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Uwe

Love actually, 2003
Radio

Love is all around

»Whenever I get gloomy with the state of the world, I think about the arrivals gate at Heathrow Airport.

General opinion’s starting to make out that we live in a world of hatred and greed, but I don’t see that.

Love actually, 2003Love actually, 2003

It seems to me that love is everywhere.

Often, it’s not particularly dignified or newsworthy, but it’s always there – fathers and sons,

Love actually, 2003Love actually, 2003

mothers and daughters,

Love actually, 2003Love actually, 2003

husbands and wives,

Love actually, 2003Love actually, 2003

boyfriends, girlfriends,

Love actually, 2003Love actually, 2003

old friends.

Love actually, 2003Love actually, 2003

When the planes hit the Twin Towers, as far as I know, none of the phone calls from the people on board were messages of hate or revenge – they were all messages of love.
If you look for it, I’ve got a sneaking suspicion… love actually is all around …«

(Intro: Love actually, 2003. Writer/Director: Richard Curtis)

Thx for the reminder Richard Curtis.

Roots

Hard working people

Back to the roots.

Als Mensch, der seine Semesterferien des öfteren an den Stahlöfen im Ruhrgebiet verbracht hat, bin ich immer wieder von flüssigem Metall fasziniert. Hier mal ein paar Eindrücke vom Guss meiner lebensgroßen Skulptur »Adam« in der Kunstgießerei Flierl.

    

Letzte Korrekturen am Modell, bevor es abgeformt wird. Dann letzte Retuschen am Wachs, bevor er einschamottiert wird.

  

Der Schamott wird angesetzt, die fertigen Schamottformen stehen bereit.

    

Der Ofen ist voll angeheizt, Rico wirft noch einen Bronzebarren nach.

     

Die Pfanne mit dem flüssigen Bronze wird aus dem Ofen gehoben.

  

Die Schlacke, die auf der Bronze schwimmt wird abgehoben und nochmal Temperatur gemessen.

Jetzt kann es losgehen. Nicht schlabbern und schön gleichmäßig gießen.

  

Millimeterarbeit bis auf den letzten Tropfen. Der Gießer, der Sammler und der Künstler freuen sich.

Dank an Peter Jaworskyj für die tollen Fotos.

Hafthorn
Roots

Potsdam #3 Hafthorn

Gute Kneipen

… sind comforting and inspiring. Ich rede nicht vom Alkohol, sondern von der Atmosphäre. Neben dem vielen Weltkulturerbe, das Potsdam zu bieten hat, gibt es eine für mich ganz besondere Location in dieser Stadt. Das Hafthorn. Das Hafthorn ist eine echte Kneipe. Sie tragen ihren Slogan zu recht auf dem T-Shirt: Wir sind Kneipe. Und — es ist einer der favorite places to go für die Red Bug Homies.

Der Ratinger Hof

In den späten Siebzigern, war es für mich der Ratinger Hof in Düsseldorf. Nur drei Minuten von der Kunstakademie entfernt, ging man nach dem Mensaessen auf ein Alt oder zwei … rüber. Der Punk probte im Keller. Wir flipperten unsere Fünfmarkstücke weg und zeichneten wie die Wilden. Andauernd Konzerte und was man sich hier gar nicht vorstellen kann — um ein Uhr morgens wurde dicht gemacht: Polizeistunde. Vor dem Hof wirklich oft eine echte Polizeistunde, weil die Party draußen weiterging. Des öfteren auch mit Handgemenge. Der Hof war das zu Hause, umgeben vom Klunker der Königsallee.

Das Megot

Dann Winter in den frühen Achtzigern. Wir waren aus den besetzten Häusern geräumt, bewohnten mit vierzig Leuten eine offene Fabriketage in der Pfuelstrasse 5. Über tausend qm, aber keine Heizung. Ich hab noch in einem Charlottenburger Kinderladen gearbeitet. Bin dann nachmittags mit der XT zurück die Skalitzer runter und, bevor ich in die Etage fuhr, in der Wrangelstrasse abgebogen: ab ins Megot. Riesenapfelkuchen mit Schlagsahne, (wie es ihn später nur noch bei Werner Heuser im Bikercafe an der Glienicker Brücke gab), und einen Milchkaffee. Das war Komfortdoppelplusmega bevor es ab in die gefrorene Etage ging. Malen. Mit heißem Teer.

Abends oft wieder ins Megot, jetzt Dortmunder Actien Bier und Salzstangen. Jetzt fällt mir sogar ein, dass ich damals dort ausgestellt habe im Megot. Zu Henry Miller. Weil mir sein Zitat über ätzende Kapitalisten: „Die kosmokokkischen Scheißer von Amerika“, aus Wendekreis des Steinbocks, so gut auf der Zunge gelegen hat. Und ich habe sogar vier Bilder verkauft — an den Kneipenbesitzer.

