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Rausch

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Rausch

Rechenzentrum // Big Magic

‚Die Hard‘

Die Idee kam beim weihnachtlichen ‚Die Hard‘ schauen.

Ich habe mich so gelangweilt, um mich nicht ärgern zu müssen, dass mein Gehirn sich offensichtlich so sehr entspannt hat, dass diese eine Idee sich fröhlich bei mir einnisten konnte.

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Sie ist komplett fertig. Ich ändere nichts mehr daran. Die Idee hat sich schon gut auf unser Treffen vorbereitet. Ein guter Pitch.

Big Magic

Ich möchte an dieser Stelle ein Konzept erklären, von dem ich das erste Mal vor einem Jahr gehört habe. Es ist ein bisschen verrückt, aber Hear me out! Elizabeth Gilbert schreibt in ihrem Buch „Big Magic“ über Ideen und Inspiration. Dass Ideen nicht aus dir herauskommen, sondern du lediglich als Empfänger dienst. Ideen schwirren schon fertig die ganze Zeit um uns herum. Sie wollen realisiert werden und brauchen dafür dich. Also versuchen sie, deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Man kann Ideen wunderbar ignorieren. Durch Stress oder Ablenkung, durch schlechte Laune und ganz besonders natürlich durch Angst. Niemand zwingt dich, eine Idee zu realisieren. Als aller letztes die Idee selbst. Dann sucht sie sich eben einen anderen Arbeitspartner.

Seitdem ich vor einem Jahr das erste Mal davon gelesen hab, hat mich der Gedanke nicht losgelassen. Er nimmt nämlich den Druck von dir. Du presst Ideen nicht aus deinem tiefsten Inneren auf ein Blatt, in den Computer, auf die Leinwand. Du bist nur der Mittler zwischen der Gedankenwelt und der manifestierten Welt.

Das Genie in dir

Gilbert schreibt in ihrem Buch über den Unterschied zwischen „ein Genie sein“ und „ein Genie haben“.  Die Griechen nannten es „Eudaimonia“, was so viel heißt, wie von einem externen, göttlichen, kreativem, gutem Dämon besetzt zu sein. Die Römer nannten es „ein Genie haben“. Wie ein Mitbewohner, der dich ab und zu in deinem Zimmer besucht. Zur Zeit der Renaissance wechselte die Wahrnehmung von ‚haben‘ zu ’sein‘. Du bist ein Genie und wenn du dem nicht gerecht wirst, hast du versagt. Eine wahnsinnige Last. Das baut ohne Frage enormen Druck auf. Du bist das Genie, du bist Herr über deine Ideen.

Jeder hat kreative Momente, jeder kennt das Gefühl, komplett durchrauscht von Inspiration zu sein, das Kribbeln im Bauch, das Grinsen in den Augen, das Vorwärtsgefühl. Und niemand auf der Welt kaynn sich die ganze Zeit so fühlen. Sonst macht das Gefühl keinen Sinn mehr. Es ist besonders, ein Ausnahmezustand und sehr wertvoll.

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Im Flow sein

Wenn man dieses Gefühl hat, dann weil eine Idee oder Inspiration sich bei dir eingenistet hat. Das bedeutet, dass man sich kurz vorher unbewusst (manchmal natürlich auch bewusst) offen für einen kreativen Fluss gemacht hat. Sei es durch ein gutes Gespräch über einer Flasche Wein, ein intensives Konzert, eine schlechte Erfahrung, die man verarbeiten möchte. Lenny hat schon über im Flow sein geschrieben. Aber was passiert kurz vorher? Wie kann man sich aktiv in den Flow bringen? Bei manchen ist es vielleicht, ihr Zimmer oder Schreibtisch aufräumen, spazieren gehen und neue Eindrücke sammeln, Konzerte, Festivals, Filme. Sich mit kreativen Dingen umgeben. In Ausstellungen gehen, duschen und sich frisch machen. Man bereitet sich auf ein Treffen mit der Inspiration vor. Man zeigt: „Ich bin bereit, ich bin ein guter Arbeitspartner, auf mich kannst du dich verlassen.“

Zurück zu Rechenzentrum. Ich hatte schon lange wieder große Lust, einen weiteren Kurzfilm zu machen. Und ansonsten nicht wirklich konkrete Vorstellungen. Das hilft oft, denn so mache ich mich für alle Möglichkeiten offen und übersehe nicht etwas, das nicht in mein Konzept reinpasst.

Ich bin mit allen Drehs für das Jahr durch, Weihnachten steht vor der Tür, ich bin mit meinen allerliebsten Menschen in einem Raum, ganz entspannt und whoooosch, da kommt sie angeflogen.

Bruce Willis stapft also tapfer, barfuss durch Scherben und ich schwelge in der Geschichte, die später „Rechenzentrum“ werden sollte.

Die 48 Stunden Regel

Wichtig ist, dass man, wenn eine Idee ankommt, sofort etwas tut. Die 48-Stunden-Regel habe ich von Mama und Papa. Man muss innerhalb von 48 Stunden irgendetwas tun, um die Idee bei sich zu behalten. Sie aufschreiben, mit jemanden darüber reden, anfangen zu recherchieren. Man muss zeigen: „Ich habe dich gehört, ich bin dabei, du hast dich richtig entschieden, ich bin der richtige für den Job.“ Denn sonst wacht man in ein paar Monaten auf, nur um festzustellen, dass jemand anderes deine Idee verwirklicht hat.

