Royal

Gossip Girl

Im Prozess des Erwachsenwerdens gibt es viele unschöne Überraschungen. Eine große Wendung im Leben eines Mädchens, die ebenfalls durch die Prinzessinnen Phase gegangen ist, war die Erkenntnis das echte Prinzessinnen oft ziemlich beschissene Leben geführt haben.

maxresdefaultMit 14 Jahren Heirat mit einem Unbekannten, um Allianz mit einem anderen Land zu schließen. Ohne Sprachkenntnisse, mitten in der Entwicklung, in ein fremdes Land gesteckt. Ab dem Tag der Hochzeit die nächsten Jahre nur mit Kinder gebären beschäftigt, von denen, wenn man Glück hatte, die Hälfte das Kindesalter überlebten. Zwischen Kinder kriegen und Kinder begraben hat man monatelang auf den nächsten Ball gewartet, einziger Kontakt mit seiner Familie durch Briefe. Die Bildung solcher Prinzessinnen war im Vergleich zu der des Volkes zwar um einiges besser, wurde aber bei Frauen gerne mal nach dem 12. Lebensjahr für beendet erklärt. Linke Heirat und Maitressen waren beim König völlig normal und wurden diskret übersehen, wohingegen eine Frau mit Liebhabern sich glücklich schätzen durfte, wenn sie danach noch im Land geduldet wurde.

Also … so hat man sich das nicht vorgestellt. Da hatte man schon eher Disney Prinzessinen im Kopf. Aber bei näherem Hinschauen meint man auch das nicht wirklich.

Was meint man also, wenn man sagt, ich will eine Prinzessin sein?

Reichtum, einen Prinzen, Verehrung von einem Volk, ein Erbe, einflussreiche Eltern … und da geht es vom Traum vom eigenen Schloss nahtlos über in die Welt von Gossip Girl.

Eine Serie, die 2007 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, basierend auf der gleichnamigen Buchreihe der Jugendbuchautorin Cecily von Ziegesar. Ich habe 2011 die erste Staffel zu Weihnachten geschenkt bekommen und mir, sobald die Geschäfte wieder offen hatten, die zweite Staffel gekauft. Brillante Handlung oder hervorragendes Schauspiel gibt es nicht. Die Schauspieler sind alle etwas zu hübsch, und ich gebe zu, dass ich, wenn ich Gossip Girl sage, nur die ersten drei Staffeln meine, weil man die letzten drei – meiner Meinung nach – nicht aushalten kann.
Was ist dann der Reiz an dieser Serie?

Sie verlängert unseren Aufenthalt in der Prinzessinnenwelt. Alle sind reich, werden bewundert, leben in Upper East Side Palästen, haben Bedienstete, sind immer gut gestylt, gehen nicht auf die Toilette … und bringen diesen gewissen Glamour mit. Die Klamotten sind so hinreißend, dass man sogar vergisst, dass sie völlig ungeeignet für die Schule sind. Sie frühstücken wie im Himmel und schlendern danach ganz entspannt zum Unterricht. So etwas wie Hausaufgaben gibt es in ihrer Welt nicht. Und wenn das alles noch nicht genug ist, kann man sie allein schon dafür beneiden, dass sie in New York wohnen.

Was für eine Erleichterung, endlich herauszufinden, warum mich diese Serie so fasziniert. Ich kann nichts dafür, es ist mein fünfjähriges Ich, das von Prinzessin direkt zu Blair Waldorf übergegangen ist. Und jetzt kann ich die Serie richtig genießen und sie offiziell als mein Guilty Pleasure ansehen.

In der Welt von Gossip Girl wohnen will ich trotzdem nicht. Aber ein bisschen träumen kann man ja …

 „My girlfriend said she wants me to treat her like a Princess … So I forced her on a marriage with an unknown guy just to make alliance with Poland.“ (9GAG.com)

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1 Kommentar

  • Antworten Katrin 28. Januar 2016 zu 18:23

    Ahh, hat das Spaß gemacht zu lesen :) Der Rubrik sehr würdig. And – my gulity pleasure as well, hüstel.

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