Das Hafthorn

Warum gehen wir da so gerne hin? Es ist immer voll. Im Sommer im Biergarten. Drinnen laufen Konzertvideos auf einem Screen über der Tür und zwar laut und deutlich. Led Zeppelin, Queen, Beatsticks, Peter Fox …

Wir essen da einfach nur und trinken das zweite Bier — manchmal. Wir feiern da, wenn es was zu feiern gibt — oft. Und wir brainstormen da, wenn es was auszudenken gibt — immer.  Es gibt Burger, Fritten, Salat oder sowas ähnliches. Ganz gutes Bier. Und Rosè für Katrin. Die Bedienung ist Top — ich meine Top. Total on point. Superschnell, supernett, superkonzentriert. Sie geben die Atmosphäre vor. Und die ist so inspiring, dass ich für die gesamte Tavernen Szene in unserer Graphic Novel Shadow das Hafthorn und die Leute dort als Quelle nutzen konnte. Zuerst in Teer gezeichnet, (dabei bin ich geblieben, s.o.) und dann gephotoshopt. Hier ein paar Beispiele:

Blog_Hafthorn_Teer_1   instagram_tavern_1

Blog_Hafthorn_Teer_2   instagram_tavern_2

instagram_tavern_4   instagram_tavern_3

Wer mehr Shadow lesen und schauen möchte. Gibt’s als E-Book bei Amazon und I-Tunes.

Wer sich gern mal das Hafthorn von innen ansehen möchte: Hier ist es.

 

 

 

 

 

 

 

Radio

Instabilität als höchste Sensibilität

 

Instabilität als höchste Sensibilität

Im Zustand ruhiger Instabilität herrscht hohe Sensibilität. Ein interessanter Gedanke, der mir bei der Recherche zu einem anderen Thema untergekommen ist.

Ich habe ihn zufällig gefunden — in einem Vortrag des Quantenphysikers Hans-Peter Dürr. Er erläutert diese Beobachtung an einem starren Pendel, das um einen Drehpunkt schwingt. Solange man es in Ruhe lässt – bleibt es auch in Ruhe. Hängt einfach bequem nach unten. Ruhig und stabil. Könnte ewig so hängen. Angezogen von der Schwerkraft gibt es keine Tendenz, sich aufzuschwingen. Bringt man es in Schwingung, pendelt es um den Drehpunkt, bis Reibungswiderstände und andere Energieverluste es wieder in die untere Stellung bringen. Diese Pendelbewegung ist – nicht für mich –, aber für jemanden, der einigermaßen guten Physikunterricht genossen hat, einfach auszurechnen.

Jetzt gibt es aber einen Punkt, der offensichtlich völlig anders ist, als alle anderen, die die Pendelstange einnehmen kann. Nämlich der Moment, wenn sie ganz genau senkrecht nach oben steht. Eine sehr instabile Position. Irgendwann kippt das Pendel herunter und kommt wieder in Schwingung.

Frage nur: in welche Richtung? Kippt das Pendel nach rechts oder nach links? Offensichtlich ist das nicht nur für mich nicht, sondern auch für keinen Physiker vorherzusagen und auszurechnen. Wenn ich Hans-Peter Dürr richtig verstanden habe, fragt das Pendel in dem Moment sozusagen sämtliche Informationen des Universums ab. Jeder noch so kleine, oder weit entfernte Impuls kann den Ausschlag geben. Der berühmte Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas. Oder auch eine kleine Veränderung im Andromedanebel.

Ist es einmal in Schwingung, pendelt das Pendel eben so vor sich hin, bis es wieder zur Ruhe kommt. Aber an diesem einen höchsten Punkt ist es nicht nur instabil sondern auch hochsensibel. Hochsensibel für jeden noch so kleinen Anstoß, der die Richtung bestimmt.

Flash

Das erinnert mich sehr an den hochsensiblen Zustand beim Arbeiten an Skulpturen. Was gibt den Ausschlag für die nächste Entscheidung? Man macht sich offen, connected sich mit allem. Vielleicht ein Zustand, den Künstler, Musiker, Schauspieler, aber auch Extremsportler immer wieder suchen, den Punkt höchster Sensibilität. Und da die nicht anders zu haben ist, nehmen sie dafür die höchste Instabilität nicht nur in Kauf, sondern suchen sie sogar immer wieder.

Es kommt noch besser

Jetzt geht es noch einen Schritt weiter. Jetzt wird es völlig crazy. Hängt man an die erste Pendelstange noch eine oder mehrere weitere Pendelstangen, wird dieser instabile, sensible Punkt ständig erreicht. Es wird vollkommen unberechenbar, chaotisch und — sehr schön.

Trajektorie eines Doppelpendels Autor 100 Miezekatzen Sensibilität

Trajektorie eines Doppelpendels

Übrigens eine Beobachtung, die ich als Kind schon gemacht habe, als ich versucht habe, den Rhythmus der großen Kirchenglocke zu verstehen, deren voller Klang von der Weitmarer Kirche herübergeweht kam. Jetzt weiß ich, warum das nicht ging. Er ist chaotisch. Eine Kirchenglocke ist ein Doppelpendel. Und diese spezielle Glocke hat auch so geklungen.

Dürr nennt diese instabilen, unvorhersehbaren Systeme lebendige Systeme: Wenn Sie einen Apfel fallen lassen, folgt er dem Gesetz der Schwerkraft und fällt zu Boden. Die Welt der Dinge ist die Welt der stabilen Systeme und damit voll determiniert, also vorherbestimmt. Mechanistisch bedeutet voll determiniert. Aber für lebendige Systeme reicht diese mechanistische Beschreibung nicht aus. 

