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Amber

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Geld: Das Bug-System

Unsere Lösung zu dem sensiblen Thema Geld und Familie:

Geld & Kindheit

Ich bin für vieles bezüglich meiner Erziehung dankbar. Der Umgang mit Geld ist eins davon. Zum Beispiel habe ich, seitdem ich mich erinnern kann, Taschengeld bekommen. Taschengeld ist im Endeffekt nur eine Übung für das spätere Spiel. Hier haben wir wieder Freiheit und Verantwortung. Die Freiheit, sein Geld so auszugeben wie man möchte und dann die Verantwortung zu tragen, wenn alles schon in der Mitte des Monats weg ist.

Ich habe nie von Mama oder Papa gehört: Nein, das darfst du nicht haben, das ist zu teuer. Aber auf die Frage, ob ich dieses oder jenes haben kann, oft: Na, dann kauf es dir doch. Dann kommt man ins Überlegen … hm ist es mir das wirklich wert? Und diese Frage muss man sich als Erwachsener mit größeren Summen genauso stellen. Wenn man diese Entscheidungen als Kind nicht treffen kann, wie soll man es dann tun, wenn es wirklich drauf ankommt.

Überhaupt war Geld so gut wie nie ein Thema in unserer Familie. Ich hatte immer ein Gefühl von Reichtum. Große Obstteller, Spazieren im Park, Falafel essen nach dem Schwimmen. Das ist Luxus. Je älter ich werde, desto mehr realisiere ich, dass diese Dinge weniger mit Geld zu tun haben, sondern alle mir hauptsächlich ein Gefühl von Freiheit vermittelt haben. Und bis heute ist es das, was ich am Geld haben am meisten schätze, die Freiheit, die man sich damit erkaufen kann.

Ich erinnere mich noch sehr stark an das Gefühl, als Kind keine Ahnung zu haben, wie viel was wert ist.

3 Euro für ein Brötchen, ist das jetzt viel oder wenig? 1 Euro für einen Liter Benzin?

Geld & Gefühl

Inzwischen weiß ich, dass ich mich freuen kann, wenn ein Cappuccino 2.50 Euro kostet, und ich die Stirn runzle, wenn er 3.40 Euro kostet. Diese Mini-Feinheiten rauszufinden, dauert und braucht Übung.

Geld hat überhaupt sehr viel mit fühlen zu tun. Geld ist ja im Endeffekt wertlos und kann nur in Energie umgewandelt werden. Du bringst Energie auf und bekommst dafür Geld, oder du bezahlst jemanden für eine Dienstleistung (Energie) oder ein Produkt, das mit Energie hergestellt wird. Das Gute an Geld ist, dass es Energie sichtbar macht.

Das ist die erste Lektion, die ich gelernt habe. Sich viel mit Geld zu beschäftigen, hat nichts damit zu tun, ob man es hat oder nicht. Ich kenne sowohl Menschen mit viel Geld als auch mit wenig, die überhaupt nicht an das Thema denken. Die statt zu sagen: Das kann ich mir nicht leisten, sagen Das will ich mir nicht leisten. Denn im Endeffekt ist es ja eine Prioritätenverteilung. Gehst du ins Café oder kaufst du dir regelmäßig Tabak? Spendest du dein Geld oder gehst dafür öfter zu Konzerten? Dass man aufhört über Geld nachzudenken, sobald man es hat, ist falsch. Genauso ist es auch falsch, zu denken, dass Geld alles Schlechte in die Welt bringt und man ein Arschloch wird, sobald man es hat. Sich mit Geld zu beschäftigen, ist vielleicht einfach nur eine Einstellungssache.

Das Können mit dem Wollen ersetzen. Auf das Gefühl hören. Ein Gefühl entwickeln. Bauchgefühl.

Geld & Künstler

Geld verdienen als freiberuflicher Künstler bedarf viel Fingerspitzengefühl. Das auf-und-ab, das mal-mehr-mal-weniger und manchmal-gar-nichts. Das Durchhalten, das Vertrauen haben.

Zum Glück haben Schauspieler Agenten. Abgesehen davon, dass ich nicht wüsste, wie man verhandelt, ist es merkwürdig, seinen eigenen Wert verteidigen zu müssen. Thank you for the Agents! Aber auch da gibt es innerhalb des Business oft Diskussionen, ob man nicht offener über seine Gage reden sollte. Natürlich sollten wir den Abstand zwischen den Männer- und Frauengagen schließen. Und um rauszufinden, ob dieser überhaupt existiert, muss man reden. Aber das ist für einen anderen Blogbeitrag.

Kurz als Künstler Geld zu verdienen, ist weird. Wie viel ist Kunst überhaupt wert? Wie viel ist deine Kunst wert?

Nun ist es bei uns aber so, dass wir Red Bug Homies sowohl Künstler als auch eine Familie sind…

Geld & Familie

Es ist sehr leicht das Thema Geld in der Familie und unter Freunden awkward zu machen.

Wenn man gemeinsam reist oder einfach nur Kaffee trinken geht, teilt man das Geld für das Popcorn feinsäuberlich auf oder übernimmt mal der eine und dann der andere?

Wenn man eine Hundepension dafür bezahlen würde, den Hund zu betreuen, wieso dann nicht das Familienmitglied, das auf den Hund aufpasst? Wie viel würde man fürs Gardinen anbringen bezahlen? Oft wird das mit einem „Lad mich zum Kaffee/Essen ein“ geregelt.

Aber ab wann ist ein Gefallen ein Auftrag?

Auch in unserer Familie sind wir oft in diese Situation geraten. Grafikdesigner, Lektoren, Autoren, Fahrer, Techniker, Yoga Lehrer, Social- Media Manager, Editor, Kameramänner. Das sind alles handfeste Berufe. Je professioneller wir werden, desto schwieriger wird die Frage. Sich innerhalb einer Familie Gefallen zu tun, ist unsichtbar. Solange keiner mitschreibt, kann man auch schlecht aufrechnen, wer wem wie viele Gefallen getan hat.

Aber jedes mal mit Geld rumhantieren?

Das Bug-System

So haben wir in der Familie das Bug-System ins Leben gerufen haben. Bugs sind kleine rote Steinchen. Jeder von uns hat ein Startkapital von 30 Bugs bekommen. Gefallen oder kleinere Arbeitsaufträge werden mit Bugs bezahlt. Wie viele Bugs für was, musste sich erst einpegeln. Irgendwann hat man aber schnell raus, dass, wenn eine Website gestalten vier Bugs wert ist, zum Flughafen fahren einer und beim Renovieren helfen eventuell zwei. Aber auch da gibt es nur eine Regel: Solange es sich für beide Parteien gut anfühlt, ist es der richtige Betrag. Da kommt dann wieder das Gefühl ins Spiel.

Man sieht sehr schnell, wer mehr hilft und vielleicht lernen sollte, ab und zu selber um Hilfe zu bitten, und wer viel Hilfe in Anspruch nimmt.

Vielleicht sagen andere: Das ist doch selbstverständlich, dass man sich innerhalb der Familie Gefallen tut, und was soll das blöde Aufrechnen? Aber das ist es ja gerade, es macht die ganze Sache klarer und dafür wieder unwichtiger. Man sieht schwarz auf weiß, in dem Fall an den roten Steinchen in seinem Glas: Oh crazy, ich hab fast keine Steine mehr und demnach anscheinend viel eingefordert … hm vielleicht wird es Zeit, etwas mehr an die Familie zurückzugeben. (Story of my life)

Es geht darum, einem schlechten Gefühl vorzubeugen. Denn das kann Frustrationen erzeugen, und wenn diese wachsen, weiß man vielleicht irgendwann gar nicht mehr, dass es eigentlich nur darum ging, dass man einmal zu wenig zum Kaffee eingeladen wurde. Eine kleine liebevolle Geste, die untergegangen ist.

In diesem Sinne: Lukas du kriegst noch zwei Bugs von mir!

Roots

Ausdauer: Interview mit Ulrike Schlue

Ihr werdet es gleich merken, Ulrike Schlue hat ein Leben, das glaub man nicht. Ich habe Ulli 2015 kennengelernt, als ich Teil der Potsdamer Theatergruppe Tarántula wurde. Ulli hat eine unglaubliche Energie. Sie gibt einem Kritik, aber immer so, dass man sich gelobt fühlt und trotzdem an seine Grenzen geht. Sie ist ein Vorbild, in ihrer Art zu leben, mit Mitmenschen umzugehen, Vertrauen zu haben. Theater spielen fordert vor allen Dingen meine Ausdauer. Und damit kennt sich Ulli aus. Ausdauer braucht sie mit 12 Jahren Zelttheater, Leben in einer Kommune, Jugendtheatergruppen mit wilden Jungs und Mädchen, als Frau und Freundin. Ulli leitete fast 20 Jahre lang Jugendtheatergruppen des Offenen Kunstvereins Potsdam (Okev). Vor drei Jahren ging sie in das Stadium als Privatgelehrte …. sie hat zwar die Leitung der Theatergruppe abgegeben, aber sie hilft beim Organisieren, gibt Kritik und Gastauftritte bei Tarántula.

Hey Ulli, fangen wir vorne an … wann kam bei dir der Wunsch ans Theater zu gehen?

In der Volksschule, bei Fräulein Kruft, sollten wir ein Märchen spielen und ich spielte Rumpelstilzchen. Ich war ein stilles Kind, aber ich erinnere mich, wie ich einmal in dieser Klasse aus mir rausgehen und aufstampfen konnte und wirklich brannte. Da war ich so glücklich. Da kam das erste mal die Idee: Ach, ich möchte eigentlich Schauspielerin werden. Aber daran war gar nicht zu denken. Aus vielen Gründen. Erstmal Ruhrgebiet, die Vorfahren eben Bergarbeiter und Bauern, und dann in der nächsten Generation immerhin schon, mein Vater Volksschullehrer und meine Mutter Krankenschwester. Für mich kam es nie in Frage, Schauspielerin zu werden. Ich traute mir das auch nicht zu. Also einmal, ich bin ja klein, und in nem bestimmten Alter findet man sich sowieso nicht hübsch, und ich dachte immer, man muss Groß sein wie Catherine Deneuve. Aber bei Schulaufführungen war ich immer in der ersten Reihe. Und da gab es mal ne böse Bemerkung, als eine Lehrerin sagte: »Wieso spielt die da die große Rolle. Die hat doch nen Sprachfehler.« Den hatte ich wirklich, aber das war so taktlos damals, wie es rauskam. Das war wirklich verletzend. An dem Sprachfehler habe ich aber auch mit sehr viel Ausdauer gearbeitet. Und auch an meinem Ruhrpott Slang. Sodass ich zumindest Hochdeutsch sprechen kann und diesen s-c-h-Fehler. Das sind so Sachen, die mir wichtig sind, da geb ich dann auch nicht auf, bis ich das hinkriege.

A free Spirit! (Auf dem Beutel das Logo der Theaterperformance ‚Foreign Bodies‘ mit Gruppen aus Spanien, Italien und Deutschland)

Also hattest du schon als Kind Ausdauer?!

