Suchergebnisse für

Isabel

Rituale Interview mit Isabel Bongard
Ruhe

Rituale: Interview mit Isabel

Uwe: Isa, du bist nicht nur Schauspielerin, Mitgründerin von iffy und Redbug-Homie, sondern auch noch an einem 24.12. geboren. (sie lacht: tja ich hab alles richtig gemacht) Wenn man mit dir über Rituale spricht, kommt man natürlich nicht drumrum zu fragen, wie das für dich ist, am Heiligabend, mitten in dieser mit Ritualen geballten Zeit, Geburtstag zu haben.

Isabel: Erstmal finde ich es lustig, dass mich so gut wie jeder fragt, ob es nicht total blöd ist, am Heiligabend Geburtstag zu haben. Was mich immer sehr wundert. Denn ich hatte nie das Gefühl, dass ich dadurch irgendeinen Nachteil hätte. Erstmal habt ihr als meine Eltern von vornherein ein sehr schönes Geburtstagsritual gestaltet. Morgens ist Geburtstag. Ich hab meine Zeit, bekomme meine Geburtstagsgeschenke, wir essen Kuchen. Und abends ist dann Heiligabend. Es gab eigene Rituale für beide Abschnitte. Und dann finde ich es auch gerade jetzt, wo ich erwachsen werde, immer cooler, dass ich mich nie darum kümmern muss, dass mein Geburtstag in irgendeiner Form feierlich ist, weil alle Leute in meinem Umkreis, die Weihnachten feiern, sich sowieso Mühe geben, dass das ein schöner, zeremonieller Tag wird. Und es ist total schön, in diesem Swing Geburtstag zu haben. Ich meine, es ist ja auch eigentlich eine Geburtstagsfeier, Jesus.

Vielleicht kommt es daher, dass ich tendenziell aus allem im Leben ein Ritual machen könnte. Oder vielleicht auch, weil ich so aufgewachsen bin. Ich hatte das Gefühl, bei uns war schon jedes Paradiescremeessen ein Ritual. Nicht etwas, das zufällig passiert.

Oder jedes gemeinsame Abendbrot war in gewisser Hinsicht etwas, worauf man sich verlassen konnte, was bei einem Ritual ja eine große Bedeutung hat, und was einen Raum gibt, in dem bestimmte Werte nochmal in gewisser Weise aufmerksam gelebt werden.

Dabei muss man diese ideellen Werte dann nicht intellektuell durchdringen, sondern es kommt wirklich auf das gemeinsame Tun an, auf die Handlungen, das gemeinsame Essen. So ein Abendbrot z.B. hatte bei uns ja gewisse Regeln: wir fangen gemeinsam an, wir bedanken uns bei demjenigen, der gekocht hat. Oder man sagt, es schmeckt mir.

Das waren zwar keine Gebete in dem Sinne, hat aber trotzdem eine Aufmerksamkeit, eine Wertschätzung ausgedrückt. Wir haben dann zwar nicht gesagt, danke lieber Gott fürs Essen, aber der Dank an denjenigen, der gekocht hat, meint eigentlich dieselbe Sache.

Also sind Rituale für dich sozusagen auch Handlungen, die einer bestimmten Sache, bestimmten Ideen oder Werten eine besondere Aufmerksamkeit verleihen?

Ja, letzendlich hat in unserer Dimension – sag ich mal so – physische Energie ja ein großes Potenzial. In anderen Dimensionen denkt man vielleicht nur was und das ganze Universum entsteht von neuem, aber für uns ist das ja anders. Wir verbinden alles auch damit, dass man etwas tut und dass man sich an Dingen abarbeitet. Und zum Beispiel ist „Danke sagen“ in diesem Sinn auch eine Handlung. Lukas und ich sagen uns sehr oft Danke. Danke, dass du die Tüten aus dem Supermarkt hochgetragen hast. Man könnte denken, dass das ein ganz förmlicher Austausch ist, aber es bedeutet für mich dann, diesem Moment Aufmerksamkeit zu schenken.

Was sind denn für dich die wichtigsten, die schönsten Rituale?

Das sind eigentlich alle Rituale, die einerseits genug Struktur haben, um einen besonderen Moment zu schaffen, andererseits aber genug Luft haben, dass auch tatsächlich was passieren kann. Also z.B., wenn wir uns als Familie treffen, meinetwegen, weil ihr uns einladet und wir uns dann zum Aperetif setzen. Das ist ein Ritual, das ich besonders mag, weil es einen Zwischenmoment dehnt, der normalerweise nicht da wäre. Dieses Aperetifding ist so eine heimliche Zeit, weil man sich zusammensetzt und sich gemeinsam entspannt und dabei entstehen dann gute Gespräche, dabei kommt man auf Dinge, man kommt sich näher. Weil dem wieder nicht so viel anhaftet, was man macht, wie beim Essen, da ist man schon wieder so beschäftigt. Der Aperetif ist für mich so ein totaler Luxus, eben so ein Zwischenmoment, der mir gefällt. Daraus ein Ritual zu machen, mag ich total.

Ich mag grundsätzlich Rituale, bei denen Menschen zusammenkommen, so wie Weihnachten – ein Superritual, oder gemeinsam Frühstücken, Abendbrot essen, oder so wie jetzt, wir sitzen im Museum. Dieses Kaffeetrinken, bei dem man sich hinsetzt. Wenn man diese Schwelle aus dem Alltag übertritt, kann etwas entstehen.

Also sich zum Kaffee hinsetzen, ist für dich auch schon ein Ritual?

Ja, würde ich schon sagen, weil man sich selbst die Information gibt, dass jetzt etwas passieren kann, was out of the ordinary ist. Egal, was es ist. Und gerade im Kontakt mit Menschen liebe ich es, wenn man das an Rituale knüpft, weil man Beziehungen manchmal so fahrig lebt.

Fahrig?

Hm, ja z.B. was den Umgang und die Beziehung mit Menschen angeht, habt ihr uns auch sehr viele Rituale beigebracht. Dinge anzusprechen, sich hinzusetzen, zu streiten. Sich ordentlich zu streiten, ist auch ein superwichtiges Ritual. Es gibt ein Ritual zu streiten, ich komm zu dir, und sage, was ist und du sagst dies, du sagst das, bis hin zu, man verträgt sich.

