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Rituale: Weihnachtsfilme

In unsere Familie gibt es viele Rituale, die sich ums Filme schauen drehen. Die Oscars im Februar zum Beispiel, Select in Italien und natürlich Weihnachtsfilme um Weihnachten rum. Wie originell.

Weihnachten ist ja eh das Fest der Traditionen und Rituale. Bei uns sah das von klein auf immer so aus:

Isas Geburtstag feiern, dann ab 14 Uhr: wir (Isa, Lenny, Amber) im Kinderzimmer Filme gucken, während Mama und Papa putzen, kochen und den Baum schmücken. (Danke dafür an dieser Stelle). Zwischendurch mit verbundenen Augen aufs Klo geführt werden, wobei das Blick erhaschen auf den halb geschmückten Baum so aufregend wie verboten ist. Ab 18 Uhr hört man die Gäste kommen und dann …das Glöckchen. Wir dürfen ins Wohnzimmer.

Und an diesem Weihnachtsritual hat sich bis heute so gut wie nichts verändert. Außer das Isa inzwischen morgens mit ihrem Freund Geburtstag feiert, wir alle aus unseren unterschiedlichen Wohnungen gegen Mittag zu Mama und Papa starten, eine Mittags-Hunderunde dazu gekommen ist und wir es aus irgendeinem Grund – die Zeit und ihre merkwürdigen Tricks – es nicht mehr schaffen, einen ganzen Film zu schauen. Aber Mama und Papa schmücken immer noch alleine den Baum und es ist nach wie vor strengstens verboten, den Baum vor dem Glöckchen zu sehen. (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle anmerken, dass dieses Verbot mehr von uns Kindern als von Mama und Papa ausgeht).

Die Filme

Nun befinden wir uns ja hier in der Kategorie Film, werfen wie also mal einen Blick auf die Weihnachtsfilme.

Der erste Weihnachtsfilm soll 1898 entstanden sein und ist geschlagene 1:17 lang. Minutes that is.

Der größte Weihnachts-Box-Office-Erfolg ist ‚Home Alone‘. Den haben Lukas und ich uns neulich nochmal angeschaut. Und da dieser Film so gar keine Weihnachtsgefühle in mir geweckt hat, habe ich mich gefragt: Was sind den die genauen Kriterien für einen Weihnachtsfilm?

Für mich ist nicht so einfach wie:

  • Es muss mindestens ein Weihnachtsbaum zu sehen sein.

Zwar sieht man in ‚Die Hard‘, ‚Eyes Wide Shut‘ oder auch in ‚Harry Potter und der Feuerkelch‘ Weihnachtsbäume und man kann keinem dieser Filme ihren weihnachtlichen Touch absprechen, aber für mich braucht ein wirklicher Weihnachtsfilm noch mehr. Weihnachten ist ein sentimentales Fest. Und jeder hat eigene Erinnerungen, Must-Dos oder eben Must-Watch. Hier sind drei der Bongard/Carowschen Weihnachtsfilmklassiker:

‚Little Lord Fontleroy‘

Nach dem gleichnamigen Roman der englisch-amerikanischen Autorin Frances Hodgson Burnett aus dem Jahr 1886. Das Buch würde über ein dutzendmal verfilmt. Unser Favorit ist natürlich die britische Verfilmung von 1980 in Farbe mit dem blonden Cedric. Cedric lebt mit seiner Mutter, der Witwe eines englischen Aristokraten in Amerika, nicht in Armut, aber in eher ärmlichen Verhältnissen. Seine besten Freunde sind Dick der Schuhputzer und Mr. Hobbs der Gemischtwarenhändler. Eines Tags kommt ein Mann aus England, um der kleinen Familie mitzuteilen, das Cedrics nun der letzte lebende Erbe Lord Fontleroys ist und sich eben dieser aka Cedrics Großvater wünscht, dass Cedric zu ihm zieht um sich in sein späteres Leben als Lord einzufinden. Wir haben also einen frischen, fröhlichen, amerikanischen Knaben, der auf einen alten, kränklichen, verstaubten englischen Aristokraten trifft. Obwohl Weihnachten wirklich nur ganz zum Schluss vorkommt und große Teile des Films sogar im Sommer spielen, handelt es sich hierbei für mich ohne Frage um einen Weihnachtsfilm. Wenn ich die Anfangsmusik höre, rieche ich schon den Baum mit seinen Kerzen, Mamas Special Festtagsparfum und das Brathähnchen.

Also Kriterium Nummer zwei:

  • Große Teile und mindestens der krönende Abschluss muss an Weihnachten spielen (deswegen ist Harry und Sally auch ein Neujahrsfilm). 

‚Four Christmases‘

Ok eine Weihnachtskömodie mit Vince Vaughn und Reese Witherspoon in den Hauptrollen könnte auch schrecklich sein. Aber aus irgendeinem Grund ist dieser Film wirklich gut. Und vor allen Dingen lustig. Die Prämisse ist, dass ein Pärchen, dessen Eltern geschieden sind, jedes Jahr an Weihnachten aus der Stadt ‚fliehen‘. Getarnt als wohltätige Zwecke, um den Weihnachtswahnsinn der Familie zu entgehen. Naja das klappt in jenem Jahr nicht und die beiden müssen also 4 Christmases über sich ergehen lassen. Mit unter anderen Robert Duvall und Jon Favreau in den Nebenrollen. Ja, dieser Film ist mehr eine lustige Unterhaltung, als ein rührender Weihnachtsfilm, aber wie gesagt, er hat was.

Das ist ein Bonus Kriterium:

  • Er sollte Insider kreieren, die man das ganze Jahr über, aber besonders in der Weihnachtszeit zitieren kann, sodass alle in Stimmung kommen. 

‚Love Actually‘

Ein Film, der alle, aber auch wirklich alle alle Weihnachtsfilmkriterien erfüllt.

I can förmlich feel it in my fingers.

Das Interessante an diesem Film ist, dass Weihnachten zwar natürlich eine große Rolle spielt, aber eher nur das Mittel zum Zweck ist, um die wirkliche Geschichte zu erzählen. Denn der eigentliche Hauptcharakter in diesem Film ist, Love … actually. Das macht diesen Film zu dem ultimativen Weihnachtsfilm. Bei mir weckt er ein Gefühl der Dankbarkeit. Dankbar, am Leben zu sein, gesund, dass ich den Tag mit (fast allen) meinen Lieblingsmenschen verbringe, leckeres Essen esse.

Papa hat über den Film schon einen schönen Beitrag kreiert.

Also last but not least:

  • Familie & Dankbarkeit

Für mich muss ein Weihnachtsfilm Familie zeigen. In any shape or Form. Das Kennenlernen eines bisher unbekannten Familienmitglieds, das Konfrontieren problematischer Familienbeziehungen nach jahrelangem Aus-dem-Weg-gehen. In Love Actually haben wir den Tod einer Mutter, eine Scheidung, ein frisch verheiratetes Paar etc. Vielleicht sind die Vorbereitungen stressig, oder der Heckmeck in den Supermärkten, die Amazonen Streik etc. aber am Ende des Tages machen wir das alles, um mit unseren liebsten Menschen zusammen zu sein. Choose them wisely!

 

 

euch allen!

 

 

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