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Leonard

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Haut: Under The Skin

Ich habe es vielleicht an der einen oder anderen Stelle bereits erwähnt, aber Jonathan Glazers ,Under The Skin‘ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Und da lasse ich mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen darüber zu schreiben. Vor allem nicht, wenn das Thema diesen Monat Haut ist. Denn auch wenn einem ,Under The Skin‘ manchmal wirklich unter die Haut geht, verbirgt sich dahinter noch sehr viel mehr.


Der Film beruht auf einem Roman von Michael Faber. Doch Jonathan Glazer beschreibt die Verbindung zum Buch als eine spirituelle. Denn das Buch ist eine Erzählung und auf den ersten Blick ist davon nicht viel im Film zu sehen.

Nun ja, zumindest nicht in dem fertigen Film. Denn anfänglich hatten die Autoren Glazer und Walter Campbell tatsächlich eine Version, die ziemlich nahe an der originalen Geschichte lag. Und sie war gut. Aber dennoch, mit diesem Drehbuch in der Hand wurde Jonathan klar, dass er etwas anderes schaffen wollte. In gewisser Hinsicht wurde eine direkte Buchverfilmung dem Buch selbst nicht gerecht. Also arbeiteten die beiden weiter. Drangen tiefer in die Materie ein, legten eine Schicht nach der anderen frei, um schließlich beim Kern der Geschichte anzukommen. Denn wenn man alles ablegt, ist es eine Geschichte über ein Alien, das auf die Erde kommt, erzählt aus der Perspektive des Aliens.

So beginnt der Film mit visuell anspruchsvollen Bildern. Unnatürlich und abnormal und nicht wirklich greifbar. Gepaart wird das mit rauen, puristischen Aufnahmen aus einem kleinen schottischen Vorort. Die inszenierte Pracht weicht dem kargen Alltag. Scarlett Johansson, die das Alien verkörpert, wirkt wirklich etwas fehl am Platz. Und der kräftige schottische Akzent macht es einem schwer, den Dialogen zu folgen. Fast als wäre man selber auf einem fremden Planeten gelandet.

Immer wieder zeigt uns Glazer Momente, die er Set-Pieces nennt. Situation, die eine emotionale Reaktion in uns hervorrufen. Die unter die Haut gehen. Momente, die so karg und einfach gefilmt sind, dass sie nahezu real wirken und teilweise auch sind. Ein Baby wird alleine am Strand zurückgelassen, Hooligans beschädigen ein Auto und Menschen gehen ihren ganz natürlich Geschäften nach. Dagegen schneidet Glazer die starre Miene des Aliens. Wir können nicht durch ihre Fassade blicken. Wir erkennen nicht, was sie fühlt, ob sie fühlt. Und durch ihren Blick scheint alles fremdartig, seltsam, verschoben. So schlüpfen wir in die Haut eines Aliens, das in die Haut eines Menschen geschlüpft ist.

Die Mission des Aliens wird nie gänzlich erklärt. Aber immer wieder zieht es Männer in ihren Bann und bringt sie in ein verlassenes Haus. Erregt legen die Männer ihre Klamotten ab. Machen sich nackt, machen sich frei. Nur um in einem schwarzen Loch zu versinken. Hilflos, ratlos, gefangen – hängen sie in der Luft, bis sie ausgesaugt werden und nur noch ihre leere Hülle übrig bleibt. Vom Alien keine Reaktion.

Doch ist da nicht mehr unter der glatten Fassade? Nicht ganz unüberlegt hat Glazer Scarlett Johansson für die Rolle besetzt. Eine Schauspielerin, die von der Masse hauptsächlich für ihren Sex-Appeal gefeiert wird. Denn nur wenige schauen genauer hin, um dahinter einen intelligenten, kreativen Menschen zu entdecken.

Und so ist es jenes Opfer, das nicht auf ihre Schönheit achtet, sondern viel mehr von ihrer Höflichkeit überrascht ist, das etwas in dem Alien auslöst. Erst ist es nur ein Gedanke. Doch nach und nach entwickelt sich etwas in der starren Kreatur. Die Opfer lassen sie nicht länger unberührt. Sie hat sich offen gemacht, lässt die Emotionen an sich heran.

Und sie muss feststellen: Unter der Haut der Menschen verbirgt sich mehr als nur Fleisch. Dort gibt es auch Liebe, Empathie und Hilfsbereitschaft. Sie läuft davon und vernachlässigt ihre Mission. Sie ist nicht mehr länger verschlossen. Und auch wir erkennen langsam die Schönheit der Realität. Wo man zuerst in den ästhetischen Bildern geschwelgt hat, reizen einen nun die unspektakulären Aufnahmen. Genau wie das Alien sympathisieren wir mehr und mehr mit den Menschen um sie herum. Sehen die selbstverständliche Freundlichkeit, die einem hier geboten wird. Als sie dann verloren von einem Mann aufgenommen wird, hat sie zum ersten mal die Ruhe, sich zu betrachtet. Sie betrachtet ihren Körper. Und sieht zum ersten Mal mehr als nur eine Hülle. Da liegt Schönheit in der Haut. Da verbirgt sich Schönheit unter der Haut.

Wenn man bedenkt, dass dies das erste Mal ist, dass Scarlet Johansson nackt vor der Kamera steht, wird einem deutlich, wie menschlich die Szene doch ist. Denn es geht nicht um Sex-Appeal und Erregung. Viel mehr geht es um Akzeptanz. Um wertloses Interesse. Und es benötigt den Blick eines Aliens, den Blick von außen, damit auch wir das erkennen.

Umso schmerzhafter ist es zu sehen, wie sie beim ersten Versuch Geschlechtsverkehr zu haben, feststellen muss, dass sie eben doch nur eine Hülle trägt. Dass unter der Haut nur ein harter, unnatürlicher Kern ist.

So wirkt ,Under The Skin‘ von außen wie ein normaler Film. Denn schließlich ist er genau das. Ein Film. Doch schaut man hinter die Fassade, erkennt man einen Film, der genau wie sein Hauptcharakter die Konventionen bricht. Nicht nur in der Erzählweise oder in der filmischen Herangehensweise, aber durch sie hindurch. Die langen Einstellungen, die versteckte Kamera, die realen Personen führen uns ganz langsam an etwas heran, das wir immer wieder vergessen: Was gerne hinter einer dicken Schicht Make-up und Special Effects versteckt wird. Das in den meisten Filmen gesucht, aber selten gefunden wird.

Die Schönheit der Natürlichkeit.

Die schmutzigste Aufnahme aus Schottland kann daher mit den stilisierten Animationen mithalten. Passanten auf der Straße können einer Hollywood-Schauspielerin das Wasser reichen. Und schräge Musik ist im richtigen Kontext eben nicht mehr schräg.

Alles was zählt ist Emotion. Je natürlicher desto schöner.

Royal

Freunde: Curry für alle

Ich liebe es für viele Menschen zu kochen. Überdimensionale Schüsseln und Pfannen, alle Herdplatten benutzen und am Ende um den Tisch sitzen und genießen.

Doch nicht jedes Gericht eignet sich für einen netten Abend mit Freunden. Schließlich muss man mehr im Kopf haben, als einfach nur ,viel‘ zu kochen. Mein Lieblingsrezept für einen netten Abend mit bis zu sieben Leuten ist Curry für alle. Denn hier werden nicht nur alle satt, sondern es können auch alle zusammen kochen. Und das geht so.

Als erstes ab in den Laden. Denn es gibt ein paar Zutaten die wir brauchen. Wenn ich einen richtig edlen Abend machen will, gehe ich hierfür meistens sogar in den Bioladen. Da ist das Gemüse einfach besser. Und wir brauchen Gemüse. Viel Gemüse.

  

Ich tue in mein Curry gerne:

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Süßkartoffeln
  • Kürbis
  • Aubergine
  • Zucchini
  • Lauch
  • Paprika
  • Kichererbsen aus der Dose
  • Kokosmilch aus der Dose

Aber ihr könnt natürlich alles einkaufen worauf ihr Bock habt. Möhren, Pilze, Kaiserschoten und anderes eignen sich auch. Also greift einfach wonach euch der Sinn steht. Die Regel: von allem zwei. Bis auf den Kürbis, da müsste je nach Größe ein halber reichen.

Jetzt geht es an die Gewürze. Für Erstlinge ist das erstmal eine Anschaffung. Aber es lohnt sich, denn man kann die Gewürze vielseitig einsetzen und sie halten auch eine ganze Weile.

Essenziell sind hier:

  • Curry (ist ja klar)
  • Curry-Paste
  • Curcuma/Kurkuma

Ich benutze aber auch gerne noch: Kreuzkümmel, Koriander, Cayenne Pfeffer und Paprika.

Nach und nach wird sich eure Sammlung bestimmt erweitern. Aber mit den oberen Drei seid ihr erstmal bestens versorgt.

Also, alles einstecken und ab nach Hause, denn jetzt wird geschnippelt. Jeder kriegt ein Brett und ein Messer. Das Gemüse wird in Würfel geschnitten, fangt am besten mit den harten Dingen an, die kommen nämlich als erstes in den Wok.

Einer bekommt die ehrenvolle Aufgabe Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer zu schneiden. Alles drei am besten in ganz kleine Würfel.

Während dessen könnt ihr euch schon an den Herd stellen. Schließlich seid ihr der Chef-Koch. Ersteinmal Öl in die Pfanne. Ich benutze am liebsten Kokosfett, davon gut zwei-drei Esslöffel. Im Wok sollte sich ein kleiner See bilden.

Hier schmeißen wir jetzt die Zwiebeln-Knoblauch-Ingewer Würfel rein. Schön scharf anbraten, aber nicht verbrennen lassen.

Sobald die Zwiebeln glasig-braun sind kommen die Gewürze dazu. Eine ordentliche Portion Curry, Curry-Paste und Kurkuma. Es sollte ein wenig in der Nase brennen, wenn ihr über dem Wok einatmet. Da wir sehr viel Gemüse haben, könnt ihr ruhig ausladend mit den Gewürzen umgehen.

  

Ein Blick auf die Schnippler. Der halbe Kürbis und die Süßkartoffeln können jetzt in den Wok. Ordentlich in den Gewürzen schwenken, bis sie komplett damit vermischt sind. Für eine weiter Weile scharf anbraten, dann das restliche Gemüse dazuschmeißen. Das ist dann der Moment in dem ihr denkt: ach du kacke, wir haben viel zu viel Gemüse. Aber keine sorge, zum einen kocht es noch ein, zum anderen kann man Curry ideal auch noch am nächsten Tag essen.

