, was mich nie gestört hat. Und dann gab es Ausflugsziele wie: Glienicker Schlosspark, Märchenwald, Schloss Charlottenburg und – Pfaueninsel. Alles noch im Westen der Stadt und wie mir gerade auffällt: Orte, die mein Weltbild vielleicht mehr geprägt haben, als ich bisher dachte. Orte, die es einem erzählen, dass das Leben auf jeden Fall nicht normal sein sollte, wenn man später mal groß und erwachsen ist. Nicht, wenn es Ballsäle mit großen Kronleuchtern gibt, Zimmerfluchten mit riesigen Bildern an den Wänden, Räume deren Parkett so wertvoll ist, dass es nur in Filzpantoffeln betreten werden darf und eine Insel, auf der Pfauen frei herumspazieren. Ja, so wollte ich leben. Royal. Irgendwie.

Kings are crazy

Wenn man heute Schlösser wieder aufbaut und das mit der Mentalität von Königen in Zusammenhang bringt, dann liegt man gründlich falsch. Jedenfalls was die preußischen Könige angeht. Die wollten nicht zurückschauen und das Alte bewahren. Dann hätte man auf der kleinen Insel, die heute die Pfaueninsel ist, die erste wendische Siedlung wieder aufgebaut. Nein, die preußischen Könige wollten Fortschritt und modernen Lifstyle. 1865 schenkte der Große Kurfürst die Insel dem Alchimisten und Glasmacher Johannes Kunckel. Kunckel sollte dort forschen, Alchemie betreiben, vielleicht versuchen, Gold herzustellen. Alles streng geheim. (Wer literarische gerne tiefer eintauchen möchte, Buchtipp: Die Pfaueninsel von Thomas Hettche.)

Der nächste König fand diese Forscherei dann überflüssig, entzog Kunkel die Unterstützung und die Insel, die 100 Jahre ungenutzt blieb.

Liebe, Sex und Modern life

Erst unter Friedrich Wilhelm II., dem Neffen und Nachfolger von Friedrich dem Großen, der für ewig Preußens Über-König bleiben wird, wurde die Insel endlich wieder genutzt. Schon als Kronprinz soll Friedrich-Wilhelm die Insel mit der 13-jährigen bürgerlichen Wilhelmine zu romantisch-erotischen Aufenthalten besucht haben. Im Alter von 15 Jahren wurde Wilhelmine schwanger; vier weitere Kinder folgten. Sie blieb seine Mätresse und wurde 1796 sogar Wilhelmine Gräfin von Lichtenau.

PfaueninselGemeinsam machte sich das Paar die Insel schön. Ein kleines Schoss, das Wilhelmine „modern“ und gewagt mit verschiedenen Stilen einrichtete.  Teuer, verrückt und bis heute vollständig erhalten. Als Kind hat mich besonders die Besichtigung des Schlosses fasziniert. Filzpantoffeln auf knarzendem Parkett, Räume, die man ehrfürchtig durchschlurfte. Ein Turmzimmer im Stil einer Bamushütte!

Damals und heute

In Berlin hat sich ziemlich viel seit meiner Kindheit geändert. Ich könnte auch sagen, fast alles, denn die Stadt ist nicht mehr geteilt und ich wohne nun in Brandenburg-Potsdam, einer Gegend, die ich als Kind und Jugendliche nur von Westberlin aus sehen konnte, rüber gehen war keien Option. Doch auf der Pfaueninsel ist – alles noch so wie früher. Klar, das liegt auch daran, dass die Insel unter Natur- und Denkmalschutz steht und sich hier nichts verändern darf, aber erstaunlich fand ich es trotzdem.

PfaueninselLogisch, die zum Teil mehrere hundert Jahre alten Eichen waren damals schon gigantisch und die Rasenflächen und Rosengärten sind auch noch da. Vielleicht haben sich die Pfauen am meisten verändert. Eine neue Generation, die man nicht zufällig mit Blicken erhascht, sondern die sich auf auf freigescharrten Plätzen nicht nur den Pfauenfrauen, sondern auch gerne den Besuchern präsentieren. Die Touristen zücken sofort ihre Fotoapperate, obwohl  Mr. Pfau noch nicht mal ein Rad schlägt. Echt mal! Als Familie im Filmbusiness bleibt man bei solchen Auftritten nicht stehen, man geht einfach-schnell-weiter.