Ja, in zwei Sachen: Sport und Mathematik, da wollte ich gerne gut sein. Und zwar Mathematik, weil es mir nicht lag, Sprachen flogen mir zu, das wusste ich, aber ich wollte Mathematik begreifen. Und ich begriff es nicht und setzte mich nachmittags mit Freundinnen zusammen, kam aber mit Mühe und Not durchs Abitur, mehr war nicht drin. Aber Sport … Sport war eins meiner Liebsten. Und ich war in Leichtathletik, ich wollte das, aber ich war einfach zu klein, hatte zu kurze Beine. Ich konnte nicht sprinten, nicht springen und auch nicht werfen, aber im Langstreckenlauf war ich gut. Das wurde dann mein Ehrgeiz. Da konnte ich meine Kraft einteilen. Das ist fürs Theater interessant, das ich immer noch für nen Endspurt aufdrehen konnte. Laufen, gleichmäßig laufen und am Ende nen Endspurt. Das hab ich jedesmal so eingeteilt. Die Freundinnen rauchten alle schon, die blieben zurück aber im Langstreckenlauf hatte ich wirklich eine 1+. Jahre später traf ich wieder meine Lehrerin bei einem Klassentreffen. 25 Jahre nach dem Abitur. Die Turnlehrerin Fräulein Tengelmann war da und ich bin immer neugierig, wie man mich als Kind empfand und ich fragte sie: „Können sie sich an mich erinnern wie ich als Kind war?« »Ja«, sagte sie, »Sie waren unermüdlich. Wenn ein Schulausflug war, wollte ich immer laufen, laufen, laufen und in Bewegung sein. Und wenn ich etwas am Stufenbarren nicht konnte, hätte ich unermüdlich geübt.« Aber ehrlich gesagt nur die Sachen, die mir Spaß machen. Langfristig hat das alles bei mir nur Sinn, wenn es mir Spaß macht.

Und wie bist du dann Schauspielerin geworden?

Ja, dann habe ich erstmal studiert, Sozialwissenschaften und Germanistik, weil ich eigentlich Berufsschullehrerin werden wollte. Ich dachte Nö normale Schule interessiert mich nicht, aber mit Lehrlingen zu arbeiten, hätte ich Lust. Überhaupt hätte ich Lust, mit jungen Leuten zu arbeiten. Aber dann ging ne frühe Ehe in die Brüche. Gott sei dank und ich verliebte mich neu und kam nach Westberlin. Anfang/Mitte der 70er. Und da wusste ich: ‚Ne, Schule ist nichts für mich.‘ Das frühe Aufstehen, das  Begutachtetwerden, all das wollte ich nicht. Aber ich dachte, es wär vielleicht schön, mit Jungendlichen zu arbeiten. Hab dann mein Diplom gemacht in Soziologie und bin dann wieder ins Ruhrgebiet gegangen, um nen Jugendheim zu leiten. Das war ne Riesenherausforderung. Ein Haus der offenen Tür. Ein Jugendfreizeitheim. Da war ich 25. Und da hab ich als erstes von meinem Vorgänger interessanterweise die Theatergruppe übernommen. Und da merkte ich ganz schnell, das war mein Ding. Das waren alles so Arbeiter-Jugendliche. Eine herzliche direkte Art, manchmal aber auch an der Grenze zum Kriminellen. Da merkte ich aber auch schon: das ist irgendwie nicht meine Lebensaufgabe. Da war ich dann 2 Jahre und dann dachte ich, ne ich muss doch zum Theater. Ich habs einfach gemerkt. Ich hab gespürt, ich will da hin. Stadttheater, war mir viel zu starr. Die ganze freie Szene blühte ja grad auf und da war eine Theatergruppe Rote Grütze, die fand ich toll.  Die machten damals ein sehr skandalumwittertes Stück übers Liebhaben und Kinderkriegen. Das hieß »Darüber spricht man nicht«. Und zufällig las ich nen Bericht, dass die im Ruhrgebiet auftreten und gerade ne Schauspielerin suchen. Dann fuhr ich von Bochum nach Hannover und bin nach der Vorstellung zu denen und meinte: »Ich finde das toll, was ihr macht und ihr sucht doch jemanden, kann ich nicht bei euch anfangen?» »Ach naja, dann kommste mal nach Berlin zum Vorsprechen dann gucken wir weite«. Und dann weiß ich, da war außer mir noch ne junge, ausgebildete Schauspielerin. Wir beide haben improvisiert, und dann sagten die, ja wir finden euch beide gut. Da war ich natürlich selig. Aber die sagten auch, du musst natürlich noch was tun. Körper und Stimmarbeit. Das war mir aber klar. Aber ich hab einfach frech drauflos improvisiert. Technik kann man im Grunde schnell lernen. Stimme, Bewegung muss man halt üben, mit Ausdauer, aber man kann es lernen. Ja, dann hab ich meine Arbeit gekündigt, mein Auto verkauft. Und bin von Gladbeck nach Berlin gegangen.

Wie war das, mit der „Roten Grütze“ zu spielen?

So schön wie die Aufführungen waren, so schwierig war es hinter den Kulissen, sich zu behaupten. Menschlich. Teilweise war es auch ganz schön an der Grenze zum Mobbing. Das war sehr hart. Aber ich hab das durchgehalten, bis ich dann eines Tages sagte: »Leute ich kann nicht mehr, Ich muss hier aufhören.« Dann hat der Holger, also der Leiter zu mir gesagt: »Naja ist klar, aber du bist ja auch nen Steher.« Also er hat das nachträglich bewundert, dass ich nicht sofort aufgehört hab. Das war dann auch mit Ausdauer verbunden, aber wenn ich dann merke, der Punkt ist erreicht, muss ich auch loslassen und sagen jetzt kommt was anderes.

Und was hast du dann gemacht?

Dann war ich erstmal ein Jahr lang frei. Das war auch schön. Ich musste erstmal zur Ruhe kommen. Hab mich zurückgezogen und fing damals auch an, Texte zu schreiben. Und hab dann bei einer anderen freien Theatergruppe gespielt. Da hatte ich dann auch schon wieder Glück, weil die gingen sofort auf Tournee nach Skandinavien, die Goethe Institute abklappern. Das war schön. Und hatte dann ne Freundin – das is tja, jetzt 40 Jahre her – mit der ich bis heute befreundet bin. Ich bin eine sehr ausdauernde Freundin. Eine wirkliche Freundschaft bedeutet für mich Ausdauer. Von mir aus endet es auch nicht.

Ulli, 1988, irgendwo in Afrika

Naja, dann hab ich bei dieser freien Theatergruppe mitgemacht. Und hatte dann auch ein paar Filmerfahrungen. Ich wurde dann vermittelt an einen fantastischen Filmregisseur: Peter Lilienthal. Der hat tolle Filme gemacht. Und durfte dann gleich eine kleine Rolle in seinem Film David spielen. Das waren drei Drehtage und der Beginn einer Freundschaft, die ich nie im  Leben vergessen werde. Ich war drauf und dran zu sagen: Vielleicht schaff ich es doch nicht mit den Beruf, und da hat plötzlich jemand an mich geglaubt. Da hatte ich schon in einem Blumenladen gefragt, ob ich da arbeiten kann. Zu sowas muss man auch bereit sein. Wenn es mal nicht so läuft, zu sagen: gut dann mach ich halt was anderes. Das war dann so ein Blick in diese Filmwelt, wobei ich aber wusste, dass ich mich da nicht behaupten werde. Das war mir auch klar, aber ich hatte wieder den Mut fürs Theater.

Das Zelttheater „Theaterhof Priessental“

Und dann las ich in der Zeitung, es wird eine neue freie Gruppe auftreten in einem ganz kleinen Theater in Kreuzberg, und die wollen was aufbauen. Das war der Martin Lüttge und der Michel Leye. Von Martin Lüttge hatte ich natürlich schon gehört. Der war damals ein ganz berühmter Theaterspieler in Stuttgart, ein großartiger „Faust“ in der Peymann-Inszenierung. Und den mochte ich so als Schauspieler. Was der geht weg vom Staatstheater? der will nen eignes Theater machen? Das muss ich mir angucken! Dann haben die ein Stück gemacht von Athol Fugard, „Sizwe Bansi ist tot“.  Viele deutsche Künstler engagierten sich in der Bewegung gegen Apartheid in Südafrika. Und dann dachte ich: Was jetzt macht der auch noch nen politisch tolles Stück? Und in so nem kleinen Theater?  Ich ging also dahin und war hingerissen. Politisches Volkstheater war genau mein Ding. Und dann hab ich die nach der Aufführung angesprochen und hab gesagt, ich komm von der Roten Grütze. Das sagte denen natürlich was und ich finde toll, was sie machen und ob ich mitmachen kann. Und dann gab er mir seinen Tourneeplan an der Ostsee und meinte: »Ja kannst ja mal vorbeikommen, wir machen ne Tour an der Ostsee.« Ich hab meinen kleinen VW Käfer genommen und bin dahin. Und ich weiß noch: dann warf mich Martin in die Luft und meinte: »Du bist wirklich gekommen?! Alle die sagen sie finde es toll kommen nicht. Die bleiben alle in ihrer Sicherheit.« Dann hab ich die begleitet auf der Tournee. Und dann meinte er: »Komm lass dir mal zeigen wie das Licht gefahren wird. Wir machen Anfang September ne Tour in Baden-Württemberg und Regine meine Frau kann nicht, weil die Kinder in die Schule müssen. Du kannst ja mal das Licht fahren.« Klar ich war zu allem bereit. Ich habe in Berlin meine Wohnung gekündigt, alles hinter mir gelassen, mich umgemeldet und bin mit meinem kleinen VW Käfer von Berlin nach Bayern gezogen. Wirklich am Arsch der Welt. Nicht mal auf dem Dorf, sondern auf nem Einödhof. So kommunemäßig. Und einen Tag bevor die Tournee losging, war ich dann da. Dann sind wir los.

Aber dann kam raus, dass Martin einen viel größeren Plan hatte. Er meinte, er wollte eigentlich Volkstheater im Zelt machen. »Zelt haben wir schon von einer holländischen Theatergruppe. Die hab ich mal auf nem Theaterfestival, hintenrum in den „Faust“ gelassen.« Der war so ein toller Typ. Der konnte mit allen.

Klingt nach einer sehr intensiven Zeit!

Ja, in dem halben Jahr von November bis Mai, haben wir das Zelt kennengelernt, haben ein Stück gemacht, die ganze Ausstattung, und eine Tournee organisiert. Wir waren eigentlich immer am Arbeiten, entweder haben wir geprobt oder Autos angemalt, Wohnwagen angeschafft, ein Lichtpult repariert. Ich hab löten gelernt. Aber da musste man auch durchhalten. Es war ein bayrischer Winter. Wahnsinnig kalt. Voll Eis und Schnee. Das war wirklich eine irre Zeit.

Ihr seit im Sommer getourt und im Winter wart ihr auf dem Hof? Und das 12 Jahre lang?Boah! Würdest du sagen, das war die Phase deines Lebens, die dir am meisten Ausdauer abverlangt hat? Oder welche war das?

1980, der Mariannenplatz in Kreuzberg, Berlin

Jede, eigentlich jede. Ja, jetzt eigentlich nicht mehr so, jetzt kann ich mich ein wenig zurücklehnen.

Hat Manne auch die kompletten 12 Jahre in diesem Kollektiv gelebt?

Ne, der hat sich ja in mich verliebt und ich mich in ihn, als ich schon 2 Jahre dabei war. Das war auf dem Mariannenplatz in Kreuzberg.

Aber die restliche Zeit hat er dann auch da gelebt?

Ja, er hat damals noch Platz gehabt, als er mit alten LKWs und Bussen handelte. Als wir uns kennenlernten war gerade dabei, seine erste große Afrikareise vorzubereiten. Er hat ingesamt sieben große Touren durch Afrika gemacht. Aber sein Lebensmittelpunkt war dann bei uns. Da hat er dann den ganzen Wagenpark unter sich gehabt. Und Autos gebaut. Er hat dann auf die Pritsche von einem Schnauzenwagen einen Wohnwagen gebaut, der dann noch einen Wohnwagen ziehen konnte. Und als die dann vom Tüv kamen, war technisch alles ok. Es war  sogar ein Foto davon in der TÜV-Zeitung mit der Unterschrift: Ein findiger Zeitgenosse.

Manne als Partner ist schon toll, weil er so viel kann. Der ist natürlich auch jemand, der in seinem Rhythmus lebt. Er interessiert sich für so viele Sachen. Der ist ein Träumer. Der setzt sich dann hin, macht ne technische Zeichnung, und wenn dann alles in seinem Kopf klar ist, dann weiß er welcher Ofen anzuschaffen ist. Ein sehr geduldiger Mensch.

