Radio

Bullet Journal

Bullet Journal oder back to amazing

Ja, klar, eine neues Ordnungssystem, ich bin dabei. Besonders, wenn zwei meiner Leidenschaften dabei voll auf ihre Kosten kommen:

  1. Mein Bedürfnis, Aufgaben, bevorstehende Ereignisse und Notizen zu ordnen
  2. und sie mit Hand aufzuschreiben (bzw irgendwo hinzukritzeln).

Hier sollte ich wohl hinzufügen: Und sie nie wieder zu finden, wenn ich sie brauche. Aber damit ist jetzt Schluss, denn es gibt ein System! Das Bullet Journal. Genial. Ja, natürlich steht da auch eine Geschäftsidee dahinter und ein Produkt, und demnächst wahrscheinlich auch noch Konzerte und T-Shirts und eine Gruppe für Abhängige. Doch noch ist es nicht so weit, noch kann ich euch ganz einfach ein nettes neues Ordnungssystem für Leute vorstellen, die nicht ALLES am Computer machen wollen.

Ein Notizbuch – ein Stift

Erfunden hat das System Ryder Carroll, der 20 Jahre daran herumgefeilt hat. Wie das so ist – genial ist immer einfach und man versteht gar nicht, warum da nicht schon viel eher jemand draufgekommen ist. Was man braucht, ist erstmal nicht mehr als ein mittelgroßes, mitteldickes Notizbuch mit weißen oder wahlweise leicht karierten Seiten und einen vorzugsweise schönen Stift. Wie fülle ich das Bullet Journal nun? Im Grunde bastelt man sich einen Kalender mit Notizseiten. Doch was an einem Kalender streng vorgeschrieben ist, nämlich die Einteilungen von Tagen, Wochen oder auch der Raum für Notizen – liegt jetzt ganz in meiner Hand.

Index

Ja, es macht Sinn, Carrolls System zu folgen, daher erkläre ich es hier kurz. Die erste Doppelseite, mit der man beginnt, ist der Index, also das Inhaltverzeichnis. Nun, das macht natürlich nur Sinn, wenn das Bullet Journal so um die 50-100 Seiten hat. rbh-10Doch wenn, dann sollte man alle Seiten durchnummerieren. Und im Index eintragen, was und wo in eurem Journal zu finden ist. Nach und nach. Denn, das ist das Tolle: Das Bullet Journal entsteht mit den Bedürfnissen des Benutzers.

Future Log

Als nächstes legt legt man den Future Log an, die Zukunftsplanung. Dafür blättert man zur nächsten Doppelseite. Carroll schägt es so vor: Ein Lineal nehmen und die Seite in 3 Teile teilen. Dann beschriftet man es mit den Monaten, die als nächstes anstehen.
rbh-11  rbh-9

So habt ich ein halbes Jahr auf einen Blick. Oder ein Jahr, wenn ich umblättere und das Gleiche noch einmal mache.

Monthly Log

Hm, ist nicht gerade viel Platz, wenn man in diese Felder eintragen will, was man im Monat vorhat. Nun, dafür ist der Future Log auch gar nicht da. Dafür gibt es den Monthly Log. rbh-13Ich nehme die nächste freie Doppelseite und trage auf die eine Seite alle Tage des Monats untereinander. (Ja, ich weiß, viele machen sich da lieber ein Grit/Gitter für die Tage, aber vertraut hier Ryder, der sich dabei etwas gedacht hat.)  Auf die andere Seite des Monthly Log kommen die Aufgaben, die man sich für – hier Januar – vorgenommen hat.

Daily Log

Ich bleibe im Januar und blättere um zum Daily Log = der nächsten freien Doppelseite, bzw Seiten. Je nachdem, wie viel man an den einzelnen Tagen vorhat. Das ist die Tagesplanung. Ein Tag braucht keine ganze Seite, denn jeder weiß ja, was man so alles an einem Tag schafft. Genau. Nicht viel. Es sind also eher so 4-5 Tage auf einer Seite. Ich notiere unter jedem Tag, was ich alles machen will. Mache einen Punkt vor alle Aufgaben, einen Kreis vor die Events und einen kleinen Gedankenstrich vor die Notizen, damit da schon mal eine Übersicht ist. Ein Sternchen ist für wichtige Dinge und kommt noch mal vor die anderen Zeichen. Das System ist wieder von Carroll und es ist ausbaubar. Ausrufezeichen, Herzchen und so weiter. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.rbh-8

  • Punkte für Aufgaben,
  • Kreise für Termine
  • Striche für Notizen

Alles, was ich sonst so lose zusammen in mein Notizbuch hinein notiert habe, findet nun seinen Platz. Viele Dinge passieren an einem bestimmten Tag, die kann ich in die Monatsübersicht eintragen. Das wären dann wohl eher die Events. Andere Dinge will ich irgendwann mal in dem Monat erledigen, die kommen auf die rechte Seite des Montly Logs. Einige Dinge nimmt an sich täglich vor. Die kommen in den Daily Log.