Was geht?

Auf der Insel ist so ziemlich alles verboten. Auto und Rad fahren, Rauchen, Hunde, Campen, skaten.
Foto von Amber BongardAber es gibt eine Liegewiese, dort ist Picknicken erlaubt, die wir dann auch direkt ansteuerten. Ja, Redbugx sind eine Spezies, die oft und gerne isst. Teils vegan, aber trotzdem bunt. Geschirr bringen wir umweltfreundlich auch mit und Sekt und Gläser. Schließlich gibt es was zu feiern. Moderner Lifestyle.

Die Liegewiese ist locker mit Gruppen besetzt, eine koreanische Reisetruppe spielt ein Ballspiel, dessen Regeln uns bis zum Ende absolut unklar bleiben. Wir diskutieren, ob das Höschen des Volleyballers eine Badehose oder ein Faux Pas in der Öffentlichkeit ist, alles ganz entspannt.  Und was war noch mal mit den Pfauen?Foto: Amber Bongard

Irgendwie hat uns ein Pfau für seine Performance auserwählt (nun ja, wir sind Agenten) schreitet bis zu unserer Liegestelle und – wow – schlägt sein Rad.  Foto: Amber BongardYes, Sir.  Weswegen der eigentlich gekommen ist, wird kurz darauf klar, als er mal eben die Rinde einer Melone entdeckt und – urrgs – einfach so herunterschlingt. Während uns noch die Frage beschäftigt, ob er gleich tot umfällt, pickt er weiter und schlägt noch mal ein Rad. Danke, für die Aufmerksamkeit – und die Melonenschale. 

Show off

Pfaueninsel

Der Pfau und eine Schar von Touristen, die um unsere Picknickdecket tippeln, werden uns bis zum Spätnachmittag nicht mehr verlassen. Im Mittelpunkt zu stehen, macht auch Spaß. Der Pfau weiß das und wir auch. Ein sehr relaxter Tag.

Uwe macht dann noch mal ein Fotos für die Schauspielkartei, der Typ ist eindeutig sehr leicht zu vermitteln und sehr gut sieht er auch aus.

Um 19 Uhr muss man die Insel wieder verlassen haben, dann geht die letzte Fähre. Wir laufen barfuss zurück, ein Abstecher zum Schloss, das golden in der Sonne liegt. Dann bis zum Fährhaus, an dem man übersetzt, zurück aufs Festland. Etwas warten, gerade genug Zeit, um auf dem Handy den grandiosen Blogbeitrag von Uwe zu Luther und Himmelfahrt zu lesen und zu feiern.

Die Fähre ist fast so lang wie der Abstand zum Festland, aber die Fahrt gehört eindeutig dazu. Beim Übersetzen eine kleine Diskussion darüber, wie erschreckend perfekt der Tag war. Fast zu gut, um wahr zu sein. Ich sehe in den Himmel, an dem majestätisch ein Greifvogel kreist und mir wird auf einmal klar klar, das ich es habe, das royale Leben, das ich mir immer vorgestellt habe. Und dieser Pfau … die Insel ist einfach magic.

 

Royal

Potsdam #1 Museum Barberini

Potsdam hat eine neue Attraktion. Ein Museum. Ein Privatmuseum. Für Bildende Kunst. Das Barberini.

Hasso Plattner hat sich erbarmt und an prominenter Stelle einen Palast wiederaufbauen lassen. Außen mit historischer Fassade, innen als modernen Museumsbau.

Und er hat durch das Barberini einen touristischen Magneten in Potsdams neuer »historischer« Mitte geschaffen. Sogar TheGuardian reiht das Barberini unter die Top Ten der besten Museumsneubauten ein. Mit dem Museum hat dieser neue Potsdamer Stadtraum jetzt zum ersten Mal einen echten Anziehungspunkt, der einen Besuch zu lohnen scheint und der nun auch fleißig besucht wird.

barb_7_platz   Museum Barberini

Selbst ich, der nun seit zwanzig Jahren in Potsdam wohnt, fühle mich wie ein Tourist, als ich den neuen Platz zwischen Nikolaikirche, altem Rathaus, Schlossfassade des Landtags und jetzt eben dem Barberini betrete.  Ich meine auf angenehme Weise. Nein, ich vergleiche ihn nicht mit der Piazza della Signoria. Es ist nur so eine Art Urlaubsgefühl, das mich beschleicht.