Die Frage ist also, wieviel Unverhersagbarkeit Lebendigkeit nötig hat und wie viel sie aushält.

Abb. von 100miezekatzen unter GNU Free Documentation License

Ruhe

Potsdam #2 Bornimer Feldflur

Der weite Himmel

Fünf Minuten mit dem Rad Richtung Norden und ich bin in einer anderen Welt. Auf dem Land. Plötzlich Big Sky, die Augen haben Weitsicht. Ruhe pur. Aber wir wären nicht in Potsdam, wenn das nicht trotzdem auch irgendwie royal wäre. (und ich meine jetzt mal nicht den Hund). Denn es handelt sich hier nicht einfach um eine einfache Ackerlandschaft, sondern um die Bornimer Feldflur. Und die ist im Zuge der Landesverschönerungsmaßnahmen Friedrich Wilhelm IV entstanden.

Sky  Blog_sky

Alleen so weit das Auge reicht

Ab 1844 gliedert Hermann Sello die Ackerflächen mit Hecken und Alleen. Eichen-, Linden-, Obst- und Maulbeeralleen durchziehen die Äcker. Sie schützen vor Winderosion und den typischen brandenburger Sandstürmen. Maulbeerplantagen sind zur Zeit der Friedrich Wilhelms sehr angesagt. Sie werden zur Seidenraupenzucht angelegt. In Bornim standen seinerzeit angeblich 60 000 Bäume.

Bornimer Feldflur Allee  Blog_allee_raps

Erfrischungen

Sollte man Durst bekommen, kann man sich im Tyroler Graben erfrischen, sobald man die Frösche verscheucht hat. Schafft Chappi leicht. Der Graben fließt in den Sacrow-Paretzer-Kanal. Schönes Plätzchen für ein Picknick und ein kühles Bad.

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Unglückliche Steine

Der Graben ist natürlich auch nicht einfach irgendein Entwässerungskanal. Nein, als der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm sich in Bornim in den 1670er Jahren ein kleines Lustschlösschen bauen will, heben angeworbene Tiroler Bauarbeiter den Graben aus. Sie sollen ihn als Transportweg für Baumaterialien genutzt haben. Das Schlösschen wird kaum hundert Jahre später, wohl wegen Baufälligkeit, schon wieder abgetragen. Spricht das gegen die Tiroler? Die Steine werden  dann beim Bau des Gutshofes Bornim wiederverwendet. Von dem Bau, den Ludwig Persius im italienischen Stil gebaut hat, ist leider auch nur noch der Turm erhalten. Der Rest ist nach 1945 während der Nutzung durch die sowjetische Armee abgebrannt. Den von Sello hier Mitte des 19.Jhd angelegten italienischen Obst- und Gemüsegarten, kann man in seinen Grundrissen jetzt noch durchwandern.

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 Kühe und Kraut

Je nach Bodengüte wechselt die Bewirtschaftung in der Feldflur von Ackerflächen über Weideland und Obstplantagen. Manchmal findet man auch ganz seltsame Plantagen, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat. Das Institut für Agrartechnik forscht hier an nachhaltiger Landwirtschaft und Agrartechnik. Chappi scheint’s zu genießen. Trotzdem werde ich den Beitrag hier nicht in unsere Kategorie Rausch einordnen.

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Happy dog, lucky man

Ein Glück, wenn man einen Hund hat, der einen immer wieder daran erinnert, in die Felder zu gehen, denn here is where the people from the city can relate to the slower things that the country brings.

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Royal

Potsdam #1 Museum Barberini

Potsdam hat eine neue Attraktion. Ein Museum. Ein Privatmuseum. Für Bildende Kunst. Das Barberini.

Hasso Plattner hat sich erbarmt und an prominenter Stelle einen Palast wiederaufbauen lassen. Außen mit historischer Fassade, innen als modernen Museumsbau.

Und er hat durch das Barberini einen touristischen Magneten in Potsdams neuer »historischer« Mitte geschaffen. Sogar TheGuardian reiht das Barberini unter die Top Ten der besten Museumsneubauten ein. Mit dem Museum hat dieser neue Potsdamer Stadtraum jetzt zum ersten Mal einen echten Anziehungspunkt, der einen Besuch zu lohnen scheint und der nun auch fleißig besucht wird.

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Selbst ich, der nun seit zwanzig Jahren in Potsdam wohnt, fühle mich wie ein Tourist, als ich den neuen Platz zwischen Nikolaikirche, altem Rathaus, Schlossfassade des Landtags und jetzt eben dem Barberini betrete.  Ich meine auf angenehme Weise. Nein, ich vergleiche ihn nicht mit der Piazza della Signoria. Es ist nur so eine Art Urlaubsgefühl, das mich beschleicht.

Klassiker der Moderne und impressionistische Landschaftsbilder werden gezeigt. Impressionismus geht immer und es stehen, wie sich das gehört, lange Schlangen vor der engen Drehtür, durch die man ins Foyer kommt. Wenn man nicht vorher im Internet einen Timeslot gebucht hat – oder wie ich glücklicher Besitzer einer Jahreskarte ist. Dann wird einem eine Glastür aufgehalten.

