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Grey’s Anatomy oder: Getting over your Genius.

Grey’s Anatomy

Es wird viel gesagt, über die Qualität von „Day TV“. Von Serien, die, wie Grey’s Anatomy, seit unzähligen Staffeln, eine kleine Gruppe von Charakteren begleiten, dabei wie sie sich verlieben, verkrachen, verheiraten und…verscheiden. Was am häufigsten gesagt wird, ist wahrscheinlich „leichte Unterhaltung“. Etwas, das nicht nur Shonda Rhimes nerven sollte.

Wir sind spät zur Party gestoßen. Und mit spät meine ich, jetzt.
In der Schulzeit waberten Begriffe wie McDreamy, Meredtih, Seattle Grace auf dem Schulhof herum, meine Freundinnen kicherten und tratschten über die letzte Folge, ohne das ich davon mitgerissen wurde. Irgendwie habe ich es geschafft, eine Jugend ohne Grey’s Anatomy zu leben. Aber bevor ihr zu viel Mitleid mit mir habt, ich bin ja nachgekommen. Und muss sagen, dass ich fast glaube, es wird genüsslicher, je älter man wird, je mehr man versteht.

Easy reading is damn hard writing.

Und easy watching ist im Fall von Grey’s Anatomy und Shonda Rhimes, damn good writing. Nicht nur die Tatsache, dass Grey’s Anatomy bereits über 13 Staffeln läuft, wiederholt Rekorde und Herzen gebrochen hat und immer noch, über zehn Jahre nach der Ausstrahlung der ersten Folge, funktioniert. Grey’s Anatomy is a genius piece of writing. There. I said it.

Get over it.

Mein Freund hat es gut ausgedrückt neulich, als wir über die letzte Folge Greys Anatomy diskutierten. „Klar, es ist leicht, als Genie, einen ultrakomplexen Vortrag zu halten, den nur du verstehen kannst. Aber irgendeiner im Publikum sagt vielleicht, da war ein Wort dabei, das mir was gesagt hat. Und das nehme ich jetzt, und mache was daraus.“ Diese Leute schaffen dann etwas, was echtem Genie entspringt und gleichzeitig eine Klarheit besitzt, die die Ideen zugänglich macht.

Und das ist es doch, was Künstler wollen, egal was sie machen? Das Menschen ihre Ideen, sehen, erfühlen, begreifen und bewundern können. Erlebbar machen, was man ausdrücken will.

Wir stapfen durch das Laub. „Gestern hatte ich wieder so einen Moment, in dem ich fast in die Selbstbepuderung abgedriftet wäre“ sagt mein Freund und grinst. „Gestern war einfach so gut, ich hab super gearbeitet, war zufrieden mit mir. Ich weiß nicht ob dir das auch so geht-„ „Klar, geht mir das so. Ich schreibe was, das mir gefällt und das lese ich es noch dreimal, beglückwünsche mich, so lange, bis es mir selbst auf die Nerven geht.“ Er nickt. Mein Freund ist streng mit sich was „Selbstbepuderung“ angeht, ich finde eine gute Prise FLAWLESS hat jeder verdient. Sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Dieses rauschende, heiße, genugtuende Gefühl zu genießen, dass einem durch die Adern pumpt. Ich bin ein Genie.

Aber irgendwann muss man sich fragen, was man damit machen will.

Pop music with a twist.

In ihrer Dokumentation Five Foot Two sagt Lady Gaga mehrmals, dass ihre Devise immer war, alles zu tun was das System, de Popmaschine von ihr verlangt, aber aber auf ihre Art und Weise. Und Jahre später, ähnlich wie bei Shonda Rhimes, scheint das für sie immer noch zu funktionieren.

Ich für meinen Teil habe großen Respekt für gutgemachte Systeme. Und kriege gleichzeitig Ausschlag, wenn ich in ihnen funktionieren muss. Oh ja, studieren, was für eine faszinierende Institution, was für ein erprobtes System! Alle Stifte feinsäuberlich vor sich aufgereiht,

Und nach den ersten Vorlesung, alle Ringblöcke verbrennen will. Irgendwas juckt mich immer, ein Rappeln und Zappeln. Zu lange nach vorne geguckt, jemandem dabei zugehört, bewiesene Fakten neu zu beweisen und schon kommt es. Das unbändige Verlangen den Finger in die Luft zu stechen. Was freches zu sagen. Alles in Frage zu stellen. Nur die falschen Stellen anzumarkern.

Das nervt. Aber es entspringt dem echten Wunsch etwas Neues herauszufinden. Mit anderen zusammen Dinge zu entdecken, die noch niemand entdeckt hat. Etwas auszuprobieren. Blöd ist nur, wenn man der einzige ist, der sich am Ende nicht einbringen konnte. Der nicht geschafft hat, sich auszutauschen. Get over yourself.

Irgendwo zwischen Anerkennung für gutgemachte Strategien und dem Rappeln und Zappeln könnte Arbeit liegen, die sinnvoll ist. Spaß macht. Weiterbildet. Bewegt.

Fade out

Ich bewundere Menschen, Künstler, wie Lady Gaga, wie Shonda Rhimes, die es schaffen, ihr Talent so zu bündeln, dass sie das beste aus beiden Welten haben können. Eine gut gemachte Rennstrecke und ein selbstgeschweißtes Race Car. Die benutzen, was ihnen zur Verfügung gestellt wird, und so möglich machen, dass sie mehr Leute erreichen, dass sie eine Platform haben, auf der sie verändern können. Und ja, das geht nur, wenn man bereit ist, sich die Hände schmutzig zu machen. Sich ständig zu hinterfragen. Geht das? Ist das noch ok?

Und das macht Grey’s Anatomy großartig. Nimm das Klischee und melke es. Dazu ist es da. Klischees sind Klischees, weil sie ihre Wurzeln tief in der menschlichen Erfahrung vergraben haben. Es pulsiert immer noch Leben durch diese Wurzeln. Die Arbeit, die Wahrheit im Klischee zu finden, das ehrliche Herz, und das dann zu benutzen, ist eine noble Sache. Und keine leichte Unterhaltung.

Warum enden wir nicht mit der einzigen Sache aus Grey’s Anatomy, bei der ich immer den Faden verliere: Dem End Voice Over:

Genius comes in many forms.

Sometimes it’s subtle, sometimes obvious.
Everyone has it and yet, not everyone can see.
What true potential lies within in every human being.

You can be afraid of it, or you can show it off.
You can choose to ignore whatever it is that you have to say, be or do.
But ask yourself. Is that really why you came here?

Yes. You’re a genius. Just make sure it doesn’t get unnoticed.

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Harry Potter and the Secret of Sequels

SEQUELS


Despite the bad rap they always get, I’m actually a fan of sequels. They have the unique opportunity to bring us back to a place that we already know even though it doesn’t exist. When done right, they  further develop an emotional journey that we witnessed and exceed our  greatest expectations that came with the first installment.