Obwohl beim Streiten doch auch viel Improvisation im Spiel ist, würdest du trotzdem sagen, das ist auch eine Art Ritual?

Ja, wahrscheinlich müsste man gucken, was der Unterschied zwischen Kultur und Ritual ist, weil doch ganz viele Dinge, die überliefert werden, eher Rituale sind als Kultur.

Es gibt ja jetzt auch ständig die Frage nach routines, hast du irgendwelche routines, was ist deine Morgenroutine. Was hälst du davon? Hast du auch irgendwelche routines, so Sachen, die du täglich machst?

Ja, seltsamerweise habe ich mit dem Wort Routine viel mehr Schwierigkeiten als mit Ritual. Für mich heißt routine, etwas alltäglicherweise zu tun und das ist genau das Gegenteil davon, was ich an Ritualen schätze, nämlich etwas Alltägliches mit besonderer Aufmerksamkeit zu tun. Aus jedem Alltagsmoment, sozusagen eine Art heiligen Moment zu machen.

Du bist Schauspielerin und bist jetzt auch noch Mitgründerin von iffy, dem Studio für Kommunikationsdesign. Da unterscheiden sich deine Tage vermutlich sehr von denen eines nine to five jobbers. Spielen da Rituale auch eine Rolle?

Ja sicher, das ist genau das, was Rituale sonst auch für einen machen. Sie geben der unförmigen Zeit Struktur.

Bei uns gab es ja in diesem Jahr eine Diskussion um den Weihnachtsbaum. Es wurde infrage gestellt, ob das vertretbar ist, einen Baum zu fällen, um ihn dann nach wenigen Tagen auf die Straße zu werfen. Wie stehst du dazu? Findest du, dass man Rituale auch immer wieder hinterfragen muss, und gucken muss, was bedeuten sie mir, sind die noch zeitgemäß, oder schränken die mich ein?

Ja, glaube ich schon. Ich fand diese ganze Weihnachtsbaumdiskussion zwar ein bisschen gruselig, weil man dann auch merkt, dass auf einem basic level so ein Ritual auch einfach vor einer Art Lebensangst schützt. Und wenn das weggenommen wird oder man es sich selbst wegnimmt, befindet man sich leicht im freien Fall. Was ist die Welt dann noch?

Es ist seltsam, dass man dann so an bestimmten Dingen hängt, aber man gibt ihnen ja selbst diese Bedeutung. Der Baum ist ein schönes Symbol für dieses Fest, für dieses Zusammenkommen und vielleicht für das Zentrum der Familie. Natürlich gibt es ein Zentrum der Familie auch, ob wir einen Baum haben oder nicht, aber er ist für uns eben ein schönes Symbol dafür.

Und was mich besonders gefreut hat, ist zu sehen, für wie viele andere Leute der Baum ein Symbol ist, euer Baum sozusagen. Denn für uns ist es der Familienbaum, aber für all die Leute, die dann an Neujahr zum Hörnchenessen kommen (auch ein schönes Ritual zum Beispiel) ist er das ja nicht. Aber sie freuen sich, wow der Baum, vielleicht haben sie zu Hause gar keinen mehr, lieben aber euern Baum. Es ist also schön zu sehen, dass so ein Ritual auch eine völlig andere Bedeutung für jeden haben kann.

Von daher fand ich es sehr gut, dass wir es kritisch hinterfragt haben, denn ein Ritual muss immer gewährleisten, dass man aufmerksam sein kann. Sonst ist das ganze Ritual für die Katz, dann ist es eine Routine in meinem Verständnis, dann ist es einfach etwas, das passiert, oder das man passieren lässt. Und wenn man merkt, ich fühle mich nicht mehr so inspiriert von einem Ritual, wie man es gerne hätte, dann sollte man es ändern. Oder gucken, was bedeutet es mir und sehen, dass die Bedeutung in Erfüllung geht.

Es gibt ja auch Rituale zur sozialen Abgrenzung, oder sogar Ausgrenzung. Wie siehst du das?

Ich finde es prinzipiell schwierig, sich ein Ritual für jemand anderen auszudenken. Das ist teilweise in der Schule so. Du stehst auf, wenn der Lehrer kommt, das ist ja als Ritual eher eine Disziplinierungsmaßnahme, die das Gefälle festschreiben soll. Da wendet man sich dann eher wieder dieser ängstlichen Seite zu, das Leben unter Kontrolle zu bekommen. Rituale sind super, man kann sie aber nicht dazu benutzen, sich von dieser Angst zu befreien, die man manchmal einfach hat. Lieber ein Ritual daraus machen, Angst zu haben – oder zumindest im Gleichgewicht damit zu sein.

Ich weiß nicht, ob es nicht auch mal interessant wäre, ein Ritual zu machen, das irgendwie streng zu einem ist. Also man diszipliniert sich über Rituale und wenn du was hast, das dir schwerfällt, dann musst du das trainieren – vielleicht mit einem Ritual. Ich finde es ganz interessant, sich mal mit den dark sides auseinanderzusetzen. Für manche kann das schon Streit sein, für andere vielleicht, Zeit mit sich selbst zu verbringen, die nicht nur mit Komfort zu tun hat, sondern auch mit einem Hinterfragen von einem selbst, shadowwork, oder was auch immer man dann vielleicht machen möchte. Also man gibt sich dann auch die Möglichkeit, Rituale zu finden für die unangenehmen Dinge.

Kommen wir zum Schluss nochmal auf den Grund, weswegen sich dieses Interview, dieser Blogbeitrag so verschoben hat. Das hatte ja auch damit zu tun, dass Tom, dein Opa, mit knapp neunzig Jahren sehr ruhig gestorben ist. Auch hier gibt es dann eine ganze Reihe von Ritualen und Abläufen, die einem etwas Halt geben. Wie hast du z.B. die Trauerfeier und die Beerdigung erlebt?