Das Gemüse vorsichtig Wenden, so dass es gleichmäßig angedünstet wird. Sobald das der Fall ist, die Kichererbsen und alles mit zwei Dosen Kokosmilch ablöschen. Und jetzt kommt der beste Teil: Deckel drauf, Chips aufmachen und entspannt ein Weinchen trinken. Wer will schon an einem Abend mit Freunden die ganze Zeit in der Küche stehen.

Und da immer mal der ein oder andere zu spät kommt, kann das Curry schön lange köcheln. In fact: Je länger desto besser.

  

Jetzt könnt ihr zusammen sitzen, auf die restlichen Gäste warten und gemütlich schwatzen. Ab und zu mal den Deckel anheben und vorsichtig umrühren, damit nichts anbrennt. In jedem Fall würde ich das Curry mindestens eine Stunde auf dem Herd lassen. Für den übergroßen Hunger gibt es ja Chips.

Manche essen ihr Curry gerne pur oder mit Brot. Ich bin aber ein absoluter Reis-Fan. Also mache ich meins mit Reis.

Für sieben Leute koche ich meist 500g Jasmin-Reis oder zwei Heisenberg-Tassen.

Den trockenen Reis in einen Topf geben und waschen. Das habe ich von einem Freund gelernt, der lange in Indonesien gelebt hat. Einfach Wasser dazugeben, leicht schwenken und das Wasser wieder abgießen. Das könnt ihr zwei-drei mal wiederholen. Dann die doppelte Menge Reis an Wasser hinzugeben. Also 1L oder vier Heisenberg-Tassen. Alles auf den Herd stellen, Deckel drauf und bei fast voller Flamme zum kochen bringen. Zwischendurch umrühren. Sobald das Wasser kocht, könnt ihr es etwas runter drehen. Hier kann es schnell passieren, das man den Reis vergisst, während man sich unterhält. Wenn der Reis langsam aus dem Wasser hervorkommt könnt ihr die Flamme noch etwas weiter herunter drehen. Dann nochmal umrühren und auf kleinste Flamme stellen. Ist der Reis fertig, einfach Flamme abdrehen und Deckel drauf lassen. Auch der Reis kann eine Weile so stehen bevor er serviert werden muss. Macht euch also um Timing keine Sorge.

Wenn dann alle eingetrudelt sind und Hunger haben, könnt ihr das Tischdecken in die Wege leiten. Dann zwei Untersetzter auf den Tisch und königlich das Curry hineintragen.

Und jetzt kommt der wichtigste Teil. Einen Menschen finden, der den Reis auftut und einen, der das Curry auftut. Nach der Zeit in der Küche könnt ihr euch einfach hinsetzten und bedienen lassen.

Ist ja schließlich Curry für alle.

  

Und wenn doch noch was übrig bleibt, habt ihr am Tag danach noch was für euch. (Schmeckt dann sogar noch besser!)

Royal

Royal: Interview mit Katrin

Hey Katrin! Du bist Malerin, Autorin, Agentin. Wann wurde dir klar, dass du Künstlerin bist?

Sehr früh. Obwohl ich mich nicht erinnere, habe ich mit meinen Eltern im ersten Lebensjahr in einer WG mit einer Künstlerin gewohnt. Der Geruch von Ölfarbe ist ein Trigger! So mit 8 oder 9 Jahren war es mir aber ganz klar, ich will Malerin werden. Ich habe ständig gemalt, das war mein Ding.

Was bedeutet ein künstlerisches Leben für dich? 

Also einmal gibt es das Leben als Künstlerin. Das heißt, man macht Kunst, denkt über Kunst nach, redet über Kunst, geht in Ausstellungen. Eigentlich die ganze Zeit. Egal, ob man malt oder schreibt oder Musik macht, es erfüllt die ganze Existenz 24/7.

Und dann kann man auch sein Leben auf sehr kreativ-künstlerische Art gestalten und leben. Also freie Lebensmodele entwicklen, mit Kindern, ohne Kinder, auf einem Hausboot, in einem Baumhaus. Also die Lebensart zu einer eigenen Kunst erheben. Beides finde ich spannend.

Was hat Kunst mit royal zu tun? 

Für mich ist Kunst die Krone der Schöpfung. Man hat Basisbedürfnisse: Essen, Wärme, Schutz, Freunde, Liebe und so weiter – und wenn das alles befriedigt ist, dann hat man Zeit und Kraft für Kunst. Das ist ein Luxus. Klar, Künstler hungern für ihre Kunst, das ist nicht sehr royal, aber sie wissen, dass wir Menschen Royalität brauchen, uns täglich daran aufrichten müssen, dass es etwas Höheres, Größeres, Schöneres als den Alltag gibt. Wenn ich an die Menschen denke, die Zeit und Kraft für Kunst haben, dann sind das Menschen, die sich selber eine kleine Krone aufsetzen können, weil sie aus dem niedrigen Trubel raus sind. Sie können sich KUNST leisten.

Als Autorin hast du deinen eigenen Verlag eröffnet, als Agentin eine Agentur. Bist du gerne ,in charge’?

Ja, ich bin gerne der Boss. Das war schon als Kind so. Erstgeborene, Bestimmerin, Nerverin, immer die Ideen, alle sollten machen, was ich wollte. Meine armen Brüder …

Und was sind Aufgaben, die du lieber abgeben würdest? 

Ganz klar, die „niedrigen“ Aufgaben, die man ohne Nachdenken machen kann. Routinesachen. Aber – ich bin auch der Meinung, dass man etwas lernt, wenn man Dinge selbst macht und nicht immer abgibt. Ich habe also alles selbst gemacht und weiß jetzt, was ich von anderen erwarten und verlangen kann. Ich hoffe, das macht einen besseren Boss aus mir.

Aufgewachsen bist du in Berlin. Was reizt dich an der Stadt? 

Na, die Stadt ist eine der besten, großartigsten, tollsten, lebendigsten Städte der Welt. Punkt. Da lässt sich absolut nichts hinzufügen. The best!

Du bist ja dann als Jugendliche in ein besetztes Haus gezogen. Wie kam es dazu?

Ich wollte immer ein aufregendes Leben haben. Neue Strukturen, etwas erfinden, etwas herausfinden. Abenteuer. In den 80er Jahren war die Hausbesetzerszene genau das. Ein Aufbruch, ein Abenteuer.

Hatte das für dich etwas royales? 

Nope, das war ganz und gar nicht royal. Na ja, vielleicht ein wenig, weil ja auch ziemlich royale Häuser besetzt wurden. Also auch Villen in Zehlendorf mit Swimmingpool und Zimmerfluchten und Kronleuchtern. Aber die Bewegung selbst war mehr: das Proletariat im Kampf gegen die Bonzen=Hausbesitzer.

Und wieso bist du dann später nach Potsdam gezogen? 

Ach, schon als Kind – ich habe ja in Berlin-Zehlendorf gewohnt – habe ich über die Mauer gesehen und fand das da drüben spannend. So nah und doch so weit weg. Nach der Maueröffnung wollte ich da rüber. Ich wusste das irgendwie schon als Kind, die Mauer wird irgendwann fallen und dann geh‘ ich da rüber.

Würdest du sagen, dass Potsdam royaler ist als Berlin?

Ja. Potsdam ist ja von Friedrich ganz bewusst royal aufgebaut worden. Alles dreht sich hier um diese royale Identität. Sie haben sogar das Schloss in Potsdam wieder aufgebaut.

Spielt Ästhetik für dich eine große Rolle?

Ja, ja, ja.

In deinem neuen Buch geht es wieder um Jugendliche, warum schreibst du so gerne für und über dieses Alter? 

Einmal ist es Zufall, weil ich für einen Kinderfilmproduzenten gearbeitet habe, der ein Jugendformat (fürs TV) von mir wollte und dann bin ich da so reingerutscht.

Auf der anderern Seite ist das Alter einfach spannend. Da passiert so viel.

Und was sind Dinge die du von deinen Hauptcharakteren lernst? 

Toleranz. Sie sagen mir immer: Hey, schau mal, so geht es auch!

Könntest du dir vorstellen einmal einen historischen Roman zu schreiben? 

Ja.

Wären dort auch Jugendliche die Hauptpersonen?

Oh, interessanter Ansatz. Denn Jugend ist ja historisch gesehen ein junger Begriff. Früher gab es keine Jugend, da war man Kind und dann gleich erwachsen und wurde manchmal auch schon als Kind wie ein kleiner Erwachsener angezogen.

Was bedeutet „royal“ für dich?

Kopf hoch, Krone auf, Verantwortung übernehmen. (Siehe meinen Fokus-Beitrag zu Royal;)

Radio

Freiheit: 27

AVICII

Vor fast drei Monaten ist der schwedische Musikproduzent Tim Bergling, besser bekannt als Avicii, gestorben. Kurz davor hatte ich die Dokumentation True Stories auf Netflix über ihn gesehen, die mir Katrin so sehr empfohlen hat. Auch wenn die genaue Todesursache nicht bekannt ist, sieht man in der Dokumentation deutlich die Schwierigkeiten und  Probleme, die Avicii auf seiner Karriere begleitet haben.
Angefangen hat er, wie man heute eben so anfängt, mit dem Musik machen. Alleine in seinem Zimmer vor einem Computer. Tag und Nacht hat er damit verbracht, Songs zu schreiben. Wenn man Aufnahmen aus dieser Zeit sieht, tut man sich schwer, diesen vollgeräumten Raum ein Zimmer zu nennen. Nur ein schmaler Platz ist für das Bett freigeräumt, der Rest vollkommenes Chaos. Doch das ist egal, denn Avicii sitzt eh nur vor seinem Computer, schaufelt sich somit einen Weg in die Freiheit. Keiner seiner Freunde zweifelt zu diesem Zeitpunkt daran, dass Tim ein erfolgreicher Produzent wird. Sie scherzen sogar darüber, dass wenn er erstmal erfolgreich genug ist, sie alle zusammen in ein Haus in Malibu ziehen.