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Innen wieder Schlangen vor dem Ticketschalter, wenn man nicht … richtig Jahreskarte.

Mit dem Ticket dann in die Schlange vor den Garderoben, wenn man nicht … eins der Schließfächer im Souterrain erwischt.

Gut, aber irgendwann ist man dann drin und senkt, wenn man noch unter sechzig ist, augenblicklich den Altersdurchschnitt.

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Ein Highlight für mich natürlich der zentrale Raum mit Rodin. Noch haben es nicht viele Besucher in den zweiten Stock geschafft. Die Fahrstühle sind langsam und überfüllt und die Treppen, na ja, sind nicht jedermanns Sache.

Ich bin etwas enttäuscht, weil ich aus einem Zeitungsartikel fälschlicherweise herausgelesen hatte, es stünden orginalgroße Gipsabgüsse aller sechs Bürger von Calais in der Ausstellung. Trotzdem ein schönes Bild mit dem weißen Gips und den fast schwarz patinierten Bronzestatuetten.

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Zum Haare raufen, wenn der Raum dann doch schnell so overcrowded ist, dass man sich mehr Gedanken über die Betrachter, als über die Skulpturen macht.

Aber auch der Blick aus dem Fenster lohnt sich. Der Hof der dreiflügeligen Anlage öffnet sich zur Alten Fahrt mit der Freundschaftsinsel im Hintergrund.

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Das Cafe im Barberini ist unterdimensioniert und mutet etwas wie die Cafeteria einer Seniorenresidenz an. Um die Ecke findet man dann aber die Möglichkeit bei einem Cappuchino –wieder mit Blick über das Wasser – darüber nachzudenken, ob die vielen Besucher die gezeigten Bilder auch schon vor hundertfünfzig Jahren so gut gefunden hätten. Damals, als die Impressionisten den neuen Malstil entwickelten, waren die Bilder so verunsichernd, dass sie nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern bei von Malerkollegen und Kunstkritikern in der Kritik standen. Der Ausdruck Impressionist war durchaus als Beschimpfung gemeint. Es ist schön, zu wissen, dass sich die Menschheit entwickelt, dass sich Qualität auf Dauer durchsetzt. Und dass es die Künstler gibt, die ihr Ding durchziehen – no matter what.

Aber wie hätte ich, wie hätten die heutigen Besucher damals reagiert?

Angesichts des Besucherandrangs ist heute kaum mehr vorstellbar, dass Munchs erste Ausstellung 1892 in Berlin auf Einladung des Vereins Berliner Künstler wegen des Protests des konservativen Teils der Künstler geschlossen wurde. Jetzt ist Munchs »Mädchen auf der Brücke«, das 2016 für 55 Millionen Dollar versteigert wurde, Teil der Ausstellung im Barberini. Und kaum zu sehen vor lauter Betrachtern. Hätten viele, die jetzt eine Menschentraube vor dem Bild im Erdgeschoß bilden, nicht vielleicht sogar zu denjenigen gehört hätten, die sich damals auch so empört hätten? Who knows?

Jetzt wo die Kunst durch die Zeit gut abgehangen und von der Kunstgeschichte zu Juwelen erklärt, jetzt wo man alles schon einmal gesehen hat, ist es einfach, im Abstand von hundertfünfzig Jahren, mit geschwellter Brust und eingestecktem Halstuch den Kennerblick über die Bilder schweifen zu lassen und ein wenig vom Glanz und Ruhm der Werke auf sich abstrahlen zu lassen.

Jetzt verunsichern die Bilder wirklich niemanden mehr. Genauso wenig wie der weichgespülte von allen Ecken, Kanten und Narben befreite Platz. Auch hier altbekannte Architektur, nichts Neues, nichts gewagt. Hier draußen stört nichts das konservative Gemüt, genauso wenig wie die altbekannten Bilder drinnen. Wie gesagt, ich habe den Tag genossen.

Im fünf Minuten entfernten Kunstraum in der Schiffbauergasse war ich dann wieder allein. Gegen Mittag vermutlich der erste und einzige Besucher des Tages.

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Erdähnliche Planeten umkreisen Trappist1
Radio

Erdähnliche Planeten entdeckt

Sieben erdähnliche Planeten kreisen um Trappist1

Vor ein paar Tagen kam die Meldung, dass sieben erdähnliche Planeten ganz in unserer Nähe entdeckt worden sind. Nur ungefähr — wenn ich richtig gerechnet habe — 380.000.000.000.000 km weg. Ich finde es immer noch unglaublich, dass es uns, bzw. einigen grandiosen Wissenschaftlern und Technikern, möglich ist, anhand von kleinen Helligkeitsschwankungen eines Sterns auf die Existenz von Planeten zu schließen, die diesen Stern umkreisen. Und nicht nur das. Offensichtlich weiß man auch, wie groß diese Planeten in etwa sind, dass sie vermutlich aus Gestein bestehen und dass auf ihnen Temperaturen zwischen 0º C und 100º C herrschen könnten. Temperaturen also bei der Wasser, falls es vorhanden ist, flüssig sein würde. Bedingungen also, unter denen Leben, wie wir es uns vorstellen können, existieren könnte.

There must be some kind of way outta here.