Ich weiß nicht, ob das früher anders war, dass man irgendwie näher an diesen Ritualen war. Ich habe das Gefühl, dass es eine grundsätzliche Annahme gibt, dass Menschen früher viel mehr connected waren mit ihren Ritualen, also z.B. mit so einer Beerdigung. Der Sarg muss in die Erde oder muss verbrannt werden, das ist nicht zu diskutieren, aber das ist auch kein Ritual, das ist eine Notwendigkeit, also irgendwas muss mit dieser Leiche passieren.

Aber diesen Abschied, diesen zeremoniellen Abschied kann man natürlich so gestalten, wie es sich für einen richtig anfühlt. Deswegen fand ich die Beerdigung sehr beeindruckend.

Da gibt es zwar bestimmte Abläufe, die vorgegeben sind, aber dennoch war es ein ganz individueller Abschied. Der mir auch noch einmal ein neues Gefühl dafür gegeben hat, was man alles machen kann mit solchen Momenten. Anstatt den Regeln hinterher zu hetzen, mach ich das gerade richtig oder nicht, trauere ich auf die richtige Art und Weise, kann ich dem Ritual gerecht werden. Stattdessen sind bei der Feier für Opa so viele neue, schöne Ideen dazugekommen, das Blumenbouquet zu stecken, die besondere Musik und auch die Diashow. Alles Elemente, die vom üblichen Ritual gerade soweit abwichen, dass sie eine besondere Aufmerksamkeit auf den Abschied gelenkt haben.

Vielen Dank, Isabel, für diese ausführlichen, nachdenklichen Antworten.

 

 

 

freunde: interview mit lenny
Radio

Freunde: Interview mit Lenny

Filmfreundschaften, Seinfeld und eine unerwartete Jake-Gyllenhaal-Appreciation-Party. Ich habe mich mit Lenny über Freunde unterhalten.

Isabel: Was ist deine Lieblingsart, neue Freunde kennenzulernen?

Lenny: Ich mag’s eigentlich, am Set Leute kennenzulernen. Das kann aber relativ schnell auch nur beruflich bleiben. Viele von meinen Freunden hab ich übers Eck kennengelernt. Wir machen oft Filmprojekte zusammen, aber es ist nie durch einen Dreh ins echte Leben gekommen, sondern immer eher andersherum passiert. Das finde ich immer nett, wenn man Leute kennenlernt, weil einer jemanden mitbringt. Und dann merkt man ja auch immer relativ schnell, ob man gut zusammen klar kommt oder nicht.

Was würdest du sagen, ist für dich das Anzeichen, dass Potential für eine gute Freundschaft da ist?

In Gesprächen, wenn man merkt, man unterhält sich, ohne immer wieder neu ansetzen zu müssen oder immer wieder die Fäden zu verlieren. Wenn es einfach relativ automatisch von einem Gespräch ins nächste geht. Und man sich so immer weiter entwickelt. Das, finde ich, ist immer ein gutes Anzeichen.

Gibt es noch andere Sachen, die dir in einer Freundschaft wichtig sind?

Ich würde sagen, es ist auf jeden Fall wichtig, dass man Spaß hat. Das Humor dabei ist.
Man kann sich total intellektuell über Dinge auseinandersetzen, aber das bleibt teilweise auch sehr distanziert. Wenn man was hat, worüber man lachen kann, ist es sofort persönlicher.

Ich hab immer das Gefühl, wenn es zwei Situationen gibt, die unabhängig voneinander sind, in denen man sich kennenlernt, dann ist das gut. Das spricht wahrscheinlich auch erstmal gegen die „Filmfreundschaften“. Weil das ja, mehr oder weniger, eine einzige Situation ist, in der man sich kennenlernt. Das ist dann ein Kosmos, in dem man sich total gut versteht, aber man ist ja nie ausgebrochen. Denn je öfter man in verschiedenen Situationen mit Menschen zusammen ist, desto besser oder fester kann eine Freundschaft werden.

Stimmt, vor allem ist es ja am Set oft so, dass man total viele Situationen miteinander hat, aber eigentlich alle von derselben Art. Und dann ist es komisch, dass man sich sehr gut kennt, aber eben nur unter einem bestimmten Blickpunkt. Wenn man dagegen sehr schnell viele unterschiedliche Situationen miteinander erlebt, lernt man sich dadurch ganz anders kennen.

Ja, wenn man sagt, man trifft sich mal abends auf ner Party, man geht mal frühstücken, man geht mal ins Kino, man macht so verschiedene Sachen, dann glaube ich, kommt man schneller an den Punkt, wo man sich wirklich gut versteht und auch merkt, dass die Beziehung, die man hat, unabhängig ist von dem, was man zusammen tut.

Gibt es trotzdem etwas, dass du besonders gern mit Freunden machst?

Ich rede gern mit Leuten. Das macht mir eigentlich am meisten Spaß. Und ich gucke sehr gerne Filme. Das heißt, ich gehe mit Freunden immer sehr gerne ins Kino, wenn das damit verbunden ist, dass man sich davor oder danach, im besten Fall beides, lange unterhält.

Das ist bei einem Film ganz cool: man hat schonmal einen Start. Man kann anfangen, sich über den Film zu unterhalten und wenn’s gut läuft, unterhält man sich vielleicht gar nicht über den Film, weil man einfach nur die Thematiken aufgreift und über die diskutiert, anstatt jetzt penibel irgendwelche Szenen zu analysieren. Das mache ich am liebsten. Egal in welcher Konstellation, zusammenzusitzen, und sich zu unterhalten.

Ist ja auch ein cooler Mix, weil man hat ein Erlebnis zusammen, ein Film ist ja im Grunde ein Erlebnis, und dann hat man nochmal die Möglichkeit, darüber zu reflektieren.

Ich glaube, es ist schon irgendwann wichtig, dass man Dinge zusammen tut. Irgendetwas gemeinsam unternimmt. Und das hat in unseren Fall, in meinem Fall, eigentlich immer irgendwas mit Film zu tun.

