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Rausch

Messenger
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Grrr.
Ihr kennt das bestimmt. Ich arbeite jetzt schon seit Ewigkeiten an einer Idee, denke darüber nach, feile sie aus, nur um dann festzustellen, dass jemand anderes die Idee bereits umgesetzt hat.
Mist. Wieso passiert so etwas. Habe ich die Idee irgendwo schon gesehen? Hat mein Unterbewusstsein etwas aufgeschnappt und so getan, als hätte es das selber erfunden? Aber selbst wenn ich komplett frei von fremden Einflüssen bin, kommt es vor, dass ich eine Idee kriege, die es schon gibt.
Bei der jemand schneller war.

Ideen haben eine sehr kurze Haltbarkeit. In den meisten Fällen kann man sie nur einmal benutzten. Dann sind sie draußen. In der Welt.
Aber sollte ich mich dann nicht eigentlich freuen? Denn darum geht es doch im Grunde. Die Idee nach Außen bringen. Die Welt mit einem Gedanken bereichern. Und wenn das jemand anderes macht, heißt im Grunde nur, dass ich weniger Arbeit habe.
Aber ich freue mich nicht. Nicht einmal bei Ideen, die ich eh nicht umsetzten kann. Die nur ganz zufällig zu mir gekommen sind. Aus versehen aus dem Universum aufgegriffen. Eigentlich für jemand anderen bestimmt. Aber jetzt ist sie bei mir. Diese Idee. Und anstatt sie einfach wieder freizulassen, falsche Adresse, probier es woanders noch mal, klammere ich. Ich weiß, dass ich nichts mit der Idee anfangen kann, aber dennoch denke ich darüber nach. Schmücke sie aus. Verwende Energie. Vielleicht gibt es ja doch einen Grund wieso die Idee bei mir gelandet ist. Vielleicht kann ich in ein paar Jahren etwas damit anfangen. Doch ein paar Jahre dauern einer Idee zu lange. Da sucht sie sich lieber jemand anderen. Jemand der schneller ist. Der etwas mit ihr anfangen kann. Und ich sitzet da und fühle mich schlecht.
Wieder einmal habe ich es nicht geschafft eine Idee in die Tat umzusetzen. Ich habe die Message nicht weitergeleitet. War zu langsam. Muss kündigen. Werde gefeuert. Denn ein Messenger der seine Nachrichten nicht überbringt ist nutzlos.

Also gibt es nur ein Ziel. Ich will kein Geld. Ich will kein Ruhm. Aber ich will immer und überall die Mittel und Möglichkeiten haben meine Ideen umzusetzen. Denn das ist Erfolg.

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Stolzenhagen

Vor ein paar Wochen war ich mit der Theatergruppe Taràntula auf dem Gut Ponderosa im Wunderschönen Stolzenhagen.

Um es kurz zu erklären: Taràntula ist eine Theatergruppe des Okevs (Offener Kunstverein Potsdams), die 2005 von Ulrike Schlue gegründet wurde.

Wir sind so ca. 25 Jugendliche, jung, frisch und wir arbeiten sogar Sonntags.

Und es gibt zwei Arten, dieses Probenwochenende zu beschreiben.

„Mein Herz geht grad so auf“ oder „Mein Herz wird grad voll“

Das Glas Halbleer oder Halbvoll? Auf jedenfall wunderbar.

Dreimal am Tag gab es superleckeres vegetarisches Essen.

Dazwischen wurden am Klavier und mit Gitarre Lieder mit sehr tiefgründigem Text gedichtet, die dann für den Rest des Tages über das ganze Gelände und aus den tiefsten Ecken dröhnten.

Geschlafen wurde auf dem Dachboden auf Matratzen.

Und die Wörter Sleeping-Station und Schweinehaufen beschreiben die allgemeine Schlafsituation ganz gut.

Obwohl – zugegeben – eh nicht so viel geschlafen wurde.

Um neun ging es nämlich jeden Tag mehr oder weniger munter mit den Proben los.

Stückentwicklung, Charakter ANALyse, Improvisation und natürlich der brutale Frühsport.

Am Samstag war auf dem Gelände ein afrikanischer Markt und in der Nacht wurde erst getanzt und dann am Lagerfeuer gesessen.

Und wenn ich mal so ganz ehrlich bin, möchte ich später so leben.

In einem Steinhaus mit offener Wohnküche.

Einer Sofalandschaft unterm Glasdach, auf der sich bei Regen alle wie Würmer zusammen kuscheln.

Mit einer großen Tafel an dem jeden Tag zusammen gegessen wird. (Und ja wir hatten unsere eigene Interpretation eines Tischgebets und es wurde nicht AUF-gegessen bis es nicht gesagt wurde.)

Beamerabende mit künstlerischen Filmen, für die man einfach hundert sein muss, um sie zu verstehen.

Jede Nacht neben meinen besten Freunden pennen und morgens mit dem stärksten Kaffee in Deutschland geweckt werden.

Also lass mal ne Kommune gründen bitte …

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Die tollen Fotos sind von der verrückt talentierten Angélique.

Ich finde sie fangen die Stimmung so gut ein.