Manche Ideen sind natürlich auch so groß, dass man sie beim besten Willen zu diesem Zeitpunkt nicht realisieren kann. Dann sagt man das der Idee, ganz freundlich und schickt sie weiter. Ideen wollen einfach nur realisiert werden. Von dir, von deiner Oma, von Bill Gates … pupsegal. Wenn du nicht kannst, schade, aber da bist du halt nicht der Richtige.

Rechenzentrum wollte zu mir und ich wollte zu Rechenzentrum. Und 10 Minuten nachdem ‚Die Hard‘ Abspann hatte ich die Idee aufgeschrieben und Lenny und Lukas in Boot geholt. Und so ging es auch weiter mit dem Projekt. Wir brauchen einen alten Computer, Lenny findet einen auf dem Sperrmüll, wir brauchen alt aussehende Notizen und Mama öffnet ihre Schubladen. Der Drehtag hätte nicht entspannter sein können. Nur wir drei, drei Locations, Pizza-Pause und danach Germknödel mit Sahne. Ohne unsere Freunde Karl und Lukas hätten wir es natürlich nicht machen können. Danke für den extrem coolen Look, Karl! Und danke, Lukas, für die geniale Schrift! Und natürlich Danke, an Sweetwood Films für die technische Unterstützung, an Ulrike Schlue für die Kostüme, an das Rechenzentrum Potsdam für die Location und natürlich an Lenny und Lukas!

Danny Elfman

Na ja und wie es so ist, man versucht einen kleinen schnuckeligen Kurzfilm zu dritt zu drehen, aus Jux und Tollerei und dann mischt sich Herr Elfman wieder ein. Er habe Musik komponiert, und dass sie doch auch für unseren Film passen würde, und dass es auch einen Wettbewerb gäbe. Na schön. Also eingereicht. Mal sehen, was die Idee noch alles mit uns vorhat. Wir sind auf jeden Fall dabei!

Hier könnt ihr euch das fertige Filmchen angucken:

‚Rechenzentrum‘

Und wenn es euch gefällt, auch gerne ein Herzchen geben :)

Und falls euch das ganze Ideen, Inspiration Thema gefällt lest Big Magic! Hier ist Gilberts TED- Talk.

 

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ARE YOU GAGA? – Auf der Suche nach einer neuen Art zu tanzen

„Physical pleasure from physical activity is part of being alive“ Ohad Naharin

Immer mal wieder trifft man auf etwas, was sich anfühlt wie die Essenz einer Sache. Ich bin tanzend aufgewachsen. Klassisches Ballett und Jazz Dance, ein bisschen Step, ein bisschen Musical, hin und wieder ein Cancan. Zweimal die Woche für 13 Jahre. Als ich 17 war, habe ich mit dem regelmäßigen Tanzen aufgehört. War weiter in Bewegung. Aber nichts fühlt sich so an wie Tanzen. Also fing ich an meine Ballettstunden zu vermissen. Ich mochte das Training, die Aufmerksamkeit, die du in jede Bewegung legst, einfach um dich zu verbessern.

Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich um dich herum eine kleine Schweißpfütze bildet, die Muskeln warm und dehnbar, alles auf Abruf, geschmeidig und stark. Irgendwann in der Stunde kommt der Punkt, an dem du einfach in der Bewegung ruhst, irgendwie durch die Gegend gleitest, Geist und Körper in einer perfekten Einheit. Dann schleicht sich ein breites Grinsen aufs Gesicht und innen fängt irgendwas an zu klingeln. Und abends hängst du dann auf dem Sofa, zu hundertprozentig zufrieden und baumelst träge mit den heißgetanzten Beinen.

Also hab ich mich auf die Suche gemacht, es muss doch irgendetwas geben, was mir dieses Gefühl zurückbringt. Yeah, manchmal blitzt es in einer Aerobic Stunde auf, wenn die Füße kaum noch den Boden berühren. Aber ich will mehr.

ausdruck und pose

Ballett ist eine tolle Tanzart, es ist nicht nur eine Art, dich zu bewegen, auch der Geist formt sich mit den Anforderungen an den Körper. Alles ist ausgerichtet auf diese lange leichte Linie, auf schwerelose fließende Bewegungen, kraftvolle Sprünge und endlose Arme und Beine. Aber es ist eine Bewegungsart, die von außen nach innen wirkt. Alles dreht sich um die Form, den Kreideumriss, das Schattenbild, an das du deinen Körper heranführst, ein Dévelopé nach dem anderen. Es ist ein wundervolles Gefühl, all diese historischen Schritte zu einer Bewegung zusammenzuführen und den eigenen Ausdruck mit der Pose zu verschmelzen. Aber es geht um die Pose. Es geht um das Bild.

Immer mal wieder taucht auf meiner Suche nach meiner neuen Bewegung Gaga auf. Klingt komisch, denke ich, scrolle weiter. Ich suche nach etwas Inspirierendem, etwas, was die tiefen Töne abdeckt, den Rhythmus, das Animalische, alles das, was im Ballet nur selten vorkommt. Irgendwas zwischen Ryan Heffington und Haka. Schon wieder Gaga, na gut, dann guck ich mir das jetzt mal an. Ou….yeeah.

the groove is within you
„What is unique about gaga is the demand to listen to our body before we tell it what to do and the understanding that we must go beyond the familiar limits on a daily basis.“ Ohad Naharin

Eine Gaga Klasse ist in den meisten Fällen eine einstündige und ununterbrochene Improvisation. Wer jetzt denkt holy shiz, niemals, den kann ich beruhigen. Das einzig wichtige, sagt die Tänzerin am Anfang, ist, dass du nicht aufhörst. Du entscheidest selbst, wie viel Prozent deiner Energie du einsetzt. 20, 40, 100, 120, it’s up to you. Der Raum ist hell und warm von der Morgensonne. Spiegel gibt es keine. Listen to your own Groove. Wer den Gaga Kurs anleitet, gibt den Tänzerinnen und Tänzern Bilder, Assoziationen, Denkanregungen. Du bewegst dich in Wasser oder Honig, bist mal schwerelos im Ozean und dann eine Spaghetti im Kochtopf. Der Geist arbeitet für den Körper, der Körper fürs den Geist.