But after getting out of yet another miserable sequel of a once awesome movie, I’m faced with the same old question.

Why do they suddenly forget how to write a fucking screenplay?

I mean they did it right the first time. The motives and character developments were solid, the plot had a decent pace and the emotions seemed to be oh so crystal clear. Everything work out. That’s the reason why they were able to do a sequel in the first place. Because they made a good movie. And then suddenly, as the second installment comes around everything is all over the place. The story is almost non-existent. Characters get introduced without any reason at all…and are killed off minutes later. The motivations of the main protagonist are a mess. Like an actual mess that no one seems to be able to unravel.

And no line of witty dialogue or a well rehearsed action scene is capable of covering that up.

THE SECRET OF THE SEQUEL

But the most frustrating part about it..it’s not that hard to write a good sequel. Honestly. The secret is actually surprisingly simple. And I will prove it to you using one of the best sequel in movie history:
The Harry Potter saga. Especially it’s first three installments: Philosopher Stone, Chamber of Secrets and Prisoner of Azkaban. With a very simple trick J.K. Rowling managed to capture an audience for years on end and create one of the most immersive fantasy-worlds in modern writing.

So if your are a movie buff that is sick and tired of awful sequels or you are a producer, screenwriter, filmmaker and eager to continue your story, listen up. Because here is the secret to Harry Potters immense success…

It’s all the same story.

KNOW YOUR GENRE

Now despite IMDb or common believe the Harry Potter movies aren’t actual fantasy stories. Sure they have magic and dragons and stuff, but in their core the movies (and books) are mystery stories. Three young students on their way to discover a mystery that needs to be solved. Gregory Austin McConnell actually described that pretty well in his essay on ,The cursed child’ and why it didn’t seem like a normal ,Harry-Potter-Story’.

So each year again and again Harry, Ron and Hermione come across a mission that they need to solve. They gather clues and informations and go on to overpower the bad guy with wit, skill and bravery. And although that doesn’t seem like much, most sequels forget what genre the original movie was even in. Because genre is not defined by the costumes, special effects or set pieces of the movie. It’s defined by its writing.

Side note: One solid way testing of whether a story is a mystery or an action adventure is by looking at it’s climax. An action adventure usually ends with an epic battle of good versus evil. Whereas in the Harry Potter stories…they are just talking. And I don’t say thats bad. I like the talking. But there is a lot of it!

The fact, that Harry Potter stories are mysteries becomes also fairly obvious when you watch (or read) Chamber of Secrets, where one of the characters is actually called Tom Riddle. The clue is in the name. And this leads me to the next similarity between all three of the movies.

MYSTERIOUS BAD GUY

 The antagonist. When Harry first discovers Toms Diary he takes him as a fine young man. He believes his stories and follows his advice. It’s only later on that he discovers that said young man is actually Lord Voldemort. Now this twist in character is seen almost throughout the entire Harry Potter franchise.

Lets take a look at year one: There we have Professor Quirrell who is portrait as a shy, stuttering mite only to find out the he was scheming to steel the philosopher stone all along. Even more important is the surprising turn of Professor Snape. Harry, Ron and Hermione strongly believe that he is eager to steal the stone himself, when in reality he tried to protect it.

In the second book (and film) this shift is seen in Professor Lockhart who is introduced as a stunning wizard. But when his moment comes he reveals himself to be a cocky liar who doesn’t know anything about anything. Tom Riddle on the other hand, who seemed so innocent, is revealed to be the true antagonist. Even the usual suspect Draco Malfoy is declared innocent when we find out, that it was the little Ginny who set the Basilisk free.

Not to bore you, but to complete the example, we go on to the third installment. There we have Sirius Black, in my opinion the greatest written character in human history, who is introduced as the most dangerous criminal the wizzarding- (and muggle-) world has ever seen. After Lord Voldemort that is. Only to discover later in the story that he was the good guy all along and that it was Ron’s Rat Scabbers aka Peter Pettigrew who committed all these crimes.

So every time we have a surprising change in character. It’s a motive that keeps recurring so I’m pretty sure you can find the character twist in the fourth book on your own.

,But this is merely a similarity in theme not in structure‘, you might say. And sure, although all these characters identities are revealed at roughly the same time in the story, I might let you have the argument. So lets dig deeper.

SAME PROCEDURE AS LAST YEAR

Each year starts with Harry being at the Dursleys.

Having the same starting point, just like in a sitcom really helps to capture the audience expectation of the previous movie.

But the Dursleys are boring. We want something magical to happen. So sure enough, in his first year, Harry frees a snake at the zoo. On accident of corse. Next year Dobby destroys the desert. Something that Harry didn’t plan on either. And in the third movie Harry blows up his aunt. This happens at almost the exact time in each book and get’s Harry in some trouble. Luckily there is someone or something to help him out of it. In book one Hagrid comes along and declares that Harry is indeed a wizzard. Second year it’s the Weasley Brothers who do the saving. And lastly we have the Knight Bus arriving to save the day.

It’s the exact same procedure each year again. Harry is at the Dursleys. He does something magical, gets into trouble and is saved by an ally. Same for all three stories? Then lets move on.

SAME PROCEDURE AS EVERY YEAR

One of the more ingenious ideas of J.K. Rowling is aligning the plot points of the story arc with the holidays of the year. So when Halloween comes around you can be sure something will happen. It’s a troll in the dungeons! Oh, there is a bloody message on the wall. Sirius attacked the fat lady. It’s the time of ghosts and horror. So let the bad guy close in. They might as well close the school over Halloween, because it’s getting way to dangerous.

Luckily Christmas isn’t far away. And it’s the Holiday of joy and love. And present!

So let’s give Harry something to help him defeat the bad guy. Like a cloak that makes him invisible. Or a potion that turns him into someone else. Or a map that let’s him get around unseen. It is Christmas after all…

And there are more patterns like this. Quidditch is there to hurt Harry. Whether it’s his broomstick that is out of control, or the Bludgers or the Dementors.

The forbidden forrest adds tension. And in order to get to the bad guy, Harry has to go down – like actually underground.

CHARACTERS


But not just the events in Hogwarts are boiled down to their singular meaning. Every character in the Harry Potter story has one purpose and one purpose only. They act on the framework of their personality and help or hinder Harry in his mission to save the wizzarding world.

Lets take Hagrid for example. He sure likes his creatures. That is his mayor character property. And every year he gets himself and one of his creatures into trouble. In the first year Harry, Ron and Hermione need to help him get rid of his Baby Dragon Norbert. Next they visit his pet Spider Aragog to prove his innocence. In the Prisoner of Azkaban they free Hagrid’s Hippogriff Buckbeak that is sentenced to death.

It’s a repeating pattern, that always stays the same. In each of the three stories Hagrid has some trouble with one of his creatures and needs help from our protagonists. And it’s not just Hagrid who keeps on playing the same song over and over again. But I’m sure you figured that out by now.

