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Die Sache mit der Freiheit

The Search for Freedom

Der Hang ist steil, der Schnee pulvrig, Lawinengefahr. Ich muss da runter. Der Berg ist hoch, die Wand fällt senkrecht in die Tiefe. Ich muss da hoch. Die Rampe ist riesig, das kleine Holzboard eigentlich kein geeigneter Fahruntersatz. Tom Schaar, gerade mal zwölf, legt trotzdem, auf einer absurd riesigen Rampe, einen 1080 hin. Es muss sein. Wenn man versucht, es anderen zu erklären, dann ist man eher sprachlos. Vielleicht hat es mir deshalb so viel Spaß gemacht, The Search for Freedom anzusehen. Die Dokumentation ist von 2014 und den kritischen Rezensionen sollte man nicht vertrauen – die wissen eben nicht, wie das so ist …

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Die Sache mit dem Erbgut

Es liegt in den Genen und irgendwie bin ich beruhigt. Wagemut, Entdeckerlust, Freiheitsdrang. Schnell entschossen, leicht zu begeistern, extrovertiert. Zwei Studien aus Israel und Amerika zeigen, dass ein Teil unseres Erbgutes dafür verantwortlich ist. Um es einfach zu sagen: Es ist keine Charaktereigenschaft, die uns wagemutig macht, es ist ein Empfängermolekül in unserem Erbgut, das Dopamin aufnimmt.

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Die Sucht nach Risiko

Dopamin, das kennen wir doch? Bestimmte Drogen sind Wirkungsverstärker für Dopamin, aber die meisten Abenteuerer brauchen sie nicht. Wir haben unsere eigene Droge: Die Gefahr, das Risiko, den Drang nach Freiheit.  Die Dokumentation zeigt das – egal ob die Welle gesurft wird, oder die Straße geskatet – es ist immer das Gleiche. Das Gefühl, ganz allein für diesen Moment verantwortlich zu sein, auf der Kippe zum Tod, am äußersten Rand von dem, was Menschen leisten können. Ich habe mich das immer wieder in meinem Leben gefragt: Warum mache ich das? Ziehe in ein besetztes Haus, gehe auf Demonstrationen, die sicher mit Ausschreitungen enden. Trampe durch halb Europa, werde ausgeraubt, muss zurück, renne durch den Regen, irgendwo in Brüssel an der Autobahn und – bin glücklich! Ist das normal?

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Ein Segment des Dopaminrezeptors

Nein, Chemie ist nicht mein Ding. Aber dieser Dopaminrezeptor interessiert mich. Dieses Segment, das sich aus zwei bis zehn Untereinheiten zusammensetzt. Sie sind alle identisch, aber bei dem einem Menschen gibt es zwei oder drei, beim anderen eher neun oder zehn dieser Wiederholungen. Jep. Man hat es jetzt herausgefunden: Je mehr Wiederholungen – und das kann man nachweisen – desto größer der Drang, Unbekanntes zu wagen.

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In dieser Zeit

Es ist einfach großartig, wie viel heute möglich ist. Wie viele abgefahrene Möglichkeiten es gibt, sein Leben zu riskieren – ohne in den Krieg ziehen zu müssen. Und wie gut die Technik geworden ist, diese besonderen Momente einzufangen. Kameras am Helm, am Board, Kameraleute, die fast ebenso viel riskieren wie die Extremsportler. Um dieses Gefühl zu vermittlen. Freiheit. Okay, nein, es erspart die Erfahrung nicht. Aber mit zwei Untereinheiten reicht einem das vermutlich: Nah dran zu sein.

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Es einfach tun

Ich dachte es wird besser. Im Alter. Es lässt irgendwann nach. Immerhin schreibe ich jetzt viel und das ist eine ganz ungefährliche Tätigkeit. Nun, hm. Ich hätte kein Label gründen müssen. Weder das finanzielle, noch das energetische Risiko hat irgendwie Sinn gemacht. Hätte keinen Graphic Novel Stil entwickeln müssen, der so neu ist, dass man ihn nur schwer einordnen kann. Oder komplizierte Plots erfinden müssen, die man nicht so einfach inhalieren kann.  Selbst, wenn ich erfolgreich bin, wiederhole ich mich ungern. Ich schreibe auch nicht gerne über Sicherheit und Komfort, sondern eigentlich immer über … die Suche nach Freiheit. Das Risiko.