Und schon fängt man an, sich zu bewegen, ganz langsam, die Muskeln aufzuwecken, anzuwärmen, die Imagination in den Körper sinken zu lassen, bis jede Idee sich in Bewegung ausdrückt. Es ist genüsslich und anregend, aufregend, unheimlich, albern und charmant.

be silly

„Be silly!“, ruft sie, „guys! sillier!“ „Even more silly.“ Shake loose. Die Sonne wandert über den Parkettboden und bunte, schwitzende Gestalten fliegen durch die Gegend.

Eine Gaga Stunde soll wie ein Sicherheitsnetz sein, ein Rahmen, in dem du furchtlos und neugierig immer neue Sachen ausprobieren und entdecken kannst. Go beyond the familiar limits on a daily basis, sagt Ohad Naharin, Gründer der Bewegungsprache Gaga. Denn es ist mehr wie eine Sprache, und weniger wie eine Technik. Was geübt wird, ist zuzuhören, auf den eigenen Rhythmus, sich einzulassen, auf die Bewegungen, die bereits in dir schlummern.

Und was jetzt irgendwie esoterisch klingt, macht absolut Spaß. Knack die Schale, verwisch die Grenzen und was dabei herauskommt, ist eine Geschichte, die nur du erzählen kannst. Sind Bewegungen, die aus dir heraus entstanden sind. Mithilfe der Bilder, der Formen, der Ideen, die in den Raum geworfen werden. Du musst wach sein, alles wahrnehmen können. Den Boden unter deinen Füßen, die Schwerkraft, die Anderen im Raum, die Spannung zwischen fremden Körpern, der Schweiß, der dir den Rücken runterrollt. Es ist, als wären all deine Sinne geschärft, bereit, dich mit neuen Eindrücke zu beliefern und dein Bewusstsein auszudehnen. Endlich. Da ist das Gefühl wieder.

its a piece of cake
„We learn to love our sweat, we discover our passion to move and connect it to effort, we discover both the animal in us and the power of our imagination“ Ohad Naharin

Ich bin high, schwitze, keuche, strample und federe durch die Gegend, wie ein blinkender Flummiball. Groovy. Woosh, einer zieht an dir vorbei, der Boden zittert , ein schwitziger Lufthauch. Die Muskeln brennen. „It’s a piece of cake!“ ruft sie „Enjoy the pain!“ Und das tue ich. Nachher bin ich durchgeschwitzt, rotgeglüht, angefixt und glücklich.

Die Oberschenkel zittern auf dem Nachhauseweg und meine Mundwinkel kleben an den Ohrläppchen. Das war genau das, was ich gemeint habe. Und abends auf dem Sofa, höre ich immer noch den Rhythmus, der durch meinen Körper pulst.

more about gaga

https://www.youtube.com/watch?v=OGPG1QL1vJc
https://www.youtube.com/watch?v=gRky99sO-og

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BABYMETAL – Frechheit & Kunst

Ich habe einen sehr durchmischten Musikgeschmack. Von Neil Young bis Griz ist dort ziemlich viel untergebracht. Ich liebe Funk, Electro, Electrofunk, Glitchfunk, Glitch, Pop, Pop-Rock, Rock, Rock’n’Roll, Reggae, Rave, Rap, Indie, Folk, Filmmusik, … ihr bekommt einen Eindruck. Und obwohl ich ein sehr offenes Ohr hab, was Musik angeht, gibt es ja selbstverständlich Songs, die mir gefallen, und andere, die mir nicht gefallen. Manchmal sogar vom selben Künstler. Also was unterscheidet einen guten Song von einem schlechten Song? Denn wenn es nicht am Genre liegt, muss es doch etwas anderes geben, dass meine Lieblingssongs verbindet.

So viel Kunst

Neulich war ich auf einem Bandcontest. Jede Band 30min. Wenn es einem gefällt, kann man 30min lang feiern. Wenn nicht, ist es nach 30min ja auch schon wieder vorbei. Die Auftritte waren ziemlich bunt gemischt. Von Schülerbands bis zur Rentnergruppe schien alles vertreten zu sein. Als ich mich dann dabei ertappte, bei einer funkingen Ska-Gruppe still zu stehen und bei einer alten Hardrock-Band abzugehen, fragte ich mich erneut, was einen guten Auftritt ausmacht. Für mich war das die ultimative Chance herauszufinden, was mein Hauptmerkmal für gute Musik ist. Und tatsächlich hatte ich eine Eingebung.

Ein paar Tage später war ich dann mit einem Freund in Kong: Skull Island. Ja, den konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Wir haben uns ausnahmslos, maßlos amüsiert. Von der ersten Blende bis zum letzten Namen im Abspann saßen wir wie festgenagelt auf unseren Plätzen. Abgesehen von Tom Hiddlestons Gasmasken-Szene. Da wären wir am liebsten jubelnd aufgesprungen. Und ich habe festgestellt, dass mein neues Qualitätsmerkmal scheinbar auch auf Filme zutrifft.