Aber man muss sich schon was ausdenken.  Früher als Kind hat man einfach egal was zusammen gemacht. Das fällt immer auf, wenn man sich Spielplätze anguckt, wo nichts ist und die Kinder finden trotzdem irgendwas, das sie spielen können.

Da ist man heute irgendwie ein bisschen eingeschränkter. Wobei, in unserem Fall eben das Filmemachen spielen ist. Da fängt man dann auch an, Dinge zu basteln und sich zu verkleiden und sonst was. Bloß dass das dann am Ende noch gefilmt wird, was eigentlich umso lustiger ist.

Stimmt, eigentlich sind da alle guten Spielaktivitäten verbunden. Und man kann von einer zu anderen nahtlos übergehen. So wie es ja bei Kindern auch ist, man hat ja meistens irgendein Spiel, das man spielt, so wie Mutter-Vater-Kind, und dafür sind dann ganz viele kleine Sachen wichtig, die man erstmal kreieren muss.

Absolut. Und als Kind spielt man halt Post oder sowas und man möchte eigentlich so richtig tief eintauchen, aber es gibt gar nicht so viel, was man noch machen kann, außer Stempel auf nen Papier drücken. Und da geht es  natürlich beim Filmemachen schon darum,  die Welt richtig aufgeladen und lebendig  zu machen.

Welche Eigenschaften interessieren dich besonders an Menschen?

Ich finde cool, wenn Leute einfach offen sind. Das ist für mich eigentlich die beste Eigenschaft. Es gibt natürlich viele Gründe für Verschlossenheit, wenn Leute zum Beispiel schüchtern sind. Oder arrogant. Aber wenn man so eine gute Prise von Naivität hat, bei der man sagt, „Erstmal gucken, wie es so ist“ und nicht schon voreingenommen ist, finde ich das angenehm.

Und wenn jemand bereit ist, die nächsten Schritte zu gehen. Wenn man sagt, man schreibt demjenigen jetzt einfach oder man fragt, „Hey wollen wir was zusammen machen“, anstatt das nicht zu machen, weil man lieber in seiner Komfortzone bleiben möchte.

Klar ein bisschen Mut ist ja schon dabei, erstmal offen zu sein für neue Erfahrungen, aber man muss eben auch mutig genug sein, den nächsten Schritt zu gehen und das Risiko einzugehen, dass es vielleicht nichts wird, obwohl man dachte, man könnte sich nicht nur oberflächlich gut verstehen.

Absolut.

Ich finde eine große Stärke von dir ist wirklich, dass du dir total gute Gemeinschaftsaktionen ausdenken kannst, so wie in Italien, als du die Idee mit Zombiecide hattest. Was würdest du außerdem sagen, sind deine größten Stärken als guter Freund?

Ich hab immer so das Gefühl, das Wichtigste ist für mich, das es eine Gruppendynamik gibt.
Dass der Grund, warum man zusammen ist, in jeder Konstellation, am meisten unterstützt wird.

Und dann versuche ich eigentlich immer, also auch unbewusst, die Position einzunehmen, die dem am besten hilft. Das ist dann manchmal eine Position, die so wirkt, als wäre man voll der Egozentriker, weil man so wirkt wie der Leader, aber das gibt dann der Gruppe die beste Dynamik. Und in anderen Fällen, hält man sich einfach zurück und guckt, dass im Hintergrund alles gut läuft und dass, wenn es jemandem mal nicht so gut geht, derjenige wieder integriert wird. So, dass am ehesten erstmal das Gruppenwohl im Vordergrund steht.

Gibt es jemanden, mit dem du gerne befreundet wärst?

Oh gute Frage. Also ich bin echt happy mit meinen Freunden. Eben auch weil ich verschiedene Freunde habe, die aber auch alle offen sind, und die man miteinander verweben kann. Und die gleichzeitig alle verschiedene Qualitäten haben.

Ansonsten denke ich, grundsätzlich, ist wahrscheinlich der beste Mensch, der auf diesem Planeten existiert, Jake Gyllenhaal. Mit dem wäre ich schon gerne befreundet. (Lacht.)

Warum?

Ich finde, er ist unglaublich offen und offenherzig.
Nahezu naiv, wenn man ihn in Situationen sieht, wo er sich beömmelt, wie ein Kind.
Und gleichzeitig hab ich das Gefühl, dass man sich mit ihm auch unglaublich gut einfach zu zweit hinsetzen und anständige Gespräche führen kann. Weil er davor keine Angst hat.

Ich hab das Gefühl, da spielt vielleicht Selbstbewusstsein auch eine große Rolle. Weil man das Gefühl hat, er kann den anderen total gut wahrnehmen und Kontakt zum anderen aufbauen. Und sich gut öffnen. Oft ist es ja so, dass keine richtige Verbindung zum andern entsteht, wenn man selber so in seinem eigenen Space ist und denkt, „Hnn das ist jetzt so und das kommt jetzt so.“

Ich glaub, er kann auch was. Und das ist lustig, weil man eigentlich natürlich denken müsste, das könnte jeder Schauspieler oder sollte jedenfalls jeder Schauspieler können. Das sehe ich bei ihm ganz besonders.

Dass er sich immer dem Purpose der Sache anpassen kann. Das heißt dann eben, wenn er in einem ernsthaften David Fincher Film mitspielt, dann schafft er es, dem gerecht zu werden. Und wenn er in einer Talkshow ist, mit Jimmy Fallon oder sonst wem, dann schafft er es, sich auf diese Situation einzulassen. Er ordnet sich, im guten Sinne, immer der Gesamtsituation unter. Und bereichert sie damit total. Das finde ich immer sehr cool.

Gibt es einen fiktionalen Freund, bei dem du sagst, das ist ein richtig guter Freund?

Ich finde es interessant, wenn Freundschaften selbstverständlich sind. Gut, das ist jetzt ein gefährliches Beispiel, aber ich finde, jemand wie Kramer ist ein angenehmer Freund. Natürlich ist es total dreist, wenn er einfach so in die Tür reinkommt, obwohl er gar nicht eingeladen ist. Aber was man halt nicht missverstehen darf, ist, dass das ein Commitment von seiner Seite aus ist, sich zu öffnen. Und das finde ich irgendwie angenehm; wenn es eigentlich außerhalb der Diskussion steht, ob man füreinander da ist.
Und dass man gerne was zusammen macht.

