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Amber

Radio

Herbstgedanken

„Ich gehe aus der Haustür und ziehe mein Winteroutfit an. Es ist immerhin Herbst. Blätter liegen auf dem Boden, zu dieser Jahreszeit lernt es sich gut. Ich hole die Post aus dem Briefkasten und lege sie auf den einzig freien Tisch im zweiten Stock. Eigentlich dumm, denn jetzt muss ich den ganzen Weg zum Briefkasten zurücklaufen, um die Rechnung zu bezahlen. Ich denke, die Fahrgemeinschaft zur Arbeit kommt so in einer Stunde. Also pflege ich noch schnell meine Tomatenpflanzen im Gewächshaus. Prächtig geht es denen. Viel besser als meinen Obstbäumen im Garten, die ständig von weißen Pollen befallen sind. Die Arbeit ist nichtssagend wie immer. Nicht mal eine Beförderung ist drin. Mir fehlt wahrscheinlich einfach die nötige Mechanik. Später mach ich mir leckere Nudeln mit Käsesoße, immerhin hab ich ganz schön Anga Anga. Und nachts lieg ich wie immer im Bett und frag mich, wie ein Sim bei diesem grünen Licht schlafen soll.“

Ich habe vor kurzem die perfekte Sims Familie erstellt.

Einen Masterplan. Nach 10 Jahren Sims-Spiel-Erfahrung, habe ich das Geheimnis gelüftet. Wie es funktioniert. Ich nenne es „Die Reihenfolge!“.

Und die geht folgerndermaßen:

Ich habe zwei Sims erstellt eine Frau und einen Mann. Ihre An- und Abturner sind aufeinander abgestimmt. Ich lasse sie in ein kleines Haus ziehen, aber mit getrennten Schlafzimmern. Ich erstelle ihnen ein Gewächshaus und lasse sie Tomaten pflanzen.

Die Nachbarn kommen vorbei, ich lade sie ein. Die ersten Freundschaften werden geknüpft. Die nächsten Wochen gibt es nur Gärtnern, Fähigkeitspunkte sammeln und jeden Tag mindestens 6 Freunde einladen. Ziemlich schnell haben sie also 8 beste Freunde, eine gute Fähigkeitspunkte- Grundlage und den silbernen Gärtnerorden.

Jetzt suchen sie sich Jobs.

Dadurch, dass sie alle Voraussetzungen erfüllen, werden sie beide sehr schnell befördert. Es wird weitergepflanzt, bis sie den goldenen Gärtnerorden haben und endlich Auberginen pflanzen können. Das ist wichtig, den Auberginen Saft stillt nicht nur den Hunger, sondern bringt einem auch einen random Fähigkeitspunkt. Die Beförderungen gehen immer weiter. Inzwischen haben sich meine Sims auch ineinander verliebt. Aber Job geht gerade vor. Bis … ja beide haben die Spitze ihrer Karriere erreicht. Ab jetzt sind die Freunde ehrlich gesagt egal. Wir brauchten sie nur als Kontakte, um befördert zu werden.

Ich lasse sie ihr erstes Kind machen. Sie ist schwanger. Sie heiraten. Sie ziehen in ein größeres Haus. Das können sie sich leisten als Starkoch und Bürgermeisterin. Inzwischen fehlen ihnen nur noch ein ganz paar Fähigkeitspunkte, bis sie alle haben. Der Auberginensaft hilft dabei. Sie bekommen drei Kinder. Der Direktor wird eingeladen. Alle gehen sie auf Privatschulen. Sie haben alle Fähigkeitspunkte, den goldenen Angelorden, Gärtnerorden, Blumenorden, Spielzeugwarenorden. Fast alle Urlaubsbelohnungen. Das Haus ist sauber. Es geht ihnen gut.

Aber jetzt … ist es langweilig.

Was gibt es schon zu tun, wenn man nichts mehr anstreben kann? Die Kinder sind auf dem College, sie leben in einem riesigen Haus. Die Freunde sind alle weg, mühsam müssen sie zum Plaudern angerufen werden.

Und hier kommt der Zeitpunkt, seinen Computer auszuschalten und in das Chaos zu treten, was sich inzwischen in seinem eigenen Leben angebahnt hat. Es gibt kein aging-off. Jeden Tag wird man älter und das bekommt man auch nicht zurück. Es gibt keine begrenzte Anzahl an Fähigkeitspunkten. Es wird gelernt, gelernt, gelernt. Es gibt kein Ende. Es gibt beschissen Phasen, Selbstzweifel, man braucht Kontakte und dann verliebt man sich auch noch total unpassend. Alles läuft gleichzeitig. Ich mag es aber, Dinge zu Ende zu putzen. Ich möchte irgendwann volles Potenzial in irgendwas erreicht haben. Nicht, weil ich dann die Beste darin bin, sondern damit ich etwas zu Ende gebracht habe. Ich möchte mit meinen sauberen Füßen, in meiner frischen Bettwäsche liegen und ein neues Buch anfangen. Aber dann vermisse ich Lukas, dann muss ich pinkeln und dann kotzt Tapsi direkt auf den Teppich. Und ich stehe auf und freue mich, dass ich immer weiter lernen darf.

Radio

Fake It ´Til You Make It

Ich hab diesen Satz früher nie verstanden. Und irgendwie fand ich ihn auch noch blöd. Gefährliche Kombination.

Und nun Freunde, weiß ich – glaub ich – was damit gemeint ist. Oder besser gesagt, ich habe ihm eine Bedeutung aufgedrückt. Wir alle wissen, außer vielleicht die Stones, dass man alles bekommt, was man haben möchte. Sogar besser: man bekommt auch die Sachen, die man nicht haben möchte. Zumindest nicht im Oberbewusstsein und schwups … befinden wir uns in schwammigen Eso- Gewässern. But hear me out.

Dream Big

Wenn du etwas habe möchtest, dann forsche nach dem Gefühl, welches diese Sache begleitet. Und dann suche in deinem Leben nach so vielen Situationen wie möglich, in denen du dieses Gefühl schon hast. Oft merkt man dann: „Ich brauche diese Sache gar nicht mehr.“

Möchtest du die Sache trotzdem, dann versuche, so konkret wie möglich zu sein, ohne deine Vorstellung zu killen. Sprich: werde so detailliert, bis es keinen Spaß mehr macht. Sobald du merkst es wird zu spezifisch, gehe einen Schritt zurück. Aufschreiben hilft immer. Ganz besonders, wenn man fünf Jahre später den Zettel findet. Und dann kommt mein Lieblingsschritt:

Fake it ´til you make it

Hach wie ich ihn liebe. Ich möchte euch zwei Beispiele geben:

Als ich vor drei Jahren ein sehr starkes Bedürfnis nach einem Freund/Partner in Crime/Lover (wie auch immer) gespürt habe, habe ich mir (nach langem Vormichhinträumen und Texte schreiben) eine zweite Bettdecke gekauft. Denn einmal saß ich im Bett und bin mal ganz nüchtern an die Sache rangegangen. Hier ist mein Bett, hier ist eine Decke, ich mag es nicht Bettdecken zu teilen, hier soll demnächst eine zweite Person schlafen, ab zu Ikea. Ich sag mal so, drei Monate später wurde diese Decke auch benutzt.