Doch als der Erfolg dann tatsächlich kommt, ist es natürlich etwas anders als erwartet. Avicii hat das Geld und die Bekanntheit, mit seinen Freunden um die Welt zu fahren, aber da sind dann eben auch über 300 Shows, die gespielt werden müssen. Ein kleiner Preis für Freiheit denkt man sich, aber Aviciis Körper sagt etwas anderes. Zu viel Alkohol, zu viel Arbeit und nun ja, zu wenig Freiheit. Avicii wird mit einer Pankreatitis ins Krankenhaus eingeliefert. Er möchte sofort einige seiner Shows absagen, am liebsten gar nicht mehr vor Publikum auftreten. Und schon fällt die Fassade der Freiheit. Die Shows sind monatelang im Voraus geplant, sein Manager rät ihm dazu, weiterzumachen. Erdrückt durch diese Zwänge muss sich Avicii durchkämpfen. Er besteht darauf, aufzuhören und tut dies. Doch war es zu spät? Nach seinem Tod gibt seine Familie folgendes Statement aus: „Er hat wirklich gerungen mit dem Nachdenken über den Sinn, das Leben, das Glück. Jetzt hat er es nicht länger geschafft. Er wollte Frieden haben.“

JANIS

Mit nur 28 Jahren stirbt Tim Bergling. Damit ist er nur ein Jahr zu alt, um in den berühmten 27 Club einzutreten. Aber vergleichbar ist sein Schicksal trotzdem. Der 27 Club, eine eher weniger belegte Studie über berühmte Persönlichkeiten, Musiker, Schauspieler, die im Alter von 27 Jahren starben. Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison starben alle Ende der 60er mit 27 Jahren. Aber auch Curt Cobain und Amy Winehouse gehören dem ,Club‘ an. Heath Ledger, der im Alter von 28 Jahren starb, kann, ähnlich wie Avicii wahrscheinlich dennoch dazu zählen. Man sagt sie haben zu schnell gelebt, zu viel erlebt. Ein ganzes Leben in 27 Jahren. Und vielleicht stimmt das auch. Doch es ist noch ein weiteres Problem erkennbar. Wenn man sich die Dokumentation Janis: Little Girl Blue anschaut, erkennt man hier ebenfalls einen Drang nach Freiheit, der schon als Kind aufblüht. Janis wollte raus, unabhängig sein, frei sein. Und frei war sie tatsächlich eine ganze Weile. Sie hat eine neue Welt für sich entdeckt, Menschen kennengelernt und Musik gemacht. Und dennoch fiel ihr irgendwann alles auf den Kopf. Sie hatte keinen Halt mehr, hat immer wieder versucht, sich zu fangen und ist schließlich daran kaputtgegangen. Denn mit der Freiheit kam auch eine Einsamkeit, die sie sich nie erträumt hatte. Nicht nur frei von Zwängen, war sie auch frei von jeglichem Bezug, schaffte es nicht, sich für die anderen zu drosseln.

MORRISON/LEDGER

Auch Jim Morrison war kurz vor seinem Tod vor allem auf der Suche nach einem: Freiheit. Auf YouTube gibt es bewegende Aufnahmen von einem Roadtrip, den er mit einem Freund unternommen hat. Es war ein Ausflug ohne Ziel, nur die Freiheit wurde gesucht. Wenige Tage später starb Morrison in Paris. Ist ihm die Freiheit zu Kopf gestiegen? Oder wurde ihm bewusst, dass er sie nicht finden konnte? Morrison wollte Gedichte und Drehbücher schreiben. Kreativ sein. Doch in einer Welt, die Kreativität entweder überhaupt nicht wahrnimmt, oder sie auf ein unerreichbares Podest stellt, kann man sich leicht verlieren. Und wenn man sich die Freiheit dann erkämpft, steht man auf einmal da. So viele Möglichkeiten, so viel zu tun. Und keiner der einem beiseite steht. Auch Ledger war kurz vor seinem Tod in diverse Projekte verwickelt. Er hatte Pläne, hatte Ziele. Er wollte seine Freiheit nutzen und war gleichzeitig in ihr gefangen.

Es ist irgendwie kein Zufall, dass dieser Club nun mal aus Kreativen besteht. Menschen, die ihren Platz nicht so ganz gefunden haben in einem System. In einem System, das funktioniert. Und eigentlich ja auch gut ist. Schließlich leben wir in einer Demokratie, in der wir immerhin an Freiheit denken können. Avicii konnte seine Shows canceln. Er musste sehr dafür känpfen, aber schlussendlich hatte er die Freiheit das zu tun, was er wollte. Ja, schon die Redefreiheit, die sich in den Songtexten dieser Musiker ausdrückt, in ihren Interviews. Das sind alles Dinge, für die wir sehr dankbar sein können. Doch so sehr die Freiheit auch beschützt wird, so wenig wissen wir über sie.

KEN

Liest man nämlich Bücher von Sir Ken Robinson, hört sich seinen TED Talk an, oder beschäftigt sich im Allgemeinen mit dem Schulwesen, so wird einem eines doch recht schnell klar. Kreativität wird in der Schule nicht gefördert. Und damit meine ich nicht nur die Künste. Sondern grundsätzlich neue und kreative Lebenswege, die nicht in die Norm passen, kommen oft zu kurz. Was tun also die Musiker, Schauspieler, Regisseure, ja Künstler, die so wenig über ihr Talent gelernt habe. Sie brechen aus. Wie  wilde Tiere, die zu lange eingesperrt waren, sprengen sie alle Ketten und rennen los. Kopfüber in die Freiheit. Ohne Rücksicht auf bleibende Schäden. Und gehen daran zu Grunde. Nicht etwa, weil sie besser eingesperrt hätten bleiben sollen, sondern weil sie niemand auf die Unglaublichkeit der Freiheit vorbereitet hat. Sir Ken Robinson beklagt nicht nur den Mangel an Kreativität in Schulen. Er macht auch Vorschläge, wie man damit umzugehen könnte. Wie man den Wissensdurst in Kindern am Leben halten kann. Denn anstelle von klaren Regeln und engen Vorgaben, sollte man viel mehr darauf hören, was die Kinder wollen. Darauf eingehen. So lässt man ihnen Ihre Freiheit, und bringt ihnen damit ein neues Verständnis von Verantwortung bei.

Es ist also nicht so, dass Avicii und Co. ihre Freiheit nicht erreicht haben. Es ist auch nicht so, dass sie an genau dieser Freiheit zu Grunde gegangen sind. Es ist schlicht und einfach der Fakt, dass ihnen nie beigebracht wurde, wie man mit Freiheit umgeht. Dieser, ja, doch sehr erstrebenswerte Zustand, wird einem im heutigen Schulsystem nicht nahe gebracht. Einem Schulsystem, das noch immer in der Industrialisierung festhängt. Es gibt kein Leitsystem für Selbstverwirklichung. Niemand nimmt einen an der Hand, wenn man aus dem System ausbricht. Kein Wunder also, dass diejenigen, die diese Freiheit finden auf einmal hilflos sind. Alleine gelassen.

27

Es gäbe keinen 27 Club, wenn wir nicht von der Kunst begeistert wären. Keiner würde wissen, wer Jim Morrison ist, wenn uns Musik egal wäre. Aber das ist es nicht. Wir schauen auf zu diesen Menschen, ihrer Kreativität, ihrem Mut und wir bewundern den Trotz, mit dem sie ihr Leben auf ihre eigene Weise leben. Frei sein, so gut es geht. Wir sollten sie bewahren und beschützen. Und mit ihnen jedes Kind, das sich eben anders fühlt. Nicht wahrgenommen. Das frei sein will. Und anstatt die Fesseln enger zu zurren, damit sie ja nicht in ihren Tod rennen, sollten wir ihnen vielleicht einfach beibringen, wie man mit dieser Freiheit umgehen kann. Den Großteil unserer Geschichte haben wir Systeme aufgestellt, analysiert und verfeinert. Vielleicht ist es an der Zeit der Freiheit ihre Chance zu geben.

Rausch

Zufall: Terry Gilliam’s: Don Quixote

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von dem verrückten Alten, der auszieht, um gegen Windmühlen zu kämpfen. Entzückt durch eine Vielzahl von Ritterromanen, entschließt sich Don Quijote, sein eigenes Abenteuer zu bestreiten. Auch wenn es schon lange keine Ritter mehr gibt, bastelt er sich eine Rüstung, sucht sich ein Pferd und einen Knappen und reitet aus. Ein waghalsiges Abenteuer beginnt, das den armen Don Quijote mehr als einmal geprügelt und gepeinigt zurücklässt. Doch dieser gibt nicht auf. Er hält an seinen Fantasien fest und stürmt weiter in den Kampf gegen Bestien, die keine sind, für eine Liebe, die er nie zu Gesicht bekommen wird.

Wiederum entzückt von Miguel DeCervantes’ Geschichte, beschließt Ex-Monty-Python Terry Gilliam Anfang der 2000er, das Abenteuer des Don Quijote zu verfilmen. Bereits über zehn Jahre hat er an dem Stoff gefeilt und eine Version geschrieben, in der ein Marketingleiter zurück in der Zeit reist und vom verwirrten Don Quijote für Sancho Panza gehalten wird.

Nach einigen gescheiterten Finanzierungsversuchen ist es dann irgendwann soweit. Der Film geht in die Produktion. Als Don Quijote ist der französische Schauspieler Jean Rochefort besetzt, der extra für die Rolle Englisch gelernt hat, den Marketingleiter soll Johnny Depp spielen. Doch noch bevor die Dreharbeiten überhaupt begonnen haben, gibt es erste Probleme. Das Budget ist eng und knapp berechnet, was die Vorbereitungen für die wahnwitzige Geschichte schwierig macht. Die Schauspieler sind alle vielbeschäftigt, so dass es schwerfällt Termine für Lese- oder Kostümproben zu finden.

„…Once you start making Quixote, you become Quixote.“
Terry Gilliam 

Und dann, einen Tag vor Drehbeginn, steigt Jean Rochefort nicht ins Flugzeug. Er hat Prostata-Schmerzen und geht direkt zum Arzt. Für Gilliam ist klar, das ist psychosomatisch. Der Schauspieler hat sich sieben Monate lang auf die Rolle vorbereitet, jetzt bekommt er Angst. Doch umbesetzen geht nicht. Vor allem, weil Rochefort der absolute Lieblingskandidat ist. Glücklicherweise schafft er es dennoch pünktlich zum Drehbeginn und die ersten Szenen werden inszeniert, mit einem Don Quijote, der vor Schmerzen nicht auf einem Pferd sitzen kann.