Wie gehst du damit um, wenn in einer Freundschaft Konflikte auftreten?

Ich finde wichtig, ehrlich drüber zu reden. Vor allem, weil ein Konflikt sich im Kopf immer krass aufbauscht, wenn man die Sache nicht anspricht. Das kann ja auch sein, das man es scherzhaft erwähnt und dann steht es erstmal im Raum. Das ist vielleicht nicht die geschickteste Variante, aber immerhin. Oder dass man es offiziell anspricht.

Hauptsache, man sagt etwas. Sonst trägt man es ewig mit sich rum und es wird immer größer im Kopf. Und auf einmal ist jede Kleinigkeit, die der andere macht, nervig oder ein „Riesenfehler“. Wobei der ja auch nur sein Ding macht. Ehrlich drüber reden. Klar, das Schlimmste, was passieren kann, ist natürlich, dass die Freundschaft auseinander bricht. Aber gleichzeitig, wenn das Problem größer ist, als die Freundschaft, dann sollte man sich vielleicht eher dem Problem widmen, als der Freundschaft.

Ich glaub man muss sich irgendwie offen machen. Dann kann man natürlich verletzt werden. Und wenn der Vibe nicht stimmt, kann einen das ganz schön runterziehen. Aber der Reward, den man kriegt,  wenn es gut läuft, ist einfach auf jeden Fall lohnenswert.

Danke Lenny!

fabrik
Radio

Potsdam #7 – Die Fabrik

Die Fabrik in Potsdam

Als geborene Berlinerin (die immer Berlinerin bleiben wird), aber seit zwanzig Jahren in Potsdam lebt, wächst mir die Stadt langsam ans Herz. Sie ist so kuschelig klein und trotzdem so sympathisch bemüht, eine Hauptstadt zu sein. Am besten lässt sich das an dem Umgang mit Kultur feststellen – Theater, Kunst, Musik. Nach der Wende waren viele Orte Neuland und in dieser Aufbruchsstimmng entstanden viele freie Kulturorte. So war das auch mit dem Waschhaus. Es begann 1992 mit der Besetzung der ehemaligen Garnisons-Waschanstalt und ersten Kunstaktionen. Über das Waschhaus muss ich demnächst noch mal bloggen, aber heute geht es um die fabrik, das internationale Zentrum für Tanz und Bewegungskunst. Heute ein Verein und auf dem Gelände der Schiffbauergasse (also dem Waschhausgelände) zuhause.

Tanzfabrik Berlin

In Berlin bin ich früher – vor der Wende – gerne in die Tanzfabrik gegangen, die man auch heute nicht mit der fabrik in Potsdam verwechseln sollte, obwohl beide Ähnliches machen. Als Zuschauerin bin ich gerne zu den grandiosen Tanzaufführungen der Berliner Tanzfabrik und als Hobby-Tänzerin zu den Kursen gegangen. Bilder - Tanzfabrik BerlinNope, ich war nicht gut, jedenfalls nicht im klassischen Sinn. Aber es gab Contact-Dance und Impro und lauter Tanzmöglichkeiten, für die man keine Ballettausbildung benötigte und bei denen es auch gar nicht darauf ankam, wie gut man Ballett konnte.

Genialerweise wohnte ich eine zeitlang sogar in der Fabriketage über der Tanzfabrik und musste nur noch eine Etage tiefer gehen, um die Tanzkurse zu besuchen. Sehr gut erinnere ich mich an den Licht-Stahlkranz im Tanzstudio. So einen wollte ich später auch in meiner Wohnung haben (und, ups, das ist noch nicht passiert!).

Tanztheater Bochum und Reinhild Hoffmann

Dido und Aeneas von Reinhild Hoffmann

Zu der Zeit wohnte Uwe in Bochum und ich bin oft zwischen Berlin und Potsdam hin- und hergependelt. Wir waren oft im Theater und oft im Tanztheater, denn Reinhild Hoffmann, die Pinoierin des Tanztheaters, hatte ein Engagement am Bochumer Schauspielhaus. Das war ungewöhnlich, die große Bühne für das kleine Tanztheater, doch Reinhild Hoffmann hat es einfach groß gemacht. Ich erinnere mich an die Stücke Fön und Machandl und an Hof – großartige Tanztheaterstücke mit Gruppen von Tänzern, Musik, Kostümen, Wechsel zwischen klassischem Tanz, Revue, Standardtanz und freiem Contemporary Dance. Was da auf der Bühne passierte, war wunderschön und gleichzeitig Anarchie der Form und Vorstellung. Sich wälzen neben herumtippeln, rollen und dann wieder Spitzentanz, zu zweit, zu dritt, in der Gruppe – allein. Genial.

Die Aufführungen haben mich so beeindruckt, dass ich später ganze Serien von Zeichnungen dazu gemalt habe. Einmal habe ich Reinhild Hoffmann zufällig getroffen und ihre gesagt, wie großartig ich ihr Tanztheater finde, was sie wohl – ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen – eher verstört hat. Sie ist ein herber und zurüchhaltender Charakter, etwas, was man ihren Stücken seltsamerweise überhaupt nicht anmerkt.

Tanzfabrik Potsdam
Foto: Stefan Gloede

fabrik Potsdam – Eingang: Nachtaufnahme vor Renovierung von Stefan Gloede

Als wir dann 1997 nach Potsdam kamen, war das Tanztheater schon da. Klein und unauffällig, aber rebellisch und gut. Ich erinnere mich an eine nur zu einem Drittel besetzte Aufführung. Isabel, die vielleicht 9 Jahre war, schlief schon halb auf meinem Schoss ein, da die Tanzstücke immer erst gegen  21 oder 22 Uhr begannen. Ein grandioses Stück und meine stille Frage: Wieso sind nicht mehr Leute da und sehen sich das an?