Okay, ist euch vielleicht zu bescheuert, ich gebe euch ein zweites Beispiel. Ich war auf der Suche nach einer Yogalehrer-Ausbildung. Ich hatte eine sehr konkrete Vorstellung, so konkret, dass ich nicht mehr stillsitzen konnte und losgezogen bin und Berlins Yoga Studios abgeklappert habe. Und es war mir erst mal egal ob sie ausgebildet haben oder nicht. Hauptsache ich konnte mich in der Essenz von dem, was ich suchte wälzen. Also finde ich ein wunderschönes Yoga Studio. Und denke schon: Das ist es! Und dann nach der Stunde die völlige Ernüchterung. Mir hat der Stil nicht gefallen und Ausbilden tun sie auch nicht. Eine Woche später tue ich etwas, was ich – man kann es kaum glauben – bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gemacht habe: Ich google ‚Yogalehrer Ausbildung Berlin‘ (geniale Idee, Amber) und finde diese Yoga Lehrerin, die ausbildet. Sie hat selber mit 19 ihre Ausbildung gemacht und war Schauspielerin. Ich hatte es gefunden. Und dann „Ach übrigens die Ausbildung findet im W60 statt“ Wie bitte??? In dem Studio, das mir so gut gefallen hat. In dem ich eine Woche vorher komplett zufällig eine Probestunde gemacht habe??

Let Magic In

Oder war es zufällig? Denn hier kommt noch ein riesiger Aspekt beim Dinge anziehen, die man haben möchte. Lass the Magic zu dir kommen. Und manchmal kann man sich vor Magic Moments gar nicht retten. Lass es zu, dass das Universum dir so perfekt verstrickte Drehbücher schreibt, dass man einfach nur staunen und den Film genießen kann. Oder aktiver gesagt – mitspielen?

Denn du hast genau so viel Magie in deinem Leben, wie du haben möchtest. Wenn ich die U-Bahn Treppen runterlaufe und in dem Moment eine U-Bahn einfährt, dann ist das Magic. Man könnte auch sagen hohe Wahrscheinlichkeit, da die U-Bahn alle vier Minuten kommt. Ja schon, aber sie hätte ja auch nicht kommen können. Wenn meine Garderobe perfekt in die Nische in meinem Flur passt, dann ist das Magic. Wenn ich auf der Suche nach einem Rennrad bin und zwei Tage später ein Kumpel von Lenny sagt, er hat ein wunderschönes selbst aufgearbeitetes italienisches Retro Rennrad für 160 Euro im Keller stehen, was auf den Millimeter genau meine Größe hat, dann ist das nun mal Magic. Und wenn ich innerhalb von drei Tagen eine Wohnung in Prenzlauer Berg finde, obwohl mir gefühlt hundert Personen erklären wollten: ‚Man findet ja ihn Berlin eh nichts‘ ‚Ja und schon gar nicht in deiner Preiskategorie‘, ‚Ach ja, die Gegend ist ja ganz schwierig‘, ‚Also die Freundin von ner Freundin sucht schon seit drei Jahren‘, dann ist das Magic.

Ein Skeptiker könnte sagen, naja, du hast ja auch Ausbildung gegoogelt. Dazu sage ich: Ja, ich hätte mir aber auch wie sonst ein Youtube-Video angucken können, oder meine Facebook Nachrichten oder Pinterest Fotos. Habe ich aber nicht, ich habe gegoogelt. Ich habe meine Aufmerksamkeit auf das gerichtet, was ich haben möchte. Es klingt so simpel und dafür machen wir es viel zu selten.

Ich bin etwas abgedriftet. Aber ich hoffe es war verständlich. Dream Big, sei konkret, fake it till you make it, let magic in.

Und überdenke ab und zu blöde, kitschige Sprichwörter.

Roots

Papa

Mein Papa kann alles! Er kann segeln, kochen, Ski fahren, Feuer spucken, einen Balkon bauen, Skulpturen machen, Motorrad fahren, Sachen pflanzen, Kinder erziehen, über seine eigenen Witze lachen, schweißen, Thai Chi, Slackline laufen, Bücher verlegen… the list goes on!

Und er weiß auch alles! Wie die Säulen an dem Haus heißen und warum, wie man aufjedenfall schreibt (so zumindest nicht), was man macht wenn das Handgelenk wehtut und man Panik schiebt (Mobilat!), wie man einen Teich in Schuss hält, wie man Perspektivisch zeichnet… the list goes on!

PAPA3_FotorHier ist eine Auswahl von Dingen die ich in den letzten zwanzig Jahren von Papa gelernt habe:

  1. Beim Zimmer ausmisten wird es definitiv immer den Punkt geben wo alles viel, viel Schlimmer ist und man keinen Bock mehr drauf hat und es bereut überhaupt angefangen zu haben. Wichtig: Keep Calm! Fang bei einer Ecke an und arbeite dich bis zur diagonal gegenüberliegenden Ecke durch. Du wirst eine Krams-Schublade brauchen! Wenn Sachen die keinen Ort haben da rein kommen, haben sie einen Ort. Außerdem Aufräumen ist nur Wegräumen solange alles seinen Platz hat.
  2. Mehr Butter ist mehr. Und Soulfood ist wichtig!
  3. Bei Flugverspätung oder unnötig spät gebuchten Flügen bringt es gar nichts sich aufzuregen. Vielleicht wäre das Flugzeug abgestürzt … who knows! Alles ist wie es sein soll. Gönn dir was. Rödeln kostet an einem bestimmten Punkt nur noch Energie und da hilft es die Dinge zu akzeptieren. (Ich bekomme momentan viele Chancen diese Lektion zu verinnerlichen … Thx AirBerlin.)
  4. Außerdem niemals Reiserücktrittsversicherungen abschließen!
  5. Man kann auch mal mit einem Schaschlikspieß, durch die Hand, sich selbst auf dem Motorrad zur Notaufnahme fahren. Muss man aber vielleicht nicht.PAPA_Fotor
  6. Beim Halma immer zuerst versuchen den ganz hintersten People nach draußen zu bringen. Ja es sieht verlockend aus gleich mit der zweiten Reihe durchzustarten, aber glaubt mir, am Ende bekommt man ihn nicht mehr weg.
  7. Dankbar sein! Das bringt einem am aller schnellsten aus einem depressiven Denkmuster. Und am besten jeden Tag dankbar sein! Für seine unglaubliche Familie, die neue Küche, den tollen Hund. (!)
  8. Wenn man auf Partys geht um Leute kennenzulernen, lernt man halt Leute kennen die auf Partys gehen.