THE FINAL

So now that Hagrid is saved from his troubles lets focus on the bad guy, alright? We are almost at the end of the year. Harry, Ron and Hermione have gathered enough intel to take on the bad guy. But since Harry is our Hero he has to face him on his own. So let’s have Ron fall from a horse and Hermione not drink the potion. They’ve done their part. Harry can go on on his own now. Well next year is no different apart from the fact, that Hermione got knocked out pretty early on, leaving Ron and Harry to go down the Chamber of Secret. And if you think this is unfair and that Hermione should get her screen time as well, just take a look at Prisoner Of Azkaban, where it’s Ron who stays in the Hospital bed so that Harry and Hermione can pair up to save the world.

IN CONCLUSION

So these are just a few similarities between the three first books of the Harry Potter franchise. It’s actually quite the fun exercise to find the similarities between the stories. I have only pointed out the major plot points, but when you dig deeper, you will find different character flaws, situations or even sentences that are repeated throughout the series. I’m sure you will be able to find some more parallels on your own. And I’m also sure, that you might be able to figure out why the Order Of The Phoenix didn’t seem to work that well. But before you start screaming, heres a little disclaimer.

DISCLAIMER

I’m not writing all this to denigrate J.K. Rowling. I’m not saying: Oh she’s so lazy. She just wrote the same story over and over again and made millions of dollars off of i’.
Quite the opposite actually. I want more writers to be brave enough to stick to their story. Because in the end, it’s all one song anyways.
I think that J.K. Rowling’s imagination really proves her skill in writing. You can tell the old story over and over again. But making up flying cars, little boys trapped in diaries, a tree that tries to kill you, Dementors (frankly the best creature ever created in human history (if you want to call them ,created‘ that is)) or even the Knight Bus. These are all highly original ideas. Especially when you think about how smoothly they are woven into the story structure of these mystery books.

ADDING CHARACTERS

Now there is one last thing I want to talk about before I leave you to it. And that is scale. Most of the franchise seem to be build around one statement and one statement only: The more the merrier. Just take a look at the casting list of Pirates of The Caribbean 2 vs. it’s predecessor. It almost doubled. Every time Hollywood gets it’s hands on a franchise they suddenly start to bring up side-characters, side-quests, side-stories. Without any need for them at all. Because all that does is to distract us from the main character.

Compare that to Harry Potter and the Chamber of Secrets where J.K. Rowling introduces just two new major characters. Gilderoy Lokchart and Tom Riddle. And one of them is a replacement for poor Professor Quirrell. That means, that most of the plot is wrapped around our three main protagonists Harry, Ron and Hermione (aka the ones that actually matter). And it works. Because the characters are strong and complex enough to stand on their own. You could tell a story of the three friends walking around in the forest and it would still be interesting…oh wait scratch that. But you get the point. Additional characters don’t further your plot, they don’t enhance the intensity of the story. They are cunning devise to try to avoid to deal with the main protagonist.

So if you are writing a sequel try the following. You are only allowed to replace the characters that died or disappeared in the original story and add one additional character. Like in Chamber of Secrets or in Prisoner Of Azkaban where you have Lockhart who is replaced by Lupin, Tom Riddle who is replaced by Wormtail and the one we want to add is Serius Black. No that is strong writing. To be able to trust your characters beyond explosion and action scenes and to be able to explore them even in the silent moments, where there is no distraction.

WHAT WE’VE LEARNED

There are two reasons why people come back to see more. The story and the characters. You can make up the most hideous things (like a time-traveling necklace), as long as you stay true to the story and the character you created in the first place. People want to see something new, sure. But when they let their imagination flow, they don’t come up with new interesting side character. They make up stories of who is going to pair up with whom. They stay within the boundaries of the world you created. And so should you!

Because as I said. Sequels are awesome. If they are done right!

Love actually, 2003
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Love is all around

»Whenever I get gloomy with the state of the world, I think about the arrivals gate at Heathrow Airport.

General opinion’s starting to make out that we live in a world of hatred and greed, but I don’t see that.

Love actually, 2003Love actually, 2003

It seems to me that love is everywhere.

Often, it’s not particularly dignified or newsworthy, but it’s always there – fathers and sons,

Love actually, 2003Love actually, 2003

mothers and daughters,

Love actually, 2003Love actually, 2003

husbands and wives,

Love actually, 2003Love actually, 2003

boyfriends, girlfriends,

Love actually, 2003Love actually, 2003

old friends.

Love actually, 2003Love actually, 2003

When the planes hit the Twin Towers, as far as I know, none of the phone calls from the people on board were messages of hate or revenge – they were all messages of love.
If you look for it, I’ve got a sneaking suspicion… love actually is all around …«

(Intro: Love actually, 2003. Writer/Director: Richard Curtis)

Thx for the reminder Richard Curtis.

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Herbstgedanken

„Ich gehe aus der Haustür und ziehe mein Winteroutfit an. Es ist immerhin Herbst. Blätter liegen auf dem Boden, zu dieser Jahreszeit lernt es sich gut. Ich hole die Post aus dem Briefkasten und lege sie auf den einzig freien Tisch im zweiten Stock. Eigentlich dumm, denn jetzt muss ich den ganzen Weg zum Briefkasten zurücklaufen, um die Rechnung zu bezahlen. Ich denke, die Fahrgemeinschaft zur Arbeit kommt so in einer Stunde. Also pflege ich noch schnell meine Tomatenpflanzen im Gewächshaus. Prächtig geht es denen. Viel besser als meinen Obstbäumen im Garten, die ständig von weißen Pollen befallen sind. Die Arbeit ist nichtssagend wie immer. Nicht mal eine Beförderung ist drin. Mir fehlt wahrscheinlich einfach die nötige Mechanik. Später mach ich mir leckere Nudeln mit Käsesoße, immerhin hab ich ganz schön Anga Anga. Und nachts lieg ich wie immer im Bett und frag mich, wie ein Sim bei diesem grünen Licht schlafen soll.“

Ich habe vor kurzem die perfekte Sims Familie erstellt.

Einen Masterplan. Nach 10 Jahren Sims-Spiel-Erfahrung, habe ich das Geheimnis gelüftet. Wie es funktioniert. Ich nenne es „Die Reihenfolge!“.

Und die geht folgerndermaßen:

Ich habe zwei Sims erstellt eine Frau und einen Mann. Ihre An- und Abturner sind aufeinander abgestimmt. Ich lasse sie in ein kleines Haus ziehen, aber mit getrennten Schlafzimmern. Ich erstelle ihnen ein Gewächshaus und lasse sie Tomaten pflanzen.

Die Nachbarn kommen vorbei, ich lade sie ein. Die ersten Freundschaften werden geknüpft. Die nächsten Wochen gibt es nur Gärtnern, Fähigkeitspunkte sammeln und jeden Tag mindestens 6 Freunde einladen. Ziemlich schnell haben sie also 8 beste Freunde, eine gute Fähigkeitspunkte- Grundlage und den silbernen Gärtnerorden.