Jap, das blieb das Problem. Potsdam war gut in Boulevard und Klassischer Musik, aber der Rest – fand oft nicht wirklich die Wertschätzung.

Oxymoron

Es gibt noch mehr Tanz in Potsdam. Und zwar ganz nah, auch auf dem Waschhausgelände. Die Oxymoron Dance Company versteht sich

als als Kompetenzzentrum für Tanzkunst, dessen besonderes Merkmal die Entwicklung von Tanzarbeit und Tanzperformances aus soziokultureller Beschäftigung und der aktiven Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie jungen Künstlern ist. (Siehe Website)

What a sentence! Ich konnte die Oxymoron Company und die fabrik immer schlecht auseinanderhalten, denn irgendwann früher war alles mehr oder weniger eins gewesen. Tanz – im Waschhaus eben. Heute verstehen sie sich als unabhängige Organisationen, weshalb ich manchmal über das Gelände irre, um den richtigen Ansprechpartner für dieses oder jedes Tanzstück zu finden. Ganz vieles läuft auch in Cooperation, wie die Tanztage, die  jedes Jahr im Mai stattfinden oder Aufführungen und Workshops.

Die fabrik Potsdam

„Die fabrik Potsdam produziert das couragierteste Tanztheater der Republik.“ (DIE ZEIT, 28. Juli 2005)

Was 2005 gesagt wurde, trifft heute nicht mehr ganz so zu, finde ich, da sich vieles dann doch nach Berlin verlagert hat. Heute heißt Fabrik vor allem: Workshop, Tanzkurse, Tanztage, Konzerte und ein schönes Café, in der die jeweiligen Tanz-Artists in Residenz zu Mittag essen, wo man aber auch einen sehr guten Cappuccino bis nachmittags bekommt oder einen Wein vor und nach den Aufführungen. Ein schöner Ort. Und es gibt sie natürlich trotzdem noch, die oft sehr tollen Tanztheater-Aufführungen.

Für alle, die Tanztheater besser verstehen, wenn sie es sehen, habe ich eine kleine compilation auf You Tube herausgesucht. Etwas von Reinhild Hoffmann ist auch dabei:

Radio

Dinglisch

Dinglisch

Well, English is not my language. So I have to apologize, if this blogentry is not quite correct or even fluent. It’s strange, I would never apologize in german. Not, because germans don’t apologize (well, we have a lot to apologize for). I’m just much more polite in English. Maybe German is a bit more straight forward. When someone mimics German it’s like a nazi is barking. Are we like this? I like the German language. And I can write much more better in German. But here is the thing: I want people to listen. To read our blog. And English is the most spoken language in the world. Followed by Chinese, Hindi, Spanish. German – is somewhere around position ten. Feels like we have to speak English. And it’s easier than Chinese, right?

Bi- and multilingual

There is a kid in Russia. She is four and speaks 7 languages. 6.6 million hits on YouTube. (Don’t klick on this link, it’s in Russia, you’ll understand nothing.)

I have some French cousins. They speak and write in French and German. But when I asked my cousin, if she could translate something – say a book – she said, she didn’t think, she is good enough in one of the languages. How could that even be possible? Uwe and I discussed the problem very often, when our kids were little. Do we have to start early with English? And meanwhile other parents started with Chinese …

Children raised in bilingual households often confront an array of emotional and intellectual problems that their monolingual playmates are spared. Drifting between two languages and cultures, they can feel like outsiders in both. (New York Times)

When Isabel and Lenny were about 6 and 4, I decided to teach them a bit of English every day with a native speaking voice from a tape and a picture book. One hour tops. Of course it was’nt a duty and totally up to them. Someday someone at school said to me, as though it were absolutely normal: „Isabel kann ja schon Englisch.“ Nope. She could hardly more than a few sentences. And some fancy words like hedgehock. But she and anyone else believed so. Later one she watched MTV, spoke a lot of English and „the lie“ became true. What is going one here?

Meine Sprache

Amerikaner und Briten gehen davon aus, dass du ihre Sprache sprichst. Natürlich! Franzosen auch, doch sie werden mit dieser Taktik vermutlich keinen Erfolg haben, auch wenn 200 Millionen mehr Menschen auf der Welt Französisch sprechen als Deutsch. Schweden gehen davon aus, dass niemand ihre Sprache spricht und sprechen Englisch meist so akzentfrei, dass man sich fragt, wie gut ihr Englischunterricht ist. Bis man herausfindet, dass ihr Fernsehprogramm auf Englisch ist und schwedische Untertiteln hat. Ich war für ein Filmprojekt mit Isabel in Schweden und habe natürlich Englisch geredet. Da wurde es mir zum ersten Mal richtig klar: Es geht nicht nur um die Kinder. Was ist mit meiner Arbeit als Agentin? Mein Englisch musste besser werden. Sehr viel besser. Denn was würde ich machen, wenn der Anruf aus Hollywood kam?

Learning by not doing

We started at the Volkshochschule in Potsdam with an English course. Uwe and I studied vocabulary and read english texts to each other. It was like the old days … in school. Most of the time superboring and very time consuming. We were looking for a shortcut and one was right in front of us: Films and books. When we started to watch movies in English and read books in English, we killed two birds with one stone. (Wir – mit unserem brutalen Deutsch – würden sagen: Zwei Fliegen mit einer Klappe. Nur mal so. )

Hollywood

Als der Anruf aus Hollywood kam, saß ich mit Amber und einem Fahrer in einem VW-Bus und fuhr vom Set in München ins Hotel. Lenny war bei Warhorse besetzt, Riesenaufregung in der Familie. Irgendwann kommt nach der Besetzung immer der Anruf von der Produktion – aber nie, wenn du ihn erwartest. Ich sitze also in diesem VW Bus und mein Handy klingelt.

„Katrin Bongard, Agentur Red Bug?“

„Hi, here is John from DreamWorks Pictures. I try to reach – äh –  how do you to pronounce Juwi?“

„Excuse me, please?“

„The name.“

„Catherine Bongard.“ (I pronounced my name in English)

„No, I mean: Juwi cäroff. How do I pronounce the forename?“

„Oh, you mean: Jui? It’s pronounced: Uffwwäh.“

Okay, that was cool! Someone was asking me to pronounce a german name correctly. Again – The English and the Americans are very polite.