Wenig später: Kunsthalle Hamburg. Die Poesie der Venezianischen Malerei. Wunderbare Gemälde von Paris Bordone, Palma il Vecchio, Lorenzo Lotto und Tizian. Alles handwerkliche Meisterwerke, keine Frage. Aber wann bleibe ich vor einem Gemälde stehen, und wann gehe ich einfach daran vorbei?
Richtig, aus demselben Grund, aus dem ich unberührt einer Ska-Gruppe lausche und mich bei Kong nicht mehr einkriegen kann.

BABYMETAL

Ein gutes Beispiel für meine neue These ist Babymetal. Meine größte musikalische Faszination.
Für alle, die noch nicht vom Internet ernährt werden, hier die Facts: Babymetal  ist eine japanische Idol-Metal Gruppe. Also eine Mischung aus überdrehtem Japan-Pop und düsterem Metal. Frontsängerinnen sind drei Schulmädchen um die 15, die singen und tanzen, im Hintergrund headbangen die Musiker.
Und let me tell you: Es ist genial!
Trotz meiner ausschweifenden Musik Erfahrung, muss ich gestehen, dass J-Pop und Metal die beiden Musikrichtungen waren, um die ich unbewusst einen großen Bogen gemacht habe. Ich hatte keinen Zugang.
Doch in der Kombination ist auf einmal etwas entstanden, das mich interessiert hat. Etwas das so unfassbar frech ist. Nicht nur, weil es zwei absolute Gegensätze in Verbindung bringt, sondern weil das auch noch extrem gut gemacht ist. Es wirkt fast wie selbstverständlich. Als wäre es das Natürlichste auf der Welt, dass diese beiden Dinge zusammengehören. Und seit Babymetal tun sie das.

Was für eine Frechheit

Die Antwort auf die Frage lautet also: Frechheit.
Das Element, das meine Faszination verbindet. Die Frage, die stetig eine Antwort sucht: Ist es frech?
Dinge zu kombinieren, die eigentlich nicht zusammengehören, ist eine Art von Frechheit. In fact, der meiste Fortschritt entsteht dadurch, dass Dinge verbunden werden. Jede neue Idee ergibt sich aus alten Gedanken. Sei es die Kombination eines Stocks und eines Steins, um einen Hammer zu erschaffen oder die Verbindung einer Kloschüssel mit einer Galerie, um ein Kunstwerk entstehen zu lassen. Einfach frech.
Was für einen erstaunlichen Fortschritt wir erlangen würden, wenn man mal so frech wäre, die körperliche und die geistige Medizin zu verbinden.
Ist es frech, hat es unsere Aufmerksamkeit verdient.

Selbstverständlich frech

Doch man darf sich nicht täuschen lassen. Nicht alles was frech scheint, ist wirklich frech. Dinge die offensichtlich frech sind, sind meist nur nachgeplappert. Im Grunde vollkommen der Norm angepasst. Deswegen ist es manchmal schwer, wirkliche Frechheit zu entdecken. Denn wie bereits bei Babymetal, kann es schnell passieren, dass es ganz normal wirkt, als gehörte diese Frechheit schon immer zu unserem Repertoire. Auf den ersten Blick wirkt Paris Bordones Verkündigung absolut selbstverständlich. Wenn man sich dann aber die Perspektive anschaut, die von einer frontalen, bühnengleichen Draufsicht zu einer rechtszentrierten Flucht morphed, dann ist das ganz schön frech. Und wenn Jordan Vogt-Roberts, der zuvor quasi nur den Independent Film Kings Of Summer gemacht hat, auf einmal den besten Kong-Film aller Zeiten aus dem Ärmel schüttelt, dann ist das frech.

So …

Haltet also die Ohren steif. Vielleicht habt ihr ja auch eine Kategorie nach der ihr unterbewusst entscheidet, ob euch etwas gefällt. Mir hat es auf jeden Fall geholfen, einen Grund für meine Babymetal-Obsession nennen zu können. Und wer weiß, vielleicht bin ich mit diesem Beitrag meinem Traum vom Babymetal-Musikvideo-Dreh auch einen Schritt näher gekommen. Denn das wäre wirklich eine freche Kombination.

multiverse
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Dr. Strange – Lost in the multiverse

Watching Dr. Strange is a RedBugHomie family-event we just couldn’t miss. So on Monday we got together to witness Benedict Cumberbatch’s first steps into the Marvel Universe.

The fascinating concept of altering time and matter, to visit parallel dimensions and to jump from one universes to another has left us intrigued. To really go beyond the physical challenges of the everyday superhero Dr. Strange seems to have the ultimate power. But that also has it’s downsides. Manly story-wise. Everything is shifted into perspective. And if you have a superhero that can alter the reality at will, everyday struggles get pretty insignificant. Some of us really got a kick out of that, since you could completely focus on the action, for others the story fell kind of flat because of it.

But despite our different opinions the movie left me thinking.

Due to my job as an actor and creative creator my whole life is so flexible and free that I have a lot of control over what to do next. Every morning I get out of bed and see myself confronted with thousands of possibilities. Of course it doesn’t stop at my daily routine. My whole life is as adaptable as the new MacBook Pro… The only one deciding is me. And that is something I am extremely grateful for.

And yes, in a world where most things are pretty much fixed, that actually feels like a superpower.

Although like every good superpower there is also a catch. Because as long as I don’t decide what to do, every possibility is just hypothetical. I get overloaded with options and get paralyzed. I feel like I can do everything, yet I do nothing. It’s easy to get lost in the multiverse, because that hypothetical space is extremely comfortable.