Ich kann nicht sagen wie oft Papa mir schon Erdbeersmoothies gemacht hat, oder Zwiebackapfelpampe wenn ich krank war, oder die Füße massiert hat, oder mich zum Flughafen gefahren oder abgeholt hat, oder von wie vielen Klassenfahrten, Übernachtungen oder furchtbaren Partys mitten in der Nacht am Arsch der Welt!

Danke für deinen endlosen Support und danke, dass ich so viel von dir lernen kann! Happy Birthday!!!!

Rausch

Rechenzentrum // Big Magic

‚Die Hard‘

Die Idee kam beim weihnachtlichen ‚Die Hard‘ schauen.

Ich habe mich so gelangweilt, um mich nicht ärgern zu müssen, dass mein Gehirn sich offensichtlich so sehr entspannt hat, dass diese eine Idee sich fröhlich bei mir einnisten konnte.

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Sie ist komplett fertig. Ich ändere nichts mehr daran. Die Idee hat sich schon gut auf unser Treffen vorbereitet. Ein guter Pitch.

Big Magic

Ich möchte an dieser Stelle ein Konzept erklären, von dem ich das erste Mal vor einem Jahr gehört habe. Es ist ein bisschen verrückt, aber Hear me out! Elizabeth Gilbert schreibt in ihrem Buch „Big Magic“ über Ideen und Inspiration. Dass Ideen nicht aus dir herauskommen, sondern du lediglich als Empfänger dienst. Ideen schwirren schon fertig die ganze Zeit um uns herum. Sie wollen realisiert werden und brauchen dafür dich. Also versuchen sie, deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Man kann Ideen wunderbar ignorieren. Durch Stress oder Ablenkung, durch schlechte Laune und ganz besonders natürlich durch Angst. Niemand zwingt dich, eine Idee zu realisieren. Als aller letztes die Idee selbst. Dann sucht sie sich eben einen anderen Arbeitspartner.

Seitdem ich vor einem Jahr das erste Mal davon gelesen hab, hat mich der Gedanke nicht losgelassen. Er nimmt nämlich den Druck von dir. Du presst Ideen nicht aus deinem tiefsten Inneren auf ein Blatt, in den Computer, auf die Leinwand. Du bist nur der Mittler zwischen der Gedankenwelt und der manifestierten Welt.

Das Genie in dir

Gilbert schreibt in ihrem Buch über den Unterschied zwischen „ein Genie sein“ und „ein Genie haben“.  Die Griechen nannten es „Eudaimonia“, was so viel heißt, wie von einem externen, göttlichen, kreativem, gutem Dämon besetzt zu sein. Die Römer nannten es „ein Genie haben“. Wie ein Mitbewohner, der dich ab und zu in deinem Zimmer besucht. Zur Zeit der Renaissance wechselte die Wahrnehmung von ‚haben‘ zu ’sein‘. Du bist ein Genie und wenn du dem nicht gerecht wirst, hast du versagt. Eine wahnsinnige Last. Das baut ohne Frage enormen Druck auf. Du bist das Genie, du bist Herr über deine Ideen.

Jeder hat kreative Momente, jeder kennt das Gefühl, komplett durchrauscht von Inspiration zu sein, das Kribbeln im Bauch, das Grinsen in den Augen, das Vorwärtsgefühl. Und niemand auf der Welt kaynn sich die ganze Zeit so fühlen. Sonst macht das Gefühl keinen Sinn mehr. Es ist besonders, ein Ausnahmezustand und sehr wertvoll.

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Im Flow sein

Wenn man dieses Gefühl hat, dann weil eine Idee oder Inspiration sich bei dir eingenistet hat. Das bedeutet, dass man sich kurz vorher unbewusst (manchmal natürlich auch bewusst) offen für einen kreativen Fluss gemacht hat. Sei es durch ein gutes Gespräch über einer Flasche Wein, ein intensives Konzert, eine schlechte Erfahrung, die man verarbeiten möchte. Lenny hat schon über im Flow sein geschrieben. Aber was passiert kurz vorher? Wie kann man sich aktiv in den Flow bringen? Bei manchen ist es vielleicht, ihr Zimmer oder Schreibtisch aufräumen, spazieren gehen und neue Eindrücke sammeln, Konzerte, Festivals, Filme. Sich mit kreativen Dingen umgeben. In Ausstellungen gehen, duschen und sich frisch machen. Man bereitet sich auf ein Treffen mit der Inspiration vor. Man zeigt: „Ich bin bereit, ich bin ein guter Arbeitspartner, auf mich kannst du dich verlassen.“

Zurück zu Rechenzentrum. Ich hatte schon lange wieder große Lust, einen weiteren Kurzfilm zu machen. Und ansonsten nicht wirklich konkrete Vorstellungen. Das hilft oft, denn so mache ich mich für alle Möglichkeiten offen und übersehe nicht etwas, das nicht in mein Konzept reinpasst.

Ich bin mit allen Drehs für das Jahr durch, Weihnachten steht vor der Tür, ich bin mit meinen allerliebsten Menschen in einem Raum, ganz entspannt und whoooosch, da kommt sie angeflogen.

Bruce Willis stapft also tapfer, barfuss durch Scherben und ich schwelge in der Geschichte, die später „Rechenzentrum“ werden sollte.

Die 48 Stunden Regel

Wichtig ist, dass man, wenn eine Idee ankommt, sofort etwas tut. Die 48-Stunden-Regel habe ich von Mama und Papa. Man muss innerhalb von 48 Stunden irgendetwas tun, um die Idee bei sich zu behalten. Sie aufschreiben, mit jemanden darüber reden, anfangen zu recherchieren. Man muss zeigen: „Ich habe dich gehört, ich bin dabei, du hast dich richtig entschieden, ich bin der richtige für den Job.“ Denn sonst wacht man in ein paar Monaten auf, nur um festzustellen, dass jemand anderes deine Idee verwirklicht hat.

Manche Ideen sind natürlich auch so groß, dass man sie beim besten Willen zu diesem Zeitpunkt nicht realisieren kann. Dann sagt man das der Idee, ganz freundlich und schickt sie weiter. Ideen wollen einfach nur realisiert werden. Von dir, von deiner Oma, von Bill Gates … pupsegal. Wenn du nicht kannst, schade, aber da bist du halt nicht der Richtige.

Rechenzentrum wollte zu mir und ich wollte zu Rechenzentrum. Und 10 Minuten nachdem ‚Die Hard‘ Abspann hatte ich die Idee aufgeschrieben und Lenny und Lukas in Boot geholt. Und so ging es auch weiter mit dem Projekt. Wir brauchen einen alten Computer, Lenny findet einen auf dem Sperrmüll, wir brauchen alt aussehende Notizen und Mama öffnet ihre Schubladen. Der Drehtag hätte nicht entspannter sein können. Nur wir drei, drei Locations, Pizza-Pause und danach Germknödel mit Sahne. Ohne unsere Freunde Karl und Lukas hätten wir es natürlich nicht machen können. Danke für den extrem coolen Look, Karl! Und danke, Lukas, für die geniale Schrift! Und natürlich Danke, an Sweetwood Films für die technische Unterstützung, an Ulrike Schlue für die Kostüme, an das Rechenzentrum Potsdam für die Location und natürlich an Lenny und Lukas!