Jetzt suchen sie sich Jobs.

Dadurch, dass sie alle Voraussetzungen erfüllen, werden sie beide sehr schnell befördert. Es wird weitergepflanzt, bis sie den goldenen Gärtnerorden haben und endlich Auberginen pflanzen können. Das ist wichtig, den Auberginen Saft stillt nicht nur den Hunger, sondern bringt einem auch einen random Fähigkeitspunkt. Die Beförderungen gehen immer weiter. Inzwischen haben sich meine Sims auch ineinander verliebt. Aber Job geht gerade vor. Bis … ja beide haben die Spitze ihrer Karriere erreicht. Ab jetzt sind die Freunde ehrlich gesagt egal. Wir brauchten sie nur als Kontakte, um befördert zu werden.

Ich lasse sie ihr erstes Kind machen. Sie ist schwanger. Sie heiraten. Sie ziehen in ein größeres Haus. Das können sie sich leisten als Starkoch und Bürgermeisterin. Inzwischen fehlen ihnen nur noch ein ganz paar Fähigkeitspunkte, bis sie alle haben. Der Auberginensaft hilft dabei. Sie bekommen drei Kinder. Der Direktor wird eingeladen. Alle gehen sie auf Privatschulen. Sie haben alle Fähigkeitspunkte, den goldenen Angelorden, Gärtnerorden, Blumenorden, Spielzeugwarenorden. Fast alle Urlaubsbelohnungen. Das Haus ist sauber. Es geht ihnen gut.

Aber jetzt … ist es langweilig.

Was gibt es schon zu tun, wenn man nichts mehr anstreben kann? Die Kinder sind auf dem College, sie leben in einem riesigen Haus. Die Freunde sind alle weg, mühsam müssen sie zum Plaudern angerufen werden.

Und hier kommt der Zeitpunkt, seinen Computer auszuschalten und in das Chaos zu treten, was sich inzwischen in seinem eigenen Leben angebahnt hat. Es gibt kein aging-off. Jeden Tag wird man älter und das bekommt man auch nicht zurück. Es gibt keine begrenzte Anzahl an Fähigkeitspunkten. Es wird gelernt, gelernt, gelernt. Es gibt kein Ende. Es gibt beschissen Phasen, Selbstzweifel, man braucht Kontakte und dann verliebt man sich auch noch total unpassend. Alles läuft gleichzeitig. Ich mag es aber, Dinge zu Ende zu putzen. Ich möchte irgendwann volles Potenzial in irgendwas erreicht haben. Nicht, weil ich dann die Beste darin bin, sondern damit ich etwas zu Ende gebracht habe. Ich möchte mit meinen sauberen Füßen, in meiner frischen Bettwäsche liegen und ein neues Buch anfangen. Aber dann vermisse ich Lukas, dann muss ich pinkeln und dann kotzt Tapsi direkt auf den Teppich. Und ich stehe auf und freue mich, dass ich immer weiter lernen darf.

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Prüfungen und Blue Skies

In seinem letzten Lutherbeitrag hat Uwe gefragt: Wie würde eine „Glaubensprüfung“ aussehen, wenn man Meditiationsunterricht hätte? Das hat mich auf die Frage gebracht, inwiefern Prüfungen sich verändern, je subjektiver die Fähigkeiten werden, auf die wir Wert legen.

Bei Andy gibt es keine Prüfung. Es gibt nur den eigenen Erfahrungswert. Fühlst du dich gut? Gelingt es dir besser? Hast du den Eindruck, dass du Fortschritte machst? Und selbst diese Fragen treten völlig in den Hintergrund. Wichtiger ist der Prozess. Des Lernens. Die Erfahrung, sich selbst einer stetigen Wandlung zu unterziehen. It’s a liefelong process, sagt Andy gerne. Und man glaubt es ihm und ärgert sich noch nicht mal. Irgendwie entsteht das Gefühl, dass das Lernen reicht. Dass es gut ist, sich klar zu machen, dass man bereits besser geworden ist, wenn es sich so anfühlt. Denn wer misst deine eigene Zufriedenheit?

Prüfungen sind, und das zurecht, schwer in Verruf geraten. Ach, wie schön waren noch die Zeiten, in denen man einen Haufen Leute zur selben Zeit in einen Raum gesteckt hat. Und am Ende hatte man einen Zettel, auf dem all diese Leute nach ihren Fähigkeiten sortiert aufgelistet waren.

Werden Fähigkeiten schwerer nachweisbar? In einer Zeit, in der Wissen überall herumschwirrt und nur vom interessierten Lerner eingefangen werden muss, welche Bedeutungen haben Prüfungen dann überhabt noch? Wenn man zukünftig Skills lernt, die weit schwerer messbar sind, als eine gelöste Matheaufgabe, wie überprüft man dann?

Beim Meditieren geht es darum, seinen Geist zu trainieren, um mit bestimmten (arguably allen) Situationen anders (arguably besser) umzugehen. Wenn man in einem schwierigen Gespräch Ruhe bewahrt und sich beweist, dann springt nicht hinter dem Buchregal ein kleiner Mann in schwarzem Kittel hervor und überreicht dir, in einer Staubwolke aus Licht und Schmutz, dein Zertifikat. Schwieriges Gespräch: Bestanden. 2,0. Man hat keinen Zettel, auf dem vermerkt wurde: Besserer Mensch – 0,23 Prozent. Aber man hat sein Gefühl. Das gute warme Gefühl in der Brust, das dir sagt: gut gemacht! Das war ja ein voller Erfolg!

In der Schule wusste man immer, ob man etwas gut konnte oder nicht. Ob man eine gute Prüfung schreibt, das konnte keiner Voraussagen. Wenn man zähneklappernd und händeringend auf sein leeres Papier wartete, dann kam es einem vor, als hätte man ein ganz anderes Fach studiert, als es zu prüfen galt. Der eigene Gefühlskompass völlig aus dem Gleichgewicht geraten.

Dasselbe Gefühl beschleicht mich manchmal, wenn ich im Wartezimmer eines Arztes sitze. Tief in den Sitz gesunken, den Blick starr auf die meditativ angerichteten Steine gerichtet. Bin ich gesund? Fühle ich mich gut? Habe ich etwas falsch gemacht? Hätte ich schon vor Wochen herkommen sollen? Hört mich denn keiner?… Hilfe?

Das Gefühl, geprüft zu werden, ist immerhin tief in unserem Bewusstsein verwurzelt. Ob religiös oder nicht, immer mal wieder kribbelt einem der Nacken, juckt die Nasenspitze. Ist das eine gute Entscheidung? Tue ich das Richtige? Bin ich ein guter Mensch?