It’s nice to daydream about all the millions of options. To stay with one of them for a few minutes only to cast it aside and go to the next. So I’m floating around in the multiverse of endless possibilities, not partaking in reality.

And if I have to make a decision, I suddenly get scared. Because I don’t only see the option I choose, I also see the thousands of options that get canceled. And that is fucking scary.

I think everybody knows that feeling, because everybody had to make a major decision at some point in their life. Deal or no deal. Something that changes the life forever.
So in a way we are all like Dr. Strange. Having access to millions of altering universes. All we have to do is to choose the one we want to live in.

Because in the end, one actual reality is worth more than a thousand hypothetical ones.

So Dr. Strange might come across as the weirdest, most extreme superhero of them all. But in fact his superpowers might be closer to our everyday life then anything else.

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Myth and Mist Action Figure aus Greenstuff

Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Isabel hat für Leonards neue „From the Land of Myth and Mist“ Folge eine Wahnsinns Kampfchoreographie entwickelt. Die jahrelange Ballett- und Tanzausbildung hat sich gelohnt. Die Moves waren einfach der Hammer und die Kostüme waren so cool, dass ich gleich eine Action Figure vor mir gesehen habe.

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Ich habe in den letzten Jahren sehr viel mit Greenstuff gearbeitet. Danke Katrin, dass du mich darauf gebracht hast. Greenstuff ist das perfekte Material, wenn man viel unterwegs ist und in Hotels trotzdem an Skulpturen arbeiten will.
Es nimmt im Koffer nicht viel Platz weg. Es hinterlässt keine Spuren auf den Hotelteppichen, härtet in wenigen Stunden aus und man kann die fertigen Skulpturen im Koffer transportieren, ohne dass sie beschädigt werden. Gut, am Flughafen muss man vielleicht ein bisschen erklären, warum man mehrere Behälter mit unterschiedlicher Plastikmasse, Draht und ein paar Zangen dabei hat …

Greenstuff    Greenstuff Figure

Auf dem Rückflug hat man dann ja schon die Figuren als Erklärung. Die oben abgebildete ist ca. 12 cm hoch. Davon kann man also mehrere transportieren. Aber das ist natürlich nicht der einzige Vorteil an dem Material. Man kann plötzlich ganz andere Dinge machen, hauchdünne Schichten, filigrane Strukturen.

Isabels tänzerische Gebärden habe ich also erstmal grob in Draht nachgebaut. Und über das Drahtgerüst nach und nach Greenstuffschichten gelegt. Dabei geht es mir wie bei allen anderen Skulpturen nie darum einen visuellen Eindruck wiederzugeben, sondern einen von innen gefühlten, nachempfundenen Körpereindruck. Die Essenz der Bewegung , der Dynamik ist das wichtigste, darauf kommt es mir an. Das ist wahrscheinlich der Hauptunterschied zu den Collectibels, die es ja zu allen Blockbustern, DC und Marvel Comics, etc gibt.

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Meiner Meinung nachist es essentiell, wenn man etwas Gutes machen will, dass man dem Material zuhört. Genau hinschaut, was gerade passiert und die Figur mitentscheiden lässt. Sie nicht in eine Pose zwingt, sondern sie ihre eigene dynamische Gebärde finden lässt.

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Eher ungewöhnlich, dass ich Skulpturen nachträglich coloriere. Aber die Kostüme, die Leonard sich für die Warrior der Battle Folge von Myth and Mist hat entwerfen lassen sind einfach so brillant in ihrer Klarheit und Dynamik, dass ich das auf die Action Figure übertragen wollte. Zuerst bekommt die Figur eine Grundierung mit Chaos Black Spray, der meiner Meinung nach besten Grundierung der Welt. Praktischerweise hatten die Warrior schwarze Beinkleider. Hier konnte die Grundierung stehen bleiben. Nur die wehenden Umhänge, Handschuhe und Stiefel sind mit Citadelfarbe bemalt worden.

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Vielen, vielen Dank an Lenny für den coolen Film, an Isa für die wunderbare Choreographie und die tollen Bewegungsstudien und an Katrin, die das alles fotografiert hat.

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Festivals

Sommer … die Zeit der Festivals!

Festivals sind eigenartig. Eine tempöräre Wohngemeinschaft von tausend, sich unbekannten Leuten, die gemeinsam tanzen, feiern und jegliches Zeitgefühl verlieren. Nach drei Tagen kennt man den Weg durch die Zeltstadt, zu seinem eigenen Zelt, als ob man ihn schon sein Leben lang läuft. Man lernt sich selbst und seine Freunde in einem ganz neuen Licht kennen. Ah, so bist du also wirklich mit absoluten Schlafmangel.

Was ich an Festivals liebe:

  • Lauf rum wie du willst. Aber wirklich! Ob Jeans und T-Shirt oder Sommerkleid, Bandana, Indianerbemalung, dein Lieblings Kuh-Onesie oder Glitzer-Zylinder. Alle fallen auf und dadurch entsteht eine angenehme Einheitlichkeit.

 

  • Die random Begegnungen. Nirgendwo ist es so leicht 2 Minuten Freundschaften zu haben, wie auf einem Festival. Ein Wanderer auf der Suche nach seinem Zelt, kommt an deinem Pavilion vorbei und ihr habt 5 Minuten ein intensives Gespräch über die Suche nach dem richtigen Weg im Leben und warum es manchmal ratsam ist stehenzubleiben und sich zu sammeln. (Ja zugegeben Alkohol und andere Substanzen spielen da auch eine Rolle, aber im Gegensatz zum Club, wird man auf Festivals richtig heimisch!) Ihr seid zwar Nachbarn, aber das ihr euch wieder seht ist sehr unwahrscheinlich.