Danny Elfman

Na ja und wie es so ist, man versucht einen kleinen schnuckeligen Kurzfilm zu dritt zu drehen, aus Jux und Tollerei und dann mischt sich Herr Elfman wieder ein. Er habe Musik komponiert, und dass sie doch auch für unseren Film passen würde, und dass es auch einen Wettbewerb gäbe. Na schön. Also eingereicht. Mal sehen, was die Idee noch alles mit uns vorhat. Wir sind auf jeden Fall dabei!

Hier könnt ihr euch das fertige Filmchen angucken:

‚Rechenzentrum‘

Und wenn es euch gefällt, auch gerne ein Herzchen geben :)

Und falls euch das ganze Ideen, Inspiration Thema gefällt lest Big Magic! Hier ist Gilberts TED- Talk.

 

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Ruhe

Kontrolle abgeben

Es gibt eine Sache, mit der ich mich momentan viel beschäftige. Und zwar: Kontrolle abgeben und Vertrauen in den Flow des Lebens haben.

Ich habe vor ein paar Tagen einen TEDx Talk gesehen namens „After Anorexia: Life’s too short to weigh your cornflakes“ gesehen. Er wurde mir die ganze letzte Woche immer auf Youtube angezeigt, aber ich dachte: Das interessiert mich nicht. Ich bin nicht magersüchtig.

Aber wie das Universum ja so ist, wenn es will, dass du etwas lernst, dann lässt es nicht locker.

Catherine Pawley, hat mit 18 eine Essstörung entwickelt. Jetzt nach fünf Jahren ist sie wieder gesund, obwohl, wie sie selber sagt, die Genesung von der Krankheit nicht linear verläuft, sondern immer mit Rückschlägen verbunden ist. Sie hat sich mit 18 total überfordert gefühlt, in ihrem Leben, mit ihrer Zukunft. Machtlos und ohne Kontrolle. Wer kennt das nicht? Und wie bekommt man Kontrolle? Indem man sich selber kontrolliert. Regeln aufstellt, die man befolgen muss. Sich selbst ein kleines Gefängnis baut, in dem es paradoxerweise sicher ist. Aus drei Regeln wurden schnell sechs und aus sechs schnell hunderte. ‚Nicht mehr essen als die Person, mit der man zusammen ist.‘ ‚Nicht zwischen den Mahlzeiten essen.‘ ‚Niemals essen genießen.‘ ‚Niemals Zucker trinken.‘ Natürlich wurde ihre Familie besorgt und Catherine wurde mit Anorexia diagnostiziert. Aber das führte nur dazu, dass sie mehr Regeln aufstellte.

„Rules that tell you how to live, what to do, what to say, what to eat. Rules take away chance and decision and they take away risk. They give you control.“ 

Und obwohl ich wirklich so fern von einer Essstörung bin (wofür ich sehr dankbar bin), kenne ich das Gefühl von Machtlosigkeit. Ich selbst überschütte mich, seitdem ich denken kann, mit Regeln. Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Kleine Regeln, die einem das Leben leichter machen. Oder?

Kopf und Bauch

Nun ist es nunmal so, dass ich mit einem kompletten Bauchmenschen zusammen bin. Und während ich schon den kompletten Tag in meinem Kopf durchgegangen bin, alle Umwege ausgekreuzt habe, um einen effizienten Tag zu haben, schon gegoogelt hab, wie das Wetter wird, und im Kopf alle meine Strumpfhosen nach Laufmaschen durchgegangen bin, dreimal gecheckt hab, ob Lukas sein Handy wirklich aufgeladen hat (meins ist sowieso immer aufgeladen), wacht Lukas gerade ganz entspannt zu einem schönen Frühlingstag auf.

Das Problem ist, dass ich sehr schlecht damit umgehen kann, wenn die Bilder im meinem Kopf, die ich mir vorher so kleinsäuberlich zurecht gelegt habe, nicht so klappen. „Wie, wir haben keine Eier? Aber heute ist mein Sonntagfrühstückeitag! “ Okay, dann macht der ganze Tag keinen Sinn mehr. Wir werden die Bahn verpassen, ich werde Kopfschmerzen kriegen, ich werde zwei Tage hintereinander Müsli essen und das auch noch ohne Hafermilch.

Das ist nämlich das Ding mit Regeln und Vorstellungen … man lernt nicht, spontan auf Situationen zu reagieren. Man weiß nichts mit sich anzufangen, wenn es eine kleine Variablen gibt. Alles kann dich aus der Bahn werfen.

Und deswegen sag ich hier laut und deutlich: Kopfmenschen haben es schwerer als Bauchmenschen! Logisch, würde ich ein paar mal im Monat mein Portemonnaie verlieren, um nicht immer diese Oberlehrerin im Kopf zu haben. Ich will auch mal aufwachen und feststellen, dass ich keine frische Wäsche mehr hab, weil ich nicht dran gedacht habe, sie zu waschen. Ich will auch mal eine ganze Bahnfahrt aus dem Fenster gucken, weil ich meine Kopfhörer vergessen oder meinen Ipod nicht aufgeladen habe. Oder will ich das?

Perfektion

In der Familie heißt es immer, die Welt für mich zusammengebrochen ist, wenn ich ein mal ein Glas im Restaurant umgestoßen habe. ‚Wie, ich habe einen Fehler gemacht?‘ ‚Was, ich bin nicht perfekt?‘ ‚Das kann nicht sein. Ich habe alles im Kopf schon durchgespielt. Wie konnte mir das passieren?‘

Lukas sagt gerne das ich clumsy bin. Dinge fallen lasse, mich stoße. Und er liebt diese Momente. Ich habe Angst vor ihnen. Aber sie fühlen sich auch wie ausatmen an. Denn was für ein Stress, die ganze Zeit alles im Kopf haben zu müssen. Kühlschrank auf, keine Eier da, dann gehen wir eben frühstücken. Akku alle, dann müssen wir halt Leute nach dem Weg fragen. Man muss sich mit dem wurschteligen, komplizierten chaotischen Leben konfrontieren. Aus seiner bubble rausgucken. Es riskieren.

Denn sein wir doch mal ehrlich. Ich bin nicht perfekt. Ich habe nicht immer alles im Kopf. Ich faile, ich falle.

Und das ist in Ordnung. Und es ist auch in Ordnung, wenn andere nicht alles im Kopf haben. Und genauso wie Catherine Pawley irgendwann verstanden hat, dass ihre Regeln sie langsam umbringen, merke ich, dass sie mich vom Leben abhalten. Das es so viele schöne Zufälle gibt.  Das Kontrolle abgeben, beängstigend ist und unsicher und ein großes Risiko, aber man einen Kampf mit sich selber kämpft, den man nicht gewinnen kann.