Und dann bist du mit Manne nach Potsdam gezogen?

Manne und Ulli

Manne und ich kriegten sofort ein Angebot, bei dem Footsbarn Theatre mitzumachen, auch ein reisendes Zelt-Theater-Kollektiv, oder das „Ton und Kirschen Theater“ mit zu gründen, hier in Glindow am See. Wir entschieden uns für letzteres. Ich habe dann aber nur eine Spielzeit gemacht, weil ich dann merkte, man steigt nicht zweimal in denselben Fluss. Also nochmal diese Art von Härtekollektiv, die die ja auch gelebt haben, das mach ich nicht nochmal. Ich brauch ein eigenes Leben und ich will auch mit Manne sein. Das war mir dann doch wichtiger. Und weil wir nicht in der Stadt und in einer Stadtwohnung leben wollten, haben wir ein halbes Jahr auf einem Campingplatz in Glindow gelebt. Wiedermal einen Winter. Weil wir zuversichtlich waren, das wir was finden. Durchhalten, einfach durchhalten und wir werden was finden. Manne hatte eine sogenannte Entwurzelungsdepression. Das kommt, wenn man lange Zeit in einer Gruppe gelebt hat und es vorbei ist. Dann fällt man in ein Loch. Ich sagte: »Ist ja schön und gut, aber irgendwann muss man mal raus an die Luft.«  Und beim Spazierengehen hat er dann die Hasenheide gefunden.

Und dann kamen die Potsdamer Theatergruppen? 

2017, „Stadt ohne Ufer“ von Tarántula in der Fabrik Potsdam

Ja, ich musste mich 1996 entscheiden, mach ich jetzt weiter auf dem freien Theater? Aber davon war ich eigentlich ein bisschen müde. Und ich hatte das Gefühl, ich hab eigentlich genug gespielt, also es muss etwas Neues kommen. Ich hatte ja schon mit dem Offenen Kunstverein Sommerprojekte gemacht und hatte die ersten beiden Gruppen – eine Kinder- und eine Jugendgruppe – gegründet. Und da merkte ich, ich muss mich da schon stark drauf vorbereiten, ich hab ja nie eine theaterpädagogische Ausbildung gemacht. Ich hab einfach gedacht, Kinder und Jugendliche nehm ich genauso ernst, mit denen mach ich die gleiche Übungen wie mit den Erwachsenen. Das war dann auch sehr gut und ich bin sehr glücklich über die Entscheidung. Sowas kann man nur ganz machen, das kann man nicht nebenbei.

Und wie kam es dann 2005 zu der Gründung von Tarántula?

2015 in Poliagno a Mare, im Zuge eines dreiteiligen Theaterprojekts haben Theatergruppen aus Bilbao (Spanien), Poliagno a Mare (Italien) und Potsdam (Deutschland) die Open-Air-Theaterperformance „eurOpera“ entwickelt.

Tilmans Mutter hatte schon immer unsere Aufführungen gesehen und rief mich an: »So jetzt musst du aber, Tilman und die Jungs sind jetzt alt genug. Und ich hab noch mehr Jungs.« Ich fand auch wichtig, dass von Anfang an Jungs und Mädchen dabei waren. Das ist eine Gruppe, von der ich bei einer Spielaufgabe nie gehört habe: uns fällt nichts ein. Die Gruppe hatte sehr viel Vertrauen zu mir und ich zu ihnen. Ich weiß auch nicht: manchmal ist alles einfach glücklich bestrahlt.

Das ist es in der Tat! Jetzt bist du ja in dem Stadium der Privatgelehrten und man könnte meinen das jetzt alles etwas ruhiger wird. Geduld ist ja für ruhige Zeiten, was Ausdauer für stressige Zeiten ist. Kommst du besser mit Ausdauer klar oder mit Geduld?

Ich kann schon auch sehr ungeduldig sein. Wahrscheinlich komme ich besser mit Ausdauer klar. Ausdauer habe ich eigentlich immer.

Danke für das Gespräch!

 

Royal

Rituale: Weihnachtsfilme

In unsere Familie gibt es viele Rituale, die sich ums Filme schauen drehen. Die Oscars im Februar zum Beispiel, Select in Italien und natürlich Weihnachtsfilme um Weihnachten rum. Wie originell.

Weihnachten ist ja eh das Fest der Traditionen und Rituale. Bei uns sah das von klein auf immer so aus:

Isas Geburtstag feiern, dann ab 14 Uhr: wir (Isa, Lenny, Amber) im Kinderzimmer Filme gucken, während Mama und Papa putzen, kochen und den Baum schmücken. (Danke dafür an dieser Stelle). Zwischendurch mit verbundenen Augen aufs Klo geführt werden, wobei das Blick erhaschen auf den halb geschmückten Baum so aufregend wie verboten ist. Ab 18 Uhr hört man die Gäste kommen und dann …das Glöckchen. Wir dürfen ins Wohnzimmer.

Und an diesem Weihnachtsritual hat sich bis heute so gut wie nichts verändert. Außer das Isa inzwischen morgens mit ihrem Freund Geburtstag feiert, wir alle aus unseren unterschiedlichen Wohnungen gegen Mittag zu Mama und Papa starten, eine Mittags-Hunderunde dazu gekommen ist und wir es aus irgendeinem Grund – die Zeit und ihre merkwürdigen Tricks – es nicht mehr schaffen, einen ganzen Film zu schauen. Aber Mama und Papa schmücken immer noch alleine den Baum und es ist nach wie vor strengstens verboten, den Baum vor dem Glöckchen zu sehen. (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle anmerken, dass dieses Verbot mehr von uns Kindern als von Mama und Papa ausgeht).

Die Filme

Nun befinden wir uns ja hier in der Kategorie Film, werfen wie also mal einen Blick auf die Weihnachtsfilme.

Der erste Weihnachtsfilm soll 1898 entstanden sein und ist geschlagene 1:17 lang. Minutes that is.

Der größte Weihnachts-Box-Office-Erfolg ist ‚Home Alone‘. Den haben Lukas und ich uns neulich nochmal angeschaut. Und da dieser Film so gar keine Weihnachtsgefühle in mir geweckt hat, habe ich mich gefragt: Was sind den die genauen Kriterien für einen Weihnachtsfilm?

Für mich ist nicht so einfach wie:

  • Es muss mindestens ein Weihnachtsbaum zu sehen sein.

Zwar sieht man in ‚Die Hard‘, ‚Eyes Wide Shut‘ oder auch in ‚Harry Potter und der Feuerkelch‘ Weihnachtsbäume und man kann keinem dieser Filme ihren weihnachtlichen Touch absprechen, aber für mich braucht ein wirklicher Weihnachtsfilm noch mehr. Weihnachten ist ein sentimentales Fest. Und jeder hat eigene Erinnerungen, Must-Dos oder eben Must-Watch. Hier sind drei der Bongard/Carowschen Weihnachtsfilmklassiker:

‚Little Lord Fontleroy‘

Nach dem gleichnamigen Roman der englisch-amerikanischen Autorin Frances Hodgson Burnett aus dem Jahr 1886. Das Buch würde über ein dutzendmal verfilmt. Unser Favorit ist natürlich die britische Verfilmung von 1980 in Farbe mit dem blonden Cedric. Cedric lebt mit seiner Mutter, der Witwe eines englischen Aristokraten in Amerika, nicht in Armut, aber in eher ärmlichen Verhältnissen. Seine besten Freunde sind Dick der Schuhputzer und Mr. Hobbs der Gemischtwarenhändler. Eines Tags kommt ein Mann aus England, um der kleinen Familie mitzuteilen, das Cedrics nun der letzte lebende Erbe Lord Fontleroys ist und sich eben dieser aka Cedrics Großvater wünscht, dass Cedric zu ihm zieht um sich in sein späteres Leben als Lord einzufinden. Wir haben also einen frischen, fröhlichen, amerikanischen Knaben, der auf einen alten, kränklichen, verstaubten englischen Aristokraten trifft. Obwohl Weihnachten wirklich nur ganz zum Schluss vorkommt und große Teile des Films sogar im Sommer spielen, handelt es sich hierbei für mich ohne Frage um einen Weihnachtsfilm. Wenn ich die Anfangsmusik höre, rieche ich schon den Baum mit seinen Kerzen, Mamas Special Festtagsparfum und das Brathähnchen.

Also Kriterium Nummer zwei:

  • Große Teile und mindestens der krönende Abschluss muss an Weihnachten spielen (deswegen ist Harry und Sally auch ein Neujahrsfilm). 

‚Four Christmases‘

Ok eine Weihnachtskömodie mit Vince Vaughn und Reese Witherspoon in den Hauptrollen könnte auch schrecklich sein. Aber aus irgendeinem Grund ist dieser Film wirklich gut. Und vor allen Dingen lustig. Die Prämisse ist, dass ein Pärchen, dessen Eltern geschieden sind, jedes Jahr an Weihnachten aus der Stadt ‚fliehen‘. Getarnt als wohltätige Zwecke, um den Weihnachtswahnsinn der Familie zu entgehen. Naja das klappt in jenem Jahr nicht und die beiden müssen also 4 Christmases über sich ergehen lassen. Mit unter anderen Robert Duvall und Jon Favreau in den Nebenrollen. Ja, dieser Film ist mehr eine lustige Unterhaltung, als ein rührender Weihnachtsfilm, aber wie gesagt, er hat was.

Das ist ein Bonus Kriterium:

  • Er sollte Insider kreieren, die man das ganze Jahr über, aber besonders in der Weihnachtszeit zitieren kann, sodass alle in Stimmung kommen. 

‚Love Actually‘

Ein Film, der alle, aber auch wirklich alle alle Weihnachtsfilmkriterien erfüllt.

I can förmlich feel it in my fingers.

Das Interessante an diesem Film ist, dass Weihnachten zwar natürlich eine große Rolle spielt, aber eher nur das Mittel zum Zweck ist, um die wirkliche Geschichte zu erzählen. Denn der eigentliche Hauptcharakter in diesem Film ist, Love … actually. Das macht diesen Film zu dem ultimativen Weihnachtsfilm. Bei mir weckt er ein Gefühl der Dankbarkeit. Dankbar, am Leben zu sein, gesund, dass ich den Tag mit (fast allen) meinen Lieblingsmenschen verbringe, leckeres Essen esse.

Papa hat über den Film schon einen schönen Beitrag kreiert.

Also last but not least:

  • Familie & Dankbarkeit

Für mich muss ein Weihnachtsfilm Familie zeigen. In any shape or Form. Das Kennenlernen eines bisher unbekannten Familienmitglieds, das Konfrontieren problematischer Familienbeziehungen nach jahrelangem Aus-dem-Weg-gehen. In Love Actually haben wir den Tod einer Mutter, eine Scheidung, ein frisch verheiratetes Paar etc. Vielleicht sind die Vorbereitungen stressig, oder der Heckmeck in den Supermärkten, die Amazonen Streik etc. aber am Ende des Tages machen wir das alles, um mit unseren liebsten Menschen zusammen zu sein. Choose them wisely!

 

 

euch allen!

 

 

Ruhe

Ruhe: Interview mit Cranio Sacral Therapeutin Jule

Wie ihr wisst, bin ich die ‚Patin‘ der Rubrik Ruhe. Bei Ruhe geht es um Selfcare, Spiritualität, Achtsamkeit. Und je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetze, desto mehr Leute treffe ich, die darüber was zu sagen haben. Wie Jule. Ich durfte Jule kennenlernen und es war Liebe auf den ersten Blick. Sie ist nicht nur ein unglaublich beeindruckender Mensch, sie ist auch angehende Cranio Sacral Therapeutin. Deswegen haben wir uns über Cranio Sacral, Körper und Geist, Faszien und die Magie des Stillpunktes unterhalten.