Auch sonst geht nicht alles glatt. Andauernd rasen Düsenjets des nahegelegenen NATO-Übungsplatzes über das Set. Keine gute Sound-Kulisse für einen Historienfilm. Durch mangelndes Geld, bleibt keine Zeit zu warten. Gilliam dreht wide-shots und beschließt, den Ton später aufzunehmen. Oft muss er zusammen mit seinem Kameramann und Regieassistenten noch am Tag Drehpläne verändern, damit sie überhaupt etwas in den Kasten bekommen. Und schon am zweiten Tag spielt das Wetter nicht mehr mit. Wo es am Vortag noch sonnig war, ist es jetzt grau und bewölkt und dann fängt es auch noch an zu regnen. Eine regelrechte Wasserflut überschwemmt das Set. Danach sieht nichts mehr aus wie vorher. Das Equipment beschädigt, das bereits gedrehte Material vom Vortag unbrauchbar. Es dauert nicht lange und die gesamte Produktion wird niedergelegt, geht als einer der tragischsten Zusammenbrüche in die Filmgeschichte ein.

Nur Glück haben Keith Fulton und Louis Pepe. Sie haben die Produktion von Anfang an verfolgt, um eine Dokumentation über Gilliams Masterprojekt zu drehen. Jetzt heißt der Film Lost In La Mancha und ist die einzigartige Aufzeichnung eines Regisseur, der mit schrecklichen Zufällen zu kämpfen hat. Denn das ist es doch, wenn Schauspieler krank werden, das Wetter nicht mitspielt und eine Produktion somit zu Grunde geht. Nichts als ein gemeiner Zufall, oder?

Zufall ist allerdings auch, dass sich einige Jahre zuvor bereits ein anderer ambitionierter Regisseur an die Geschichte des Don Quijote gewagt hat. Kein Geringerer als Orson Welles hat 1955 versucht den Stoff zu verfilmen. Auch seine Geschichte ist ein Twist auf Miguel DeCervantes’ Klassiker. Nur wollte er keinen neuen Sancho Panza in die Vergangenheit reisen lassen, sondern im Gegenteil, Don Quijote und seinen treuen Gefährten in die Gegenwart versetzen. Dort sollten sie auf die junge Dulcie treffen, die von Welles persönlich die Geschichte über den seltsamen Ritter gehört hat. Nun, sei es Zufall, Welles hatte auf jeden Fall ähnliche Schwierigkeiten mit dem Stoff. Nach ersten Farbfilm-Tests, die CBS nicht gefielen, wurde ihm das Budget gestrichen. Der Film stand vor dem Aus. Doch Welles hielt weiter an seiner Idee fest. Als er kurz darauf aus der Postproduktion seines eigenen Filmes Touch Of Evil gestoßen wurden, machte er sich auf den Weg nach Mexiko, um erneut an seinem Passion-Projekt zu arbeiten.

„…unfinished because it was unfinishable…“
Jean-Paul Berthomé and François Thomas über Welles’ Don Quijote

Auf Grund von Finanzierungsschwierigkeiten wurde er erneut sitzengelassen und entschied sich, den Film von nun an aus eigener Tasche zu finanzieren. Über die Jahre drehte er immer wieder mehr oder weniger improvisierte Szenen mit dem spanischen Schauspieler Francisco Reiguera, der den Quijote spielte, Achim Tamiroff als Sancho Panza und der kleinen Patty McCormack. Auch Welles drehte ohne Ton und wollte den Dialog und einen Erzähler später aufnehmen. Da die Dreharbeiten aber immer wieder für andere Projekte von Welles unterbrochen wurden, war Patty irgendwann zu alt für ihre Rolle. Welles konnte somit weder  mit ihr weiterdrehen, noch die bereits gedrehten Szenen verwenden. Auch wenn Welles es schaffte, alle Don Quijote Szenen vor Reigueras Tod 1969 zu drehen, war eine Veröffentlichung des Projektes nicht in Sicht.

Doch Welles sprach weiter darüber, den Film irgendwann zu beenden … Auch wenn es, wie er meinte, unter dem Titel When Are You Going To Finish Don Quixote?‹ sei.  Sein eigener Tod 1985 sorgte dann allerdings dafür, dass seine Version des Don Quijote nie auf der Leinwand zu sehen sein sollte.

Ist das noch bloßer Zufall, oder kann man sich bereits Gedanken darüber machen, dass die Geschichte des Don Quijote verflucht ist. Unverfilmbar. Hat Gilliam mit seiner Filmwahl einfach Pech gehabt? Bei jedem anderen Regisseur würde man vermutlich davon ausgehen. Doch Lost in La Mancha ist nicht der einzige Stolperstein in Gilliams Filmografie.

Man könnte fast behaupten, Terry Gilliam zieht die gemeinen Zufälle nur so an. Am bekanntesten ist hierbei wahrscheinlich der tragische Tod Heath Ledgers, der mitten während der Drehzeit zu Das Kabinett das Dr. Parnassus verstarb. Da lediglich die Aufnahmen in der Fantasiewelt des Parnassus fehlten, sprangen nach einem geschickten Re-write einige Schauspieler für den verstorbenen Ledger ein, um so den Film doch noch zur Fertigstellung zu bringen. Einer von ihnen: Johnny Depp.

Viel bezeichnender für Terry ist aber die Geschichte, die sich hinter seinem Film Brazil befindet. Eine verdrehte Dystopie, in der die Bürokratie die Überhand gewonnen hat. Der verträumte Sam (Jonathan Pryce) wird durch einen Fehler im System zufällig in eine Aneinanderreihungen von Katastrophen verstrickt, immer auf der Suche nach der Liebe seines Lebens, die er aus seinen Träumen wiedererkennt.

Und sei es durch Zufall, spiegelte sich genau jener Kampf mit der Bürokratie in der Veröffentlichung von Brazil wieder. Obwohl die Filmarbeiten mehr oder weniger ohne besondere Vorfälle abgewickelt wurden, rasselte Gilliam kurz darauf in eine Verstrickung, die Brazil als einer der bekanntesten filmischen Auseinandersetzungen zwischen Kreativen und Executives in die Geschichte eingehen ließ. Während 20th Century Fox den Film in seiner originalen Form in Europa vermarktete, weigerte sich Universal Executive Sidney Sheinberg, den Film in Amerika vorzuführen. Auf Grund der Länge und dem düsteren Ende, sah er keinen kommerziellen Wert in dem Film. Sein Vorschlag: der Film müsse mindestens ein drittel kürzer werden und ein Happy End bekommen. Gilliam war sichtlich erzürnt, kürzte seinen Film um wenige Minuten und stellte sich von da an quer. Da dieser Schnitt immer noch über den im Vertrag vereinbarten 2h5 lag, verlor Gilliam den Final Cut und Sheinberg beauftragte einen neuen Editor. Dieser Schnitt wird die 94 minütige „Love Conquers All“-Version. So wurde Gilliam genau wie Welles aus der Postproduktion seines eigenen Filmes verbannt. Aber so leicht ließ sich Gilliam nicht unterkriegen. Kurz darauf kaufte er sich eine ganzseitige Anzeige in der Variety und fragte darin:

„Dear Sid Sheinberg
When are you going to release my film, ‚BRAZIL‘ ?“
Terry Gilliam

Auch das erinnert ein wenig an Welles’ scherzhaften Titel für seinen Don Quixote Film. Gilliam war fest von seiner Version überzeugt. Denn schließlich wurde der Film in Europa vom Publikum und von Kritikern gelobt. Also führte Gilliam „Ausschnitte“, die eben so lang waren wie der gesamte Film, an Film-Universitäten vor. Mittlerweile hatte der Streit zwischen Gilliam und Sheinberg öffentliches Interesse erlangt und die Vorführungen waren gerappelt voll. Auch die Kritiker wollten es sich nicht nehmen lassen ihre Position unter beweis zu stellen und die Los Angeles Film Critics Assoziation zeichnete Brazil für ›Besten Film‹, ›Bestes Drehbuch‹ und ›Beste Regie‹ aus. Alle wollten mitkämpfen bei dem Kampf für die Kunst und gegen den skrupellosen Executive. Und der Kampf war erfolgreich. Nach einigen Rechtsstreits wurde eine 135min Version unter der Aufsicht von Gilliam in den USA veröffentlicht. Und auch wenn der Film bei weitem kein kommerzieller Erfolg war, ging die Erzählung seiner Veröffentlichung dennoch in die Filmgeschichte ein.

Gilliam nennt es ›God Of Symmetry‹ oder ›Irony‹, wenn die Thematik seiner Filme sich ihren Weg in die echte Welt bahnen. Doch nennen wir es Zufall? Wenn man sich Gilliams Karriere anguckt, kommt es einem eher vor wie das Gesetz der Anziehung. Wie ein schlechtes Omen. Oder man bucht es als Folge seiner verbissene Persönlichkeitsstruktur ab. Aber wie sieht es aus mit Krankheitsfällen? Naturkatastrophen? Hat seine manische Art Filme zu entwickeln so großen Einfluss auf alles was um ihn herum passiert? Oder sind das doch alles nur viele gemeine Zufälle, die dieses Bild von komplettem Chaos zeichnen?

„…Terry could only operate in opposition. He has to have an enemy.
I don’t think his juices run, unless he’s fighting against somebody…“
Terry Jones über Gilliam

Nun das muss vielleicht jeder selber für sich entscheiden. Doch selbst wenn es ein Fluch ist, der auf Gilliam liegt, darf man Hoffnung haben. Auf dem diesjährigen Cannes Festival feierte Terry Gilliams: The Man Who Killed Don Quixote seine Premiere. Die Hauptrolle spielt Jonathan Price (BRAZIL), der Marketingleiter wird von Adam Driver verkörpert. Ein Projekt, 20 years in the making. Mit Ups und Downs, oder vielleicht ein paar mehr Downs als Ups. Aber all das ist jetzt egal, denn der Film ist fertig und Gilliam geht es gut. So gut, dass er einen Tag nach Drehschluss auf Facebook scherzen kann, dass er versehentlich das komplette Material gelöscht hat. Und das im Hintergrund zur Cannes Premiere ein Rechtsstreit mit dem einstigen Produzenten Paulo Branco läuft, der auf Grund von Auseinandersetzungen mit Gilliam die Ausstrahlung des Films verhindern möchte, ist sicherlich nichts als reiner Zufall …

Radio

Rise & Shine: Interview mit Amber

Nun, was soll ich sagen, ich kenne Amber jetzt schon ziemlich lange. Seit ihrer Geburt um genau zu sein.
Schon immer war sie ausgesprochen fröhlich. Ein richtiges Sonnenkind. Aber auch diszipliniert und zielstrebig. Mit fünf Jahren hat sie zusammen mit Isa und mir angefangen zu schauspielern, hat einige absolut beeindruckende Performances hingelegt und ihren ganz eigenen Weg durch diese seltsame Karriere gefunden. Trotz vieler Kinorollen und einiger Aufmerksamkeit, ist sie immer auf dem Teppich geblieben. Wortwörtlich, denn vor einigen Jahren hat sie Yoga für sich entdeckt. Mit einer ähnlichen Disziplin und Freude an der Aufgabe, hat sie im vergangenen Jahr eine Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert und einen YouTube-Channel gestartet, auf dem sie andere Leute für den Sport und die Lebensweise von Yoga begeistert. Ganz entspannt, aber auch ein bisschen anders als normal, habe ich mich jetzt mit Amber unterhalten und ihr mal so, wie man das als Bruder normalerweise nicht tut, ein paar Fragen gestellt. Here we go!