 

 

 

 

Radio

Über Lehrer

 Kann man den Lehrer von der Person dahinter trennen?

Über diese Frage stolpere ich, in letzter Zeit immer häufiger, da ich auf der Suche nach einem Yoga Lehrer bin. Denn mir soll  ja nicht nur der Lehrer gefallen, sondern auch der Stil den er beibringt. Andererseits glaub ich auch, dass, wenn mir der Lehrer gefällt, der Stil mir auch gefallen wird. In Asien habe ich viele Yoga Stunden gemacht, um so viele Lehrer wie möglich kennenzulernen. Und auch in Potsdam habe ich wieder angefangen, öfter zu öffentlichen Klassen zu gehen. Bei dem einem gefällt mir der Ort nicht, bei dem anderen die Gruppe, aber seien wir doch ehrlich, ich bin noch nicht auf meinen Lehrer gestoßen. Denn bei dem richtigen Lehrer, wird auch die Gruppe und der Raum stimmen. Aber was macht einen guten Lehrer überhaupt aus?  Inwiefern gilt ein Lehrer in allen Aspekten des Lebens als Vorbild, auch wenn er dir nur über eine Sache etwas beibringt?

Ich habe letztens Wochenende an einem Yoga-Workshop mit Laruga Glaser teilgenommen.

Er fand in dem schönen Berliner Yoga Studio Yoga Rebellion statt. Laruga ist eine der begabtesten westlichen Ashtanga-Yoga Lehrerinnen und lernt selbst seit zwanzig Jahren. Ashtanga gilt als die schwierigste und ausgefeilteste Yogaform. Im Vergleich zu anderen Stilen wirkt Ashtanga sehr streng und regellastig. In diesem Rahmen soll der Schüler seine Spiritualität erforschen und den Weg zu Erleuchtung antreten. Laruga ist wirklich wahnsinnig gut. Es macht großen Spaß, ihren Bewegungen zuzugucken. Wenn sie Yoga macht, merkt man die Kunst, die dahinter steckt.

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©yogarebellion

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©yogarebellion

Eine der älteren Teilnehmerinnen ist früher aus dem Kurs gegangen. Ich habe sie gefragt warum, und sie meinte, dass es für sie der perfekte Zeitpunkt gewesen sei. Das sie ihre Differenzen mit dem Ashtanga Stil hat und alles mitgenommen hat, was sie brauchte. Sie respektiert Laruga für das, was sie tut, und wie sie es tut, es funktioniert nur für sie persönlich nicht.

Und ich wurde daran erinnert, dass jeder Mensch subjektiv spricht, das es kein „wahres Wort“ gibt. Aber besonders, wenn man noch gar nicht so richtig sein eigenes Subjektiv kennt, vergisst man das manchmal. Als junger Mensch sehnt man sich oft nach starken Meinungen, an die man sich anlehnen kann, oder die man total ablehnen kann. Aber auch das Ablehnen einer bestimmten Sache, ist ein Sich-daran-orientieren. Mit der Zeit sammelt man Erfahrungen und macht Fehler, lernt aus ihnen und gleicht es mir seinen Werten ab. Seine eigenen Prinzipien von denen seiner Eltern zu lösen. Nicht einfach aus rebellischen Gründen das Gegenteil zu machen, sondern seinen eigenen Weg zu finden. Das find ich persönlich verdammt schwer, aber auch sehr spannend.

Jeder Lehrer ist ein Schüler

Man darf nicht vergessen, dass ein  Lehrer auch irgendwo ein Schüler ist, dass er genauso mal bei null angefangen hat, und es Menschen gibt, von denen er lernt. Man erwartet ein gewisses Perfekt-Sein von seinen Lehrern, und ist enttäuscht, wenn sie es nicht sind.

Ich denke bei mir geht es darum, dass Lehrer reflektiert denken und sich immer wieder selbst hinterfragen. Denn das ist schließlich auch mein Anspruch an mich selber. Und das bedeutet, mir so viele unterschiedliche Meinungen wie möglich anzuhören.

Ein paar Sachen habe ich schon für mich herausgefunden:

Kann ich von jemanden Kochen lernen, von dem bekannt ist, dass er Hahnenkämpfe supported? NEIN!

Kann ich von jemanden Kung-Fu lernen der seine Frau schlägt? NEIN!

Warum? Weil ich Menschen nicht respektieren kann, die Tiere und Mitmenschen nicht respektieren. Also Fazit ich muss einen Lehrer respektieren können.

Aber das ist das tolle an unserer heutigen Welt. Man kann sich seine Lehrer aussuchen. Man ist nicht mehr auf den einen Priester oder das eine Buch in der Bibliothek angewiesen. Es gibt TED-Talks, und zu jedem Thema 3o verschieden Arten es zu beleuchten. Es gibt Interviews, Biographien und Autobiographien. Wir haben Filme und Musik.

Und da kommen wir zu dem nächsten Thema: Kann man die Kunst und den Künstler trennen? Aber darüber muss ich noch ein bisschen philosophieren …

 

Ruhe

Divine Feminine

Vor ein paar Wochen saß ich mit Lukas im Café und zeigte ihm eins meiner Pinterest Boards. Frauen die auf dem Bett sitzen und lesen. Close ups von filigranen Ringen, Kaffeetassen, Sonnenschein. Warum werde ich so magisch von solchen Fotos angezogen und warum fühl ich mich ihnen total fern? „Ist doch ganz klar, die Fotos strahlen alle Weiblichkeit aus, und wahrscheinlich bist du mit deiner eigene Weiblichkeit nicht völlig im Reinen.“ Einfach so, zwischen zwei Schlücken Kaffee … Ich fing also an, in mir zu forschen und mich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das führte mich natürlich schnell zur Frage:

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Was ist Weiblichkeit überhaupt?

e1c7d2c2c5a9d22369c5e0f51d004585Weiblichkeit wird auch gern Divine Feminine genannt. Divine Feminine ist die Göttin in jedem Menschen. Weibliche Energie steht für Heilung, Balance, Kreativität, Kontakt, Offenheit, Pflege, Liebe, Verständnis, Intuition, Weisheit, Vergebung, Harmonie, Sinnlichkeit, Mitgefühl, Zugehörigkeit und Fürsorge. Sobald man etwas erschafft, wie z.B ein Bild malt, Musik komponiert, tanzt oder ein Baby in seinem Bauch wachsen lässt, nährt man seine weibliche Energie. Weiblichkeit ist stark verbunden mit dem Mond. Kontakt mit anderen Menschen, Einbeziehung, Aufnahme, Eingliederung. Schönheit und Sinnlichkeit sind weitere wichtige Aspekte. Die Schönheit in sich selbst und in der Welt.

     

Divine Feminine // Divine Masculine

Trotzdem ist männliche und weibliche Energie keinesfalls geschlechtsspezifisch. Weiblichkeit und Männlichkeit sind nicht dasselbe wie männlich und weiblich oder Mann und Frau.