Dann reißt man dem Lehrer den angeschwitzten Zettel aus der Hand. Hab ich bestanden!? Bin ich durch? Komme ich in den Himmel?

Andy würde da nur weise lächeln. Blue skies. They’re always there.

Sind wir Menschen Blue Sky kompatibel? Können wir uns abtrainieren, uns ständig zu prüfen? Wäre das überhaupt gut?

Denn sobald ich im Sprechzimmer sitze, zerfließe ich in einer Pfütze des Wohlgefallens, bei der Vorstellung, wie viele Prüfungen die Ärztin abgelegt hat, um hier herzukommen. Und wenn das Flugzeug die Blue Skies durchquert, dann bewundere ich entspannt die Wolkenschlösser. Wohl wissend, dass es so gut wie unmöglich ist, eine Pilotenprüfung zu bestehen. This guy is a hero. I am safe. Das ist es wahrscheinlich, was wir wirklich wissen wollen. Am I safe?

Ob in der Schule oder im Flugzeug oder in der Kirche. Am I safe?
Die Frage ist, ob uns die Antwort auf diese Frage, eine Prüfung geben kann.

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The Power Of The Anti-Bathos

THE BATHOS

I recently came across a very good video essay describing the overuse of bathos in modern Hollywood blockbusters. I highly recommend checking it out and then coming back to this article.
If you don’t want to waste your monthly data volume however, I will summ it up quickly.

Bathos is, when you break the emotion of a scene with a contradictory emotion for comedic purposes.
We’ve all seen it. We are in the middle of an epic scene, everybody is pumped, and then…there is a joke. Someone says something trivial, something that completely breaks the tension…for a laugh.

This type of comedy, though very effective, often comes at great cost. The dramatic feel of the moment. Everything the scene has build up to just gets wiped clean and we start again from square one.

In most movies it actually seems like the creators  have gotten ashamed of genuine emotions. Nothing can be simply epic, romantic or sad anymore. Everything has to be delivered with a wink. And though I definitely agree, that every art should include a healthy amount of self-irony, the bathos has kind of taken over of late.

THE POWER OF THE ANTI-BATHOS

But I’m not here to denigrate the bathos. I actually want to talk about a different approach. Its a concept that I very much adore and love. All my favorite movie use it. It’s something I like to call the Anti-Bathos.

Pirates Of The Caribbean is based on a Disney Ride. It’s a stupid, money-making idea. But instead of making a movie that is self aware of it’s pointless origins and winks at the audience a lot, Ted Elliott, Terry Rosso and co. started one of the most successful franchises in modern movie history. And not because its a huge Disney Production, but because they approached the story, the characters and the ,base-material‘ with genuine care and honesty. All the protagonists motives are clear as day, the decisions are difficult and if they use bathos (and yes they do) it underlines the personality of the characters.

SO WHAT’S IT ALL ABOUT?

So what do I mean by Anti-Bathos? Well, basically it’s when you take something absurd, something stupid or trivial and approach it from a very serious angle. So no matter how strange the story is you’re trying to tell, you always take your protagonists seriously. You care for their desires and you challenge them with real threats (within the rules of their world).

Now they could have started PotC with a funny montage of drunken Captain Jack Sparrow fighting, or with an epic ,ride-like‘ pan across the whole Caribbean. But they decided to introduce us to the world with a very moody scene. Elizabeth Swan (our main-protagonist) stands on a ship that sails through the foggy ocean. She is singing a tiny, little song, a song that was a loud chanty in the original ride. It’s a genuine approach to the pirates lore. There is no funny business. Not yet. The first written joke actually appears way beyond the 10 min mark. And it gets funny and it gets epic, but the two never battle for the same spot.

,MODERN‘ ANTI-BATHOS

There are a lot of movies, that successfully use the Anti-Bathos. A man with scissors for hands is a stupid concept. A panda learning Kung-Fu could be discarded as outrageous. And yes, a teen-age boy in tights swinging through New York isn’t the most grounded idea either. And still they all approached their characters with true passion. They took their protagonist (and therefor their audiences) desires seriously. Thats why Edward Scissorhands, Kung Fu Panda and Spider-Man are extremely immersive movies.

MASTER OF BOTH BATHOSES

But if you want to see the Anti-Bathos in its best form you have to watch ,dying‚. The YouTube success by former Viner Evan Breen aka LA Turtle. It’s a ten minute conversation of a family (all members are played by Breen himself) and it gets intense quickly. The conversation is as stupid as it can get. But with Breen’s acting, the on-point editing and the epic music, the viewer gets sucked into the families struggles immediately. The best part about it though: Breen uses Bathos…a LOT. Almost every major joke is based on the bathos. But instead of using it to exit a scene or to shy away from an emotion, he uses it to bring us to the next level of intensity. Every time he breaks the scene with bathos he re-enters it with even more pathos. This way we never get thrown out as a viewer, but instead are kept in the world of the video.

So next time you watch a movie that is both epic and funny and doesn’t sacrifice one for the other, think of the screenwriter. Because this is not lazy screenwriting. It’s the Anti-Bathos. And if it works, you are in for a ride!

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Fake It ´Til You Make It

Ich hab diesen Satz früher nie verstanden. Und irgendwie fand ich ihn auch noch blöd. Gefährliche Kombination.

Und nun Freunde, weiß ich – glaub ich – was damit gemeint ist. Oder besser gesagt, ich habe ihm eine Bedeutung aufgedrückt. Wir alle wissen, außer vielleicht die Stones, dass man alles bekommt, was man haben möchte. Sogar besser: man bekommt auch die Sachen, die man nicht haben möchte. Zumindest nicht im Oberbewusstsein und schwups … befinden wir uns in schwammigen Eso- Gewässern. But hear me out.

Dream Big

Wenn du etwas habe möchtest, dann forsche nach dem Gefühl, welches diese Sache begleitet. Und dann suche in deinem Leben nach so vielen Situationen wie möglich, in denen du dieses Gefühl schon hast. Oft merkt man dann: „Ich brauche diese Sache gar nicht mehr.“

Möchtest du die Sache trotzdem, dann versuche, so konkret wie möglich zu sein, ohne deine Vorstellung zu killen. Sprich: werde so detailliert, bis es keinen Spaß mehr macht. Sobald du merkst es wird zu spezifisch, gehe einen Schritt zurück. Aufschreiben hilft immer. Ganz besonders, wenn man fünf Jahre später den Zettel findet. Und dann kommt mein Lieblingsschritt:

Fake it ´til you make it

Hach wie ich ihn liebe. Ich möchte euch zwei Beispiele geben:

Als ich vor drei Jahren ein sehr starkes Bedürfnis nach einem Freund/Partner in Crime/Lover (wie auch immer) gespürt habe, habe ich mir (nach langem Vormichhinträumen und Texte schreiben) eine zweite Bettdecke gekauft. Denn einmal saß ich im Bett und bin mal ganz nüchtern an die Sache rangegangen. Hier ist mein Bett, hier ist eine Decke, ich mag es nicht Bettdecken zu teilen, hier soll demnächst eine zweite Person schlafen, ab zu Ikea. Ich sag mal so, drei Monate später wurde diese Decke auch benutzt.