Leonard: Ähnlich wie ich, bist du ja auch durch Isa ans Schauspielern gekommen. Was hat dich damals am Schauspielern so fasziniert, dass du weiter machen wolltest?

Amber: Als ich jünger war, ging es viel um das Drumherum. Man kannte ja sonst nur Familie, Schule, Freunde und dann auf einmal hatte man einen Einblick in die Arbeitswelt, in die Erwachsenenwelt.

Jetzt hast du ja letztes Jahr eine Ausbildung zur Yoga-Lehrering gemacht, unterrichtest mittlerweile auf YouTube. Wie hast du Yoga für dich entdeckt?

Vor ungefährt sieben Jahren habe ich mit Mama, als Mutter-Tochter-Aktion einen Yogakurs in Potsdam besucht. Aber erst als ich Yoga mit Adriene auf YouTube entdeckt habe, ist das Feuer entfacht. Das kam auch gerade in einer Phase, in der ich nicht besonders glücklich war, so dass Yoga etwas wurde, an dem ich mich festhalten konnte. Mittlerweile mache ich jeden Tag Yoga und es fühlt sich schon komisch an, wenn ich mal einen Tag auslasse.

Das hat ja sicherlich auch viel mit Disziplin zu tun. Spielt Routine für dich eine große Rolle?

Oh ja! Ich bin definitiv ein sehr routinierter Mensch. Das kann sehr angenehm sein, weil ich, sobald ich einen freien Tag habe, einfach wieder meine Routine habe und dann bin ich relaxed. Momentan versuche ich aber auch zu testen, was brauche ich wirklich und was ist einfach nur Routine. Ich möchte ein flexibler Mensch sein, der in jeder Lebenssituation sein Glück und seine innere Ruhe findet. 

Und wie bringst du das in Einklang mit Schauspielen was ja ein sehr unroutinierter Beruf ist?

Ich nehme zum Beispielen in jedes Hotelzimmer eine Lichterkette und ein Raumspray mit, das ich auch bei mir zu Hause benutze. Wenn ich weiß, ich brauch jeden Tag meinen Tee, frage ich mich, wie kann ich das mobil machen und dann nehme ich einfach einen kleinen Wasserkocher mit. Und das gute an Yoga ist ja, man kann es überall machen. Beim akuten Drehen, also am Set hat man ja eh viele Wartezeiten, man ist viel im Hotel. Da kann man überall seine Matte ausrollen oder auf dem Teppich ein bisschen Yoga machen. Beim Drehen trägt man ja jeden Tag fremde Klamotten, hat fremdes Make-Up und sagt fremde Sätze. Ich versuche mich da nicht jedes mal komplett zu verlieren. Da ist es gut, hin und wieder zu sich nach Hause, auch im Sinne von zurück in seinen eigenen Körper zu kommen. 

Und hilft dir da das Yoga?

Ja, ich denke schon. Man atmet anders, man steht anders in seinem Körper, man hat definitiv ein anderes Körpergefühl. Früher habe ich sehr intuitiv gespielt. Das hat den Vorteil, dass es dann sehr natürlich kommt. Wenn man es dann aber mal nicht spürt, oder die Intuition nicht da ist, kann man es nicht abrufen. Mittlerweile schaffe ich es da, mit Technik zu arbeiten. Neben dem körperlichen Yoga hilft mir aber auch das ganze Mindset, das ich in mein Leben integriert habe. Das Meditieren und alles was dazugehört.

Ja stimmt! Du hast ja letztes Jahr 365 Tage meditiert. Also ein ganzes Jahr lang jeden Tag. Wie war das so?

Na ja, ich habe die App Headspace gefunden und Papa ganz stolz davon berichtet. Und wie er so ist, hat er ganz schnell angefangen, die App super viel zu nutzen. Das hat mich motiviert. Außerdem hat die App so verschiedene Buttons, die man bekommt, wenn man drei Tage am Stück meditiert, dann zehn, dann fünfzig, na ja und irgendwann gibts den 365-Tage-Button. Ich erinnere mich noch, dass ich dachte, 365 Tage wäre schon ziemlich cool, aber das schaffe ich nie! Aber je mehr man drin ist und man dann schon den 180 Tage Button hat, desto mehr will man halt auch richtig durchziehen und hat so das Ziel voll vor Augen. 

Yoga hat ja auch viel mit Rise&Shine zu tun. Es gibt ja sogar den Sonnengruß. Inwiefern findest du diesen Aspekt im Yoga machen?

Also für mich verkörpert Yoga etwas, das eigentlich eher gar nichts mit Yoga zu tun hat. Es geht darum dieses innere Glück zu finden und jeden Tag zu schauen, wie geht es mir. Wenn man das mit Basketball hat oder mit Nähen, jeden Tag joggen geht oder beim Haarschneiden seinen Spark findet, dann ist das für mich im weitesten Sinne Yoga. Gleichzeitig hat Yoga natürlich unglaublich viele körperliche Vorteile. Die ganzen Twists, das Detoxen, das Durchatmen. Und dann würde ich sagen, einfach wirklich ruhig machen. Sich nicht überanstrengen, die Augen schließen und auch nicht zu sehr auf die Form achten. Wenn es sich gut anfühlt, dann ist es richtig. Das habe ich immer mehr herausgefunden. Nicht nach Außen zu schauen, sondern bei sich Innen zu gucken, wie es ist. 

Was bedeutet für dich Rise&Shine und hast du einen richtigen Rise&Shine Moment in deinem Leben?

Als Mama mir ihr neues Buch Premiere gewidmet hat, hat sie geschrieben: Rise and Shine Sunshine. Das hat mich sehr berührt und inzwischen ist Rise&Shine für mich eine Art Weckruf geworden. Es ist einfach die Erinnerung an mich selber, dass mein Leben klasse ist, und dass das auch mit einer Verantwortung kommt. Das sollte man ausleben! Oft finde ich mich in selbstzerstörerischen Gedanken wieder oder denke, das könnte alles viel besser sein. Aber dann guck ich mal wieder aus der Selbstzweifelwolke heraus und dort oben scheint die Sonne. Für mich ist der Begriff extrem wichtig geworden.  Ein Moment, in dem ich ausatme und mir sage, alles ist gut, das Leben ist klasse! Und diesen Moment versuche ich so täglich wie möglich zu haben. 

Rausch

HOW TO MAKE ASSASSIN’S CREED: THE MOVIE

So I’m a huge fan of Assassins Creed. I played every single game and still vividly remember playing the first one with a friend on his computer. As I became more and more interested in filmmaking, I started to think about how to turn this world into a movie. How to approach the characters, the stories and the overall vibe of the games, so that they are accurately portrait on the big screen.

Over the time I came up with what I believe is a pretty good outline for an Assassin’s Creed movie. Now I know that they already made a movie, which kind of renders my ideas as useless, but thats why I thought I might just share them with you. I hope you enjoy.

So without further ado, here is my take on:

How To Make Assassin’s Creed: The Movie

Now Assassins Creed is an action game. Everybody knows that. But it’s also a stealth game. So our story sets of in a museum. It is night. Old statues and ceramics show us, that it’s some sort of ancient history museum. Prehistoric daggers and shields are presented in the dark cabinets. Everything is silent and still, apart from…A young girl, all dressed in black is sneaking through the corridors. She is looking for something. Wants to steel something. Carefully she’s looking around another corner. There it is. The artifacts she’s been looking for. The apple of eden. She approaches it carefully. But just as she is about to open the cabinet, a security guard enters frame. He is shining his flashlight into the darkness and then…onto the girl. Without the need to be quite anymore, the girl makes a leap and sprints past the guard outside the front gate. He immediately calls for back up.

Out on the streets the girl starts running. And we notice, that she’s actually pretty good at it. She’s jumping over and sliding under obstacles. But the police is on her toes now. With a lot of skill she starts climbing a building to get to the rooftop.The chase continues with her being on the roof, the police down on the streets. She jumps over a gap and manages to get away for a second until…bam…She runs into some kind of balustrade. She looks down. It’s a 30 feet drop. There is a swimming pool down there, but the girl hesitates. She looks back. The police will be there any minute. She looks down again. And we can see it in her eyes..she’s afraid of heights. Struggling to surpass her fear the girl slowly gets up onto the balustrade. One last look behind her. She’s ready to jump, when…bum. She gets tackled from the side. Black.

Voices. The girl slowly opens her eyes. She is in the back of a transporter, tied to some kind of stretcher. A woman in her 30s is looking over her. Immediately the girl starts screaming. ,Let me go! I didn’t do anything. You are not allowed to do that.‘ The woman looks at her. Amused. ,This might hurt a bit‘ She runs a needle into the girls arm and takes some of her blood. The girl isn’t pleased at all. ,What the fuck is wrong with you? You can’t do that. Who are you guys?‘ The woman puts the blood sample into a device and does some nerdy computer stuff. ,Calm down. We are friends of your fathers. We are with the Assassins Creed‘ The girl doesn’t calm down. ,What the fuck? My father is dead. And what the hell is the Assassins Creed?‘ There is voice from the drivers seat. And now we see the middle aged man driving the van. ,Are you sure you got the right girl?‘ The computer devices turn green. The woman smiles. ,I am.‘ She turns to the girl on the stretcher. ,If you don’t know who we are, I can’t tell you…but I can show you.‘ She lowers a bar over the girls face. It’s some kind of glas plate. The girl isn’t happy about that. She scream and tries to free herself.

It’s the first time that we see the animus. It is the device that helps the people in this world to access their ancestors memories. The most important device in the franchise one might say. But thats just what it is…a device. Nothing less and nothing more. So the animus should be kept as simple as possible. I personally really like the design of the first Assassins Creed game, where it was just a neat glasbar over the persons face. It is slick and it’s simple. And considering that they are in a van it’s probably some kind of self made version anyway. Nothing too fancy, because after all it’s just a device to help us explain the hight-tech stuff in this universe. No need for fancy, extravagant designs. We are interested in story. So let’s move along.