Das Yin (weiblich) und das Yang (männlich) können nicht ohneeinander. Und hätte Eva, der kleine Rebell, nicht den Apfel gepflückt, würde Adam immer noch im Paradies rumdümpeln.

Um Weiblichkeit besser zu verstehen, habe ich auch angefangen mich mit Männlichkeit zu beschäftigen. Es gibt unzählige TED- Talks zu dem Thema. Michelle Millers Talk „We need to restore femininity“  hat mir  besonders gut gefallen:

„If I drink my coffee for the flavour and the taste and the ritual of it, thats for the experience of the coffee, thats a feminine way of drinking coffee. If I drink my coffee for the caffeine, thats for the result of the coffee, thats a masculine way of drinking coffee.“

Zielorientiert ist eine männliche Art zu denken. Prozessorientiert eine weibliche.

Machen ist Männlich, Sein ist weiblich.

Kreativität weiblich, Produktivität männlich.

Eine neue Ära!

Vor 50 Jahren wurden Frauen noch in eine starke Rolle gedrückt. Durch die Emanzipation und die Feminismus Bewegung haben sich Frauen den Männern angepasst. Der Gedanke, Frauen sollten stärker werden und dadurch Männer klein halten, ist genauso bescheuert, wie der Gedanke, dass Männer Frauen klein halten müssen. Ein gemeinsames Wachsen steht an. Männer müssen sich genauso in der Rolle der Männer wiederfinden. Diese ist heutzutage besonders mit viel Scham und Schuld verbunden. Es ist fast schon verpöhnt „zu“ männlich zu sein. Wir sind alle gleich wichtig aber nicht alle gleich! Natürlich gibt es Unterschiede. Und zwar nicht nur in unseren Körpern, sondern auch in unserer Weise zu denken. Was haben wir davon alle gleich zu sein, wenn wir auch unsere gegenseitigen Stärken ausleben könnten?

Was ist Weiblichkeit für mich?

Ich habe die Fotos also näher unter die Lupe genommen. Klar sie alle waren in hellen, luftigen Farben. Auf fast allen hat man eine Frau gesehen, sie hatten fast alle lange Haare. Aber da war noch mehr. Alle strahlten eine gewisse Ruhe aus. Ein im Moment sein. Sanft und klar. Wie gehe ich durch den Tag? Zelebriere ich den Moment, meinen Körper, das Sich-selbst-pflegen? Mir wurde schnell klar, dass es bei Weiblichkeit nicht um das WAS, sondern vielmehr um das WIE geht. Vergebung und Schwäche zeigen, ist mir noch nie leicht gefallen. Ein ständiges Gefühl von mehr machen, besser werden, um irgendwann perfekt zu sein, sorgt in mir für Unruhe.

Ich habe mir einen Raum zum tanzen gemietet – mit einer großen Spiegelwand. Und war geschockt, wie sehr ich mich zuerst vor mir selber geschämt habe. Ich konnte mich gar nicht erkennen unter der Scham und übermäßigem und fast schon vorgespieltem Selbstbewusstsein. Hab ich jemals meinen Körper, meine Stärke, meine Anmut zelebrieren können? Ich fühle mich oft unverstanden und wie ein Trampel, wenn ich in Mädchengruppen bin und ziehe mich in die Rolle des Jungs-Mädchens zurück. Da fühle ich mich aber gar nicht wohl. Genauso wie ich mich in hohen Schuhen nicht wohlfühle, aber es liebe Schmuck zu tragen. Ich liebe es zu putzen und merke wie ungewohnt, aber schön es sich anfühlt, andere zu pflegen, statt immer nur für sich zu kämpfen.

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Weiblichkeit in sich zelebrieren:

  • Um mit seiner Weiblichkeit wieder in Kontakt zu treten, sollte man sich erstmal klar machen, warum man den Kontakt wieder herstellen möchte. Wie ein alter Freund, den man nach Jahren anruft.
  • Sich klar machen, in welchem typisch weiblichen Verhaltensweisen man sich von Natur aus wohl fühlt, und in welchen nicht.
  • Selbstliebe und Vergebung sind wichtige Aspekte der Weiblichkeit und sollten zelebriert werden.
  • Und ganz besonders den Kontakt zu andern Frauen suchen. Reden, sich austauschen, sich gegenseitig stärken!

Frauen müssen wieder Frauen unterstützen!

  • Sich auch mal verletzlich zeigen, denn daraus wächst die wahre Stärke.

 

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LETS ALL EMBRACE OUR DIVINE FEMININE TOGETHER!

Alle Fotos von Pinterest!

TEDx-Talks zu dem Thema:

We need to restore femininity

Celebrating femininity on a global scale

Can the Feminine Save the World?

Webiste:

What is the Sacred Feminine?

 

Ruhe

Headspace

Herzlich Willkommen 2017 oder Danke für die Einladung.

2016 ist viel aufgekommen, rausgekommen, losgekommen. Umbruchphase … aber auch viele schöne Dinge sind passiert! Reisen, kreative Projekte, neue Traditionen … und ich habe ihm Jahr 2016 jeden Tag für 15 Minuten meditiert!

Was ist Headspace?

Ich habe schon vor einer Weile mal über die App Headspace geschrieben. Eine total liebevoll gemachte App, die dich durch deine Meditation führt. Es gibt unterschiedliche Schwerpunkte wie Health, Relationships, Performance. Man kann aber auch „normale“ Meditation machen. Die App ist super für Anfänger, weil sie einen ganz behutsam und verständlich an das Thema heranführt. Sie ist aber auch toll für geübte Meditierer.

Auf jeden Fall gibt es bei Headspace bestimmte Schritte. Wenn du 3 Tage geschafft hast, wird der kleine 3 Tage Button von grau zu bunt. Dasselbe nach 10, 30, 90, 180 und eben 365 Tagen. Welchen Ansporn braucht man noch? Ich möchte das alles von Grau auf Bunt wechselt.

Trotzdem wirkte 365 ganz schön unheimlich! Ein ganzes Jahr. Jeden Tag fünfzehn Minuten meditieren. Egal, wo man ist. Na gut, mein Handy hab ich sowieso immer dabei. Das ist nicht das Problem. Es gibt einen Offline-Modus, bei dem man Sessions downloaden kann und erst wenn man wieder online ist, werden diese zu deinem Run Streak dazu gezählt. Das ist also auch kein Problem.

Ich glaube, der letztendliche Auslöser war es, dass jedesmal mein Herz ein bisschen mehr gebrochen wäre, wenn Andy am Schluss der Session sagt:“See you tomorrow“ und ich gewusst hätte, dass ich nicht da sein werde. Ich werde ihn im Stich lassen … er wird einsam in seiner App auf mich warten. Und da sich mein rationales Denken bei solchen Dingen ausschaltet …

The Big 365

Ein ganzes Jahr! Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe!