 

  • Man merkt das es geht. Dieser Punkt ist sozusagen ein Hass/Liebe Punkt für mich. Festivals sind Back to the Roots. Obwohl ich glaube das wir bei unseren Roots nicht ein 10tel von dem Müll produziert haben, wie auf einem Festival. Aber man merkt das es geht, drei Tage minimale Körperhygiene zu haben, ständig und nie zu essen und zwei Stunden am Tag zu schlafen. Wir laufen mit dreckigen Füßen und braunen Gesichtern, mit unseren Rucksäcken auf dem Rücken und Resten von Glitzer am Körper die Straße lang. Obdachlos oder vom Festival? Im Sommer ist das manchmal schwer auseinanderzuhalten.

 

  • Die tausend Insider die entstehen. Ein Beispiel: „Der Schmal ist sehr Grad auf dem Raclette Floor, wir sollten umprovisieren!“ oder „Ellen … Ellen … Ellllleeeeeeeenn!!“

 

  • Die Dusche danach! Das Einsteigen ins sein kuscheliges sauberes Bett! Ohne betrunkene Menschen, die halb auf dein Zelt fallen. Das Wummern noch in den Ohren schläft man wie ein Baby. Ich liebe Festivals, aber ich liebe es auch wenn sie vorbei sind!

 

Schule in der digitalen Welt
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Schule in der digitalen Welt

Ich hatte einen Traum. Eine Idee für einen Film. Ein Film über Schule. Es war ein Krimi. Gute Geschichte. Spannend. Provokativ. Aber vor allem ist mir eins klar geworden – Wenn man die Schule von heute auf morgen abschaffen würde, würde sich nichts ändern. Überhaupt nichts.
Das Leben würde weiter gehen. Kinder und Jugendliche würden sich immer noch treffen um zu quatschen, zu spielen. Sie würden immer noch älter werden. Hätten immer noch Leidenschaften, Ängste, Wünsche, Ambitionen. Jobs würden immer noch gemacht werden, und vor allem, Leute würden immer noch lernen. Vielleicht sogar mehr denn je.

Unser heutiges Schulsystem wurde um 1800 erdacht. Das war kurz vor der industriellen Revolution. Kinder wurden ausgebildet Arbeiter zu sein. Aber jetzt befinden wir uns in der digitalen Revolution. Und Schule muss sich anpassen. Ich will nicht mehr dasitzen und lesen. Es gibt so viele neue Dinge. Und ein iPad in der Schule benutzen ist immer noch lesen …

Ich möchte Dinge sehen, Dinge hören, Dinge anfassen, Dinge schmecken. Ausprobieren. Sachen erzählt bekommen und Sachen erzählen. Ich möchte es mehrfach erzählen. Ich möchte es mehrfach erzählt bekommen. Ich möchte es von kleinen Menschen erzählt bekommen, ich möchte es von großen Menschen erzählt bekommen. Ich möchte es von Menschen erzählt bekommen, die nichts darüber wissen und von Menschen die ihr ganzes Leben daran geforscht haben. Ich möchte es hundertmal erzählt bekommen und es hundertmal erzählen und mir trotzdem nicht einbilden, dass ich es verstanden habe. Dass ich die Welt verstanden habe.
Ich will nicht wissen, wie viele Dinge es auf dieser Welt gibt. Denn es gibt schätzungsweise … unendlich.
Ich möchte wissen, was ich mit den Dingen machen kann, die es schon gibt.
Ich möchte wissen, wie alles funktioniert und nicht wie es funktionieren könnte.
Und ich möchte von Menschen lernen, die wissen was sie tun. Nicht von Menschen, die wissen, was andere Menschen tun.

Es ist eine Rückbesinnung. Aber kein Schritt zurück. Es ist Trans. Wenn wir uns jetzt hinsetzten und die Welt erleben, uns erleben, dann wäre das nichts Altes. Dann wäre das unheimlich neu. Denn wir können nicht vergessen was wir erreicht haben. Und wir sollten nicht vergessen, was wir erreicht haben. Aber nach der Ruhe kommt der Sturm. Und nach dem Sturm muss man aufräumen. Und die Schule liegt in Trümmern. Zerstört von der Wucht des Fortschritts. Irreparabel. Aber wann stört uns das schon? Wir bauen aus den Überresten etwas Neues. Etwas Besseres.

Denn wir sind nicht mehr im neunzehnten Jahrhundert. Das ist zweihundert Jahre her. Wir sind am Ende der Industrialisierung und mitten in der Digitalisierung.

Wir sollten nicht so tun, als wäre das kein Unterschied.

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Thailand

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Doi Suthep Tempel in Chiang Mai!

Okay, um es gleich am Anfang rauszulassen …  Asien stand immer ganz unten auf meiner Bucket-Reise-Liste.