Hey du,

Naaaaa…

Ich dachte wir fangen mal bei den Basics an: Was ist Cranio Sacral Therapie?

Cranio Sacral ist Körpertherapie und ein Teil der Osteopathie.

Man geht davon aus, dass alles, was man erlebt – sei es physisch oder psychisch – im Körper gespeichert wird.

Der Körper ist den ganzen Tag dabei, sich selber zu regulieren und Ausgleich zu schaffen. Doch manchmal entstehen Blockaden im Körper, ausgelöst durch Unfälle, jahrelange Fehlstellungen oder psychische Traumata und wenn das “Fass” voll ist, kann der Körper nicht mehr regulieren oder kompensieren und es entstehen Schmerzen und körperliche Einschränkungen. Das Problem liegt öfter schon viel früher vor, aber meist spüren wir das nicht oder nehmen die Zeichen des Körpers nicht wahr oder erst wenn es klare physiologische Einschränkungen gibt. Im Cranio lädt man den Körper dazu ein, in intensive Stillpunkte zu gehen, in denen der Organismus heilt und begleitet ihn so in eine Regulation. Bei Cranio wird in der Knochen- und Muskelebene, Faszien-, Nervalen- oder auch in der Arteriellenebene gearbeitet. Es gibt Behandlungen, die gehen total in die Tiefe, bei denen vergangene Traumata hochgeholt werden, wieder andere laufen eher strukturell ab und verringern Schmerzen oder Einschränkungen und begleiten einen Patienten einfach bei einem Heilungsprozess.

Du hast mir mal davon erzählt das jeder Mensch einen Cranio Rhythmus hat?!

Genau. Jeder Mensch hat einen – stärker oder schwächer ausgeprägt. Wenn eine Verletzung oder ein Trauma vorliegen, ist es meistens so, dass die “verletzte” Seite sozusagen nicht mehr so gesund und gleichmäßig schwingt wie die andere. Durch das Spüren des Craniorhythmus und eventuelle Einschränkungen auf der einen oder anderen Seite, ist es als Therapeut eine wunderschöne Orientierung und somit harmonisiert man während der Behandlung die rhythmischen Bewegungen verschiedener Körperebenen.

Es gibt verschiedene Rhythmen im Körper, ein wichtiger Moment im Heilungsprozess ist der “Still Point”. Das ist der Moment, wo die Rhythmen in eine “Ruhephase” gehen, die Zeit einen Moment still zu stehen scheint. Je nachdem wie sich die Stille anfühlt (ob angespannt oder ruhig), kann man ablesen, in welchem Prozess sich der Organismus gerade befindet. Meistens lädt man als Therapeut zu einem Still Point ein, da man davon ausgeht, dass dies der Moment ist, wo der Körper am besten heilt. Es ist fast wie bei einem PC, den man neu startet oder sogar defragmentiert: Der Körper startet nochmal neu und kann alles in eine besser funktionierende Ordnung bringen.

Und wie bist du zu Cranio Sacral gekommen?

Ich bin nach Berlin gezogen, um Kunst zu studieren, habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass es mich eher in den sozialen Bereich zieht. Schon in meiner Kindheit hab ich immer automatisch die Helferrollen eingenommen. Da musste ich erst mal lernen, was gesund helfen ist und was nicht. Dann habe ich durch Zufall einen Freund von meinem Vater wieder getroffen, der Osteopath ist. Und der hat mir dann geraten, Osteopathie zu machen. Das hat sofort klick gemacht, obwohl ich von alleine niemals auf Medizin gekommen wäre. Mir wurde von außen immer gespiegelt, dass ich in das System nicht wirklich reinpasse, da ich eher ein kreativer Chaot bin und öfter die Schule gewechselt habe. Also habe ich einfach aus dem Blauen heraus angefangen, Osteopathie zu studieren. Ich hab das ein dreiviertel Jahr lang studiert und war total überfordert. Ich war zu der Zeit psychisch total labil und war nicht richtig in der Lage, den Stoff aufzunehmen. Cranio ist einer der drei Teile der Osteopathie und hat einen biodynamischen Ansatz. Ich habe mich sofort in das Fach verliebt. Während meiner eigenen Cranio-Behandlung sind unglaubliche viele Traumata hochgekommen. Ich dachte: ‚Woah, ich komme durch Körpertherapie an etwas, was für mich vorher eine schwarze Box, nicht greifbar war. Und wo ich niemals gedacht hätte, dass man da irgendwie drankommen kann‘. Fragen, die ich bei dem Osteopathie-Studium offenblieben, wurden mir in der Cranio-Ausbildung beantwortet. Und ja, dann hab ich abgebrochen angefangen mich auf Cranio Sacral Therapie zu spezialisieren. Dazu mache ich gerade noch einen Heilpraktiker, ohne den man in Deutschland nicht praktizieren darf.

Was ist wichtig für einen Cranio Therapeuten? Worauf muss man achten?

Cranio hat sehr viel mit Menschen lesen zu tun. Du nimmst den Menschen, sobald er durch die Tür reinkommt, als Ganzes wahr. Wie wirst du begrüßt? Hat er oder sie Schiefstellungen, z.B. hängende Schulter, ein lahmendes Bein? Was für ein Vibe kommt dir entgegen? Guckt dir die Person in die Augen oder nicht? Man muss sehr individuell auf die Leute eingehen, manche sind sehr körperbewusst, manche eher rationaler. Da muss man schon für jeden individuell den richtigen Ton finden, um die Leute auf ihrem Stand abholen zu können und verständlich zu sein.

Ich glaube, das ist auch das, was mich an dieser Arbeit so fasziniert: Man hat Zeit, sich wirklich auf sein Gegenüber einzulassen, um eventuell vergangene Operationen, Traumata und Co aufzudecken. So etwas würde man eventuell übersehen, wenn man Menschen in einem 10- bis 20-minütlichen Akkord abarbeiten muss. Da können die Ärzte ja nichts für, das ist das Gesundheitssystem. Schade, dass man erst zu alternativen Ärzten gehen muss, um als Patient wirklich wahrgenommen werden zu können.

Bei Cranio finde ich die Grundhaltung auch faszinierend, auf Augenhöhe und mit keiner Absicht in die Behandlung zu gehen. Es ist fast, als wäre der Therapeut der Patient. Meine Dozentin sagt immer “écoute” – hör zu – egal, ob mit den Ohren oder in der Behandlung mit den Händen. Wenn du als Therapeut richtig gut bist, kannst du den Menschen in dem Prozess begleiten, wo auch immer er hinführt. Und dann kommt es auf deine innere Haltung an. Ich nenne es immer den Buddha-Zustand, da bist du ganz offen, in dir ruhend.

Und hast du da einen bestimmten Ablauf, wie du dich in diese Ruhe bringst?

Ja, das waren einige der ersten Dinge, die uns in Cranio beigebracht wurden. Die innere Haltung ist mit das Wichtigste, um bei sich anzukommen und sich in sich selber gut zu verankern. Je besser du das hinbekommst, umso besser kannst du einen sicheren Ort für den Patienten schaffen. Ich bin oft auch sehr dankbar, dass ich in meinem Leben schon sehr schmerzhafte psychische Grenzerfahrungen gemacht habe. Alleine mit dieser Erfahrung kann ich Leute durch – egal was sie gehen – begleiten. Es sind nicht nur leere Worte zu sagen: “Ich weiß wie du dich fühlst.” Ich bin durch Vieles selber sehr jung durchgegangen und kann Menschen fühlen lassen, hier bist du sicher. Es gibt auch viele Verankerungstechniken wie zum Beispiel der “innere sichere Ort”, der einem ebenfalls in der Psychotherapie begegnet. Hierbei kannst du dir irgendeinen Bereich im Körper aussuchen. Je mehr du diesen inneren sicheren Ort ausschmückst und besuchst, desto mehr Sicherheit gibt er dir. Wenn du einen inneren sicheren Ort als Therapeut präsent hast, bekommen die Patienten dies bewusst oder unterbewusst mit. Das gibt ihnen Sicherheit. Auch dem Therapeuten kann es nützen, sich während einer sehr anspruchsvollen Behandlung mal zu “schützen” oder zurückzuziehen. Ich möchte die Traumata ja nicht aufnehmen, sondern nur mitgeschehen lassen.

Und nach der Behandlung? Hast du da auch ein Ritual, um dich wieder zu cleansen?

Ich habe mir angewöhnt, nach der Behandlung die Person noch zehn Minuten liegen zu lassen, damit sie erst mal ankommen kann. Da geh ich immer raus und wasch mir die Hände und die Arme. Ich war ja im Kontakt mit der Person und da kommt ne Walze in Bewegung. Aber ich kann nicht immer alles ableiten und manchmal ist die Verbindung mit einem Menschen so tief, dass sich meine Hände danach kribbelig oder verkrampft anfühlen. Da ist es sehr wichtig, wieder bei sich anzukommen und die Dinge, die sich eventuell an mir “anhaften” wollen – potentieller Schmerz -, wieder gehen zu lassen.

Für wen ist Cranio Sacral geeignet?

Puh. Das ist auch sehr individuell. Es kann für Leute sein, die nirgendwo anders eine Lösung gefunden haben. Oder für Leute, die neben der Reha begleitet werden wollen. Oder für diejenigen, die sich und ihren Körper besser verstehen und Stress reduzieren wollen. Ich hatte einige Patienten, die von Arzt zu Arzt gerannt sind und es wurde vermeintlich “nichts gefunden”. Eine, wie ich finde, schwierige Diagnose, wenn da doch noch Schmerzen vorliegen. Überraschend oft sind es die Faszien, deren Verklebung sehr, sehr schmerzhaft sein kann. Faszien befinden sich überall im Körper. Sie spannen sich um Muskelfasern, einzelne Muskeln und Muskelgruppen und sogar das Gehirn. Sie reagieren auf Stresshormone und dieses unglaublich feine, spinnenartige Gewebe verklebt und verklumpt dann. Die Faszien engen dann Muskeln ein oder klemmen Nerven ab. Die Folge sind beispielsweise Rücken- und Nackenschmerzen oder Migräne.

Ebenfalls würde ich Cranio bei Sportverletzungen, Menstruationsbeschwerden, Stoffwechselstörungen, Psychischen Traumata oder Schlafstörungen empfehlen.

In unserer Gesellschaft gibt es ja trotzdem noch eine weit verbreitete Scheu vor alternativen Heilmethoden, Menschen die sagen, dass das alles Schwachsinn ist …

Klar, die gibt es immer. Selbst ich habe bis heute manchmal Zweifel, da ich auch in dem Glauben großgeworden bin, man müsste immer etwas wegschneiden, richten oder schwere Eingriffe tätigen, um Erfolge zu sehen. Aber jedes Mal, wenn ich selber gestruggelt habe, hatte ich wieder eine Behandlung, bei der ich durch minimale Impulse etwas in jemanden verändern konnte. Das hat mir den Glauben zurückgegeben. Der Körper hat eine unglaubliche Power und einen Selbstheilungssinn. Er braucht nur manchmal einen kleinen Anschub. Einmal behandelte ich eine Frau, die jahrelang Schmerztabletten nehmen musste. Während der Behandlung haben wir gemerkt, dass der Dünndarm verklebt war, welches wir dann Stück für Stück lockern konnten. Zeitgleich wurde sie unheimlich traurig und alte Kindheitstraumata kamen hoch. Der Darmbereich steht auch für unsere emotionalen Erlebnisse und wird hier und da das “Bauchhirn” genannt. Eine Woche später rief sie mich an, dass sie seit der Behandlung schmerzfrei wäre und somit auf die täglichen Schmerztabletten verzichten konnte. Das macht einen einfach ehrfürchtig und deswegen bin ich drangeblieben. Klar, es können immer mal wieder Zweifel hochkommen, man hat nie die eine Lösung, aber ich glaube, es gehört zu dem gesunden Verstand eines Therapeuten/Arztes, sich immer wieder selbst anzuzweifeln. Es gibt Krankheiten, die haben wir noch nicht verstanden und deswegen ist es wichtig, dass man immer eine offene Grundhaltung behält, von wegen ich kann besten Wissen und Gewissens handeln, aber ich weiß nicht alles. Mein Papa sagt immer „Wer heilt, hat Recht“. Wenn also eine Person aus der Behandlung mit einer höheren Lebensqualität geht, sei es, weil Traumata und/oder Schmerzen losgelassen wurden, dann ist es egal auf welchem Weg sie dahin gekommen ist. Das macht mich einfach unglaublich glücklich und ist Grund genug weiterzumachen.