Klassiker der Moderne und impressionistische Landschaftsbilder werden gezeigt. Impressionismus geht immer und es stehen, wie sich das gehört, lange Schlangen vor der engen Drehtür, durch die man ins Foyer kommt. Wenn man nicht vorher im Internet einen Timeslot gebucht hat – oder wie ich glücklicher Besitzer einer Jahreskarte ist. Dann wird einem eine Glastür aufgehalten.

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Innen wieder Schlangen vor dem Ticketschalter, wenn man nicht … richtig Jahreskarte.

Mit dem Ticket dann in die Schlange vor den Garderoben, wenn man nicht … eins der Schließfächer im Souterrain erwischt.

Gut, aber irgendwann ist man dann drin und senkt, wenn man noch unter sechzig ist, augenblicklich den Altersdurchschnitt.

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Ein Highlight für mich natürlich der zentrale Raum mit Rodin. Noch haben es nicht viele Besucher in den zweiten Stock geschafft. Die Fahrstühle sind langsam und überfüllt und die Treppen, na ja, sind nicht jedermanns Sache.

Ich bin etwas enttäuscht, weil ich aus einem Zeitungsartikel fälschlicherweise herausgelesen hatte, es stünden orginalgroße Gipsabgüsse aller sechs Bürger von Calais in der Ausstellung. Trotzdem ein schönes Bild mit dem weißen Gips und den fast schwarz patinierten Bronzestatuetten.

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Zum Haare raufen, wenn der Raum dann doch schnell so overcrowded ist, dass man sich mehr Gedanken über die Betrachter, als über die Skulpturen macht.

Aber auch der Blick aus dem Fenster lohnt sich. Der Hof der dreiflügeligen Anlage öffnet sich zur Alten Fahrt mit der Freundschaftsinsel im Hintergrund.

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Das Cafe im Barberini ist unterdimensioniert und mutet etwas wie die Cafeteria einer Seniorenresidenz an. Um die Ecke findet man dann aber die Möglichkeit bei einem Cappuchino –wieder mit Blick über das Wasser – darüber nachzudenken, ob die vielen Besucher die gezeigten Bilder auch schon vor hundertfünfzig Jahren so gut gefunden hätten. Damals, als die Impressionisten den neuen Malstil entwickelten, waren die Bilder so verunsichernd, dass sie nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern bei von Malerkollegen und Kunstkritikern in der Kritik standen. Der Ausdruck Impressionist war durchaus als Beschimpfung gemeint. Es ist schön, zu wissen, dass sich die Menschheit entwickelt, dass sich Qualität auf Dauer durchsetzt. Und dass es die Künstler gibt, die ihr Ding durchziehen – no matter what.

Aber wie hätte ich, wie hätten die heutigen Besucher damals reagiert?

Angesichts des Besucherandrangs ist heute kaum mehr vorstellbar, dass Munchs erste Ausstellung 1892 in Berlin auf Einladung des Vereins Berliner Künstler wegen des Protests des konservativen Teils der Künstler geschlossen wurde. Jetzt ist Munchs »Mädchen auf der Brücke«, das 2016 für 55 Millionen Dollar versteigert wurde, Teil der Ausstellung im Barberini. Und kaum zu sehen vor lauter Betrachtern. Hätten viele, die jetzt eine Menschentraube vor dem Bild im Erdgeschoß bilden, nicht vielleicht sogar zu denjenigen gehört hätten, die sich damals auch so empört hätten? Who knows?

Jetzt wo die Kunst durch die Zeit gut abgehangen und von der Kunstgeschichte zu Juwelen erklärt, jetzt wo man alles schon einmal gesehen hat, ist es einfach, im Abstand von hundertfünfzig Jahren, mit geschwellter Brust und eingestecktem Halstuch den Kennerblick über die Bilder schweifen zu lassen und ein wenig vom Glanz und Ruhm der Werke auf sich abstrahlen zu lassen.