Ich denke, also bin ich oder die Speer-Wurf-Theorie

Die amerikanischen Linguisten Edward Sapir (1884–1939) und Benjamin Lee Whorf (1897–1941) untersuchten die Grammatik nordamerikanischer Indianer und mutmaßten: Wenn Menschen grundverschieden sprechen, dann denken sie auch unterschiedlich.

Unsere Denkweise prägt die Art, wie wir sprechen, aber der Einfluss wirkt auch in der Gegenrichtung. Bringt man Menschen zum Beispiel neue Farbwörter bei, verändert dies ihre Fähigkeit, Farben zu unterscheiden. Lehrt man sie, auf eine neue Weise über Zeit zu sprechen, so beginnen sie, anders darüber zu denken. Man kann sich der Frage auch anhand von Menschen nähern, die zwei Sprachen fließend sprechen. Nachweislich ändern bilinguale Personen ihre Weltsicht je nachdem, welche Sprache sie gerade verwenden. (Lera Boroditsky in einem Artikel auf Spekturm.de )

Ich und Englisch

Mein englisches ICH ist anders. Ich würde ihm gerne die gesamte Öffentlichkeitsarbeit überlassen. Facebook, Mails, Anrufe entgegennehmen. Polite, smart, and always able to apologize. More relaxed and confident. (By the way, in French I’m a bitch.) I use more and more English words in my German language. In homöopathischen Dosen. It’s absolutly okay, if you are a young adult writer. Die Jugendsprache hat jedes Jahr mehr Anglizismen, so what?

Und was ist mit Deutsch? Verkommt die Sprache durch immer mehr englische Wörter? Ich weiß nicht. Ehrlich. Ich sehe voraus, dass Sprachtools und Apps und ? kommen werden, die jede der 7000 Sprachen auf der Erde beherrschen werden. Nur das Handy hinhalten – schon übersetzt.

I see that language tools and apps and? Which will dominate any of the 7,000 languages on Earth. Only the mobile phone hold – already translated. (Google Übersetzer)

Noch ist es nicht so weit. Obviously. Oder es kommt ganz anders …

When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When there´s Glatteis on the street
And we all a Glühwein need …

Rausch

Myth and Mist Action Figure aus Greenstuff

Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Isabel hat für Leonards neue „From the Land of Myth and Mist“ Folge eine Wahnsinns Kampfchoreographie entwickelt. Die jahrelange Ballett- und Tanzausbildung hat sich gelohnt. Die Moves waren einfach der Hammer und die Kostüme waren so cool, dass ich gleich eine Action Figure vor mir gesehen habe.

action_IMG_6140  IMG_1867

action_IMG_6163   isa Action Figure
Ich habe in den letzten Jahren sehr viel mit Greenstuff gearbeitet. Danke Katrin, dass du mich darauf gebracht hast. Greenstuff ist das perfekte Material, wenn man viel unterwegs ist und in Hotels trotzdem an Skulpturen arbeiten will.
Es nimmt im Koffer nicht viel Platz weg. Es hinterlässt keine Spuren auf den Hotelteppichen, härtet in wenigen Stunden aus und man kann die fertigen Skulpturen im Koffer transportieren, ohne dass sie beschädigt werden. Gut, am Flughafen muss man vielleicht ein bisschen erklären, warum man mehrere Behälter mit unterschiedlicher Plastikmasse, Draht und ein paar Zangen dabei hat …

Greenstuff    Greenstuff Figure

Auf dem Rückflug hat man dann ja schon die Figuren als Erklärung. Die oben abgebildete ist ca. 12 cm hoch. Davon kann man also mehrere transportieren. Aber das ist natürlich nicht der einzige Vorteil an dem Material. Man kann plötzlich ganz andere Dinge machen, hauchdünne Schichten, filigrane Strukturen.

Isabels tänzerische Gebärden habe ich also erstmal grob in Draht nachgebaut. Und über das Drahtgerüst nach und nach Greenstuffschichten gelegt. Dabei geht es mir wie bei allen anderen Skulpturen nie darum einen visuellen Eindruck wiederzugeben, sondern einen von innen gefühlten, nachempfundenen Körpereindruck. Die Essenz der Bewegung , der Dynamik ist das wichtigste, darauf kommt es mir an. Das ist wahrscheinlich der Hauptunterschied zu den Collectibels, die es ja zu allen Blockbustern, DC und Marvel Comics, etc gibt.

Isa Action   Greenstuff Action Figure

Meiner Meinung nachist es essentiell, wenn man etwas Gutes machen will, dass man dem Material zuhört. Genau hinschaut, was gerade passiert und die Figur mitentscheiden lässt. Sie nicht in eine Pose zwingt, sondern sie ihre eigene dynamische Gebärde finden lässt.

Greenstuff Action Figure   Greenstuff Action Figure

Eher ungewöhnlich, dass ich Skulpturen nachträglich coloriere. Aber die Kostüme, die Leonard sich für die Warrior der Battle Folge von Myth and Mist hat entwerfen lassen sind einfach so brillant in ihrer Klarheit und Dynamik, dass ich das auf die Action Figure übertragen wollte. Zuerst bekommt die Figur eine Grundierung mit Chaos Black Spray, der meiner Meinung nach besten Grundierung der Welt. Praktischerweise hatten die Warrior schwarze Beinkleider. Hier konnte die Grundierung stehen bleiben. Nur die wehenden Umhänge, Handschuhe und Stiefel sind mit Citadelfarbe bemalt worden.

Greenstuff Action Figure   Greenstuff Action Figure

Vielen, vielen Dank an Lenny für den coolen Film, an Isa für die wunderbare Choreographie und die tollen Bewegungsstudien und an Katrin, die das alles fotografiert hat.