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Immerhin haben wir es schon mal zum Mond — und zurück — geschafft und das mit einer Technik, die heute schon sehr antiquiert wirkt. Und wir haben es schon geschafft, einige Sonden mit hoher Präzision sehr weit in unser Sonnensystem und sogar darüber hinaus fliegen zu lassen. Aber so richtig weit ist das trotzdem nicht. Ob wir jemals die 40 Lichtjahre zu Trappist1 hier nebenan überwinden werden? Eher fraglich. Teleskope lauschen und schauen da schon weiter in die tiefen von Zeit und Raum.

All along the watchtower

Wir sind seit Jahrhunderten, Jahrtausenden auf dem Ausguck und schauen da raus. Ins Weltall. Erst mit bloßem Auge. Dann mit Teleskopen, die irgendwann so gut werden, dass Galileo vor gut 400 Jahren vier der Jupitermonde sehen kann. Er erkennt: Es gibt da draußen also Dinge, die nicht um die Erde kreisen. Das ist der Beweis für eine unglaubliche Entdeckung, die das gesamte Weltbild auf den Kopf stellt. Es kreist nicht alles um die Erde? Die Erde soll nicht der Mittelpunkt der Welt sein? What? Was muss das für Galileo bedeutet haben?  Etwas zu denken, das man eigentlich gar nicht denken kann. Etwas zu denken, was niemand wahrhaben will. Für die schon von Luther und der Reformation gebeutelte katholische Kirche kam das eher ungelegen und sie verurteilte Galileo, der den Rest seines Lebens unter Hausarrest verbrachte.

Mittlerweile haben wir uns theoretisch daran gewöhnt, dass die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt ist. Unser Sonnensystem nicht der Mittelpunkt der Milchstraße, unser Milchstraße nicht der Mittelpunkt der lokalen Gruppe und die lokale Gruppe nicht der Mittelpunkt des Universums, und das Universum vielleicht nicht das einzige …? Wie gesagt, theoretisch. Fühlt es sich nicht immer noch so an, als würde ich aus dem Zentrum meines Ich in der Welt umherschauen? Geht in unserer Mittelpunkthaftigkeit nicht immer noch die Sonne auf? Wir wissen, dass es nicht so ist. Trotzdem sitzen wir gern beim Sonnenuntergang am Strand.

The Hubbleteleskop

Mit dem technischen Fortschritt erweitern wir unsere Sinnesorgane immer mehr. Wir lauschen und schauen in fernste Gegenden und vergangenste Zeiten. Das Hubbleteleskop schickt uns seit einigen Jahren die spektakulärsten Aufnahmen aus dem Weltall. Unglaublich, was uns da auf bunten Aufnahmen an Spektakel vorgeführt wird. Alles millionenmilliardentausendlichtjahrkilometerweit weg. Mehr als alle Platten von Dylan, Hendrix und den Beatles übereinandergestapelt. Ich bin wirklich ein großer Fan vom Hubbleteleskop.

Und ich folge mit großer Freude dem Instagramfeed von thehubblescope. Hier ein paar Beispiele.

Hubble1   Hubble3

In den Bildbeschreibungen werden die astronomischen Namen, die Entfernung, die Ausdehnung und die astronomischen Vorgänge beschrieben. Es ist viel von stellar winds and radiation, emmissions from sulfur, ionized gas, low mass dwarf stars, star forming regions, electrons recombining with protons etc. die Rede.

Hubble6   Hubble4

Oft wird auch die Sichtbarkeit und die Location in Bezug zur Erde genannt. Zum Beispiel: Galaxy M82 can be seen with a small telescope in visible light towards the constellation of Ursa Major.

Wenn man wie wir das Glück hat, einen Astronomen in der Familie zu haben, kann man sich so etwas ansehen. Oder einfach nur zu nachtschlafender Zeit bewundern, wie die Jupitermonde ihren Heimatplaneten umrunden. Danke Harald.

Harald   Jupiter

Und was ist mit Gott?

Jetzt gibt es aber einen Untertitel im besagten Instagramm-Account, nämlich: See the amazing creation of God through The Hubble Telescope.

Und neben den astronomischen Beschreibungen gibt es auch immer wieder Bibelzitate in tollem englisch. Wie etwa »Howbeit when he the Spirit of truth, is come, he will guide you into truth: (…) and he will shew you things to come« Ich hab mal nachgesehen, das war aus Johannes 16,13. Oder Römer 8,5: »For they that art after the flesh do mind the things of flesh; but they that ate after the Spirit  the things of the Spirit.«

Ich finde es sehr amüsant, wie es unter den Bildern dann immer wieder wütende Kommentare gibt. Was regt die Leute an den Bibelsprüchen so auf? Fürchten sie den Versuch einer christlichen Annexion des Weltraums? Echt jetzt? Es scheinen allerdings keine fundamentalistischen Kreationisten zu sein, die den Account betreiben. Gerade angesichts der Hubblebilder ist dieser Gedanke absurd. Irgendwie sprechen die Aufnahmen dagegen, dass Gott das alles vor knapp 5000 Jahren in sechs Tagen plus Ruhetag erschaffen hat.