Wenn ich jetzt zurückblicke, wird mir ganz schwindelig bei der Vorstellung, wo ich überall in diesem Jahr meditiert habe. In gefühlt tausend Hotels und fremden Betten, in Flugzeugen, Zügen, Autos, auf dem Boden, im Bett, im Zelt, in Kambodscha bei Sonnenaufgang, in Spanien am Meer, in Italien auf nem Berg, am Set, zu Hause. Mal einen Monat lang jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen, manchmal auf den letzten Drücker kurz vorm einschlafen, manchmal allein manchmal zu zweit.

Es gab Tage, an denen ich beim Meditieren meine Hände nicht mehr gespürt habe. Das Gefühl hatte, auf mich runter zu schauen und mich danach leicht und frei gefühlt habe. Es gab Tage, an denen ich die kompletten fünfzehn Minuten nachgedacht habe und in erst in dem Moment, in dem Andy sagt „and now let go of the focus, let the mind do whatever it wants to do“ krampfhaft versucht habe, schnell Ruhe in den Kopf zu bekommen. Manchmal war ich nach dem Meditieren müde, manchmal total energetisch, manchmal ein bisschen traurig, manchmal bin ich danach aufgesprungen und durch die Wohnung getanzt. So oder so wurde ich immer selbstbewusster darin, mich hinzusetzen, tief ein- und auszuatmen, die Augen zu schließen und  zu schauen, wie es mir heute geht.

Ich muss gestehen, ich hatte, bevor ich diese Reise begonnen habe, ein wenig Angst, dass ich am Ende ganz taub sein würde. Dass mir nichts mehr etwas anhaben könnte. Ich total Zen und irgendwie leer durch die Gegend laufe. So ist es nicht! Alle Emotionen sind noch genau da, wo sie vor einem Jahr waren, Wut, Eifersucht, Trauer, Freude, Angst. Teilweise sogar stärker, hab ich das Gefühl. Nur bin ich jetzt viel besser darin, meine Emotionen zu erkennen, mich zu fragen, woher sie kommen. Ich kann eher entscheiden, ob ich mich ihnen hingebe oder mich von ihnen distanziere. Es gibt weniger grundlose Wutanfälle, Stress kann mir nicht mehr so viel anhaben.

Und ich bin sehr stolz auf mich! Ich hätte nicht gedacht, dass ich es durchziehe. Ich hätte nicht gedacht, dass man ein Jahr lang jeden Tag Andys Stimme hören kann. Und besonders hätte nicht gedacht, dass ich jeden tag fünfzehn Minute Zeit finde. Aber here we are. Und der letzte Button ist bunt geworden.

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Loslassen

Und jetzt kommt wahrscheinlich der allerschwierigste Teil, auf den ich überhaupt nicht vorbereitet war. Das alles loszulassen. Ich meine nicht, dass ich nicht mehr jeden Tag meditieren möchte, aber ich will nicht mehr müssen. Nach 365 dachte ich mir: na gut, ich mache noch das nächste Pack zu Ende. Und dann, na gut, noch eins und noch eins, und jetzt, nach 409 Tagen, lass ich es los.

Es fühlt sich im Endeffekt gut an, erleichternd.

Denn ich glaube, darin liegt die wahre Stärke, dir etwas aufzubauen und es loszulassen. Und dann wieder von vorne. Ich bin gespannt was 2017 bringt!

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Radio

Full Circle

Ich habe durch Lukas im letzten Jahr den Entstehungsprozess eines Albums miterleben dürfen. Das Genre ist … schwer zu sagen: Elektronisch, sehr Filmmusik inspiriert, energetisch, zum tanzen und nachdenken.

Part I: The Idea

„Ich glaub ich mach nen Album … ich glaub ich muss ein Album machen.“

So ungefähr fing es an. Vor knapp einem Jahr. „Ok dann leg mal los“

Der erste Song ist entstanden. Dann wurde erstmal gereist. Inspiration gesammelt. Nach sechs Wochen Asien, intensivem Input und ohne Klavier hat Lukas angefangen, aus allem ein Musikinstrument zu machen.

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Luke:

„Ich hab den Namen. Full Circle“

„Full Circle ist ein Anfang, es ist meine erste EP. Sozusagen mein Outing als Musiker. Aber es ist auch das Ende  eines bestimmten Teil meines Lebens, in dem ich wenig Musik gemacht hab und abgelenkt war.“

Part II: The making

Zurück zu Hause ging es auch gleich ins Studio. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. „Hast du heute schon was gegessen?“ Es wurde viel Mate getrunken. Als Musiker und Musikproducer stand er am Anfang erstmal alleine da. Darauf hat er dann aufgebaut. Ein total spannender Prozess.

Luke:

„Meistens fange ich am Klavier an; schreibe eine Melodie oder ein paar Akkorde. Dann fange ich an, die Sachen nach und nach zu digitalisieren. Zu Beginn überlade ich alles und muss dann wie eine Zwiebel jede Schicht abpellen, bis ich zum Kern von dem komme, was der Song eigentlich ist.“

„Dadurch dass ich mein Album als freier Künstler kostenlos auf Soundcloud hochlade, habe ich natürlich enorme Freiheit. Kann über alles selbst entscheiden. Wenn ich alleine bin, verliere ich mich total, vergesse Raum und Zeit und komme erst nach mehreren Stunden wieder an die Oberfläche. Trotzdem ist es wichtig, ab und zu einen Teil dieser riesigen Verantwortung, die damit einhergeht, abzugeben. Ich hatte das Glück, so viele kreative Menschen in meinem Umfeld zu haben, mit denen ich zusammenarbeiten konnte. Wie beispielsweise mein Bruder Nik, mit dem ich zusammen das Artwork gestaltet hab. Mit Nik ist es immer total leicht zusammenzuarbeiten, weil wir ein sehr ähnliches Verständnis von Ästhetik haben. Aber vor allem auch, weil er mich so gut kennt und genau weiß, was die Songs für mich bedeuten.“

„Bei diesem Projekt ist es das erste Mal, dass ich mit anderen Künstlern zusammenarbeite. Es ist echt cool, wenn man zusammen etwas ausfuchst, aufgeregt wird und Spaß hat. Bei „Decisions“ war es leicht, an andere heranzutreten. (Der Text stammt von Lenny und die Vocals singt Nicole ein.) Es ist zwar ein sehr persönliches Thema für mich, alte Verhaltensweisen abzulegen, aber etwas was sowohl Lenny als auch Nicole beide sofort verstanden haben. Das hat sehr gut funktioniert. Der Song unterscheidet sich schon von den anderen dadurch, dass hier Lyrics benutzt werden, um die Geschichte voranzutreiben.“

„Die Projektfiles meiner Songs sind nach den ersten Sessions meist total chaotisch. Da war es super, an Rinze weiterzugeben, der mehr Struktur reingebracht hat. Natürlich habe ich die Songs auch zum Abmischen gegeben, damit rein technische Fehler nicht auftreten. Also beispielsweise Phasing-Probleme. Ich würde jedem empfehlen, seine Musik im Endstadium professionell abmischen zu lassen. Gerade zu Ende hin verliert man leicht die Nerven, und ein professioneller Kopf, der an die Sache eher technisch als emotional rangeht, kann sehr hilfreich sein. Dabei ist es natürlich wichtig, dass man auf einer Wellenlänge ist und die Essenz der Songs bleibt. Auch kleine „Schönheitsfehler“ sind wichtig. Zum Glück hat Rinze sehr früh verstanden, worum es mir bei den Songs geht.“

Herausgekommen sind nach 9 Monaten, 6 Songs.