Okay, ist euch vielleicht zu bescheuert, ich gebe euch ein zweites Beispiel. Ich war auf der Suche nach einer Yogalehrer-Ausbildung. Ich hatte eine sehr konkrete Vorstellung, so konkret, dass ich nicht mehr stillsitzen konnte und losgezogen bin und Berlins Yoga Studios abgeklappert habe. Und es war mir erst mal egal ob sie ausgebildet haben oder nicht. Hauptsache ich konnte mich in der Essenz von dem, was ich suchte wälzen. Also finde ich ein wunderschönes Yoga Studio. Und denke schon: Das ist es! Und dann nach der Stunde die völlige Ernüchterung. Mir hat der Stil nicht gefallen und Ausbilden tun sie auch nicht. Eine Woche später tue ich etwas, was ich – man kann es kaum glauben – bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gemacht habe: Ich google ‚Yogalehrer Ausbildung Berlin‘ (geniale Idee, Amber) und finde diese Yoga Lehrerin, die ausbildet. Sie hat selber mit 19 ihre Ausbildung gemacht und war Schauspielerin. Ich hatte es gefunden. Und dann „Ach übrigens die Ausbildung findet im W60 statt“ Wie bitte??? In dem Studio, das mir so gut gefallen hat. In dem ich eine Woche vorher komplett zufällig eine Probestunde gemacht habe??

Let Magic In

Oder war es zufällig? Denn hier kommt noch ein riesiger Aspekt beim Dinge anziehen, die man haben möchte. Lass the Magic zu dir kommen. Und manchmal kann man sich vor Magic Moments gar nicht retten. Lass es zu, dass das Universum dir so perfekt verstrickte Drehbücher schreibt, dass man einfach nur staunen und den Film genießen kann. Oder aktiver gesagt – mitspielen?

Denn du hast genau so viel Magie in deinem Leben, wie du haben möchtest. Wenn ich die U-Bahn Treppen runterlaufe und in dem Moment eine U-Bahn einfährt, dann ist das Magic. Man könnte auch sagen hohe Wahrscheinlichkeit, da die U-Bahn alle vier Minuten kommt. Ja schon, aber sie hätte ja auch nicht kommen können. Wenn meine Garderobe perfekt in die Nische in meinem Flur passt, dann ist das Magic. Wenn ich auf der Suche nach einem Rennrad bin und zwei Tage später ein Kumpel von Lenny sagt, er hat ein wunderschönes selbst aufgearbeitetes italienisches Retro Rennrad für 160 Euro im Keller stehen, was auf den Millimeter genau meine Größe hat, dann ist das nun mal Magic. Und wenn ich innerhalb von drei Tagen eine Wohnung in Prenzlauer Berg finde, obwohl mir gefühlt hundert Personen erklären wollten: ‚Man findet ja ihn Berlin eh nichts‘ ‚Ja und schon gar nicht in deiner Preiskategorie‘, ‚Ach ja, die Gegend ist ja ganz schwierig‘, ‚Also die Freundin von ner Freundin sucht schon seit drei Jahren‘, dann ist das Magic.

Ein Skeptiker könnte sagen, naja, du hast ja auch Ausbildung gegoogelt. Dazu sage ich: Ja, ich hätte mir aber auch wie sonst ein Youtube-Video angucken können, oder meine Facebook Nachrichten oder Pinterest Fotos. Habe ich aber nicht, ich habe gegoogelt. Ich habe meine Aufmerksamkeit auf das gerichtet, was ich haben möchte. Es klingt so simpel und dafür machen wir es viel zu selten.

Ich bin etwas abgedriftet. Aber ich hoffe es war verständlich. Dream Big, sei konkret, fake it till you make it, let magic in.

Und überdenke ab und zu blöde, kitschige Sprichwörter.

Radio

Instabilität als höchste Sensibilität

 

Instabilität als höchste Sensibilität

Im Zustand ruhiger Instabilität herrscht hohe Sensibilität. Ein interessanter Gedanke, der mir bei der Recherche zu einem anderen Thema untergekommen ist.

Ich habe ihn zufällig gefunden — in einem Vortrag des Quantenphysikers Hans-Peter Dürr. Er erläutert diese Beobachtung an einem starren Pendel, das um einen Drehpunkt schwingt. Solange man es in Ruhe lässt – bleibt es auch in Ruhe. Hängt einfach bequem nach unten. Ruhig und stabil. Könnte ewig so hängen. Angezogen von der Schwerkraft gibt es keine Tendenz, sich aufzuschwingen. Bringt man es in Schwingung, pendelt es um den Drehpunkt, bis Reibungswiderstände und andere Energieverluste es wieder in die untere Stellung bringen. Diese Pendelbewegung ist – nicht für mich –, aber für jemanden, der einigermaßen guten Physikunterricht genossen hat, einfach auszurechnen.

Jetzt gibt es aber einen Punkt, der offensichtlich völlig anders ist, als alle anderen, die die Pendelstange einnehmen kann. Nämlich der Moment, wenn sie ganz genau senkrecht nach oben steht. Eine sehr instabile Position. Irgendwann kippt das Pendel herunter und kommt wieder in Schwingung.

Frage nur: in welche Richtung? Kippt das Pendel nach rechts oder nach links? Offensichtlich ist das nicht nur für mich nicht, sondern auch für keinen Physiker vorherzusagen und auszurechnen. Wenn ich Hans-Peter Dürr richtig verstanden habe, fragt das Pendel in dem Moment sozusagen sämtliche Informationen des Universums ab. Jeder noch so kleine, oder weit entfernte Impuls kann den Ausschlag geben. Der berühmte Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas. Oder auch eine kleine Veränderung im Andromedanebel.

Ist es einmal in Schwingung, pendelt das Pendel eben so vor sich hin, bis es wieder zur Ruhe kommt. Aber an diesem einen höchsten Punkt ist es nicht nur instabil sondern auch hochsensibel. Hochsensibel für jeden noch so kleinen Anstoß, der die Richtung bestimmt.

Flash

Das erinnert mich sehr an den hochsensiblen Zustand beim Arbeiten an Skulpturen. Was gibt den Ausschlag für die nächste Entscheidung? Man macht sich offen, connected sich mit allem. Vielleicht ein Zustand, den Künstler, Musiker, Schauspieler, aber auch Extremsportler immer wieder suchen, den Punkt höchster Sensibilität. Und da die nicht anders zu haben ist, nehmen sie dafür die höchste Instabilität nicht nur in Kauf, sondern suchen sie sogar immer wieder.