A man wakes up from a nightmare. He looks around in the small, and sparsely furnished room. Next to his is another bed. A young girl is sleeping in it. He smiles and gets up. Across the room is the opening to a balcony. Curtains are flowing in the wind. He steps onto the balcony and looks over the city. It is the same city the girl has been in…but it looks different now. More ancient. Everything is low-tech and unadvanced. The man is squinting his eyes, watching an eagle circling the towers of the city. Then he hears a noice. Someone is running up the stairs. And there are footsteps on the roof. The man turns around as he gets attacked by two hooded figures. He raises his arm to block the first hit, but the second one gets to him. One of the men reveals a hidden blade under his sleeve. He tries to cut our hero, but he puts up a good fight. Fast and aggressively he bashes his opponent into the wall. The other assassin shoves a blade into his shoulder. A small glitch, a scream, but the man continues to fight. He is strong, but the two hoods are better fighters. They attack him from both sides and one of them manages to cut his throat. Black.

A scream. The girl wakes up. She’s still tied to the stretcher. She can’t believe what she just saw. All her energy has left her body. Her voice tumbles. ,What the fuck was that?‘

And now, and only now, we can have our exposition. The woman in the van tells her everything. About her father, who was a modern day assassin, the ancestor of an assassin in the past. She tells the girl about the animus and how it is capable of showing the memories of ones ancestor. And about the apple of eden, that her father tried to find, and died in the process. ,But you already know all about that, don’t you?“ The girl didn’t know. She followed her fathers traces to find out who killed him. The apple of eden was her final lead, but she had no idea what it’s powers were…that her father was an assassin…that she is the descendant of an assassin. At this point it is also important to clarify the rules of the animus. These rules should be simple, and can never ever change.

  1. The animus allows you to access your ancestors memories at any point in time.
  2. You can walk around and explore their visions. You have free will, but have to stay in the boundaries of their world.
  3. If you kill someone that hasn’t been killed or if you get killed at the wrong time, you wake up in the animus.

,Thats why you woke up just then. Your ancestor won that fight. But you still need to train.‘

So thats what our heroin does. We have two storylines. The story of the girl in the present and the one of her ancestors in the past.

The girl quickly decides to finish what her father started. To find the apple of eden and to secure it. She is aware of the templars, that became a huge corporation in this day of age.  They want to get the apple to gain power and to rule over the world. To make sure her father didn’t die in vain, she decides to join the assassins. So the three Assassins are driving around in the van to stay unnoticed from the huge cooperation of templars, that is always looking for them and also to get to the places that the girl visits while in the animus. This is crucial to keep the modern storyline interesting and fun. The importance of a moving unit becomes more obvious when we progress in the story. And it helps us to keep the timelines in order. It’s a little trick, that I like to call „Same Place, Different Time“.

What that means, is that we can only ever change one of those things. If we go to a different place, we have to stay in the same timeline. If we switch between the timelines, the two timelines have to take place at the same location. The reason for that is, so that the audience doesn’t get confused over who is where and when. Also it makes for an interesting pattern, because you can always see the building and places in the past and then see, how time has altered them. Maybe the palace is a ruin now, maybe they build a bank where an old tavern ones was. The important thing is, that both timelines equally receive and solves clues that eventually lead to the finding of the apple. Let’s say for example, that the past assassin has buried an old text in a bathhouse. Then the modern day assassins will try to find this location and are looking for the scroll. This helps to keep both timelines interesting, engaging and most importantly connected.

So lets talk about our second storyline, where the ancestor is also looking for the apple of eden. Before we meet him he is an outlaw. A thief for hire. And after another heist for an unknown client, the two hooded figures attacked him. They were in fact assassins. But as soon as they find out, that he is a good fighter they try to recruit him. We follow the ancestor as he agrees to become an assassin and to help them find the apple of eden. They want to secure it before the emperor (or whoever our main villain is), who sided with the templars, is able to get his hand on it. But the motives of our second protagonist are less political. He sees the opportunity in being an assassin to gain money and power. He wants to use that to make a better life for himself and his sister, the girl sleeping in the bed next to him. He has promised to keep her safe and wants to provide her with a good lifestyle. So even though he appears to be the tougher one of the two hero, his motives are actually more emotional than the ones of our heroin. The past assassin also starts to train and at the end of act one both our heroes become proper assassins.

Now when it comes to the villain of the past, we can actually make up a character that is just bad. Don’t get me wrong, I like shaded bad guys, but since we already have two very layered main protagonist, I think we are on the safe side, when we create a character, that is as bad as we can imagine. And it’s also more fun. So let him be a guy of noble status. Let him be wealthy and greedy. We need to hate him. And we will…

The villains in the present are a bit more subtle. Huge corporations are neither fun in reality nor in movies. So our best option is not to show them at all. First of all that lets us connect with the main characters way more, because we can stay focused on their fear of the templars, instead of actually showing the terrifying templars. This approach also keeps the mystery that surrounds the templar order. And since you can’t actually depict a huge organization in a decent way, we might as well not do it at all.

Now before entering the second act, I want highlight a few elements, that are in my opinion crucial to a good assassins creed story. For me personally the Assassin’s Creed games have always been about mood. So these next chapters might be even more important than the actual story. The might seem trivial at first, but stick with me here.

One very important part of the games, especially in the newest installments, is weather. This might seem weird, but while playing in an open world, you constantly get to admire wonderful sunrises, clouded skies, rain and snow. This makes the games so much more immersive and sets up an engaging mood. So instead of just having all blue skies and sun, the Assassins Creed movie should focus on a lot of different time and weather conditions. It definitely helps to set the mood for each scenes and makes the world so much more relatable. Also, imagine our assassin trying to sneak into a bedroom. He is running across the rooftops to sneak through the window. And now imagine the same scene during a hefty and rainy storm. The task becomes so much more difficult. From jumping onto slippery rooftops to dripping water onto the floor of the bedroom. Weather truly intensives every task our assassin has to accomplish and lets us admire his wits and skill even more.

Another thing that makes these games so satisfying is the opportunity to evolve and improve your character. Now obviously that doesn’t transfer well into a movie, but there are still ways to at least slightly capture this feeling. When you are playing as your character and are waiting to unlock a certain weapon or outfit, you already know, what it is that you need and want. So in the movie, the characters (and audience) should always get a glimpse, of what’s to come. For example, the first few fights our assassin needs to face, should be without any gear at all. The assassins want to test him. But they also need to show him very early on, what kind of weapons they normally use. So that when he finally gets a hidden blade, we feel the accomplishment and the new level of skill he has reached. The money our assassin gains over the corse of the movie goes to his beloved sister, who also starts to get active. She not only renovates the house, so that we can see the changes in their lives, but she also starts a society of beggars, whores and thiefs, that undermine the city, gain informations and help out wherever they can. The same principle goes for our present time assassin girl, who gets more and more involved in the mysteries of the assassins and the solving of the puzzles. Soon she is able to operate the animus all by herself and her outfit becomes stealthier with each scene.

So our two assassins are well on their way to finding the apple of eden. They gathered clues and intel and despite a few set backs, it all seems to go pretty well. Up until the midpoint of the movie, where it seems, that they only need one final clue to find the artifact. And it is at this moment, that our evil main villain is executing a devilish plan. Of corse he knows about the new assassin, that quickly climbed the ranks of this secret society. He himself as hired him once two steal a thing or two. So in order to crush him and to show, that he is in fact the villain he kills the most beloved and innocent characters of them all. Our hero’s sister. This devastating act is a major set back in our heroes journey, because it not only crushes the lonely brother, but also our young girl in the present.

This might be a good time to talk about why I chose these specific main characters for the story and why they are who they are. Now first of all, it doesn’t make any sense whatsoever to have the character in both timelines to be played by the same actor. It’s neither part of the games history, nor does it follow any sense of logic. So if we have two main characters, we might as well make them as different as possible. This makes for a very interesting dynamic between the two and helps us highlight the deeper aspects of their personalities. The fact that we have a young girl, that is suddenly put into a strong male body, doesn’t only make for a quick laugh, but also opens up a very intriguing storyline of self discovery. Here we have a young girl, that in her core is a tough bad ass, and there is the strong protector, who literally has a very light and young core. As time progresses we start to see more and more similarities between the two characters that seemed so different at the beginning. And as the young girl starts to spend more time in her ancestors body, she starts to feel more comfortable with each passing second. There she is, fighting the real fights, living the real live, instead of just driving around and solving clues. You could say that she get’s a little addicted. And when the emperor kills..well…her sister, she is devastated. She starts to spend more and more time in the animus, completely abandoning her own life. Totally forgetting about the apple, she has only one goal in mind. Revenge. She has to kill the emperor. He took what mattered most to her and he should feel the pain for it.

The two friends in the van get more and more concerned, but since the girl is very capable of operating the animus on her own, there is not much they can do. And as the girl gets closer and closer to the emperor, the quest for the apple fades away. Until she finally kills the bastard….and wakes up. She’s back in the present. Something is wrong. What is wrong?

,I told you. You can’t kill someone who hasn’t been killed by your ancestor‘

The old assassin hasn’t killed the emperor. He didn’t do anything about the killing of his sister. The girl is devastated. How could he just live on?

,When your father died you didn’t seek revenge. Instead you tried to finish what he started. You stayed true to the mission. And so did your ancestor.‘

The truth hurts and the girl realizes, that her little vendetta has cost them a lot of time and act three is arriving rapidly.

Luckily there aren’t many clues left to solve. And after a little readjustment they are back on track. The ancestor is very close to the apple of eden. It is hidden in an old cave. He approaches the golden artifact. A device, that is created by the gods, capable of showing the past, the present and the future. With raw emotions he reaches out and touches the apple. Faded memories of the past circle him. Ancient assassins that interacted with the apple. And then there is another memory. One that he doesn’t understand. Can’t understand. It’s a young girl, that is reaching for the apple. And right when she is about to touch it, she gets stabbed in the back. The assassin is confused. He doesn’t know who that person is. But our girl does. She wakes up in the animus and the fight begins. Her saviors, the two assassins in the van…they were templars. They used her to get to the information. Now that they know where to find the apple, the girl is useless and they try to kill her. But the girl is now highly trained. All the time spent in the animus has left her with a strong mind and the power to kill. In the final battle, that takes place in the present, she defends the apple of eden. The animus gets destroyed in the process, but the girl is able to kill the templars.

