Ruhe

Knolling

Mittlerweile ist es überall, jeder kennt es. Knolling.

Auf Instagram ist es ein richtiger Trend, aber auch auf Werbefotos, in Tutorial-Videos, bei Reiseberichten, Kunstwerken, Anleitungen,… überall ist es zu sehen.

Aber was ist das eigentlich und wozu ist es gut?

Knolling ist, wenn man ein Vielzahl von Objekten nebeneinander sortiert, so dass sie alle auf einen Blick zu sehen sind. Die Objekte dürfen im rechten Winkel zueinander liegen, aber nicht aufrecht stehen oder übereinander liegen. Ziel ist es, sich eine Übersicht von einer erst mal unüberschaubaren Menge an Gegenständen zu schaffen.

Erfunden hat das ganze ein Hausmeister. Andrew Kromelow hat bei dem amerikanischen Architekten Frank Gehry gearbeitet, der zu der Zeit für die Möbelfirma Knoll Stühle designed hat. Jeden Abend hat Andrew dann alle Werkzeuge in 90° Winkeln nebeneinander zusammengelegt um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Diesen Prozess hat er dann nach der Firma benannt. Knolling.

Von dieser kleinen, aber feinen Idee hat sich das Konzept dann weiter entwickelt.

Zuerst habe ich das ganze wahrscheinlich auf Instagram oder Pinterest gesehen, wo Leute ihre alten Kameras oder ihre Reisequipment ausgebreitet haben. Das hat dann mehr einen ästhetischen, als einen praktischen Wert. Den Begriff habe ich dann allerdings erstmals bei Tested gehört. Adam Savage, der ehemalige MythBusters Moderator und jetzige Gründer von Tested.com ist ein absoluter Knolling Fan.

Er nutzt die Methode für fast alles.

Adam Savage ist ein Special Effects Designer und Propmaker. In seinem Workshop ist eine gewisse Ordnung einfach nötig. Alles muss erreichbar sein, seinen Platz haben. Da Adam aber auch ein richtiger Geek ist, wird einem die Bedeutung von Knolling besonders bewusst, wenn er Modelle zusammenbaut.

Bevor Adam Savage ein Modell zusammenbaut, wird erst einmal geknolled. Alle verfügbaren Teile werden auf dem Tisch ausgebreitet und sortiert. Das ist ziemlich Platzintensiv, sorgt im Nachhinein aber für ein viel angenehmeres Zusammenbauen.

Doch da hört es nicht auf. Denn wenn man erst einmal anfängt, kann man richtig obsessiv werden. Adam Savage knolled nach eigener Aussage fast alles. Beim Abwaschen, beim aufräumen der Küche, beim auspacken im Hotel. Es ist für ihn fast schon eine Art Meditation geworden. Und es erleichtert die Arbeit ungemein. Alles wird ausgebreitet, angeschaut, sortiert. Eine Ordnung der Objekte, eine Ordnung im Kopf.

Natürlich war ich sofort fasziniert. Ich wollte einfach alles knollen. Doch da gibt es ein Problem.

Mein Workshop sieht etwas anders aus als der von Adam Savage. Bei mir werden keine Props oder Requisiten gebaut. Es gibt keine Werkzeuge und Materialen. Im Grunde dreht sich bei mir alles um Ideen und Gedanken. Und damit lässt es sich schwer knollen. Ich habe schon mehrere Anläufe genommen. Habe alle Ideen auf Sticky-Notes und Zettel geschrieben. Und schnell wird einem klar, dass knolling gar nicht so einfach ist wie es aussieht. Es gibt so viele Möglichkeiten die Gegenstände zu sortieren. So viele Arten der Anordnung.
Aber ich habe noch nicht aufgegeben. Auch wenn mir bis jetzt kein effektives Gedankenknolling geglückt ist, werde ich weiter probieren. Ich möchte die Kunst des Knollen erlernen. Perfektionieren.

Und bis dahin knolle ich einfach alles was ich in die Hände bekomme!

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

4 Kommentare

  • Antworten Amber 9. August 2016 zu 13:48

    Erinnert mich an backen à la „Wissen macht Ah!“

  • Antworten Leonard 9. August 2016 zu 15:13

    Jah stimmt! So früh hat es bei uns also angefangen ;)

  • Antworten Uwe 11. August 2016 zu 1:10

    Knolling? Nie gehört. War aber demnach früher beim Puzzeln ein großer Verfechter der Knollingtechnik.

  • Antworten Katrin 14. August 2016 zu 1:35

    Schöner Beitrag!
    Jetzt weiß ich, wie das heißt, was man da draußen überall sieht.
    Und ein Blick auf meine (Pin)Wand sagt mir – bis ich knolle, ist es noch ein weiter Weg.

  • Hinterlassen Sie eine Nachricht