Es kommt noch besser

Jetzt geht es noch einen Schritt weiter. Jetzt wird es völlig crazy. Hängt man an die erste Pendelstange noch eine oder mehrere weitere Pendelstangen, wird dieser instabile, sensible Punkt ständig erreicht. Es wird vollkommen unberechenbar, chaotisch und — sehr schön.

Trajektorie eines Doppelpendels Autor 100 Miezekatzen Sensibilität

Trajektorie eines Doppelpendels

Übrigens eine Beobachtung, die ich als Kind schon gemacht habe, als ich versucht habe, den Rhythmus der großen Kirchenglocke zu verstehen, deren voller Klang von der Weitmarer Kirche herübergeweht kam. Jetzt weiß ich, warum das nicht ging. Er ist chaotisch. Eine Kirchenglocke ist ein Doppelpendel. Und diese spezielle Glocke hat auch so geklungen.

Dürr nennt diese instabilen, unvorhersehbaren Systeme lebendige Systeme: Wenn Sie einen Apfel fallen lassen, folgt er dem Gesetz der Schwerkraft und fällt zu Boden. Die Welt der Dinge ist die Welt der stabilen Systeme und damit voll determiniert, also vorherbestimmt. Mechanistisch bedeutet voll determiniert. Aber für lebendige Systeme reicht diese mechanistische Beschreibung nicht aus. 

Die Frage ist also, wieviel Unverhersagbarkeit Lebendigkeit nötig hat und wie viel sie aushält.

Abb. von 100miezekatzen unter GNU Free Documentation License

Radio

The Dark Knight Rises – Life In The Public Eye

YOUR FRIENDLY NEIGHBORHOOD SPIDERMAN

I recently saw a great review of Sam Raimis Spiderman & Spiderman II. In it there was an interesting part about the people of New York City and how they help Spiderman to defeat the bad guy.

The first movie has a great scene in which some New Yorkers throw stuff at the Green Goblin, while he is trying to make Spidey decide between a group of children and Mary Jane. In the second one, the passengers on the subway are helping Peter after his fight with Doc Ock. These are crucial scenes. Peter Parker faces the decision of protecting his own life or fulfilling his duty as a super hero. It highlights, that Spiderman might have superpowers, but that he is still just a regular person from New York. He is the one in the suit, but when there’s trouble in the city, everybody helps out as good as they can. Sam Raimi even highlights that focus to the citizens when he cuts in snippets of civilians talking about the Spiderman. The city, the citizens and the superhero are one.

THE HEROES GOTHAM DESERVES

Now The Dark Knight Rises has a different approach. In Christopher Nolans Batman franchise Gotham has become a metaphor for New York City. It looks almost the same. From the structure of the buildings to the uniforms of the police. So it could very well be set in New York, New York with all its sights and people. But instead of exploring the citizens of the city, The Dark Knight Rises takes a closer look at the public figures. Almost every mayor character in the story is exposed to the public eye. The movie even starts with a podium scene and its not the last time a character talks to a group of people. We have a clear separation between the citizens and the heroes. Sure there are criminals and cops and bankers and party guests, but they are all treated as social groups rather then individuals. The only characters having a clear voice, are the ones you would consider as persons of the public. And how they deal with that is shown throughout the movie.

HIDING IN CLEAR SIGHT

When I first saw The Dark Knight Rises it took me a while to figure out that Bane was actually played by Tom Hardy. The physical transformation he went through and his brilliant acting completely overshadowed his own personality. He became something else. Something unrecognizable. Tom Hardy is not only known for his many roles where he is forced to wear a mask, but also for his transforming acting style. Now the same goes for Gary Oldman. Considering his role as Sirius in the Harry Potter movies you wouldn’t connect that performance to the guy playing Commissioner Gordon. And when you realize that its the same guy, you are simultaneous impressed and scared. Both actors completely loose themselves in their characters, so that they become one with them.
Interestingly thats exactly what their characters do in the movie as well. Bane is a gentle guy, forced to wear a mask. Misjudged by his physic he completely immerses himself into the role of the brute. It takes the movie quite some time to unravel the soft mystery behind the man with the mask. Similar to Commissioner Gordon, who on the first look seems like an everyday family-guy. Its only when we take a closer look, that we realize, that he his one of Batman’s closest allies and the only reason, that Gotham is safe. The private life gets completely repressed by the public appearance.

OPENING UP

Of course that isn’t the only way of dealing with a public life. Hiding your true personality behind a multi-layered character can be very difficult and even might be considered dangerous. You can lose yourself in the many lives you don’t really live.
The opposite approach can be seen in the form of Joseph Gordon-Levitts character in the movie. A gentle and kind young man, who started as an orphan, became a police officer and then got promoted to detective by Commissioner Gordon. But no matter what uniform you put him in, he always stays the same man. His private personality is always up front. The same could go for Joseph Gordon-Levitt himself. Despite being a very talented and versatile actor, you are always able to see Joseph Gordon Levitt behind the costumes and masks. You can admire his passion and craft, but you nearly never mistake him for someone else. No matter if he portraits a french high-wire artist, a bold cancer patient or if he is hosting his own show hit-record you always get his own personal take on the matter. Joseph is always present in the moment and that makes his work so relatable and intriguing.

ALTER EGO

Obviously the alter-ego as portrait by Christian Bales Batman, Anne Hathaways Catwoman or Marion Cotillards Miranda is also a common technique of dealing with the separation of the private and the public life. To create an alternative persona that can act on its own might come in handy when having a lot of public appearances. Funnily enough that approach can be seen on Christian Bale himself, as he is often completely transforming himself in order to play different characters, but is still always notable in the shot. Its like Batman and Bruce Wayne. Nobody knows that they are the same person, but if you count to ten you might be able to figure it out. Its difficult to switch between these two personality types because they easily can get mixed up. The are still influencing each other. So when Bruce Wayne is frustrated, Batman is weak. No matter how hard you try to divide them, they are always together. But an alter ego is also a shield. Catwoman is the only thing that can keep Selina save. And Miranda couldn’t achieve her goals if she didn’t pretend to be someone else.

TWO-FACED

And although he is rarely in this movie, I have to talk about Harvey Dent aka Two Face aka Aaron Eckhart. The split personality. To switch between a public and private persona in a matter of seconds is more then difficult. And to show the two sides as one without neglecting either one of them requires a lot of strength and a lot of training. You openly accept, that you are living two lives. And you don’t hide either one of them. If the situation requires a public opinion, you share it, without holding back your private point of view. And if you are in private, your public version never really leaves you. No shield, no hiding. Everything is exposed. It’s honest and kind of dangerous.

LIFE IN THE PUBLIC EYE

Now, as an actor I am confronted with the decision of how to deal with public events. Heck, we all are. Whether it is going to the supermarket or walking the red carpet. You can hide, you can protect, you can open up. And if you don’t know which way you want to deal with that, take a closer look at The Dark Knight Rises. It offers a variety of options to choose from.