With a sense of remorse, the weight of knowledge and a nostalgic heart the girl climbs the city and sits on the rooftops looking over the world. Not afraid of heights anymore. Changed forever. Her mission is finished…or has it just started?

An ending that gives the audience a sense of fulfillment but also leaves the opportunity for a sequel. (As you do these days). And that is another good thing about our two protagonists. We are now able to keep what worked and change what didn’t. We can revisit both of our characters. Or we can have the girl visit another ancestor of hers, or some other modern day assassin visits the same assassin in the past. Whatever suits us best, whatever the audience desires. Because just like the games, the movie should be able to capture fans for years on end.

Well and that is pretty much it. Obviously it’s just a very rough outline, not even mentioning all the historic facts and storylines that need to be woven in by the amazing Ubisoft team. But since this is a story arc, that would work with any time period I decided to leave that part up to someone else….

Please let me know if you like this concept and if you would watch that movie. If you didn’t like it, let me know what you would have done differently. How does your perfect Assassins Creed Movie look like? Do you think it’s possible to adapt games into feature films? I’m looking forward to your comments. And thanks for sticking around until the very end.

Lenny

 

 

 

Radio

Harry Potter and the Secret of Sequels

SEQUELS


Despite the bad rap they always get, I’m actually a fan of sequels. They have the unique opportunity to bring us back to a place that we already know even though it doesn’t exist. When done right, they  further develop an emotional journey that we witnessed and exceed our  greatest expectations that came with the first installment.

But after getting out of yet another miserable sequel of a once awesome movie, I’m faced with the same old question.

Why do they suddenly forget how to write a fucking screenplay?

I mean they did it right the first time. The motives and character developments were solid, the plot had a decent pace and the emotions seemed to be oh so crystal clear. Everything work out. That’s the reason why they were able to do a sequel in the first place. Because they made a good movie. And then suddenly, as the second installment comes around everything is all over the place. The story is almost non-existent. Characters get introduced without any reason at all…and are killed off minutes later. The motivations of the main protagonist are a mess. Like an actual mess that no one seems to be able to unravel.

And no line of witty dialogue or a well rehearsed action scene is capable of covering that up.

THE SECRET OF THE SEQUEL

But the most frustrating part about it..it’s not that hard to write a good sequel. Honestly. The secret is actually surprisingly simple. And I will prove it to you using one of the best sequel in movie history:
The Harry Potter saga. Especially it’s first three installments: Philosopher Stone, Chamber of Secrets and Prisoner of Azkaban. With a very simple trick J.K. Rowling managed to capture an audience for years on end and create one of the most immersive fantasy-worlds in modern writing.

So if your are a movie buff that is sick and tired of awful sequels or you are a producer, screenwriter, filmmaker and eager to continue your story, listen up. Because here is the secret to Harry Potters immense success…

It’s all the same story.

KNOW YOUR GENRE

Now despite IMDb or common believe the Harry Potter movies aren’t actual fantasy stories. Sure they have magic and dragons and stuff, but in their core the movies (and books) are mystery stories. Three young students on their way to discover a mystery that needs to be solved. Gregory Austin McConnell actually described that pretty well in his essay on ,The cursed child’ and why it didn’t seem like a normal ,Harry-Potter-Story’.

So each year again and again Harry, Ron and Hermione come across a mission that they need to solve. They gather clues and informations and go on to overpower the bad guy with wit, skill and bravery. And although that doesn’t seem like much, most sequels forget what genre the original movie was even in. Because genre is not defined by the costumes, special effects or set pieces of the movie. It’s defined by its writing.

Side note: One solid way testing of whether a story is a mystery or an action adventure is by looking at it’s climax. An action adventure usually ends with an epic battle of good versus evil. Whereas in the Harry Potter stories…they are just talking. And I don’t say thats bad. I like the talking. But there is a lot of it!

The fact, that Harry Potter stories are mysteries becomes also fairly obvious when you watch (or read) Chamber of Secrets, where one of the characters is actually called Tom Riddle. The clue is in the name. And this leads me to the next similarity between all three of the movies.

MYSTERIOUS BAD GUY

 The antagonist. When Harry first discovers Toms Diary he takes him as a fine young man. He believes his stories and follows his advice. It’s only later on that he discovers that said young man is actually Lord Voldemort. Now this twist in character is seen almost throughout the entire Harry Potter franchise.

Lets take a look at year one: There we have Professor Quirrell who is portrait as a shy, stuttering mite only to find out the he was scheming to steel the philosopher stone all along. Even more important is the surprising turn of Professor Snape. Harry, Ron and Hermione strongly believe that he is eager to steal the stone himself, when in reality he tried to protect it.

In the second book (and film) this shift is seen in Professor Lockhart who is introduced as a stunning wizard. But when his moment comes he reveals himself to be a cocky liar who doesn’t know anything about anything. Tom Riddle on the other hand, who seemed so innocent, is revealed to be the true antagonist. Even the usual suspect Draco Malfoy is declared innocent when we find out, that it was the little Ginny who set the Basilisk free.

Not to bore you, but to complete the example, we go on to the third installment. There we have Sirius Black, in my opinion the greatest written character in human history, who is introduced as the most dangerous criminal the wizzarding- (and muggle-) world has ever seen. After Lord Voldemort that is. Only to discover later in the story that he was the good guy all along and that it was Ron’s Rat Scabbers aka Peter Pettigrew who committed all these crimes.

So every time we have a surprising change in character. It’s a motive that keeps recurring so I’m pretty sure you can find the character twist in the fourth book on your own.

,But this is merely a similarity in theme not in structure‘, you might say. And sure, although all these characters identities are revealed at roughly the same time in the story, I might let you have the argument. So lets dig deeper.

SAME PROCEDURE AS LAST YEAR

Each year starts with Harry being at the Dursleys.

Having the same starting point, just like in a sitcom really helps to capture the audience expectation of the previous movie.

But the Dursleys are boring. We want something magical to happen. So sure enough, in his first year, Harry frees a snake at the zoo. On accident of corse. Next year Dobby destroys the desert. Something that Harry didn’t plan on either. And in the third movie Harry blows up his aunt. This happens at almost the exact time in each book and get’s Harry in some trouble. Luckily there is someone or something to help him out of it. In book one Hagrid comes along and declares that Harry is indeed a wizzard. Second year it’s the Weasley Brothers who do the saving. And lastly we have the Knight Bus arriving to save the day.

It’s the exact same procedure each year again. Harry is at the Dursleys. He does something magical, gets into trouble and is saved by an ally. Same for all three stories? Then lets move on.

SAME PROCEDURE AS EVERY YEAR

One of the more ingenious ideas of J.K. Rowling is aligning the plot points of the story arc with the holidays of the year. So when Halloween comes around you can be sure something will happen. It’s a troll in the dungeons! Oh, there is a bloody message on the wall. Sirius attacked the fat lady. It’s the time of ghosts and horror. So let the bad guy close in. They might as well close the school over Halloween, because it’s getting way to dangerous.

Luckily Christmas isn’t far away. And it’s the Holiday of joy and love. And present!

So let’s give Harry something to help him defeat the bad guy. Like a cloak that makes him invisible. Or a potion that turns him into someone else. Or a map that let’s him get around unseen. It is Christmas after all…

And there are more patterns like this. Quidditch is there to hurt Harry. Whether it’s his broomstick that is out of control, or the Bludgers or the Dementors.

The forbidden forrest adds tension. And in order to get to the bad guy, Harry has to go down – like actually underground.

CHARACTERS


But not just the events in Hogwarts are boiled down to their singular meaning. Every character in the Harry Potter story has one purpose and one purpose only. They act on the framework of their personality and help or hinder Harry in his mission to save the wizzarding world.

Lets take Hagrid for example. He sure likes his creatures. That is his mayor character property. And every year he gets himself and one of his creatures into trouble. In the first year Harry, Ron and Hermione need to help him get rid of his Baby Dragon Norbert. Next they visit his pet Spider Aragog to prove his innocence. In the Prisoner of Azkaban they free Hagrid’s Hippogriff Buckbeak that is sentenced to death.

It’s a repeating pattern, that always stays the same. In each of the three stories Hagrid has some trouble with one of his creatures and needs help from our protagonists. And it’s not just Hagrid who keeps on playing the same song over and over again. But I’m sure you figured that out by now.

THE FINAL

So now that Hagrid is saved from his troubles lets focus on the bad guy, alright? We are almost at the end of the year. Harry, Ron and Hermione have gathered enough intel to take on the bad guy. But since Harry is our Hero he has to face him on his own. So let’s have Ron fall from a horse and Hermione not drink the potion. They’ve done their part. Harry can go on on his own now. Well next year is no different apart from the fact, that Hermione got knocked out pretty early on, leaving Ron and Harry to go down the Chamber of Secret. And if you think this is unfair and that Hermione should get her screen time as well, just take a look at Prisoner Of Azkaban, where it’s Ron who stays in the Hospital bed so that Harry and Hermione can pair up to save the world.

IN CONCLUSION

So these are just a few similarities between the three first books of the Harry Potter franchise. It’s actually quite the fun exercise to find the similarities between the stories. I have only pointed out the major plot points, but when you dig deeper, you will find different character flaws, situations or even sentences that are repeated throughout the series. I’m sure you will be able to find some more parallels on your own. And I’m also sure, that you might be able to figure out why the Order Of The Phoenix didn’t seem to work that well. But before you start screaming, heres a little disclaimer.

DISCLAIMER

I’m not writing all this to denigrate J.K. Rowling. I’m not saying: Oh she’s so lazy. She just wrote the same story over and over again and made millions of dollars off of i’.
Quite the opposite actually. I want more writers to be brave enough to stick to their story. Because in the end, it’s all one song anyways.
I think that J.K. Rowling’s imagination really proves her skill in writing. You can tell the old story over and over again. But making up flying cars, little boys trapped in diaries, a tree that tries to kill you, Dementors (frankly the best creature ever created in human history (if you want to call them ,created‘ that is)) or even the Knight Bus. These are all highly original ideas. Especially when you think about how smoothly they are woven into the story structure of these mystery books.

ADDING CHARACTERS

Now there is one last thing I want to talk about before I leave you to it. And that is scale. Most of the franchise seem to be build around one statement and one statement only: The more the merrier. Just take a look at the casting list of Pirates of The Caribbean 2 vs. it’s predecessor. It almost doubled. Every time Hollywood gets it’s hands on a franchise they suddenly start to bring up side-characters, side-quests, side-stories. Without any need for them at all. Because all that does is to distract us from the main character.