Die Frage, die sich mir stellt, ist, warum es nicht legitim sein sollte, sich auch Dinge vorzustellen, die wir nicht mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen können. Zum Beispiel Leben, dass nicht auf eine Atmosphäre, auf flüssiges Wasser, whatsoever angewiesen ist. Ich liebe die Bilder vom Hubbleteleskop. Und so wie es ziemlich sicher ist, dass es bei den millionenmilliarden Galaxien, Sternen und Planeten  weiteres Leben in diesem Weltall gibt, bin ich mir ziemlich sicher, dass es auch Dinge zu erkennen gibt, die unseren Sinnesorganen, wie sie sich über die Jahrmillionen aus Aminosäuren entwickelt haben, verschlossen bleiben. Die vom Hubbleteleskop nicht aufgenommen können. Ich finde es großartig, dass die Betreiber das Accounts, den Mut haben, daran zu erinnern. Den Mut, beides nebeneinander stehen zu lassen.

So what are we doing here?

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Könnte es nicht sein, dass wir über das, was wir Meditation, Spiritualität, Glaube, Kunst, Musik oder was auch immer nennen, einen kleinen Zugang zu einer anderen Art von Erkenntnis haben? Wenn die verständliche, aus der Voraufklärung rührende, Angst der Wissenschaft vor Spiritualität und die Verteufelung der Wissenschaft durch weltfremde Esoteriker aufhört, werden wir mit Sicherheit weiter fliegen, als wir es uns jetzt vorstellen können.

Trapist1 Image by NASA/All space images by ESA/Hubble/Hintergrundbilder der Skulpturen by Harald Bardenhagen. Skulpturen von mir.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dave McKean
Radio

Dave McKean

Gestern abend haFunkturmben sich einige Red Bug Homies auf den Weg gemacht, um Dave MeKean zu sehen, der in der UdK über seine Arbeit gesprochen hat. Er gehört sicher mit Cezanne, Rodin und Giacometti zu den Künstlern, die meine eigene Arbeit am meisten beeinflusst haben. Er hat die Kunstform der Graphic Novel auf ein ganz neues Level gehoben.

Schon in Violent Cases, seiner ersten Arbeit, die er mit Neil Gaiman zusammen entwickelt hat, nutzt er unterschiedliche Styles. Wie so oft in McKeans Arbeiten geht es schon hier um verstörende Erinnerungen, Vorstellungen, Träume. Das Layout folgt nicht mehr dem üblichen Rasterschema, sondern den psychischen Empfindungen der Figur. Man ist im Kopf des Erzählers, als würde man seine Erinnerungen, wie in einem Traum mitverfolgen. Lange vor Photoshop layert er seine Zeichnungen mit Fotos, Karten, Zeitungsausschnitten etc. Allein die Verwendung von Schrift und Typographie auf diesen Seiten ist eine Masterarbeit.

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Hier Ausschnitte aus meiner italienischen Ausgabe.

Die Welt hatte Glück, dass sich Gaiman und McKean als junge Künstler getroffen haben. Es war sehr schön, die Geschichte aus den Anfängen ihrer Zusammenarbeit mal aus erster Hand zu hören. Gaiman, wen wunderts, hat den Fuß in die Tür bekommen, als Karen Berger und Dick Giordano von DC Comics in England auf der Suche nach neuen Talenten waren. McKeans Panels für Violent Cases haben die beiden überzeugt. Und sie haben ihnen einen Auftrag für Black Orchid gegeben. Gaiman hatte geäußert, gerne für Black Orchid schreiben zu wollen. Eine Figur aus dem DC Universum, die so unbekannt war, dass Gaiman und McKean ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Es ist bei einer Miniserie geblieben. Black Orchid gehört auch heute noch zu den eher unbekannten DC-Wesen.

Ein Erfolg wurde dann aber die Batman Graphic Novel  Arkham Asylum: A Serious House on Serious Earth. McKean hat die bekannten Figuren wie Batman, den Joker, Two Face ganz neu interpretiert. Ehrlich gesagt, auch für mich das erste Mal, dass mich Batman interessiert hat.

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In meiner englischen Nachdruck zum 15th annivarsary ist Grant Morrisons komplettes Script mit Anmerkungen abgedruckt, sodass sich McKeans Umsetzung wunderbar nachverfolgen läßt. Hier zeigt sich deutlich, dass McKean von dem oft üblichen Storyboard Style in Graphic Novels vollständig gelöst hat.

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Obwohl schon Arkham Asylum ein Riesenüberraschungserfolg war, ist wohl unbestritten, dass Gaimans Erfolg mit der Sandman Serie auch ganz neue Möglichkeiten für McKean eröffnet hat. Genauso wie es wohl richtig ist, dass Sandman ohne McKeans außergewöhnliche Cover nie die Aufmerksamkeit bekommen hätten, die Gaiman zum Star gemacht hat. Ich habe die Sandman Geschichten nie wirklich gelesen. Für mich genügte das Artwork der Cover.

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In Mister Punch,a tragical comedy or a comical tragedy hat McKean ganze Sets gebaut und fotografiert. Und auch Mr Punch selbst taucht je nach Realitätsebene als fotografierte Puppe oder als Zeichnung auf.