Also checkt mal ihre Website aus à http://respire-a-linterieur.jimdo.com/

 

 

 

 

 

 

 

 

Rausch

Restart

Es gibt Momente im Leben, da steckt man fest. Manchmal ist es gar nichts Bestimmtes was nicht richtig ist. Außer der Tatsache das man fest steckt. In Gewohnheiten oder Lebenslagen die zu eng geworden oder abgenutzt sind und wie eine alte Schlangenhaut in in schuppigen Fetzten an einem herunterhängen. Das ist unpraktisch und sieht blöd aus. Man beginnt sich unwohl zu fühlen.

Irgendwie schleicht sich das Gefühl ein, den Absprung verpasst zu haben, so als wäre man im Skilift sitzen geblieben und wäre nun auf der Bergabfahrt.

Und während man so dasitzt und auf die nutzlos an den Füßen baumelnden Skier herunterblickt wird einem klar; wir müssen reden. Ich und ich. Wir sollten uns unterhalten.

Na toll. Den ganzen Weg nach oben hat man sich darum herum gedrückt, aber jetzt führt kein Weg daran vorbei. Was war mit dem Karate Kurs, den ich belegen wollte? Wieso bin ich nicht schon längst den Europa Radweg geradelt? Scheiße, hatte ich nicht vor, mit transzendenter Meditation anzufangen? Bleibe ich hinter mir selbst zurück?

Und gerade als man beginnt sich so richtig elend und eingeklemmt vorzukommen, fährt einem so ein aufregendes Kribbeln den Nacken hoch, ein scharfer Windzug bringt den Lift zum Schaukeln und mit einem Blick nach unten wird einem klar; du kannst immer abspringen, das hier ist dein Leben.

Das ist deine Möglichkeit. Ein bisschen Abstand zu nehmen, auszumisten, umzudenken, freizumachen. Neu zu starten.

Und wenn man schneestaubend auf beiden Füßen landet, der kalte scharfe Wind die Haare und den Kopf durchwirbelt hat sich der freie Fall gelohnt.

Dann kann man langsam die Fäuste in die Luft stoßen. Weil man gewonnen hat. Und alles was es noch zu tun gibt ist jauchzend die Piste zu surfen.

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Spürst du den Beat?

Es wird Sommer Freunde!!

Wir kommen wieder zusammen.

Die kreativen Ideen, die über den Winter bei Ingwertee und heißem Kakao zusammen gesponnen wurden, bekommen Form und werden Real.

Musik, die bei Dunkelheit in den Studios und Zimmern der Künstler kreiert wurde, wird freigelassen, ins Universum geschickt.

Freiluftmusik, Open Airs, Festivals, Sound Systems…

Schallwellen rauschen über die Wiesen, stampfende Füße asphaltieren den Untergrund, der Mittelpunkt des Universums.

An dieser Stelle möchte ich eine Band aus Potsdam vorstellen.

Oder sagen wir es mit ihren eigenen Worten

„Six young men, six instruments, six musical backgrounds and what seems to be an infinite amount of energy.“  ( https://soundcloud.com/footprint-project )

Das Footprint Project ,inzwischen auch durch fabelhafte weibliche Vocals begleitet spielen eine Mischung aus Funk und Beatbox Blues.

Sei ein lächendels Gesicht in den Massen

Spür den Beat

Sei dabei

Im Moment

Genießt den Sommer!

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Rausch

Prag

In meinen Augen war Prag die Stadt in die Berliner Jugendliche Kurztrips machten.

Nicht zu weit weg, doch weit genug um sich weg zu fühlen, billig und irgendwie exotisch.

Aber wer wohnt schon in Prag und wer war noch mal dieser Franz Kafka?

Naja dieses Bild sollte vielleicht aufgeräumt werden, also habe ich ganz nach der Tradition mit einer Freundin einen Kurztrip dorthin gemacht um… meinen Horizont zu erweitern?

Und ich muss sagen ich war echt überrascht!

Ich kann gar nicht genau sagen wie ich mir die Stadt vorgestellt hab.

Vielleicht irgendwie dreckig, runtergekommen, tussig.

Aber meine Güte, Prag ist die sauberste und konzentrierteste Stadt in der ich seid langem war.

Die Innenstadt ist voll von wunderschönen alten Häusern.

Atemberaubenden Burgen und Kopfsteinpflaster auf jeder Straße.

Und dadurch dass die Stadt in einem Tal liegt und von zwei großen Burgbergen umgeben ist hat man von vielen Punkten der Stadt eine abgefahrene Aussicht.

Große weite Sicht. Horizonterweiternd.

Die Menschen sind offen und freundlich. Das Essen fleischig und deftig. (Sehr zu empfehlen ist allerdings das vegane Restaurant loVeg  http://www.loveg.cz/ )
In manchen Teilen der Stadt fühlt man sich wie in einer Toskanischen Kleinstadt dann wieder als würde man in den teuren Viertel von Paris flanieren.

Es riecht an jeder Ecke nach Weihnachtsmarkt was an den traditionellen Teigrollen namens Trdelník  liegt. Die nebenbei bemerkt absolut göttlich sind.