Bullet Journal in action

Ganz besonders genial ist das Bullet Journal in action. Dann, wenn ich mich frage, was ich alles geschafft habe. Was erledigt wird, bekommt ein x über dem Punkt oder Kreis oder dem Gedankenstrich. Yeah! rbh-12Aber dann gibt es Dinge, die habe ich nicht geschafft. Hier also die ernsthafte Frage? Noch wichtig? Nein? Dann durchstreichen. Wenn ja, dann ein kleines Richtungsdreieck vor die Aufgabe machen und in den nächsten Monthly Log eintragen.Bullet Journal -1 Oder eines in die andere Richtung, wenn ich die Sache längerfristig verschiebe, nämlich in den Future Log! Jep, genau, dafür ist der also da. Das nennt man Migration.

Collections

Natürlich hat ein Bullet Journal auch Platz für meine speziellen Listen. Ideen für Bücher, könnte eine bei mir heißen. Oder Weihnachtsgeschenke. Oder Rezeptsammlungen. Quotes, die ich mir merken will. Da wird es dann bunt und ganz persönlich. Und fun! Denn während es vorher durchaus Sinn macht, alles nach System und ordentlich aufzuschreiben, kann man in den Sammlungen verzieren und dekorieren.

Die Kunst der Notiz

Nun bin ich bei aller Ordnungsliebe gegen zu viele Notizen. Es soll Leute geben, die schreiben in ihr Bullet Journal: Abwasch machen oder Wäsche waschen. Hm, muss man sich das wirklich merken? Oder liebt man das Durchstreichen so sehr? Was ich aber auf jeden Fall sehr spannend finde und meinen Nerv vollkommen trifft, ist die Gestaltung des Bullet Journals, die sehr schnell eine individuelle Form annimmt. Farbig, mit Zeichnungen, Symbolen und Lieblingslisten für Musik oder Bücher. Yeah! Ich erinnere mich an meine Tagebücher, in denen mit der Zeit immer mehr Zeichnungen und Doodles vorkamen. Und Farbe und Fotos, die ich eingeklebt habe. Hier bin ich sofort dabei.

Schöner schreiben

Und dann passt es zu einer neuen Leidenschaft, nämlich dem Handlettering, mit dem ich mich seit ein paar Jahren beschäftige.
rbh-2
Schönschrift war nie mein Ding, aber für mich ist es das auch weniger, sondern eher – zeichnen. Also eine Schrift in eine geschwungene Form bringen. Der Trend, der in Amerika schon vor Jahren angesagt war, schwappt jetzt erst richtig nach Deutschland. Gerade wird auf jedem Blog und auf jeder Chipstüte gelettert. Egal, ich finde es großartig. In Kombination mit dem Bullet Journal wird die Sache nun ein kleines Kunstwerk in Buchform.

Analog lebt länger

Ich schätze mal, ich werde weniger Notizen, Termine und Aufgaben in meinem Bullet Journal sammeln, als Ideen und Listen anlegen. Damit ist es auch schon eine Art Tagebuch, und hält meine Wünsche und Leidenschaften zu einem bestimmten Zeitpunkt fest, denn irgendetwas sagt mir, dass die Dinge auf Papier am Ende länger bleiben werden, als meine iTunes Bibliothek oder meine Notizen in Evernote oder in meinem iPhone. Kurz: Es lebe das Bullet Journal!