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Take the risk

Ich bin mir ziemlich sicher, ich habe so etwa sechs Wiederholungen auf meinem Rezeptor-Segment. Und die werden auch im Alter nicht abnehmen. Irgendwie fühle ich mich befreit. Deshalb sehe ich eine Dokumentation über lauter verrückte Grenzgänger und habe das Gefühl, zu Hause zu sein. Tja, ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich euch diesen Film empfehlen kann. Ob ihr ihn ebenso gut wie ich finden werdet, oder genervt über diese Verrückten seid. Hängt wohl von der Anzahl der Wiederholungen auf eurem Rezeptorsegment ab. Vielleicht probiert ihr es einfach aus. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt mich gerne.

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Schreibmusik – I need the beat

Es ist immer ein wenig schwer zu erklären und manchmal auch etwas … peinlich. Schreibmusik hat für mich eine besondere Qualität und ist nicht immer das, was ich als Künstlerin schätze oder sonst ganz pur hören würde. Schreibmusik muss den Schreibflow in Gang bringen und darf sonst gerne auch mal belanglos sein. Schöner ist es natürlich, wenn sie mehr kann als das.

Gute Freunde

Meine beste Freundin wohnt schon lange in Frankreich. Ihr Mann hat den Musikclub Le Poste à Galène in Marseille und ausgefallene Musik durchflutet ihr Leben. Daneben hat sie eine Schwäche für populäre Musik und die Mixtapes, die sie mir macht, sind gerade mein Rauschmittel beim Schreiben. Danke! Für euch habe ich heute drei Songs herausgesucht, die beste Hintergrund-Schreib-Qualität haben und die man – ohne rot zu werden –  auch unabhängig vom Schreiben hören kann.

Sprache

Songs mit Sprache sind vollkommen okay, aber bitte keine Texte, deren Message so flach ist, dass ich aus meinem Schreibflow auftauche. Das deutsch-englische Trio Kafka Tamura (und ist Kafka nicht schon allein eine gute Affirmation …) hat genau die richtige Mischung.

Stimme

Singer-Songwriter-Stimmen smoothen mich in die Stimmen meiner Protagonisten: gefühlsvoll, weich, aber nicht weichgespült.  Drew Holocomb & The Neighbors bringen mich mit diesem Song zu Noah, Ruben, Rocco, Kolja, Luca und all meinen anderen gefühlvollen, männlichen Helden.

Charakter

Meine weiblichen Charaktere müssen stark und unabhängig sein, ein Gespür für Kunst haben oder selber Künstler sein und viel Musik hören. Ich liebe es, wenn sie einen starken Drang nach Unabhängigkeit haben, selbstbewusst sind oder auf dem Weg, es zu werden. Das alles höre ich, wenn Madi Diaz singt. Besonders gefällt mir diese Live Aufnahme aus dem Studio.

Ich merke gerade, dass ich noch endlos fortfahren könnte, euch Schreibsongs zu empfehlen! Und mir selber mal die Frage stellen könnte, welche Songs zu welchem Buch? Also … ihr hört von mir ;)

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Musikrausch

Es gibt Alben, die lassen einen instinktiv mit Tränen in den Augenwinkeln  nach der Haarbürste greifen. Licht aus, Spot an. Hirn aus, Herz an.

Und wenn man dann nach 40 Minuten, tränenverschmiert mit nur noch einer Socke an ausgestreckt auf dem Fußboden liegt, schleicht sich ein fettes Grinsen übers Gesicht. Dann kann man sich mit der ausrangierten Mikrofon Haarbürste die Haare kämmen und wieder vernünftig werden.

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Sia – 1000 Forms of Fear – Sam Smith- In The Lonely Hour – Marina & the Diamonds – The Family Jewels

Welche Alben lassen DICH tanzen, egal wer zuguckt? :D