Inwiefern hat Cranio dein Leben beeinflusst?

Es ist enorm, mein Leben hat sich um 180 Grad gewendet. Cranio wird automatisch zu einer Lebenseinstellung. Sobald ich gestresst bin, sobald ich Schmerz fühle, fühle ich in mich rein, integriere den Schmerz und kann ihn somit meist gehen lassen. Ich verstehe mich und im Umkehrschluss die Welt besser, seitdem ich das mache. Denn wir sind alle Menschen und natürlich haben wir alle einen anderen Background, aber wir alle haben einen Körper, alle einen Lebens-Spirit, wir haben alle auf irgendeine Art und Weise schon mal Schmerz und Freude erlebt. Ich hab‘ das Gefühl, dass die Menschen bereit sind und richtig Bock haben, sich zu verstehen. Die meisten mit denen ich rede, sind super offen und super begeistert, wenn sie begreifen: ‚Boah, krass, ich darf mich endlich verstehen, ich darf den Schmerz verstehen‘.  So viele Leute streben danach, gesehen, gehört und wahrgenommen zu werden. Ich glaube, das führt auch zu einem Heilungserfolg, dass du jemanden wahrnimmst, ihm auf Augenhöhe begegnest und sagst: ‚Hey wir sind ein Team und wir kriegen das irgendwie hin. Du bist nicht alleine.‘ Wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, was gut geht und positiv an uns ist, um das vermeintlich “Negative” besser akzeptieren, anschauen und integrieren zu können.

Gedanken haben eine unheimlich starke Kraft und Anziehung, deswegen ist es immer wichtig, sich bewusst zu machen, was man tagtäglich denkt und ob man sich nicht mit Stress und Gedanken selbst geißelt. Ich glaube, diese Therapieform ist eine wunderschöne Arbeit, sich seiner selbst mehr bewusst zu werden und sich mit allen Facetten mehr zu lieben und zu akzeptieren.

Ich kann nur für mich sagen, dass es mir unglaublich viel Ruhe und Selbstvertrauen in mein Leben gebracht hat, und ich hoffe ich kann dem ein oder anderem ein bisschen mitgeben.

 

Jule gibt Cranio Sacral Behandlungen in Berlin. 

Bei Interesse einfach auf Facebook schreiben :) 

 

Ruhe

Haut: Alles wird gut

Come close dear friend, come close and look me in the eye, see right into my soul and tell me what you see, can you calm the fire thats burning inside, can you touch my skin and help me breath?

Ich hatte immer eine Babypopohaut. Bei jedem Dreh haben sich die Maskenbildner dreimal darüber im Kreis gedreht, wie toll meine Haut war. Und ich habe als kleiner Wurzel auf Menschen  geschaut, die ihre Akne überschminkt haben, und gedacht:  »Ist doch total der Teufelskreis, sie überschminken es und dann wird die Haut noch schlechter und dann müssen sie noch mehr überschminken.« Kurz darauf kam der Teufelskreis zu mir und hat mich mit offenen Armen aufgenommen.

2010

In der letzten Drehwoche von Sommer in Orange hat meine Haut angefangen, unruhig zu werden. Das war 2010 und ich war zwölf Jahre alt. Mein Gott die Pubertät geht halt los und so verändert sich halt auch der Körper. Für mich war das aber der Anfang vom Ende. Ich bin Amber, ich habe eine Babypopohaut, ich bin Schauspielerin. Ich konnte es so wenig ertragen, dass ich mich verändere, dass ich nicht mehr ‚perfekt‘ bin. Das Wort ‚perfekt‘ benutze ich viel, wenn ich über mein jüngeres ‚Ich‘ rede. Denn das war meine Vorstellung von mir, von der Welt. Hautprobleme gehörten nicht dazu.

Ich wurde älter und meine Haut wurde schlechter. Bei jedem Dreh mit neuen Maskenbildnern konfrontiert zu sein, die jedes Mal aufs Neue so tun, als hätten sie noch nie ein vierzehnjähriges Mädchen mit Akne gesehen, hat nicht geholfen.

Ich habe aufgehört, Leuten in die Augen zu gucken. Nach dem Motto, wenn ich sie nicht sehe, sehen sie mich auch nicht. Ich habe mich so unendlich geschämt. Habe jedes How-to-get-clear-skin-Video auf YouTube gesehen, bin zu dubiosen Kosmetikern gelaufen und habe Stunden vor dem Spiegel verbracht.  Gleichzeitig habe ich andere Menschen um mich herum extrem bewundert, die offen mit ihren Hautproblemen umgegangen sind. Die nichts überschminkt haben, die einfach weiter gemacht haben wie bisher,  und die meistens nach ein paar Monaten wieder mit klarer Haut ankamen. Bei mir hat sich über die Zeit ein immer größeres Feuer im Bauch gebildet, immer mehr Scham und Unwohlsein.

Hey Amber, deine Hormone verändern sich, mach dir keinen Stress, lass die Finger von deiner Haut und spar dein Geld, statt es für überteuerte Kosmetika auszugeben. Alles wird gut. Du hast vielleicht eine genetische Veranlagung dafür, so what dafür hast du auch tolle Dinge vererbt bekommen. Und außerdem, die Haut ist ein Organ. Und wenn man will, kann es auch sehr mechanisch sein. Was tut Organen gut? Wasser. Es ist eigentlich immer Wasser. Wasser, Bewegung, Schwitzen, frische Luft. Und vor allen Dingen, kein Stress. 

 

2014

2014 war hart. Meine Haut war schlechter denn je, und ich war so unglücklich wie nie zuvor in meinem Leben. Wir müssen hier nicht lange nach der Huhn-oder-Ei-Frage suchen. Mir ging es psychisch schlecht und deswegen war meine Haut schlecht. So rum geht die Geschichte. Ich war monatelang krank, bin jeden Tag heulend aus der Schule gekommen und hab schon gar nicht mehr in den Spiegel geschaut. Es war, als ob mir jemand auf die Stirn »Mir geht es schlecht« geschrieben hat. Das einzige, das ich machen wollte, war, mich zu verstecken, aber du kannst dich nicht verstecken. Es steht dir literally ins Gesicht geschrieben. Und ich wurde bei jedem Foto, bei jedem Blick in den Spiegel daran erinnert, warum ich mich so beschissen fühlte.

Und dann kam der Tag, an dem ich in der Maske saß und die Maskenbildnerin kritisch in mein Gesicht geschaut hat und sagte: »Naja … wenigstens hast du schöne Wimpern.« Und genau in diesem Moment hat sich etwas in mir verändert. In meinem Bauch hat sich wieder das Feuer ausgebreitet. Aber nicht wegen Scham und Selbsthass, sondern ein ganz klarer rationaler Gedanke. »Du musst für dich kämpfen Amber, niemand sonst wird es tun.« Ich wurde wachgerüttelt. Und ja, am Anfang noch mit dem Gedanken: »Wie kannst du es wagen, mich so fertig zu machen, nur ich darf mich so fertig machen und glaub mir, ich mache mich fertig, aber du nicht, Fräulein.«

Der Anfang vom Ende

Das schöne am Tiefpunkt ist, dort ist das Leben ehrlich gesagt extrem einfach, du kannst nur bergauf.

Ich habe aufgehört, mich zu schminken und ich habe den Leuten wieder direkt in die Augen geschaut, am liebsten gleich durch, direkt in ihre Seele. Warum? Ich hatte nichts mehr zu verlieren. Und ich habe es als meine einzige Aufgabe gesehen, das Feuer in meinem Bauch aus meinem Körper auszuleiten. Physisch mit Bauchatmung und Yoga, mental mit Tagebuch schreiben und Menschen segnen, die mir wehgetan haben und spirituell mit Meditieren und Affimieren. Ich habe angefangen, mich zu fragen »Wie geht es dir?« statt »Wie sieht meine Haut aus?«

Und ja, meine Haut wurde besser. Sie ist nicht perfekt, aber ihr wisst ja, dass ich dieses Wort nicht mehr benutze. Und es gibt keinen Tag mehr, an dem ich mit dem Blick in den Spiegel gucke, wie ich es damals gemacht habe. Nie, nie nie wieder. Anfang des Jahres als wir die Themen für unsere Red Bug Home Monate gewählt haben, wusste ich, ich möchte, dass es einen »Haut« Monat gibt. Damit ich meinen grandiosen: How I-got-clear-skin-Blogbeitrag machen kann. Jetzt realisiere ich, dass ich Anfang des Jahres immer noch in meinem alten Denkmuster war. Denn jetzt sitze ich hier, es ist Oktober, ich bin mental an einem komplett anderem Ort. Mir geht es gut. Mir geht es besser denn je. Und deswegen ist es egal, ob ich klare Haut habe oder nicht. Aber wenn es dir schlecht geht, versuchst du jeden Grund zu finden, den es gibt, warum es dir schlecht gehen könnte. Ich kam wirklich an den Punkt, an dem ich dachte, und wenn ich bis zum Rest meines Lebens Hautprobleme haben werde … so what. Mir geht es gut.

Haut Haut

Heute

Manchmal habe ich noch Phantomschmerzen. Ich spüre, wie mich jemand anguckt und ich spüre die Akne förmlich brennen in meinem Gesicht. Wenn ich dann später in den Spiegel gucke, merke ich, dass ich gar keine Akne habe. Es ist noch nicht so lange her, dass ich jedes Mal zusammengezuckt bin, sobald jemand das Wort Pickel oder Akne gesagt hat. Ich schaue alte Fotos von mir an, und ich sehe, wie schlecht es mir ging. Wie ich nur dieses Foto nicht gelöscht habe, weil es das einzige war, auf dem meine Haut okay aussieht. Wie ich lächle, aber innerlich eine Welle an Panik in mir aufsteigt, weil ich fotografiert werde. Ich habe mit einem Freund darüber geredet, und er meinte dazu nur: »Mir ist noch nie aufgefallen, dass du Akne hattest, aber stimmt, du hast einem nie in die Augen geguckt, das war strange

Ich könnte sagen: trink Wasser und Grünen Tee, nimm diese oder jene Creme, lass die Finger von deiner Haut, benutz Sonnencreme, schmink dich gründlich ab. Schau, das hat mir geholfen. Und ja das alles spielt eine Rolle. Aber ich weiß, ich musste durch diesen Prozess gehen, um zu lernen, was ich gelernt habe. Ich musste es bis auf den Grund erforschen. Ich wollte den Quickfix, aber ich brauchte die Erfahrung.

I love you

Es gibt genug Menschen da draußen, die easypeasy durch die Pubertät sliden. Deren Welt nicht zusammenbricht, sobald sie einen Pickel haben. Ich kenne diese Menschen, ich bewundere dieses Menschen. Im Nachhinein kann ich sehen, dass es mit ganz normaler Pubertätsakne losgegangen ist, ich aber so überhaupt nicht damit klargekommen bin, dass es ein größeres Problem wurde. Ich will deswegen nicht alle Menschen mit Hautproblemen über einen Kamm scheren, für manche ist es nicht diese riesengroße Demutslektion. Aber für mich war es das.