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Ein Stilmittel, dass McKean auch in Signal to Noise verwendet. Die für mich beeindruckendste Geschichte im Oevre der beiden. Ein alternder Regisseur erfährt, dass er an einem unheilbaren Krebsleiden erkrankt ist, während er an einem Film über die Endzeitängste der Menschen im Jahr 1000 arbeitet. Hier vermischen sich wieder unterschiedlichste Realitäts- und Bewusstseinsebenen miteinander. Es ist ein Genuss zu sehen, welche Bilder McKean dafür findet. Ein Heft, dass ich immer wieder anschauen kann. Und immer wieder neue Dinge entdecke. Grandios.

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Gestern hat Dave McKean auch sein neues Werk vorgestellt. Black Dog. The Dreams of Paul Nash. Es ist eine Auftragsarbeit im Rahmen des  First World War Centenary Art Projects 14-18 Now.  McKean geht hier dem Leben, Träumen und den Traumata des englischen Malers Paul Nash nach. Der schwarze Hund auf dem Cover hat mich gleich an die Hunde aus Waltz with Bashir erinnert. Schon die wenigen Bilder, die gestern aus dem Buch zu sehen waren, zeigen, dass es ein absolutes must have für jeden Graphic Novel Fan ist.

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Wir Homies, von denen ja einige auch mit McKeans Kinderbüchern The day I swapped my Dad for two Goldfish und Wolves in the Walls aufgewachsen sind, haben danach noch stundenlang über die McKean und seine genialen graphischen Inventions diskutiert. Danke Dave.

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Danke Habibi.

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Neujahr
Roots

Neujahrshörnchen

Irgendwann erinnerte ich mich, wie ich als kleiner Junge meinem Opa beim Backen von Neujahrshörnchen zugeschaut habe. Die Küche duftete himmlisch nach Anis. Aber nicht nur der Duft war faszinierend, sondern auch das schnelle Einrollen der Oblaten, wenn sie heiß aus dem Eisen kamen. Ich habe meinen Opa sehr bewundert, wie souverän er die heißen Dinger anfasste und zu perfekten Hörnchen rollte. Ich musste meinen ganzen Mut zusammennehmen, um mich zu trauen, es auch mal zu probieren. Ehrlich gesagt, tat es an den Fingerspitzen ganz schön weh. Und die Hörnchen wurden auch eher … naja, dafür konnte man sie gleich essen.

Das traditionelle Neujahrhshörnchenessen gehört bei den Red Bug Homies seit zig Jahren als festes Ritual zum Jahreswechsel. Am Nachmittag des ersten Januar sind alle Freunde eingeladen, die Anishörnchen mit Sahne und Kirschen zu füllen und das neue Jahr zu feiern.

Für mich beginnt die Vorbereitung immer schon ein paar Tage früher. Man solllte es nicht glauben, aber auch nach über zwanzig Jahren, brauche ich immer noch das Rezept.

rezept   Teigschüssel

Die Rezepte

Mein Grundrezept: 200 g Butter mit 200 g Zucker schaumig rühren, 4 Eier dazu, und mit 400 g Mehl und – ja – 2TL Backpulver glattrühren, doppelt soviel Anis zugeben, wie man eigentlich glaubt, und lauwarmes Wasser einrühren bis der Teig schön cremig ist, kann gut 1/4l sein. Der Teig sollte dann etwas ruhen. Das ergibt gut dreißig Hörnchen, wenn man beim Backen schon ein paar ißt.

Neujahrshörnchen – jetzt auch vegan

Da ja mittlerweile viele Menschen aus unterschiedlichen – oft guten – Gründen, auf eine vegane Lebensweise umgestiegen sind, habe ich in diesem Jahr zum erstemal eine vegane Varinate für Neujahshörnchen ausprobiert.

Sehr gut funktioniert hat folgende Version: 100 g Aslan (Biomargarine) mit 125 g braunem Zucker aufschlagen, 2 EL Sojamehl, 250g Mehl, ne Menge Anis abwechselnd mit 3/8l warmem Wasser und einer Prise Salz zu einem relativ flüssigen Teig glattrühren. Etwas stehen lassen. Aus diesen Zutaten konnte ich genau zwanzig Hörnchen rollen.

Ich war sehr überrascht, dass die Hörnchen ohne Eier fest wurden. Sie lassen sich etwas schwerer aus dem Eisen lösen, sind einige sekundenlang gummiartig zäh und kamen mir beim Rollen viel heißer vor. Nach wenigen Sekunden werden sie dann allerding superknusprig. Sehen toll aus und schmecken klasse.

Die Zubereitung

Neujahrshörnchen Anis   Neujahrshörnchen Wasser

Ich verdoppele, verdreifache, vervierfache die Menge natürlich, weil ich nie genau weiß, wieviele Freunde kommen werden. Manchmal sind es zwanzig, manchmal an die fünfzig. Die Zurückhaltenden essen nur ein Hörnchen und nehmen sich erst nach dem zweiten Kaffee und  intensiven Gesprächen ein zweites. Die Jugendlichen sind oft mit vier oder fünf Hörnchen dabei. Mit Hundert Hörnchen fühle ich mich aber auf der sicheren Seite. Wenn es zuviele sein sollten, ist das kein Problem. Die Hörnchen bleiben wochenlang knusprig und lassen sich übrigens auch sehr gut zu Trifle verarbeiten.