Natürlich war um Ostern herum alles von Touristen überschwemmt doch die Stadt ist komplett darauf ausgerichtet und schließt jegliche Besucher in ihre sauberen, strukturierten Arme.

Aber wo waren die Jugendlichen, der Dreck und die Grafittis.

Nachts wenn die Touristen zufrieden in ihren Hotels liegen kommen sie verhalten heraus.

Schichtwechsel.

Doch das Chaos kommt gegen die Stadt nicht an. Und morgens werden eilig zerbrochene Bierflaschen zusammen gesucht und die Ereignisse der Nacht gehen im Trubel der Stadt unter.

 

Alles in allem eine wunderschöne Stadt. Perfekt für Städtetrips.

 

Die Rotzigkeit muss man allerdings selbst mitbringen.

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Rausch

Musikrausch

Es gibt Alben, die lassen einen instinktiv mit Tränen in den Augenwinkeln  nach der Haarbürste greifen. Licht aus, Spot an. Hirn aus, Herz an.

Und wenn man dann nach 40 Minuten, tränenverschmiert mit nur noch einer Socke an ausgestreckt auf dem Fußboden liegt, schleicht sich ein fettes Grinsen übers Gesicht. Dann kann man sich mit der ausrangierten Mikrofon Haarbürste die Haare kämmen und wieder vernünftig werden.

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Sia – 1000 Forms of Fear – Sam Smith- In The Lonely Hour – Marina & the Diamonds – The Family Jewels

Welche Alben lassen DICH tanzen, egal wer zuguckt? :D

Flow
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flow

Manchmal hat das Leben einfach einen Flow. Affirmationen erfüllen sich und Energie wird entladen.

Momentan ist so eine Phase bei mir. Ich habe einen Dreh nach dem anderen, bekomme jede Menge Rollen angeboten und schaffe es in den Pausen trotzdem an meinen eigenen Projekten zu arbeiten.
Natürlich freue ich mich riesig darüber, aber der Flow ist auch nicht immer ganz einfach. So habe ich zum Beispiel überhaupt keine Zeit über die Dinge nachzudenken die ich tue. Ich schlafe wenig und mache viel.
In solchen Phasen fällt es mir dann besonders schwer Entscheidungen zu treffen, weil ich noch gar nicht richtig verarbeitet habe, was gerade passiert.

Bei Filmen kann das sehr fatal sein. Der Zuschauer muss zwischen den Szenen immer die Zeit bekommen, das Gesehene zu reflektieren. Bei Komödien ist das ganz besonders gut zu sehen. Und ich habe in letzter Zeit viele Komödien gesehen. Komödien folgen der Grundstruktur eines Drehbuch meist haargenau. Und das ist wichtig. Denn wenn der Zuschauer sich Gedanken über den Verlauf der Handlung machen muss, oder gedanklich noch in der letzten Szene ist, verpasst er vielleicht den nächsten Witz. Filme wie Jungfrau (40), männlich, sucht…, Dinner für Spinner oder Superbad sind deshalb so kurzweilig, weil sie vom Aufbau genau den Erwartungen des Zuschauers entsprechen. Sie geben einem zwischendurch immer wieder Zeit darüber nachzudenken, was gerade passiert ist, so dass man sich gleich nach dem Abspann über den Film unterhalten kann.

Ganz anders ist das bei Filmen wie Only God Forgives, Under The Skin oder Foxcatcher. Das sind Filme, die dem Zuschauer wenig Zeit geben zu reflektieren. Denn im Grunde gibt es auch keine Informationen zu verarbeiten. Gerade in Zeiten eines Flows schaue ich solche Filme unglaublich gerne. Ich sitze dann im Kino und genieße einfach die dichte Atmosphäre die geschaffen wird. Ich gebe mich ganz dem Moment hin, da ich weiß, dass ich die Intention hinter dem Film eh erst in ein paar Tagen verstehen werde. Wenn ich dann aus dem Kino komme, ist mein Kopf am arbeiten. Es ist gar nicht daran zu denken schon über den Film zu reden. Meist dauert es mehrere tage, bis ich den Film komplett begriffen habe. Tage an denen ich in jedem Gespräch auf eine Handlungsebene im Film verweisen will. An denen mich jede Situation an eine Situation im Film erinnert. An denen mein Unterbewusstsein arbeiten und ich nach und nach den Film entschlüssele. Ganz bewusst richten sich Nicolas Winding Refn, Jonathan Glazer oder Bennett Miller nicht nach den natürlichen Sehgewohnheiten des Zuschauers. Sie lassen einen die ganze Zeit in der Schwebe. Geben einem keine Zeit zu entspannen. Und erst viel später, nach Tagen oder Wochen, versteht man was sie einem vielleicht sagen wollten.

Vielleicht ist das bei einem Flow ja genauso. Vielleicht muss man einfach abschalten und genießen. Sich keine Gedanken darum machen, wie es weiter gehen wird oder ob man etwas ändern sollte. Vielleicht kann man während eines Flows einfach keine Entscheidungen treffen. Denn die Bedeutung hinter dem was man tut, wird einem erst viel später bewusst.