Wenn du gerade in dem Mindspace bist. Ich liebe dich! Wirklich, das kommt vom ganzen Herzen. Ich weiß, wie es dir geht. Und ich werde nicht anfangen zu sagen, dass du überreagierst. Ich verstehe dich, ich liebe dich und ich schicke dir so viel Energie! Alles wird gut!

P.s. Die Fotos sind alle in den letzten zwei Monaten entstanden.

Radio

Freunde: Harry und Sally

Friendship is a deep relationship where you share your most intimate thoughts and feelings.-Rob Reiner

Wenn ich an Filme über Freundschaften denke, denke ich als aller erstes an Harry und Sally. Wir haben hier natürlich die große Frage: Können Männer und Frauen Freunde sein? Und weil wir im Jahre 2018 leben: Kann Freundschaft zwischen zwei Menschen mit der gleichen Sexualität und dem jeweils anziehendem Geschlecht funktionieren? Oder auch ruiniert Sex eine Freundschaft?

How it began:

Harry und Sally fahren nach dem College von Boston nach New York. Harry erklärt Sally das Freundschaft zwischen Männern und Frauen nicht möglich ist, weil der Sex immer dazwischen kommt. Deswegen verabschieden sie sich nach der Ankunft in New York für immer.

Rob Reiner und Nora Ephron treffen sich ca. 1984/85 zum ersten mal, und Rob pitcht Nora eine Idee für einen Film, die sie gar nicht mochte.

                         

Nach fünf Jahren treffen sich Harry und Sally zufällig am Flughafen, Sally datet einen enfernten Bekannten von Harry, sie sitzen im Flieger neben einander und Harry erzählt das er verlobt ist.  

Rob und Nora treffen sich nochmal und er pitched ihr diesmal die Idee, die den Grundstein für Harry und Sally werden sollte: ‚Zwei Leute treffen sich am Ende ihrer jeweils ersten großen Beziehung und entscheiden sich dafür niemals miteinander zu schlafen, weil es die Freundschaft ruinieren würde und dann schlafen sie miteinander und es ruiniert die Freundschaft.‘ Nach diesem Meeting steigt Nora Ephron ins Taxi und hat die komplette Struktur des Films im Kopf.

Nach weiteren fünf Jahren treffen sich Harry und Sally zufällig in einer Buchhandlung in New York. Beide frisch getrennt. Sie beide sind nicht auf der Suche nach einer Beziehung. Sie werden Freunde. 

                      

Becoming Friends:

Ephron und Reiner interviewten sich gegenseitig, um mehr über das Denken des jeweils anderen Geschlechts herauszufinden.

Harry und Sally helfen sich wieder in die Dating Welt einzusteigen und versuchen sogar sich gegenseitig mit ihren jeweiligen Besten Freunden zu verkuppeln. Jesse und Marie realisieren aber ziemlich schnell das sie füreinander bestimmt sind und werden ein Paar. Eines Abends ruft Sally aufgelöst Harry an, weil ihr Ex-Freund heiraten wird. Er kommt vorbei um sie zu trösten und sie schlafen miteinander. 

Meg Ryan, deren erste große Rolle es war und das erste mal das sie nicht nur das „Girl“ spielt wie sie selber sagt, und Billy Crystal werden als Harry und Sally besetzt und bringen tolle Ideen zu dem Drehbuch dazu. Billy Crystal hatte den Einfall für den berühmten Satz: ‚I’ll have what she is having‘.

Machen wir an dieser Stelle mal einen kurzen Break. Was sehen wir? Wir haben einen Mann und eine Frau, offensichtlich befreundet. Wenn man sich Interviews mit Rob Reiner anschaut wird schnell klar wie sehr er Ephron geschätzt hat. Von Ephron gibt es weniger Interviews aber ich denke das die Freundschaft auf gegenseitiger Wertschätzung beruhte. Wir haben hier als ganz klar einen Fall von einer Freundschaft zwischen einem Mann und einer Frau. Ganz Platonisch.

 If two people meet each other and they don’t do it, its because something is missing and it’s hard to make up for that. – Nora Ephron

Harry und Sally wissen nicht wie sie mit der Situation umgehen sollen und leben sich auseinander. Sie haben einen Streit bei Maries und Jesses Hochzeit und ihre Freundschaft scheint beendet.

                    

When Friendship becomes love:

Rob Reiner lernt während der Dreharbeiten seine zukünftige Frau Michele Singer kennen. Daraufhin ändert er das ursprüngliche Ende des Films bei dem Harry und Sally nicht zusammen kommen sollen.

An Silvester realisiert Harry das er Sally liebt: ‚I came here tonight because when you realize you want to spend the rest of your life with somebody, you want the rest of your life to start as soon as possible.‘ ‚You see? That is just like you, Harry. You say things like that, and you make it impossible for me to hate you.‘

Am Ende hat Harry doch irgendwie Recht, Sex ruiniert eine Freundschaft. Aber nur aus dem Grund, weil ab dem Zeitpunkt sehr wahrscheinlich aus Freundschaft Liebe wird. Das Männer und Frauen aber befreundet sein können, ohne das jemals der Sex dazwischen kommt beweisen uns Nora und Rob selbst.

                     

 

Mein absoluter Lieblingssatz aus dem Film ist übrigens:

‚Someone is staring at you in personal growth.‘ – Marie (Carrie Fisher)

Shoutout an alle großartigen Leute in meinem Leben die genau das machen.

Royal

Royal: Ein Leben Sans Souci

(französisch sans souci deutsch: ohne Sorge)

Ein Leben Sans Souci, das war ehrlich gesagt als kind meine Vorstellung von einem normalen Leben. Alles andere hat in meinem Kosmos keinen Sinn gemacht. Und dann wird man älter und die große Verwunderung: „Wieso sprüht man die Bäume und Häuser nicht einfach Gold an?“

Ich bin in Potsdam geboren und aufgewachsen. Und zu meiner eigenen Überraschung habe ich einen ganz schön ausgeprägten Heimat-Stolz. Ich liebe diese Stadt. Die Seen, die Parks, die vielen Cafés, die Menschen und last but definetly not least: die Schlösser. Was soll ich sagen … Preußen interessiert mich halt. Ich habe schon viele Stunden zwischen den Regalen der Abteilung Brandenburgica in der Stadtbibliothek verbracht und mich in Biografien der Königin Luise verloren.

Goldene Stadt

Friedrich II oder auch Friedrich der Große oder ‚Der alte Fritz‘ ließ Sanssouci von 1745- 1747 nach Entwürfen des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbauen. Es sollte sein Sommerschloss, sein Erholungsort im Stil des Rokoko werden. Und da das Leben in Preußen eben alles andere als Sans Souci war, war es vor allen Dingen eine Flucht vor den Kriegen und der Frau. Friedrich soll ein ziemlich sensibler Junge gewesen sein. Sich mehr für die Dichtkunst und das Flöte spielen, als für Krieg und die Unterweisungen seines Vaters interessiert haben, der ihn oftmals gewalttätig zurechtgewiesen hat. Er war ein kleiner Rebell und plante mit seinem damaligen besten Freund Hans Hermann von Katte die Flucht vor seinem gewalttätigem Vater nach Frankreich. Als das aufflog, ließ sein Vater Katte vor den Augen Friedrichs köpfen. Kein Wunder, dass man da von dem Leben ohne Sorge träumt.

Für Friedrich ging es als weder vor noch zurück. Wer weiß, vielleicht hat er nach Jahren irgendwann Gefallen an den Kriegen gefunden. Aber im Endeffekt hat er mit Sanssouci genau das versucht. Er hat sein Leben golden angesprüht und sich ein goldenes Schloss bauen lassen (Na ja Gelb, aber ihr wisst was ich meine).

Ich spaziere also durch Sanssouci und frage mich, ob ich das jetzt doof finden soll? Vor seinen Problemen fliehen? Sollte man nicht dem Ernst des Lebens ins Auge blicken? Zumindest eins habe ich in meinen jungen Jahren gelernt, man sollte die Sorgen in seinem Leben dankbar annehmen, denn wenn man sie ignoriert, werden sie nur größer und komplizierter und die Lektionen immer härter. Ich frage mich, ob Sanssouci Friedrich zu einem glücklicheren Menschen gemacht hat? Ich frage mich, wovor ich fliehe?

Wer ein kleines Leiden nicht ertragen kann, muß auf große gefaßt sein. – Jean-Jaques Rousseau

Eine Stadt ohne Sorgen

Lange sind die Diskussionen von dem Abriss der FH Potsdam an mir vorbeigezogen. Ich kannte mich zu wenig aus, um ernsthaft Stellung beziehen zu können. Oberflächlich gedacht: ‚Hm, nee, die FH ist nicht schön.‘ Aber irgendwie fühlt es sich falsch an, sie abzureißen. Das Viertel um die lange Brücke hat sich sehr stark verändert. Früher war das Filmmuseum das einzige Prunkvolle in der Gegend. Inzwischen sieht es aus, als ob jemand alles glatt geschmirgelt und dann mit dem neuen Dyson Staubsauger einmal drüber gefahren wäre. Leblos.

Und ich habe mich auch verändert. Ich kann nicht mehr von mir behaupten, dass ich kein Outdoor Typ bin. Zum Glück. Denn es gibt sehr viel Schönes, was vor der Tür auf einen wartet. Sehr viel kuddelmuddeliges. Und ich habe keinen Bock auf ein preußisches Potsdam. Denn wenn ich darüber nachdenke, liebe ich genau das an Potsdam. Die Mischung. Dass man vom Schloss Sanssouci zur Waschbar schlendern kann. Dass im Sommer die Leute nackt neben dem Marmorpalais liegen. Dass Freunde von mir beim Neuen Palais studieren und dann zum Volleyball spielen zur Datscha kommen. Mich fasziniert das dreckige, besprayte, neben dem barocken, goldenen. Das eine wäre ohne das andere langweilig.

 Ich weiß, daß ich ein Mensch, das heißt: daß ich dem Leiden geweiht bin. Gegen Schicksalstücke hilft mir nur eins: Standhaftigkeit. – Friedrich der Große

Es ist so leicht wegzuschauen und nichts zu sagen. Sich nicht zu informieren. Vom Leben Sans Souci zu Träumen und alles geschehen zu lassen. Und am Ende sitzt man in der 4 Quadratmeter großen Buga und wundert sich wo das Freiheitsgefühl hin ist.

Ich will Sorgen haben. An meinen Fehlern wachsen, Entschuldigung sagen müssen. Und ich will nicht mehr, dass alles Gold angemalt wird. Und ich glaube ehrlich gesagt, das Friedrich das auch nicht wollte. Immerhin war er mal ein Freak.

Das ist Stadtmitte für Alle:

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Radio

Freiheit: Interview mit Uwe

In diesem Monat beschäftigen wir uns mit Freiheit. Und wenn ich an Freiheit denke, denke ich schnell an die Bornstedter Felder. Man fährt ca. 10 Minuten mit dem Fahrrad und ist in einer anderen Welt. Als ich noch zu Hause gewohnt habe und noch nicht den Mut hatte, die Schule abzubrechen, waren diese Chappi Runden mit Papa in den Feldern das ultimative Freiheitsgefühl. Weg vom Trubel, zwischen den Feldern, ein Schotterweg unter den Rädern, ein weiter Blick und an besonders guten Tagen: Kaffee und Kuchen im Obstgarten. Deswegen war es dann doch sehr passend, dass Papa und ich dieses Interview bei einer Fahrradtor durch die Felder (wegen der Hitze ohne Chappi) geführt haben. Uwe Carow ein Denker und Könner. Und vor allen Dingen einer, der in der Freiheit zuhause ist.

Amber: Ich dachte wir fangen mal ganz vorne an, was hat Freiheit für dich als Kind bedeutet? Wie hat es sich ausgedrückt?