Keine Ahnung warum, aber die asiatische Kultur schien mich nie wirklich zu interessieren, und Tokio macht mir richtig Angst. Aber wie das so oft bei mir ist, sobald ich sage: „Nee, das will ich nicht!“,  ist es das erste, was ich mache und obendrauf bin ich diejenige, die es am meisten genießt. Das war schon bei den Klassenfahrtendiscos so. Außerdem: „Ey Amber, selbst Deutschland reicht von Berlin nach München, ach, allein Berlin reicht von Grunewald bis Kreuzberg, wie kann man da einen ganzen Kontinent in einen Topf werfen? Dazu kommt, dass Südostasien gerade das Reiseziel zu sein scheint. Egal ob spirituelle Tempelbesucher, Full-Moon-Partyisten oder Inselhopper. Alle fahren nach Asien. Wieso auch nicht … es ist wahnsinnig billig (besonders im Vergleich zu Südamerika), es ist exotisch und momentan, so weit es geht, sicher (wenn man den Flug über Syrien ausschließt). Meine Generation (x? y? Generation Internet? Wer sind wir nochmal?), die lange nach dem Vietnam Krieg geboren ist, bei denen Reisen fast nicht mehr ein Luxusgut, sondern ein Pflichtprogramm nach der Schule ist, fahren ganz unbekümmert nach Asien und werden mit offenen Armen empfangen.

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Gerade Thailand scheint seine ganze Energie momentan auf Touristen zu setzen. Das kann man nicht übersehen. Hostels gibt es im Überfluss, fast jedes Restaurant oder Café(!) bietet ein Western Menü an (wir wollten stark bleiben, aber nach 3 Wochen nur Nudeln und Reis sind wir auch den Pommes verfallen) und überall gibt es die typischen Thailand-Mitbringsel zu kaufen. Ich hab versucht es doof zu finden, aber eigentlich ist es angenehm. Es gibt nichts Einfacheres, als Tagesausflüge in Thailand zu buchen. Man kommt super easy von A nach B und trifft überall enorm viele Backpacker, mit denen man sich austauschen kann. Auf der anderen Seite gibt es da auch noch die Sextouristen, die das etwas schmuddelige Image von Thailand bestätigen. Außerdem sind alle Sehenswürdigkeiten extrem überlaufen und es war eine echte Kunst, die Menschenmassen aus den Fotos rauszuhalten. Trotzdem hat Thailand irgendwie Flair.

Bangkok ist auf jeden Fall ein guter Start, um sich zu orientieren und von da aus in den Norden nach Chiang Mai oder in den Süden auf die Inseln zu starten.

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Chiang Mai wurde uns von anderen Reisenden dringend empfohlen. Der grüne Norden von Thailand. So grün fand ich es jetzt nicht, aber trotzdem war Chiang Mai meine Lieblingsstadt. Man hat super schöne Nachtmärkte, das Straßensystem ist verhältnismäßig einfach, dazu kommen die 70 Tempel in und um Chiang Mai. Da gibt’s echt was zu gucken. Der Nachtzug von Bangkok nach Chiang Mai dauert 14 bis 18 Stunden, (so genau kann man sich da nicht sicher sein) aber sehr clean und angenehm und eine gute Weise sich die Natur anzugucken.

 

 

IMG_7995Chiang Mai ist für seine zahlreichen Elefantenattraktionen bekannt.

Hier ein riesengroßes ACHTUNG! Elefantenreiten ist nicht dasselbe wie Pferde reiten. Die Tiere werden häufig den ganzen Tag, in der brennenden Hitze, an der Straße angekettet, um Touristen anzulocken. Oft sind 40 Elefanten, aus unterschiedlichen Herden in einer „Sanctuary“. Das führt zur extremen Unausgeglichenheit der Tiere, da ihre Hierarchie zerstört wurde und sie oft als Babys von ihren Familien getrennt werden. Die Bedingungen in solchen Einrichtungen sind echt schlimm für die Tiere. Das sollte man nicht unterstützen. Wer, wie wir, trotzdem Elefanten aus nächster Nähe sehen möchte, sollte zu einer Sanctuary gehen, die sich auf wenig freilaufende Tiere spezialisiert hat. Wir zum Beispiel mussten zwanzig Minuten durch den Jungle stapfen, um zu den Elefanten zu kommen. Diese waren eine Mutter, ihre Schwester und ihre zwei Jungen. Die Pfleger haben eine engere Bindung mit ihren Elefanten, da sie sie oft schon jahrelang kennen.

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Das Pai Circus Hostel! Eine Hippie Erfahrung! 

Außerdem kann man von Chiang Mai aus in vier Stunden nach Pai fahren. Eine Hippie-Stadt wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Wir haben dort zwei Tage verbracht, ein bisschen Yoga gemacht und uns den Pai Canyon angeschaut. Wenn man Zeit hat, sollte man dieses Örtchen mitnehmen. Die Fahrt dahin ist aber nichts für Leute, denen schnell schlecht im Auto wird. Kurven, Kurven und nochmal Kurven.

 

Thailand

Culture-Clash in Bangkok!

 

Und noch ein paar Worte zu Bangkok.

In meiner Vorstellung war Bangkok immer Chaos, laut, voll und dreckig. Und das ist es auch. Aber mehr im New Yorker Stil, als ich es mir vorgestellt hab. Metropolen haben halt alle Ähnlichkeiten, egal wo man ist. Bangkok ist quasi eine Stadt mit mehreren Stockwerken, weil sich durch die Stadt endlose Fußgängerbrücken ziehen (anders kann man bei dem Verkehr die Straßen auch gar nicht überqueren), und darüber zieht sich auch noch der Skytrain, eine super moderne S-Bahn, in der man sich wie in einem Science Fiction Film oder einem guten Flughafen fühlt. Dazu kommen die exotischen Gerüche der Streetfood Stände und die riesigen amerikanischen Malls, in denen es von Sephora bis KFC alles gibt. Bangkok hat wirklich Flair und macht Spaß anzugucken. Und fahrt Bus!!!!! Tuk-Tuk oder Taxifahrer nehmen für dieselbe Strecke 200 Baht (5 Euro), wobei die Busfahrten 7 Baht (17 Cent) kosten. Man sieht viel mehr von der Stadt und fühlt sich in den alten riesigen Bussen, die aussehen als würden sie gleich auseinanderfallen, wie in ein Paralleluniversum versetzt. Es lohnt sich!