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

7 Kommentare

  • Antworten Lisa Brüning 10. Dezember 2016 zu 13:33

    Hej Katrin,
    das ist ein schöner Beitrag! Ich beschäftige mich auch gerade mit Zeitmanagement und versuche, mir mehr vor Augen zu halten, was ich alles geschafft habe – weil ich das nämlich gerne mal vergesse. Und super, dass du gleich alles noch spaßiger machst, indem du Handlettering als Gestaltungsmittel nutzt :)
    Ich freue mich, dass du morgen beim Workshop dabei bist!
    Lieben Gruß,
    Lisa

    • Antworten Katrin 10. Dezember 2016 zu 14:49

      Hi Lisa,
      ja, das wird nett morgen!
      Ich bin ja so der Typ, der viele schöne, leere Notizbücher hat und lauter bunte Post its, die an dann der Wand hängen und überall auf meinem Schreibtisch kleben. Das wäre dann also mein Leben … die ästhetische Idealvorstellung und das Chaos des Alltags. Aber jetzt bringe ich das mal schön zusammen – und Handlettering gehört auf jeden Fall dazu!

  • Antworten Sabrina 11. Dezember 2016 zu 0:13

    Ich nutze nun seit Autgust ein BuJo und bin begeistert. Ich hab aber nicht so den sturen plan. Ich hab zb die Index-Seiten ganz hinten.
    Anfangs hab ich die Monatsübersicht wie du gemacht, aber bin nun auf zwei Seiten mit Kästchen, da kann ich besser alles eintragen, da ich ja termine für 3 Personen in Auge behalten muss (Uni, Schule, Arbeit, Private ect xD )
    Traker sind nichts für mich, da bin ich zu unregelmäßig xD und So vorgefertigte Weekseiten hätte ich auch in all meinen anderen planersystemen (Dori, Filofax alles probiert)
    Das Bujo ist das erste was länger als 2 Monate genutzt wurde :D und ich werde mir für das neue jahr endlich ein Leuchtturm gönnen <3
    Man ist so schön individuell. Ich hab meine Rezi liste drin, meine Uni Listen, termine, ect Hach ich liebe das Bujo, aber ich bin dennoch recht Minimalistisch, außer die Monatsübersicht gestalte ich null. Keine Zeit. Aber ich vergesse deutlich weniger, seit ich es habe *g*

    • Antworten Katrin 11. Dezember 2016 zu 3:02

      Hi Sabrina,
      ja, gönn dir unbedingt ein gutes Notizbuch für den Start! ich finde schön am Bullet Journal, dass es ein Lieblingsstück wird. Je abgenutzter und voller, desto besser! Ich könnte gleich noch einen Beitrag über die vielen kreativen Möglichkeiten schreiben – einfach genial.

  • Antworten Jacquy 25. Dezember 2016 zu 11:22

    Überall sehe ich momentan diese Beiträge und das finde ich super. Ich selbst nutze seit Februar das System, weil ich bisher auch immer meine Zettel mit Notizen verloren habe und die damit nicht allzu sinnvoll waren. Ich gehöre allerdings schon zu den Leuten, die jede Kleinigkeit aufschreiben, weil ich so gerne Dinge abhake und mich dann produktiv fühle, haha. Bisher habe ich nur eine Art kleinen Collegeblock genutzt, aber ich werde jetzt im neuen Jahr ein neues Notizbuch anfangen und überlege noch, ob ich dafür nicht doch in ein teureres investieren soll. Mir haben es ja diese gepunkteten total angetan. :D Mir gefällt es auch sehr, dass man da alles selbst entscheiden und anpassen kann. Einen fertigen Kalender habe ich nämlich noch nie so gefunden, wie ich ihn haben wollte oder brauchte und das ist jetzt natürlich die perfekte Lösung dafür.
    Handlettering interessiert mich auch total, aber mich entmutigt es immer direkt, wenn ich etwas nicht hinbekomme und bisher hatte ich noch keine Geduld, das auch durchzuziehen. Kommt aber bestimmt noch. :)

    • Antworten Katrin 25. Dezember 2016 zu 17:20

      Hi Jacquy,

      ich habe ja das Glück, dass ein Redbug Lettering-Experte ist. Lerne gerade Lettering und werde das bestimmt bald (mit)teilen. Uuund: Habe mir ein Bulletjournal für meine Buchprojekte angelegt. Wir können uns dann ja mal über das Jahr austauschen, wie es bei Dir und mir so läuft, mit dem Aufschreiben und Abhaken.

      • Antworten Jacquy 26. Dezember 2016 zu 19:57

        Oh, sehr schön. Ich würde mich auf jeden Fall über Updates von dir freuen :)

    Hinterlassen Sie eine Nachricht