Compare that to Harry Potter and the Chamber of Secrets where J.K. Rowling introduces just two new major characters. Gilderoy Lokchart and Tom Riddle. And one of them is a replacement for poor Professor Quirrell. That means, that most of the plot is wrapped around our three main protagonists Harry, Ron and Hermione (aka the ones that actually matter). And it works. Because the characters are strong and complex enough to stand on their own. You could tell a story of the three friends walking around in the forest and it would still be interesting…oh wait scratch that. But you get the point. Additional characters don’t further your plot, they don’t enhance the intensity of the story. They are cunning devise to try to avoid to deal with the main protagonist.

So if you are writing a sequel try the following. You are only allowed to replace the characters that died or disappeared in the original story and add one additional character. Like in Chamber of Secrets or in Prisoner Of Azkaban where you have Lockhart who is replaced by Lupin, Tom Riddle who is replaced by Wormtail and the one we want to add is Serius Black. No that is strong writing. To be able to trust your characters beyond explosion and action scenes and to be able to explore them even in the silent moments, where there is no distraction.

WHAT WE’VE LEARNED

There are two reasons why people come back to see more. The story and the characters. You can make up the most hideous things (like a time-traveling necklace), as long as you stay true to the story and the character you created in the first place. People want to see something new, sure. But when they let their imagination flow, they don’t come up with new interesting side character. They make up stories of who is going to pair up with whom. They stay within the boundaries of the world you created. And so should you!

Because as I said. Sequels are awesome. If they are done right!

Radio

The Power Of The Anti-Bathos

THE BATHOS

I recently came across a very good video essay describing the overuse of bathos in modern Hollywood blockbusters. I highly recommend checking it out and then coming back to this article.
If you don’t want to waste your monthly data volume however, I will summ it up quickly.

Bathos is, when you break the emotion of a scene with a contradictory emotion for comedic purposes.
We’ve all seen it. We are in the middle of an epic scene, everybody is pumped, and then…there is a joke. Someone says something trivial, something that completely breaks the tension…for a laugh.

This type of comedy, though very effective, often comes at great cost. The dramatic feel of the moment. Everything the scene has build up to just gets wiped clean and we start again from square one.

In most movies it actually seems like the creators  have gotten ashamed of genuine emotions. Nothing can be simply epic, romantic or sad anymore. Everything has to be delivered with a wink. And though I definitely agree, that every art should include a healthy amount of self-irony, the bathos has kind of taken over of late.

THE POWER OF THE ANTI-BATHOS

But I’m not here to denigrate the bathos. I actually want to talk about a different approach. Its a concept that I very much adore and love. All my favorite movie use it. It’s something I like to call the Anti-Bathos.

Pirates Of The Caribbean is based on a Disney Ride. It’s a stupid, money-making idea. But instead of making a movie that is self aware of it’s pointless origins and winks at the audience a lot, Ted Elliott, Terry Rosso and co. started one of the most successful franchises in modern movie history. And not because its a huge Disney Production, but because they approached the story, the characters and the ,base-material‘ with genuine care and honesty. All the protagonists motives are clear as day, the decisions are difficult and if they use bathos (and yes they do) it underlines the personality of the characters.

SO WHAT’S IT ALL ABOUT?

So what do I mean by Anti-Bathos? Well, basically it’s when you take something absurd, something stupid or trivial and approach it from a very serious angle. So no matter how strange the story is you’re trying to tell, you always take your protagonists seriously. You care for their desires and you challenge them with real threats (within the rules of their world).

Now they could have started PotC with a funny montage of drunken Captain Jack Sparrow fighting, or with an epic ,ride-like‘ pan across the whole Caribbean. But they decided to introduce us to the world with a very moody scene. Elizabeth Swan (our main-protagonist) stands on a ship that sails through the foggy ocean. She is singing a tiny, little song, a song that was a loud chanty in the original ride. It’s a genuine approach to the pirates lore. There is no funny business. Not yet. The first written joke actually appears way beyond the 10 min mark. And it gets funny and it gets epic, but the two never battle for the same spot.

,MODERN‘ ANTI-BATHOS

There are a lot of movies, that successfully use the Anti-Bathos. A man with scissors for hands is a stupid concept. A panda learning Kung-Fu could be discarded as outrageous. And yes, a teen-age boy in tights swinging through New York isn’t the most grounded idea either. And still they all approached their characters with true passion. They took their protagonist (and therefor their audiences) desires seriously. Thats why Edward Scissorhands, Kung Fu Panda and Spider-Man are extremely immersive movies.

MASTER OF BOTH BATHOSES

But if you want to see the Anti-Bathos in its best form you have to watch ,dying‚. The YouTube success by former Viner Evan Breen aka LA Turtle. It’s a ten minute conversation of a family (all members are played by Breen himself) and it gets intense quickly. The conversation is as stupid as it can get. But with Breen’s acting, the on-point editing and the epic music, the viewer gets sucked into the families struggles immediately. The best part about it though: Breen uses Bathos…a LOT. Almost every major joke is based on the bathos. But instead of using it to exit a scene or to shy away from an emotion, he uses it to bring us to the next level of intensity. Every time he breaks the scene with bathos he re-enters it with even more pathos. This way we never get thrown out as a viewer, but instead are kept in the world of the video.

So next time you watch a movie that is both epic and funny and doesn’t sacrifice one for the other, think of the screenwriter. Because this is not lazy screenwriting. It’s the Anti-Bathos. And if it works, you are in for a ride!

Ruhe

Just don’t do it – Eine Ode ans Nichtstun

JUST DO IT

Just Do It. Das Motto einer Generation. Und wieso nicht? Es steht ja alles bereit. Man braucht nur die Hände auszustrecken und hat alle Mittel zur Verfügung.

Als ich nach Jericho gefahren bin, habe ich zum Beispiel ganz bewusst keine technischen Geräte mitgenommen. Ich wollte mich nicht ablenken lassen und am Ende nur Filme im Hotel gucken. Ich wollte rausgehen und Dinge sehen. Mit meinen eigenen Augen wahrnehmen. Das einzige, was ich also dabei hatte, war mein Handy. Und als mich nach vier Tagen doch der Drang nach kreativem Ausgleich überkam, habe ich einfach angefangen, kleine Filmchen mit dem Telefon zu drehen. In iMovie geschnitten, mit GarageBand die Musik gemacht, auf Instagram hochgeladen. Und klar, es geht. Also – ,Just do it‘?

SCHAUSPIELEN HEIßT WARTEN

Als Schauspieler sieht das etwas anders aus. Meist wird man als letztes ans Set geholt und als erstes zurück gebracht. Und was in der Zeit dazwischen passiert, ist nur zu einem wirklich kleinen Teil schauspielern. Während die Beleuchter leuchten und die Bühne baut wartet man als Schauspieler. Erst wenn alles eingerichtet, eingeleuchtet und verkabelt ist, kommt man zum spielen. Und da die meisten Szenen im deutschen Fernsehen eine Länge von maximal 2min haben, ist nach besagten zwei Minuten auch alles schon wieder vorbei. Dann heißt es erneut warten.

Somit habe ich mich recht früh daran gewöhnt, lange Zeit ,nichts‘ zu tun.
Und das ist enorm wichtig. Denn wenn man am Set nicht lernt abzuschalten, nervt man nicht nur die Teamkollegen, sondern verschwendet auch einen Haufen Energie, den man in späteren Szenen brauchen wird.

So schön ,Just Do It‘ also klingt, als Schauspieler tut man die meiste Zeit eigentlich gar nichts.

ÜBERWINDUNG

Natürlich ist mir bewusst, dass das Motto des „einfach-tuns“ einen dazu bringen soll, über den eigenen Schatten zu springen. Seine Grenzen zu erforschen und die Dinge nicht immer auf morgen zu verschieben. Und da bin ich auch voll im Einklang.
Als Kreativschaffender übt die ,Just Do It‘-Haltung allerdings auch einen Druck aus. Denn während ich sowieso die Tendenz habe, mir meine Pausen mit eigenen Projekten zu füllen, hämmert mir ,Just Do It‘ in jeder freien Sekunde ein schlechtes Gewissen ein. >>Einfach im Cafe sitzen und Menschen beobachten ist nicht. Du musst was tun, Lenny. Du musst jetzt anfangen.<<
Überhäuft von unendlich vielen Möglichkeiten. Egal was – Hauptsache was tun.

Dabei ist im Cafe sitzen meistens viel hilfreicher als alles andere.

LOSLASSEN

Im Grunde geht es darum, loszulassen. Sich nicht in den Strudel der Geschäftigkeit zu werfen. Auf die Frage ,Was machst du Samstag?‘ ganz entspannt ,Nichts!‘ antworten zu können und dabei nicht zu denken ,Fuck… ich hab kein Leben‘, sondern ,Fuck… hab ich ein Leben!‘

Also sage ich mir immer wieder – just don’t do it. Das wird sich sowieso von alleine lösen. Das wird schon gut gehen. Du hast keinen Bock darauf? Dann lass es. Mach etwas, das dich glücklich macht. Mach andere Menschen glücklich. Aber dreimal im Kreis rennen, nur um am Ende zu sagen, dass du was getan hast, ist Schwachsinn. Energieverschwendung. Und es verschleiert den Blick auf das Leben. Auf die Momente auf die es ankommt. Klar können wir diese Momente mittlerweile mit der Kamera in unserer Hosentasche festhalten. Aber ist das das Gleiche wie wirklich da zu sein?

Einfach nichts tun, Freiraum schaffen und beobachten, hat mich schon durch einige brenzlige Situationen gebracht. Denn wenn ich ehrlich bin, bin ich am besten wenn ich gar nichts tue.

JUST DON’T DO IT

Zeit also für ein neues Motto. Während es für Spielberg und co. noch eine große Herausforderung war, einen Film ,einfach‘ zu drehen, haben wir mittlerweile alles was wir brauchen. Wir müssen nicht das letzte Taschengeld für einen neuen Super8 Film zusammenkratzen. Wir haben Handy, Computer und vor allem das Internet! Für uns besteht die Herausforderung darin, manche Filme einfach nicht zu drehen. Manche Dinge einfach nicht zu tun. Zu warten, zu beobachten. Effizient mit den Mitteln umzugehen, die uns die ,Just-Do-It‘-Generation gegeben hat. Um dann, wenn der Moment kommt, loszulegen.

Denn wenn man zu viel zu tut hat, verpasst man den Moment der das Leben für immer ändern wird…