Jetzt verunsichern die Bilder wirklich niemanden mehr. Genauso wenig wie der weichgespülte von allen Ecken, Kanten und Narben befreite Platz. Auch hier altbekannte Architektur, nichts Neues, nichts gewagt. Hier draußen stört nichts das konservative Gemüt, genauso wenig wie die altbekannten Bilder drinnen. Wie gesagt, ich habe den Tag genossen.

Im fünf Minuten entfernten Kunstraum in der Schiffbauergasse war ich dann wieder allein. Gegen Mittag vermutlich der erste und einzige Besucher des Tages.

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Royal

#OscarsSoMoonlit

Same procedure as every year

Of course we set down as a family and watched the Oscars last week. Like we do every year. Its a long night since it starts at around 2am here in Germany, but it’s full of glitter, glamor, movie politics and art.
Although nothing really unexpected happened, it was a great evening. Damien Chazelle won the best director Oscar and became the youngest person ever to receive this honor. Considering his great work for last years Whiplash, that was a very reasonable decision.  Jungle Book was awarded with the award for best special effect and Moonlight was crowned the best movie of the year. Everything the way it should be.

Ah, and then there was the #envelope. A little mix up, that wasn’t of any importance really. Or so I thought. While it happened, I was completely satisfied with the whole commotion. I mean it all worked out perfectly in the end. The next morning I was still completely fine with the events of the last night. But then I read the news. And suddenly it seemed to have become this big thing.
The Oscar Mistake. How the Oscars went wrong etc.

Sure, there was a mix up. Something that wasn’t supposed to happen. You can complain about it, but you can also just leave it. You don’t get upset when a kid forgets its lines at the school play, and although the Oscars are kind of a bigger events, its still the same principle. These things happen. Human errors. No big deal.

With great power comes great responsibilities

But that shouldn’t make us forget about the huge calmness and humanity with wich everyone involved handled the situation. It was a huge opportunity for greatness, and everyone lived up to that. The most impressing performance probably was by LaLaLand Producer Jordan Horowitz who not only was very kind in handing over the award, but also quick and clear enough to solve the whole commotion on stage. Without him it could have turned out pretty differently.

But also Barry Jenkins handled the situation very well. It was a good thing, that he was on stage beforehand, receiving his award for best adapted screenplay. It really seemed like he wanted to get everything of his chest in case he might not be on stage again. And it was a good thing he did, because in all the chaos, there wasn’t much room for long speeches. And they weren’t really necessary either.

In the backstage interviews, the Moonlight Producers were ask if they had prepared anything to say. Of corse they did. But rightfully they decided to go with the flow on this one. Embrace the situation. And it made the whole thing so much better.

Emma Stone said afterwards, that it might have been the craziest moment in Oscar History. But in my opinion it was also the greatest. Every Oscar speech is about humanity, being kind and thanking your closest friends and relatives. And although that is a great thing, in 2017 we got to see all that in action. It was one of the kindest and human situation I’ve ever seen on the Oscars.

#OscarsSoMoonlit

Last years Oscars were a very controversy event. #OscarsSoWhite was the trending Hashtag on Twitter due to the overload on white nominees. But Hollywood listened and Hollywood learned. Say what you want, but this year really was a turn around in that department. There were a record breaking six nominees for black actors and actresses.
Having that in mind it would have been so wrong if LaLaLand would have won best picture. Not because its a ,white movie‘ going against a ,black movie‘ but because its a movie about Hollywood itself vs. a movie about an underestimated minority. Giving the award to LaLaLand would have been a very selfish thing to do for a very stained entertainment business. Giving it to Moonlight on the other hand is a huge sign for change and opportunity. (Ignoring of course, that Moonlight simply might be the better movie.)

I think we all want more diversity in our culture and art. It enhances and enlightens every part of live and therefore we should try our best at creating equal opportunities for everybody.
It might not alway work as smoothly as it should be, but I’m more then certain, that we will get there.

And if LaLaLand handing over the Oscar to Moonlight isn’t a symbol for including black filmmakers in Hollywood, I don’t know what is.