Uwe: Ich weiß noch, wenn ich zum Beispiel bei meiner Oma und Opa war, bei denen im großen Garten, dass man sich da frei bewegen konnte. Ja, das war schon ein freies Gefühl, obwohl ich das damals nicht als so ein Freiheitsgefühl empfunden hab. Später gab es zwar natürlich Einschränkungen durch Schule und solche Dinge, aber ansonsten waren wir viel draußen und konnten eigentlich machen, was wir wollten in den Feldern, radfahren und dann natürlich immer Fußballplatz. Da war dann das Ende der Freiheit, wenn die Sonne unterging, dann musste man nach Hause. Wenn man draußen war, war man nicht unter Aufsicht, das hat sich frei angefühlt. Es war eben ein sehr ländliches Aufwachsen mitten im Ruhrgebiet.

Hat es sich über die Zeit verändert, was Freiheit für dich bedeutet?

Ja, also für mich war Schule eine ziemliche Einschränkung. Ich weiß noch, dass ich, als ich endlich das Abitur hatte, auf meinem Bett lag und »I’m free«  von The Who aus der Tommy Oper gehört habe over and over again und ein unglaubliches Freiheitsgefühl hatte. Nie mehr Schule. Und dazu muss man sagen, dass es vielleicht sogar, wenn man es mit heute vergleicht, lockerer war. Zwar hatten wir auch samstags Schule, aber nie länger als bis kurz nach eins. Und ehrlich gesagt, bin ich im letzten Schuljahr nicht mehr oft zur Schule gegangen und hab viele Tage was anderes gemacht. Aber trotzdem war das eine unheimliche Einschränkung. Und die zweite Einschränkung, die es dann gab – das war schon während ich den Song gehört hab klar – dass die Bundeswehr auf mich wartet. Also das nächste Ding. Dabei hatte ich kein Problem damit, Deutschland zu verteidigen, auch kein Problem mit dem »Dienst an der Waffe«.

Ich war zunächst als sogenannter Kriegsdienstverweigerer anerkannt. (Damals musste man sich noch einer Gewissensprüfung unterziehen) Das wurde widerrufen und ich bin bei der nächst höheren Instanz durchgefallen. Und ich wusste: sie haben mich durchschaut, es geht nicht darum, dass mein Gewissen mir verbietet zu verteidigen, zu kämpfen, zu töten, sondern nur um meine persönliche Freiheit. Nach dreizehn Jahren Schule nicht tun und lassen zu können, was ich will, Befehlen zu gehorchen, die Einschränkung der Freiheit, das war das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte und deswegen wollte ich da nicht hin. Da hab ich mit 18 gewusst: Das kann ich nicht aushalten. Da geh ich nicht hin. Weder aus ideologischen noch aus sonst welchen Gründen, aber aus dem Grund der Freiheitseinschränkung.

Und wie bist du das umgangen?

Ich habe dann angefangen an der Kunstakademie zu studieren. Und hab‘ die Kriegsverweigerungsprozesse solange rausgezögert, bis ich im dritten Semester war. Denn dann konnte man erst sein Studium abschließen, bevor man eingezogen wurde. Also hatte ich erst mal Zeit gewonnen und hatte natürlich auch so ziemlich das freieste Studium, das man sich vorstellen kann, ohne Stundenplan. Das war für mich auch so eine super wichtige Sache. Und da hab ich dann das erste Mal verstanden, dass – ich war da ja erst neunzehn, also noch sehr jung – mit Freiheit auch eine gewisse Verantwortung kommt.

Also wenn du niemanden hast, der dir sagt, um 10 Uhr ist das-und-das und du musst dann-und-dann deinen Schein machen oder eine Klausur zu dem-und-dem Thema schreiben, sondern du kannst eben ins Atelier gehen oder nicht, dann spürst du plötzlich eben auch eine Verantwortung für dich selbst.  Ja, das hab ich da zum ersten Mal gelernt und auch gelernt, dass es sozusagen die Kehrseite der Freiheitsmedaille ist, dass man selber Verantwortung übernehmen muss.

Du hast dir ein Leben kreiert, das in gesellschaftlichem Sinn sehr viel Freiheit hat, mit selbstgesetzten Arbeitszeiten und, und, und. War das zufällig oder ging es gar nicht anders?

Das ist wahrscheinlich nicht zufällig, aber erst jetzt im Rückblick wird deutlich, dass das ein wichtiges Thema für mich ist. Wenn man in dem Prozess drin ist … zum Beispiel mit der Bundeswehr, ist es erst mal so ein inneres Gefühl und keine theoretische Überlegung: »Oh das gibt mir mehr Freiheit.« Dann ging ich in eine eingemauerte Stadt nach West Berlin, aber hatte trotzdem ein Gefühl von Freiheit.

Und dann ging ich in ein besetztes Haus, und da konnte man komplett eigene Regeln aufstellen und ausprobieren, also auch Freiheit, natürlich auch wieder mit Verantwortung und mit Risiken. Bestimmte Sachen hatte man eben nicht. Im Rückblick habe ich mich im Zweifelsfall immer für den freieren Weg entschieden, ob das immer gut war (Schulterzucken) … aber ich hab das so gemacht.

Und wann fühlst du dich in deinem Alltag am freiesten?

Also ich glaube, es ist eher umgekehrt, ich spüre es eher, wenn die Freiheit eingeschränkt wird. Also zum Beispiel hab ich ein Problem damit, wenn mir jemand sagt, wann ich wo sein soll. Also nicht wenn ich mich mit jemanden verabrede, aber zum Beispiel bei Filmproduktionen war das so. Eine zeitlang war ich ja oft am Set und dem Drehplan und den Dispos unterworfen. Mir von jemanden sagen zu lassen, dass ich irgendwo körperlich anwesend sein muss, das ist schon schwierig.

Aber wird das nicht, wenn man Kinder hat immer mehr, mit Elternabenden und so?

Das ist wieder was anderes, ich habe komplett frei entschieden, dass ich Kinder haben wollte und da hab ich mich nie unfrei gefühlt. Katrin und ich mussten uns natürlich eine zeitlang, als ihr klein wart, immer absprechen, wer wann wo ist, weil immer einer da sein musste. Könnte man sagen, das ist die totale Unfreiheit. Aber das hab ich nicht so empfunden. Das war eine freie Entscheidung für eine Verantwortung, die wir gemeinsam getroffen haben. Freiheit hat sowieso sehr viel mit subjektivem Empfinden zu tun.

Was meinst du hält einen davon ab, frei zu leben?

Man ist natürlich nicht nur in seinem Körper geboren, sondern hat dann auch über die Jahre so ein psychisches Konzept oder Korsett oder psychische Verfassung ausgebildet. Und die ist dann teilweise auch durch Erziehung, durch die Erziehung zuhause, aber auch durch die gesellschaftliche Erziehung geprägt. Da entwickeln sich hartnäckige Glaubenssätze. »Wer A sagt muss auch B sagen.« »Was sollen die Nachbarn denken.«

Glaubenssätze, die man selber für sich hinterfragen muss, und vielleicht auch gucken, ob die überhaupt gut für einen sind. Das ist auch ein Akt der Befreiung. Glaubenssätze zu erkennen. Und dann zu gucken, sind die für mich sinnvoll. Und die Anstrengung auf sich zu nehmen, die zu ändern. Das ist nicht einfach, erfordert Kraft und auch einen gewissen Mut. Freiheit ist zunächst mal die Freiheit von Angst. Weil es da natürlich noch die volle Wucht der spießigen Gesellschaft gibt, gegen die man sich behaupten muss.

Was meinst du damit?

Spießer sind für mich Leute, die anderen Leuten die Freiheit wegnehmen wollen. Nicht zu verwechseln mit Menschen, die jeden Tag vollkommen regelmäßig ihr Ding machen, einer Arbeit nachgehen, whatever. Die machen einfach ihr Ding, lassen andere in Ruhe. Spießer dagegen sind für mich Leute, die an die Decke klopfen, und da muss man gegen halten. Ängstliche Menschen, »Besorgte Bürger«.

Würdest du sagen, dass für dich grundsätzlich das Motto gilt, je mehr Freiheit desto besser? 

Also ich glaube, vielleicht ist das sogar eine historische Entwicklungsstufe, die Stufe der individuellen Freiheit. Ich glaube nicht, dass individuelle Freiheit der Gipfel der Evolution ist, aber im Moment sind wir, glaube ich, in einer Phase, in der individuelle Freiheit eine wichtige Sache ist. Gesellschaftlich. In der Menschheitsbewusstseinsevolution ist individuelle Freiheit ein großes Thema und es ist wichtig, dass man das weiter vorantreibt. Du musst das dann halt irgendwie auch durchsetzten gegen die gesellschaftliche Gegenströmung, und die spürt man oft schon sehr stark. Diese ganzen Sprüche von das Leben ist kein Ponyhof, das ist schon so ein sehr ängstlicher Spruch. Der einen unfrei macht. Ich mein das Leben ist auch kein Hamsterrad.

Radio

Italien: Call Me By Your Name

Wir fahren, seitdem ich drei bin, jedes Jahr (mit ein paar Ausnahmen) nach Italien. ‚Same procedure as last year‘, selbes Haus, selbe Hängematte, selbe Stimmung. Und das ist sehr wichtig, denn hier wird aufgetankt und Inspiration gesammelt. Im Januar/Februar ist die Italiensehnsucht meistens am allergrößten. Es ist ein halbes Jahr her, dass man in Italien war, und es wird nochmal genauso lange dauern bis man wieder da ist. Zum Glück kann man sich in der Zeit gut ablenken mit Oscar-Filme schauen. Und weil ich es dieses Jahr sehr gründlich machen wollte, habe ich natürlich auch den diesjährigen Spitzenreiter (und Gewinner der Herzen) ‚Call Me By Your Name‘ gesehen, ohne irgendetwas über den Film zu wissen.

Call Me By Your Name

Der Film, der zuerst ein erfolgreiches Buch war, handelt von Elio und Oliver. Elio, siebzehn Jahre alt, Sohn zweier Akademiker-Eltern, die den Sommer jedes Jahr in ihrem Haus in Italien verbringen. Und in jedem Jahr nehmen sie einen jungen Studenten bei sich auf. Diesmal ist es Oliver. Vierundzwanzig. Amerikanisch. Selbstbewusst.

Es ist eine Liebesgeschichte.

‚Call Me By Your Name‘ zählt ohne Zweifel zu den besten Filmen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Vielleicht war ich zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Stimmung. Vielleicht hat alles zusammengepasst. Vielleicht hat aber auch der Film genau diese Stimmung erschaffen und sich so perfekt selbst in Szene gesetzt. So oder so hat mich der Film sehr berührt.

Nach dem Film haben Lukas und ich eine Viertelstunde lang nicht miteinander geredet. Sprachlos aus dem Kino gestolpert. Normalerweise ist diese Zeit der Raum fürs Analysieren, Austauschen, Abgleichen. Aber nach ‚Call Me By Your Name‘ wollte ich nicht analysieren. Ihn nicht kaputtreden. Denn ich habe ihn nicht mit meinem Kopf gesehen.

Nach dem zweiten Mal schauen, sehe ich den Film schon etwas nüchterner. Ein bisschen von der erstmaligen Magie ist verblasst. Und zu meiner eigenen Überraschung, ist es nicht unbedingt ein Film, der immer besser wird, je öfter man ihn schaut (Harry & Sally), aber nichtsdestotrotz ist er in meinen Augen nach wie vor ein Meisterwerk.

Der dritte Hauptdarsteller neben Elio und Oliver, ist definitiv der Sommer. Die Stille in der Mittagshitze, orangenes Laternenlicht in immer noch warmen Sommernächten, das Zirpen der Zikaden.