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Rausch

Die Sache mit der Freiheit

The Search for Freedom

Der Hang ist steil, der Schnee pulvrig, Lawinengefahr. Ich muss da runter. Der Berg ist hoch, die Wand fällt senkrecht in die Tiefe. Ich muss da hoch. Die Rampe ist riesig, das kleine Holzboard eigentlich kein geeigneter Fahruntersatz. Tom Schaar, gerade mal zwölf, legt trotzdem, auf einer absurd riesigen Rampe, einen 1080 hin. Es muss sein. Wenn man versucht, es anderen zu erklären, dann ist man eher sprachlos. Vielleicht hat es mir deshalb so viel Spaß gemacht, The Search for Freedom anzusehen. Die Dokumentation ist von 2014 und den kritischen Rezensionen sollte man nicht vertrauen – die wissen eben nicht, wie das so ist …

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Die Sache mit dem Erbgut

Es liegt in den Genen und irgendwie bin ich beruhigt. Wagemut, Entdeckerlust, Freiheitsdrang. Schnell entschossen, leicht zu begeistern, extrovertiert. Zwei Studien aus Israel und Amerika zeigen, dass ein Teil unseres Erbgutes dafür verantwortlich ist. Um es einfach zu sagen: Es ist keine Charaktereigenschaft, die uns wagemutig macht, es ist ein Empfängermolekül in unserem Erbgut, das Dopamin aufnimmt.

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Die Sucht nach Risiko

Dopamin, das kennen wir doch? Bestimmte Drogen sind Wirkungsverstärker für Dopamin, aber die meisten Abenteuerer brauchen sie nicht. Wir haben unsere eigene Droge: Die Gefahr, das Risiko, den Drang nach Freiheit.  Die Dokumentation zeigt das – egal ob die Welle gesurft wird, oder die Straße geskatet – es ist immer das Gleiche. Das Gefühl, ganz allein für diesen Moment verantwortlich zu sein, auf der Kippe zum Tod, am äußersten Rand von dem, was Menschen leisten können. Ich habe mich das immer wieder in meinem Leben gefragt: Warum mache ich das? Ziehe in ein besetztes Haus, gehe auf Demonstrationen, die sicher mit Ausschreitungen enden. Trampe durch halb Europa, werde ausgeraubt, muss zurück, renne durch den Regen, irgendwo in Brüssel an der Autobahn und – bin glücklich! Ist das normal?

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Ein Segment des Dopaminrezeptors

Nein, Chemie ist nicht mein Ding. Aber dieser Dopaminrezeptor interessiert mich. Dieses Segment, das sich aus zwei bis zehn Untereinheiten zusammensetzt. Sie sind alle identisch, aber bei dem einem Menschen gibt es zwei oder drei, beim anderen eher neun oder zehn dieser Wiederholungen. Jep. Man hat es jetzt herausgefunden: Je mehr Wiederholungen – und das kann man nachweisen – desto größer der Drang, Unbekanntes zu wagen.

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In dieser Zeit

Es ist einfach großartig, wie viel heute möglich ist. Wie viele abgefahrene Möglichkeiten es gibt, sein Leben zu riskieren – ohne in den Krieg ziehen zu müssen. Und wie gut die Technik geworden ist, diese besonderen Momente einzufangen. Kameras am Helm, am Board, Kameraleute, die fast ebenso viel riskieren wie die Extremsportler. Um dieses Gefühl zu vermittlen. Freiheit. Okay, nein, es erspart die Erfahrung nicht. Aber mit zwei Untereinheiten reicht einem das vermutlich: Nah dran zu sein.

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Es einfach tun

Ich dachte es wird besser. Im Alter. Es lässt irgendwann nach. Immerhin schreibe ich jetzt viel und das ist eine ganz ungefährliche Tätigkeit. Nun, hm. Ich hätte kein Label gründen müssen. Weder das finanzielle, noch das energetische Risiko hat irgendwie Sinn gemacht. Hätte keinen Graphic Novel Stil entwickeln müssen, der so neu ist, dass man ihn nur schwer einordnen kann. Oder komplizierte Plots erfinden müssen, die man nicht so einfach inhalieren kann.  Selbst, wenn ich erfolgreich bin, wiederhole ich mich ungern. Ich schreibe auch nicht gerne über Sicherheit und Komfort, sondern eigentlich immer über … die Suche nach Freiheit. Das Risiko.

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Take the risk

Ich bin mir ziemlich sicher, ich habe so etwa sechs Wiederholungen auf meinem Rezeptor-Segment. Und die werden auch im Alter nicht abnehmen. Irgendwie fühle ich mich befreit. Deshalb sehe ich eine Dokumentation über lauter verrückte Grenzgänger und habe das Gefühl, zu Hause zu sein. Tja, ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich euch diesen Film empfehlen kann. Ob ihr ihn ebenso gut wie ich finden werdet, oder genervt über diese Verrückten seid. Hängt wohl von der Anzahl der Wiederholungen auf eurem Rezeptorsegment ab. Vielleicht probiert ihr es einfach aus. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt mich gerne.

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