Blog_action_1   IMG_6143

Royal

Making Of – The Queen

Zu beiden Folgen über die Queen aus Lennys Webserie From the Land of Myth & Mist habe ich eine besondere Beziehung, da ich bei beiden Drehs zum einen nicht nur dabei war, sondern wir zum anderen auch gleichzeitig Buchtrailer zu  meinem Buch THE WORLD (coming 23. September 2016) gedreht haben. Und da Lenny morgen, am 21. August 2016, die zweite Queen-Folge präsentiert, dachte ich mir, es ist der beste Moment für ein Making Of.

the Queen the queen

Introducing the Queen

Introducing the Queen ist schon länger online, aber die Dreharbeiten gehören zu den spektakulärsten aller Myth & Mist Folgen, da wir den Heilstätten in Beelitz gedreht haben. Die ganze Atmosphäre, alles war schon Myth & Mist. Der Nebel, als wir am Morgen dort ankamen, die alten Gebäude, die verwaschenen Farben und die Dunkelheit in den Innenräumen, da es kein künstliches Licht gab. Im Grunde war alles schon da, der ganze Myth & Mist Spirit.

aQueen7

Während wir für THE WORLD  das ganze Hauptgebäude als location benutzt haben, hat Lenny sich dafür entschieden, „nur“ den großen Saal zu nutzen. Typisch, minimal, stylisch. Das große Rosettenfenster und sonst nur  … Raum. Und der Stuhl natürlich, auf dem die Queen (Isabel) Platz nimmt und das Schwert, als Zeichen ihrer Herrschaft. Wenige Symbole, wenig Farbe, wenig Bewegung, wenig Spiel.the Queen

Und wenn die Kamera auf die Queen zufährt, dann ist man selbst in der Rolle des Messengers, der keine gute Nachricht überbringt. Wie wird die Königin reagieren? Nicht gut, so viel ist klar. Und doch ist in diesem ersten Video alles noch ganz beherrscht.

As The Queen Surrenders

Ortswechsel an die Location für den zweiten Queen-Teil, in den Ballraum eines echten kleinen Landschlosses mit einem Blick auf eine wunderschöne royale Gartenarchitektur. Ein Ausblick, den Lenny erst einmal komplett verbarrikadiert hat. Rollläden zu, wir brauchen nur wenig Licht. Okay. Was ich zuerst schade fand, hat dem Film aber gut getan, der eine kleine und sehr intime Studie geworden ist. Die Queen, absolut grandios von Isabel gespielt, jagt einem nun, ohne Schwert und Thron, noch mehr Angst ein als zuvor. Kein Licht, keine Erkenntnis, und der Wahnsinn bahnt sich seinen Weg.

Queen-8

Das bisschen Licht, das noch in den Raum fällt, wird genutzt, und die Birnen des Kronleuchters, die ein warmes und diffuses Licht erzeugen und den Raum in eine neue Farbe tauchen. Gold.

Queen-9

Wie immer bin ich erstaunt, wie genau Lenny weiß, was er will. Wie genau er bekommt, was er will, und Isabel schließlich so laut schreit, dass der Gärtner des royalen  Anwesens nun ganz sicher ist, dass hier ein paar Verrückte etwas ganz Verrücktes machen. Jep. Und die Queen geht voran.

Postproduktion

Weil wir ein kleines Team sind, wird alles irgendwie selbst gemacht und Lenny schwört zum x-ten Mal, sich demnächst in jedem Department Hilfe zu holen. Jetzt muss er noch das Rasiermesser mit Blut beschmieren.

Queen-4       the queen

Wie schnell das Team größer werden würde, hätten wir wohl alle nicht gedacht, aber davon erzähle ich ein anderes Mal mehr. Und natürlich sind die Dreharbeiten auch nur ein kleiner Teil des gesamten Making Of. Drehtage: ein Tag, Postproduktion … gefühlt sechs Monate. Schnitt, after effects, colour correction, Musik. Alles auch hauptsächlich Lenny. Am Ende frage ich mich, ob ich wirklich bei diesen Filmen dabei war? Irgendwie nicht. Den diese Filme kommen direkt aus Lennys Kopf. Und das ist es, was ich an der Kunst so liebe: Etwas entsteht, das noch nie vorher da war. Niemand vorher so gemacht hat, niemand vorher so gesehen hat.

Ihr könnt die Filme hier anschauen:

Folge: The Queen on YouTube ab sofort

Folge: As the Queen Surrenders ab 21. August auf YouTube.

About

Willkommen bei Red Bug Home!

Schön, dass du hier bist. Sei so frei: Sieh dich um, lies dich fest, sag uns, was du denkst.
Wir freuen uns auf dich!

Red Bug Home ist:

Roots: verwandt, verwurzelt, verarbeitet. Pate der Rubrik ist Uwe

Ruhe: Sie ist in dir. Meditation, Spirit und alles drumherum. Patin der Rubrik ist Amber

Rausch: Alles was dich umhaut, wegbläst, aufrührt. Pate der Rubrik ist Leonard

Radio: Gedanken, Ideen. Bewegt, beweglich, on air. Patin der Rubrik ist Isabel

Royal: Setzt dem Ganzen die Krone auf. Patin der Rubrik ist Katrin

Red Bug Home sind fünf Leute – eine Familie.

 

red bug home

 

 

ruhe

Ruhe

Ausatmen, zur Ruhe kommen.

Nach dem Rausch einen Moment für sich finden.

Energie auftanken.

Seinen Geist und Körper pflegen.

Spazieren gehen, meditieren, Blumen kaufen, den Moment genießen.

 

Blick des Odysseus Isabel Bongard Rituale Just Don't do it Sky IMG_0328 feminine_Fotorquadrat hand200x200 avatars-000076718647-ptllos-original fullsizerender-2 erdbebenIMG_9087 13950963_1212584978773777_1797145212_o IMG_9001 QUARAT 13180946_1149633735068902_511850300_n bvx Prozession FullSizeRender 2 oscar2 Scannen 9_Fotor IMG_7670_q IMG_2937_Fotor_Fotor IMG_2824_Fotor Scannen 1_Fotor horiz7_200x200 Abram_03 ruhe IMG_01111-e1425904831573-300x279 Scannen Scannen 1