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Und als ich also im arschkalten Berlin das erste Mal ‚Call Me By Your Name‘ gesehen habe, wusste ich, dieser Film ist ein Italien-Select.

Select

Select ist ein Format, das Lukas in die Familie und in den Freundeskreis gebracht hat. Die Idee ist so simpel wie genial. Einer sucht einen Film aus, den er mit der Gruppe gucken möchte. Dabei ist es egal, ob er oder sie selbst den Film schon geschaut hat oder die Gruppe ihn schon kennt. Dazu organisiert derjenige eine kleine thematische Kleinigkeit. Das kann ein  passender Vorfilm wie ein Musikvideo sein, oder er kreiert das richtige Ambiente oder einen Snack.

Dadurch hat man zu einem das Problem aus der Welt geschafft, sich in einer Gruppe auf einen Film einigen zu müssen, und man erweitert seinen Horizont drastisch, weil man Filme sieht, die man sich selber niemals ausgesucht hätte.

So sitzen wir also in Italien, verteilt in Liegestühlen und Hängematten. Unserer Leinwand gespannt zwischen zwei Bäumen, im Hintergrund Umbriens grüne Berglandschaft, am Himmel der fast Vollmond. Dazu gibt es karamellisierte Pfirsiche mit süßer Sahne und Feigen. Und ja es hat alles gestimmt, wenn ich es selber mal so sagen darf.

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Die Schauspieler

Nach dem Film war ich unglaublich dankbar. Unglaublich dankbar, mich Schauspielerin nennen zu dürfen, und demnach, irgendwie, ein kleines bisschen näher an der Erschaffung dieses Film dran zu sein. Und ich bin eigentlich nie dankbar, Schauspielerin zu sein. Ohne Frage liebe ich den Beruf, ich genieße seine Vorzüge und lerne mit seinen Nachteilen umzugehen. Aber Dankbarkeit? Es ist für mich eher gegeben. Jeder hat einen Beruf und das ist halt meiner. Eine ganz neue Erfahrung also.

Trotzdem war ich nicht eifersüchtig, dass der Film ‚ohne mich‘ gemacht wurde. Denn wer hätte ihn spielen sollen außer den ausgewählten Schauspielern? Jeder kleinste Nebendarsteller wirkt so echt, so unausgewählt. Wer außer Timothée Chalamet hätte Elio spielen sollen? Wer schreibt ein Drehbuch mit der grünen Hoffnung, dass es schon irgendjemanden geben wird, der dies spielen kann? Und wer bekommt dann auch noch genau das, was er gesucht hat?

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Das Buch

Zu Italienurlauben gehört für mich lesen. „I can’t begin to tell you the number of books I’ve read here.“ (um es mit Elios Worten zu sagen). Deswegen habe ich mir vorher „das Buch zum Film“ besorgt. Das Buch, das mehr als ein Jahrzehnt vor dem Film erschienen ist. Das Buch, von dem man in den Buchhandlungen nur noch die Auflage zum Film bekommt. Vorne drauf das Filmcover und mit großen Bustaben: Now a Major Motion Picture from Sony Pictures Classics starring Armie Hammer and Timothée Chalamet. Hm. Was soll man da machen. Zum Glück hatte der Buchautor mehrere Cameos und das ganze schien Hand in Hand abzulaufen.

Im Nachhinein hätte ich das Buch gerne vor dem Film gelesen. Andrerseits hätte ich es niemals in die Hand genommen, wenn ich den Film nicht geschaut hätte. Vielleicht hätte ich sogar nur die ersten paar Kapitel gelesen. Ich weiß nicht, ob mir das Buch gefallen hat. Ist es genial, intelligent und durchdacht? Oder ist es ein flacher Erotikroman mit überraschendem Erfolg?

Zeitweise hat man das Gefühl, das Drehbuch zu dem Film zu lesen und dann wieder Passagen, die komplett anders sind.

Der größte Unterschied ist, glaub ich, Elios Charakter. Im Film beobachten wir Elio, wie er Oliver beobachtet. Im Buch stecken wir in Elios Kopf.

Eine Sache, die ich am Buch mag, und ich weiß nicht ob sie absichtlich so geschrieben oder Zufall ist: Man erfährt erst auf Seite 16, dass Elio ein Junge ist. Natürlich wusste ich es, da ich den Film schon geschaut hatte, und weil auf dem Cover ein Foto von Oliver und Elio ist. Aber sonst hätte man es nicht wissen können. Und ich frage mich, ob ich davon überrascht worden wäre, wenn ich es nicht gewusst hätte. Ob ich das Buch angefangen hätte mit der Annahme das „Ich“ ein Mädchen ist.

„Here,“ he ordered, pressing her flattend palm hard against my back. „Feel it? He should relax more,“ he said. „You should relax more,“ she repeated.

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Das Ende

Ich glaube es gibt kein schöneres Filmende als dieses. Und interessanterweise hat mich das Buchende genauso aus meinem Zweifel über das Buch herausgerissen. Obwohl die Enden total verschieden sind. Das Buch ist abgeschlossener, endgültiger, trauriger.

Der Film endet mit dem Gefühl von Herzschmerz, aber auch einem Hoffnungsschimmer, es ist noch nicht vorbei, sie sind noch jung, wer weiß was alles passieren kann. Jemanden zu hassen, hat mehr mit Lieber zu tun, als jemanden zu vergessen.

Der letzte Absatz des Buches hat mich wachgerüttelt.

Twenty Years was yesterday, and yesterday was just earlier this morning, and morning seemed light-years away.

„I’m like you,“ he said. „I remember everything.“

I stopped for a second. If you remember everything, I wanted to say, and if you really like me, then before you leave tomorrow, or when you’re just ready to shut the door of the taxi and have already said goodbye to everyone else and there’s not a thing left to say in this life, then, just this once, turn to me, even in jest, or as an afterthought, which would have meant everything to me when we were together, and, as you did back then, look me in the face, hold my gaze, and call me by your name.

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Ruhe

Rise & Shine: Frühstück

Liebe Red-Bug-Fans,

heute gibt es den Food-Beitrag, und was wäre ein Rise & Shine Monat ohne ein paar Frühstücksrezepte.

Croissants und Kaffee, Haferbrei mit Obst, Pancakes oder großes Sonntagsfrühstück. Frühstück kommt in allen Formen und Größen und ich liebe sie alle!

Seit dem ich alleine wohne, habe ich angefangen, mit unterschiedlichen Morgenroutinen und eben auch unterschiedlichen Frühstücken zu experimentieren. Das Ding ist nur, dass sie alle so lecker sind, dass es einfach immer mehr werden. Was ich aber schon herausgefunden habe ist, dass ich, wenn ich alleine frühstücke, gerne nach dem Bowl-Prinzip esse. Und wie ihr gleich merken werdet, sind diese Rezepte simpel simpel simpel.


Ingwershots

Mit dem Frühstück bricht man ja bekanntlich das Fasten der Nacht. Break-fast. Der Körper hat seit, na sagen wir mal ca. acht Stunden nichts gegessen und hatte viel Zeit zu verdauen und entgiften. Um dann morgens alles wieder in Schwung zu bringen und auch den letzten Rest zu reinigen sind Ingwershots der absolute Oberhammer! Besonders gerne trinke ich sie, wenn ich mich etwas kränklich fühle oder gerade wieder gesund werde, um mein Immunsystem wieder fit zu bekommen.

Sie wirken entzündungshemmend.

Stärken das Immunsystem.

Unterstützen die Verdauung.

Entgiften den Körper

… und sie sind lecker!

Man braucht dafür einen Entsafter und alles andere ist super simpel. Ich mache meistens am Anfang der Woche gleich einen ganzen Vorrat und stelle ihn in einer Flasche in den Kühlschrank. Wer noch nicht sehr Cayennepfeffer erfahren ist: ACHTUNG der hat es in sich. Also ich würde eher mit weniger anfangen, ca. eine Messerspitze, und sich dann bei Bedarf langsam hocharbeiten. Weil der Magen ja noch leer ist, kann man richtig spüren, wie der Shot durch den Körper wandert.

 

-Ingwer waschen, in Stücke schneiden und entsaften

 

-Zitronen und Orangen auspressen.

 

-etwas Cayennepfeffer dazugeben und fertig ist :)


Hirsebrei mit Blaubeeren

Hirse ist superduper gesund und richtig lecker. Sie ist im Vergleich zu anderen Getreidearten glutenfrei, was auch wenn man keine Allergie hat, immer eine gute Idee ist. Manchmal, wenn ich lange Zeit viel Brot und Nudeln gegessen habe und mich wieder etwas frischer fühlen möchte, steige ich für eine Zeit auf Hirse um.

In der Zeit wo die Hirse köchelt, räume ich auf, mache den Abwasch vom Vortag, ein paar Sonnengrüße oder geh duschen. Wer morgens nicht so viel Zeit hat, kann die Hirse auch einfach über Nacht in der ‚Milch‘ einweichen lassen und dann morgens nur noch erhitzen.

Der Kurkuma macht die Hirse richtig strahlend Sonnengelb und das in Kombination mit dem Violett der Blaubeeren macht echt ne funky Mischung.

Ich mache all diese Rezepte nach Augenmaß, aber vielleicht als Orientierung:

3-4 EL Hirse zu 250ml ‚Milch‘

 

-Hirse mit der ‚Milch‘ in einem Topf kurz aufkochen und dann ca. 15 min köcheln lassen.

-zum Schluss etwas Kurkuma unterrühren. Die Blaubeeren drüber und vielleicht ein paar Walnüsse.

 


Milchreis mit Himbeeren

Uh yiss! Milchreis war schon als Kind mein absolutes Soulfood. Mit Ersatzmilch ist er auch völlig vegan, was die Sache natürlich umso besser macht. Wenn ich also morgens ganz viel Zeit habe, an einem Sonntag zum Beispiel, mache ich mir Milchreis mit Himbeeren und fühl mich wohl in meiner Haut.

 

-Milchreis ganz normal kochen mit ‚Milch‘ und dann Himbeeren und Zimt drüber.

-ich gebe in meinen Milchreis auch gerne beim Kochen noch etwas Ahornsirup oder Honig.

Fertig :)

   


Warmes Birnen Müsli

Fun Fact: bis vor ca. einem Monat habe ich Birnen gehasst. Aber mir hätte ja auch jemand sagen können, dass Birnen nicht nur diese weichen viel zu süßen Äpfel-möchtegern sind, sondern dass es sie auch in knackig und frisch und göttlich gibt. Holy Moly. Die haben selbst warm einen völlig anderen Geschmack.

-Birnen mit ganz, ganz bisschen Wasser im Topf andünsten, dann ‚Milch‘ und Müsli dazu und ein paar Minuten warm und weich werden lassen.

-ich mach dann gerne Sonnenblumenkerne und Walnüsse drüber. Leggerschmeggger!


Bircher-Chiasamen-Müsli

Wenn man einmal die Tatsache verkraftet hat, dass eine Packung Chiasamen gefühlt zwanzig Avocados kostet, erwartet einen das Tor zu endlosen Möglichkeiten.

Jetzt wo es wieder etwas wärmer wird, habe ich immer mehr Lust auf kalte Frühstücke. Wenn es richtig zackig gehen muss, lasse ich alles schon über Nacht einweichen. Sonst reichen auch die zehn Minuten im Kühlschrank.

-Chiasamen und das Birchermüsli mit der ‚Milch‘ verrühren und für ca. 10 Minuten abgedeckt in den Kühlschrank stellen.  Dann nach Belieben noch etwas mehr ‚Milch‘ dazugeben, falls es zu trocken geworden ist.

-dann Äpfel schneiden oder reiben, Nüsse und Kerne drüber, etwas Ahornsirup oder so und vielleicht ein paar Beeren. Also alles, worauf man Lust hat. Fertig!


So das sind meine momentanen Lieblingsfrühstücke. Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen inspirieren :)

Rise and Shine, Sunshine!