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Leben

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Roots

Landkommune

Hey Amber, dein Beitrag über Stolzenhagen hat mich doch daran erinnert, dass uns damals in den 70ern auch vorschwebte, aufs Land zu ziehen. Vier Leute in einen Kotten im Münsterland. Wir sind dann nach dem Abi allerdings in ganz verschiedene Städte gezogen, Kiel, Freiburg, Köln und ich nach Düsseldorf an die Kunstakademie. Da hab ich dann irgendwann „Was die Bäume sagen“ gelesen, muss mich in meiner Dachwohnung damals so beeindruckt haben, dass ich mich heute noch erinnern  kann. (Dank Amazon hat man für € 3,01 das Buch jetzt wieder nach zwei Tagen im Haus.)

War aber doch zu sehr Städter und in den besetzten Häusern in Berlin gab’s dann die Leute und die Räume Zusammenleben neu auszuprobieren.  Unsere Frühstücke sahen dann eher so aus. Hier nach der Sprengung der zweiten Hinterhäuser. War mehr: „Lass die Steine sprechen.“ Coole Zeit.

Frühstücksfoto von C.S.

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Rausch

Restart

Es gibt Momente im Leben, da steckt man fest. Manchmal ist es gar nichts Bestimmtes was nicht richtig ist. Außer der Tatsache das man fest steckt. In Gewohnheiten oder Lebenslagen die zu eng geworden oder abgenutzt sind und wie eine alte Schlangenhaut in in schuppigen Fetzten an einem herunterhängen. Das ist unpraktisch und sieht blöd aus. Man beginnt sich unwohl zu fühlen.

Irgendwie schleicht sich das Gefühl ein, den Absprung verpasst zu haben, so als wäre man im Skilift sitzen geblieben und wäre nun auf der Bergabfahrt.

Und während man so dasitzt und auf die nutzlos an den Füßen baumelnden Skier herunterblickt wird einem klar; wir müssen reden. Ich und ich. Wir sollten uns unterhalten.

Na toll. Den ganzen Weg nach oben hat man sich darum herum gedrückt, aber jetzt führt kein Weg daran vorbei. Was war mit dem Karate Kurs, den ich belegen wollte? Wieso bin ich nicht schon längst den Europa Radweg geradelt? Scheiße, hatte ich nicht vor, mit transzendenter Meditation anzufangen? Bleibe ich hinter mir selbst zurück?

Und gerade als man beginnt sich so richtig elend und eingeklemmt vorzukommen, fährt einem so ein aufregendes Kribbeln den Nacken hoch, ein scharfer Windzug bringt den Lift zum Schaukeln und mit einem Blick nach unten wird einem klar; du kannst immer abspringen, das hier ist dein Leben.

Das ist deine Möglichkeit. Ein bisschen Abstand zu nehmen, auszumisten, umzudenken, freizumachen. Neu zu starten.

Und wenn man schneestaubend auf beiden Füßen landet, der kalte scharfe Wind die Haare und den Kopf durchwirbelt hat sich der freie Fall gelohnt.

Dann kann man langsam die Fäuste in die Luft stoßen. Weil man gewonnen hat. Und alles was es noch zu tun gibt ist jauchzend die Piste zu surfen.