Royal

Making Of – The Queen

Zu beiden Folgen über die Queen aus Lennys Webserie From the Land of Myth & Mist habe ich eine besondere Beziehung, da ich bei beiden Drehs zum einen nicht nur dabei war, sondern wir zum anderen auch gleichzeitig Buchtrailer zu  meinem Buch THE WORLD (coming 23. September 2016) gedreht haben. Und da Lenny morgen, am 21. August 2016, die zweite Queen-Folge präsentiert, dachte ich mir, es ist der beste Moment für ein Making Of.

the Queen the queen

Introducing the Queen

Introducing the Queen ist schon länger online, aber die Dreharbeiten gehören zu den spektakulärsten aller Myth & Mist Folgen, da wir den Heilstätten in Beelitz gedreht haben. Die ganze Atmosphäre, alles war schon Myth & Mist. Der Nebel, als wir am Morgen dort ankamen, die alten Gebäude, die verwaschenen Farben und die Dunkelheit in den Innenräumen, da es kein künstliches Licht gab. Im Grunde war alles schon da, der ganze Myth & Mist Spirit.

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Während wir für THE WORLD  das ganze Hauptgebäude als location benutzt haben, hat Lenny sich dafür entschieden, „nur“ den großen Saal zu nutzen. Typisch, minimal, stylisch. Das große Rosettenfenster und sonst nur  … Raum. Und der Stuhl natürlich, auf dem die Queen (Isabel) Platz nimmt und das Schwert, als Zeichen ihrer Herrschaft. Wenige Symbole, wenig Farbe, wenig Bewegung, wenig Spiel.the Queen

Und wenn die Kamera auf die Queen zufährt, dann ist man selbst in der Rolle des Messengers, der keine gute Nachricht überbringt. Wie wird die Königin reagieren? Nicht gut, so viel ist klar. Und doch ist in diesem ersten Video alles noch ganz beherrscht.

As The Queen Surrenders

Ortswechsel an die Location für den zweiten Queen-Teil, in den Ballraum eines echten kleinen Landschlosses mit einem Blick auf eine wunderschöne royale Gartenarchitektur. Ein Ausblick, den Lenny erst einmal komplett verbarrikadiert hat. Rollläden zu, wir brauchen nur wenig Licht. Okay. Was ich zuerst schade fand, hat dem Film aber gut getan, der eine kleine und sehr intime Studie geworden ist. Die Queen, absolut grandios von Isabel gespielt, jagt einem nun, ohne Schwert und Thron, noch mehr Angst ein als zuvor. Kein Licht, keine Erkenntnis, und der Wahnsinn bahnt sich seinen Weg.

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Das bisschen Licht, das noch in den Raum fällt, wird genutzt, und die Birnen des Kronleuchters, die ein warmes und diffuses Licht erzeugen und den Raum in eine neue Farbe tauchen. Gold.

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Wie immer bin ich erstaunt, wie genau Lenny weiß, was er will. Wie genau er bekommt, was er will, und Isabel schließlich so laut schreit, dass der Gärtner des royalen  Anwesens nun ganz sicher ist, dass hier ein paar Verrückte etwas ganz Verrücktes machen. Jep. Und die Queen geht voran.

Postproduktion

Weil wir ein kleines Team sind, wird alles irgendwie selbst gemacht und Lenny schwört zum x-ten Mal, sich demnächst in jedem Department Hilfe zu holen. Jetzt muss er noch das Rasiermesser mit Blut beschmieren.

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Wie schnell das Team größer werden würde, hätten wir wohl alle nicht gedacht, aber davon erzähle ich ein anderes Mal mehr. Und natürlich sind die Dreharbeiten auch nur ein kleiner Teil des gesamten Making Of. Drehtage: ein Tag, Postproduktion … gefühlt sechs Monate. Schnitt, after effects, colour correction, Musik. Alles auch hauptsächlich Lenny. Am Ende frage ich mich, ob ich wirklich bei diesen Filmen dabei war? Irgendwie nicht. Den diese Filme kommen direkt aus Lennys Kopf. Und das ist es, was ich an der Kunst so liebe: Etwas entsteht, das noch nie vorher da war. Niemand vorher so gemacht hat, niemand vorher so gesehen hat.

Ihr könnt die Filme hier anschauen:

Folge: The Queen on YouTube ab sofort

Folge: As the Queen Surrenders ab 21. August auf YouTube.