Einfüllen des Teigs   Neujahrshörnchen

Neujahrshörnchen im Eisen   Neujahrshörnchen rollen

Das Backen ist eine sehr meditative Angelegenheit. Jedes Hörnchen braucht etwa 2min51sec vom Einfüllen ins Eisen bis zum Rollen. Da mein Hörncheneisen sowohl ein optisches als auch ein akkustisches Signal gibt, wenn der richtige Bräunungsgrad erreicht ist, kann ich dabei sehr gut andere Dinge erledigen, z.B. Quittungen für die Steuer sortieren.

Das Fest

Neujahrshörnchen Gäste   Neujahrshörnchen, die Gäste kommen

Es ist immer eine Freude, wenn dann die ersten Gäste kommen. Für viele gehört es mittlerweile auch zum ersten festen Termin im Jahr. Manche kommen nur alle paar Jahre, weil sie in anderen Städten wohnen, und es kommen immer wieder neue Freunde dazu. Denen muss ich dann zeigen wie es geht. Hörnchen nehmen, Sahne hinein, Kirschen drauf und nochmal Sahne, oder umgekehrt, oder nur mit Sahne, oder nur mit Kirschen oder Hörnchen pur.

Neujahrshörnchen   Neujahrshörnchen Kirschen

Riesendanke an die anderen Homies, die dafür sorgen, dass auf wundersame Weise immer wieder frischer Kaffee oder Tee auf dem Tisch steht, und frische Sahne geschlagen ist. Danke an Amber für die schönen Fotos. Wie man sieht, sind Neujahrshörnchen echtes royal root soul food.

 

 

 

 

 

Rausch

Myth and Mist Action Figure aus Greenstuff

Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Isabel hat für Leonards neue „From the Land of Myth and Mist“ Folge eine Wahnsinns Kampfchoreographie entwickelt. Die jahrelange Ballett- und Tanzausbildung hat sich gelohnt. Die Moves waren einfach der Hammer und die Kostüme waren so cool, dass ich gleich eine Action Figure vor mir gesehen habe.

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action_IMG_6163   isa Action Figure
Ich habe in den letzten Jahren sehr viel mit Greenstuff gearbeitet. Danke Katrin, dass du mich darauf gebracht hast. Greenstuff ist das perfekte Material, wenn man viel unterwegs ist und in Hotels trotzdem an Skulpturen arbeiten will.
Es nimmt im Koffer nicht viel Platz weg. Es hinterlässt keine Spuren auf den Hotelteppichen, härtet in wenigen Stunden aus und man kann die fertigen Skulpturen im Koffer transportieren, ohne dass sie beschädigt werden. Gut, am Flughafen muss man vielleicht ein bisschen erklären, warum man mehrere Behälter mit unterschiedlicher Plastikmasse, Draht und ein paar Zangen dabei hat …

Greenstuff    Greenstuff Figure

Auf dem Rückflug hat man dann ja schon die Figuren als Erklärung. Die oben abgebildete ist ca. 12 cm hoch. Davon kann man also mehrere transportieren. Aber das ist natürlich nicht der einzige Vorteil an dem Material. Man kann plötzlich ganz andere Dinge machen, hauchdünne Schichten, filigrane Strukturen.

Isabels tänzerische Gebärden habe ich also erstmal grob in Draht nachgebaut. Und über das Drahtgerüst nach und nach Greenstuffschichten gelegt. Dabei geht es mir wie bei allen anderen Skulpturen nie darum einen visuellen Eindruck wiederzugeben, sondern einen von innen gefühlten, nachempfundenen Körpereindruck. Die Essenz der Bewegung , der Dynamik ist das wichtigste, darauf kommt es mir an. Das ist wahrscheinlich der Hauptunterschied zu den Collectibels, die es ja zu allen Blockbustern, DC und Marvel Comics, etc gibt.

Isa Action   Greenstuff Action Figure

Meiner Meinung nachist es essentiell, wenn man etwas Gutes machen will, dass man dem Material zuhört. Genau hinschaut, was gerade passiert und die Figur mitentscheiden lässt. Sie nicht in eine Pose zwingt, sondern sie ihre eigene dynamische Gebärde finden lässt.

Greenstuff Action Figure   Greenstuff Action Figure

Eher ungewöhnlich, dass ich Skulpturen nachträglich coloriere. Aber die Kostüme, die Leonard sich für die Warrior der Battle Folge von Myth and Mist hat entwerfen lassen sind einfach so brillant in ihrer Klarheit und Dynamik, dass ich das auf die Action Figure übertragen wollte. Zuerst bekommt die Figur eine Grundierung mit Chaos Black Spray, der meiner Meinung nach besten Grundierung der Welt. Praktischerweise hatten die Warrior schwarze Beinkleider. Hier konnte die Grundierung stehen bleiben. Nur die wehenden Umhänge, Handschuhe und Stiefel sind mit Citadelfarbe bemalt worden.

Greenstuff Action Figure   Greenstuff Action Figure

Vielen, vielen Dank an Lenny für den coolen Film, an Isa für die wunderbare Choreographie und die tollen Bewegungsstudien und an Katrin, die das alles fotografiert hat.

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