…Unless you can be Morgan Freeman. Then be Morgan Freeman.

Radio

Nachrichten, Geschichten und eine 10 Millionen-Dollar-Lüge

Wenn ich schreibe, recherchiere ich viel, aber nie besonders wichtige Dinge. Wie bereitet man einen guten Expresso? Wie geht ein Kickflip? Wie behandelt man eine Depression. Etwa in diesem Spektrum bewegen sich meine Recherchen. Ich weiß, wie man „anständig“ recherchiert, das ist nicht das Problem. Ich brauche es nur nicht. Ich bin kein Journalist, niemand verlässt sich auf meine Informationen, ich schreibe nur Geschichten. So what.

Und dann ist letztens etwas passiert … Ich wollte eigentlich nur mal schnell nachsehen, ob man das Wort Brutkasten noch benutzt. Ich meine, das könnte so sein wie „Neger“, ein Wort, das in meiner alten Pippi-Langstrumpf-Ausgabe noch benutzt wird, aber eigentlich ein No go geworden ist. Ich habe also Brutkasten gegoogelt und bin auf die Brutkastenlüge gestoßen. Zufällig. Lüge, die so groß ist und so unglaublich ist, dass ich eigentlich nicht glauben kann, dass sie funktioniert hat.

20:15 Uhr

Ich bin kein Fan von Nachrichten. Noch nie gewesen. Ich bin mit ihnen großgeworden, 20:15 Uhr war Bürgerpflicht, da saß man vor dem Fernseher und hat etwas für seine politische Bildung getan. So habe ich es als Kind jedenfalls verstanden. Etwas, das man zu tun hat, wenn man ein interessierter und politisch engagierter Bürger ist. Sich informieren! Bei den Nachrichten hat man geschwiegen und mit sanftem Kopfnicken oder Stirnrunzeln seine Zu-oder Abneigung kundgegeben. Es war eine wichtige Sache. Kein Kinderkram. Doch ich habe mich gelangweilt.

Nachricht

Der Begriff Nachricht steht im 20. Jahrhundert im Plural = Nachrichten für politische Meldungen. Sie ist:  „… eine direkte, auf das Wesentliche konzentrierte und möglichst objektive Mitteilung über ein neues Ereignis, das für die Öffentlichkeit wichtig und/oder interessant ist.“ (Dietz Schwiesau und Josef Ohler)

Interessant finde ich: „möglichst objektive“ Mitteilung. Von Wahrheit ist hier nicht die Rede.

Gelangweilt oder nicht, ich bin als Kind aber immer davon ausgegangen, dass in Nachrichten die Wahrheit gesagt wird. Man sich zumindest darum bemüht. Wir alle, oder? Trotz Nationalsozialismus und Watergate, trotz allem. Als Jugendliche wurde ich etwas misstrauischer. Besonders als ich im besetzten Haus gewohnt habe: Hey, was sie dort erzählen, habe ich anders erlebt! Nun gut. Nachrichten sind nicht ganz objektiv. Vertraut habe ich ihnen trotzdem weiterhin.

Die Geschichte

Am 10. Oktober 1990 gibt eine junge Frau aus Kuwait, die sich mit ihrem Vornamen „Nayirah“ vorstellte, vor einem informellen Menschenrechtskomitee des US-Kongresses unter Tränen eine Erklärung ab: Sie habe als kuwaitische Hilfskrankenschwester freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet. Sie wäre Zeugin geworden, wie irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen, Säuglinge aus Brutkästen nahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.

Dies ist eine Lüge, die auf der ganzen Welt als Nachricht verbreitet wurde. Sie ist so groß, dass ich nicht verstehen kann, dass sie es in die Nachrichten geschafft hat. Sie ist so gigantisch groß, dass ich nicht verstehen kann, dass niemand mal nachgefragt hat. Aber noch ungeheuerlicher ist: Diese Lüge hatte einen Preis. Sie wurde für 10 Millionen US-Dollar in Auftrag geben.

Die Brutkastenlüge

Und zwar von der kuwaitischen Regierung (aus dem Exil). Sie beauftragte die amerikanische PR-Agentur Hill & Knowlton damit, in der amerikanischen Öffentlichkeit Werbung für ein militärisches Eingreifen der USA zu machen. Und zahlte dafür zehn Millionen US-Dollar. Eine der PR-Aktionen war die Brutkastengeschichte. Und sie funktionierte.

Sogar Amnesty International ließ sich täuschen und veröffentlicht am 19. Dezember 1990 einen 84-seitigen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in Kuwait, der die Brutkastenlüge enthält.(Quelle).

Kein Wunder also, dass  der US-Senat am 12. Januar 1991 mit 52:47 Stimmen für eine Intervention im Zweiten Golfkrieg stimmte und das Repräsentantenhaus mit 250:183 Stimmen für den Krieg.

Was ist mit der Aussage vor der Menschenrechtskommission? Nun, das Mädchen aus Kuwait war die fünfzehnjährige Tochter des kuwaitischen Botschafters Saud Nasir as-Sabah. Ihr Vater saß während ihrer Aussage vor dem Kongress-Komitee als Zuhörer im Publikum. Ihr Bericht war frei erfunden.

Medien und Wahrheit

Die Wahrheit kam erst nach dem Krieg heraus. Man sagt, im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt. Aber niemand sagt, was für Auswirkungen eine Lüge auf den Krieg oder die Liebe hat. Oder dass man einen Krieg mit einer Lüge beginnen kann.

Ich sehe schon lange keine Nachrichten mehr, schon gar nicht im Fernsehen. Ich habe es auch jetzt nicht vor. Nicht, weil ich ihnen nicht oder nicht mehr vertraue, sondern einfach weil sie ich sie immer noch langweilig finde. Dass heißt aber nicht, dass ich nicht wissen will, was da draußen so los ist.

Was ich spannender als Nachrichten finde, sind Geschichten. Ob wahr oder erfunden. Denn Geschichten sind sehr viel mächtiger als Nachrichten. Die Medienagentur hat das genau gewusst. Sie hat keine Nachricht in die Welt geschickt, sondern eine emotionalle Story. Und für den Vortrag vor der Menschenrechtskommission eine sehr überzeugende Schauspielerin gefunden. Genau deshalb haben wir alle nicht mehr so genau hingesehen. (Und gerade wundert mich, dass dieses Geschichte noch nicht verfilmt worden ist.)

Ich bin dann mit einem sehr seltsamen Gefühl wieder an die Arbeit gegangen. Irgendetwas hat sich in mir verschoben. Ich glaube, dass ich auch als Geschichtenerzählerin eine Verantwortung habe, aber meist mache ich mir nicht so viele Gedanken darüber. Doch das ändert sich gerade. Und vielleicht mache ich aus genau diesem Gedanken mal eine Geschichte …

Ach ja, man sagt heute eigentlich nicht mehr Brutkasten, sondern Inkubator.