Ruhe

Nichts

Ich bin nicht besonders gut darin, nichts zu machen.

Drei Sekunden Entspannung und schon will ich aufstehen, an einer Idee arbeiten, Inspirationen sammeln. Die Konzentration zu haben, nichts zu machen, finde ich wirklich schwer.
In letzter Zeit liege ich oft in meiner Hängematte (Danke Amber!) auf dem Balkon und genieße die Sonne. Aber das nächste Mal wenn ich hinschaue, mache ich schon wieder irgendetwas anderes.

Ich meine, ich schreibe lieber einen Blogeintrag übers Nichtsmachen, anstatt nichts zu machen…

Input und Output zu regulieren, kann ich mittlerweile ganz gut. Aber was ist mit Noput? Leere, Stille, Nichts? Immer öfters stelle ich fest, wie wichtig es ist, Dinge ruhen zu lassen. Wenn ich Musik mache, passiert die meiste Arbeit, wenn ich nichts mache. Dann höre ich mir das Stück nach einer Weile wieder an und weiß, was ich ändern muss. Und auch beim Schreiben. Je länger ich über eine Idee nachdenke, desto unsinniger wird sie. Dann verstricke ich mich, werde zu kompliziert.

Alles aus der Hand zu geben und den Ideen die Möglichkeit zu geben, ihren eigenen Weg zu gehen, fällt mir wirklich schwer. Ich bin zu gerne in control. Aber es ist doch wichtig mal abzuschalten. Sonst hat man irgendwann ein Burnout. Ist mit 25 fertig mit Leben.

Das einzige, das wirklich hilft, sind Filme. Visuell und virtuell beeindruckende Filme. Aber sie müssen spannend sein. Und super gut gemacht. Denn wenn das Drehbuch schwächelt, wenn die Schauspieler nicht ehrlich sind, wenn die Kamera nervt, denke ich die ganze Zeit darüber nach.

Aber ein Film, der die Kontrolle übernimmt, ist ein wahres Wunder. Dann bin ich nur Beifahrer. Zuschauer. Im Grunde nutzlos. Also ohne Aufgabe. Dann kann ich loslassen und genießen. Muss nichts machen.

,Under The Skin‘ ist ein solcher Film. Da bin ich einfach nicht existent, wenn ich zuschaue. Sicherlich, die Lichtreflexe brechen sich in meinen Augen, aber bei mir kommt nur ein weißer, tiefer und unheimlich beruhigender Ton an. Kein Stress, Lenny. Du musst dir keine Gedanken machen. Hier ist alles perfekt.

Fast keine andere Kunstform lässt mich so abschalten wie ein Film. Denn auf einmal wird alles abgerückt von mir. Ich spiele keine Rolle. Jemand anderes hat sich Gedanken gemacht.

Irgendwann werde ich es bestimmt auch ohne Film schaffen. Richtig headspacen. Die Ruhe genießen.

Doch noch ist alles im Rausch.

 

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2 Kommentare

  • Antworten Amber 10. Mai 2016 zu 11:01

    Kenn ich. Ich tue oft so, das ich grad nichts mache und mich „entspanne“, bis ich merke ich habe gerade Laptop an, schreibe mit jemandem auf Facebook und versuche dabei zulesen …
    Das ist weder Output noch Noput und eigentlich nicht mal wirklich Input, weil alles vorbei zieht.
    Am besten schalte ich glaub ich beim Lesen ab. Wenn das Buch gut ist mach ich gar nichts mehr und bin nur da.
    Und das schönste ist man kann es überall dabei haben und kann sich oft am Tag 10 Minuten Auszeit gönnen.

  • Antworten Leonard 14. Mai 2016 zu 14:37

    ja das stimmt. gerade in der s-bahn finde ich immer faszinierend, wie schnell man mit einem Buch in eine andere Welt eintauchen kann und der ganze Stadt-stress einfach wegfällt.

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