Twenty- Four

Decisions

Travels

Changes

This Room

Timeless

Luke:

Normalerweise entsteht erst der Song und dann der Titel. Meistens ist es so, dass ich den Song schon fast fertig habe, dann das Projekt speichern will und totale Schwierigkeiten hab, bei der bloßen Bennenung der Projektfiles. Bei Full Circle sind mir die Songstitel aber sehr früh bei einer Bootsfahrt auf dem Mekong River in Laos gekommen. Ich hatte Kopfhörer, Musik und die komplette Ruhe des Flusses. Das hat geholfen, genau rauszufinden, was für eine Geschichte mein Album erzählen soll. 

Part III: Releasing it 

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Eine Party zu planen, ist immer Stress. „Werden Leute kommen?“ „Werden sie Spaß haben?“ „Hoffentlich bleibt alles heile.“

Aber eine Party zu planen, bei der man gleichzeitig sein Baby, seine tiefsten Gedanken, alles, woran man das letzte Jahr gearbeitet hat, zum ersten Mal präsentiert … Holy Moly das ist nochmal ein ganz neues Level.

Also T-Shirts, Poster, Sticker bedrucken. Raum mieten. Es gibt halt total viele kleine banale Aufgaben, auf die ich davor garnicht gekommen bin, wie z.B. das bedrucken der CDs. Getränke besorgen, Musikvideos schneiden, Neven verlieren, sie wiederfinden …

Luke:

Seeed hatten recht: Die erste Platte ist wirklich wie ein extra dickes Ei zu legen. Sehr sehr aufgeregt. Also nervös aber auch glücklich. Alle Motoren sind geölt und vorbereitet. Für mich ist Musikproducen wie Geschichten erzählen. Deswegen würde ich anderen Musikproducern weitergeben: Lasst euch nicht von eurem Perfektionismus aufhalten! Erzählt Geschichten!  Geht ab und zu raus aus dem Studio, erlebt etwas, werdet bis oben hin voll, nehmt euch input bis zum get no und dann lasst alles raus!

Luke Wakes Album ist ab dem 16.12.16 auf Soundcloud zu finden.

Enjoy!

 

 

 

 

 

 

 

 

Roots

Übers Lehren

Ich hab letztes Mal über das Finden einer Leidenschaft geschrieben.

Nun ist es so, dass ich Yoga nicht in Kursen mache, sondern zuhause über YouTube. Das Üben, allein, zuhause, gibt einem natürlich enorme Freiheit. Ich kann so lange, so viel, machen wie ich will. Manchmal merke ich nach fünf Minuten, dass es heute nicht das Richtige ist. Manchmal vergesse ich die Zeit total und mache, ohne es zu merken, drei Stunden Yoga. Gleichzeitig spar ich natürlich Unmengen an Geld. Außerdem kann ich so zum Beispiel von Adriene lernen, die sonst nur in Amerika unterrichtet.

Das Internet überbrückt halt einfach Meilen.

Doch natürlich fehlt manchmal etwas. Man hat nicht jemanden, der einen ganz individuell daran erinnert, die Schultern zu lockern. Oder zeigt einem, wie man eine Pose verbessern kann. Man schaut halt immer nur mit seinen eigenen Augen und wird mitunter blind für seine Fehler.

Zum Glück habe ich in meinem Umfeld viele Leute, die ebenso Yogabegeistert sind, und so fiel es nicht schwer, sich zusammenzutun.

Im Stillen „Trainieren“ und dann in einer kleinen Gruppe voneinander lernen. Großartig! Ich war zufrieden. Doch wie so oft sollte das noch nicht alles sein. Denn diesen Urlaub hab ich noch einen neuen Aspekt kennengelernt, der mir bis dahin unbekannt war. Das Lehren.

Die anderen Redbugx hatten Interesse an einem Yoga-Kurs, den ich leiten soll.

„Klar kann ich machen“, dachte ich. „Eigentlich muss ich ja nur Yoga machen wie sonst auch und dabei kommentieren, was ich mache. Easy.“ Damit hatte ich natürlich die ganze Sache unterschätzt. Das Lehren bringt nochmal eine ganz eigene Philosophie mit sich und ähnelt im Kern daher mehr einer Performance.

Du machst dennoch nicht einfach Yoga mit Publikum, du machst Yoga mit individuellen Leuten, mit individuellen Körpern. Jeder bringt seine eigene Sport-Vergangenheit mit, seine Fragen und Wünsche, Verletzungen und Schwächen. Ich musste mich nie damit beschäftigen, wie bestimmte Übungen für Leute mit kaputten Knien funktionieren, weil meine in Ordnung waren. Und so hab ich den Spaß entdeckt, die Übungen in ihre Grundform hinunterzubrechen. „Okay, wobei geht es bei der Übung? „Sollte der Rücken gerade sein, oder geht es mehr um das Strecken der Beine?“ „Wie kommt es, dass jemand eine perfekte Krähe schafft, aber Probleme mit dem zweiten Krieger hat? „Haben Menschen unterschiedliche Schwerpunkte und daher eine unterschiedliche Balance?“

Vor mir hat sich ein riesiges Feld an neuen Möglichkeiten aufgetan. Mein Horizont wurde also wortwörtlich über meinen eigenen Körper hinaus erweitert.

Gleichzeitig hat das Beibringen mir selber gezeigt, wie weit ich schon gekommen war. „Stimmt, damit hat ich früher auch immer Probleme gehabt, und inzwischen denk ich da gar nicht mehr drüber nach“ Ähnlich wie man eigene Veränderungen oft nicht sieht und sie einem erst klar werden, wenn man von jemanden angesprochen wird, der einen Monate nicht gesehen hat.

Das Unterrichten gab meinem Individuellen Training ein ganz neues Selbstbewusstsein,

Und dann ist aber noch etwas Faszinierendes passiert. Ich habe angefangen, von meinen „Schülern“ zu lernen. Der Lehrer wird zum Schüler und alles findet seine Balance.

Manchmal lohnt es sich wirklich aus seiner Höhle hinauszuschauen. Egal ob man vorne steht oder in der Gruppe, der Lehrer lernt bei jeder Stunde so viel wie seine Schüler. Ich könnte mich daran gewöhnen.

Das Foto ist übrigens von dem Taekwondo Kurs den Lenny in Italien geleitet hat.